7.05 Die Macht des Speichers
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Ratsfrau: Der Speicher enthält die Summe all unseres Wissens und unserer Weisheit, unsere Gesichte, unsere Kultur, unsere Wissenschaft. Einfach alles.
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Szene: Kontrollraum, SGC

Daniel kommt die Treppe herunter gelaufen und geht zu Sam, die an ihrem Computer sitzt. Er stützt sich hinter sie auf ihrem Stuhl ab und schaut ihr über die Schulter.

Daniel: Was ist denn los?

Carter: Wir empfangen MALP-Bilder von P3X-289. Die Atmosphäre ist vollkommen vergiftet. Schwefeldioxyd, Kohlenmonoxyd, Methan, Ammoniak…

Daniel: Aber wenn da ein Tor steht, da gab es da offensichtlich mal Leben, oder?

Carter: Ja, das denke ich ebenfalls.

Es werden Bilder vom MALP gezeigt. Alles ist vollkommen vernebelt. Man kann nichts sehen.

Carter: Und Sie dir das an.

Sie ändert die Aufnahme und zwischen den Nebelschwaden und Gesteinsbrocken kommt eine monströse Kuppel zum Vorschein.

Carter: Diese Aufzeichnungen haben wir vor zwei Stunden empfangen, nachdem das MALP das Stargate passiert hat. Die Kuppel scheint das einzige Bauwerk zu sein, das die zerstörerische Atmosphäre überstanden hat.

Daniel: Sieht ziemlich groß aus.

Carter: Etwa 2,2 Kilometer im Durchmesser und 500 Meter hoch.

Davis: Die Sonde schickt einen Annäherungsalarm. Drei Meter… eine heftige statische Aufladung.

Carter: Stopp.

Kurz vor der Kuppel bleibt das MALP stehen.

Carter: Greifarm ausfahren.

Der Greifarm fährt aus und wir sehen, wie er durch die Kuppel hindurch geht. So als ob sie nur aus Energie bestehen würde.

Davis: Der Arm geht durch.

Daniel: Offensichtlich kein sehr starker Schutzwall.

Carter: Weiterfahren.

Das MALP fährt gänzlich durch das Energiefeld und abrupt ändert sich das Bild. Wir sehen keine Zerstörung mehr, sondern grüne Bäume und zahlreiche Pflanzen, wie in einem Park. Und dann verlieren sie den Kontakt, das Bild wird schwarz.

Davis: Wir haben den Kontakt verloren. Die Sonde reagiert nicht.

Carter: Zeigen Sie noch einmal das letzte Bild.

Davis ruft das Bild mit dem Park noch einmal auf.

Daniel: Wie ist das möglich?

Carter (schüttelt den Kopf): Kann ich auch nicht sagen.


INTRO


Szene: Kontrollraum, SGC

Das Wurmloch ist etabliert und Hammond kommt die Treppe herunter. Er steht hinter Davis.

Hammond: Colonel O’Neill. Was gibt’s?

SG-1 befindet sich auf P3X-289. Sie haben die Kuppel noch nicht erreicht, sondern wandern durch die vergifteten Nebelschwaden.

O’Neill: Alles soweit okay, Sir, obwohl der Anblick nicht gerade berauschend ist.

Hammond: Halten die Schutzanzüge?

Carter: Nach meinen Berechnungen dürfte das Material mindestens zwölf Stunden halten, bevor der Zersetzungsprozess beginnt.

O’Neill: Kein Problem, Sir. Wir müssten es innerhalb einer Stunde zur Kuppel hin und zurück schaffen.

Hammond: Verstanden. Hammond Ende.

Das Wurmloch schließt sich und Hammond verlässt den Kontrollraum.


Szene: P3X-289

Die vier wandern weiter durch die Nebelschwaden.

Carter: Der Detektor zeigt eine statische Aufladung an.

Daniel: Ja, ich spüre auch so was.

Sie bleiben vor der Kuppel stehen.

O’Neill: Und was machen wir jetzt? Einfach durchmarschieren?

Carter: Für die Sonde stellt es kein Hindernis dar.

O’Neill: Allerdings war sie danach verschwunden.

Carter: Sie hat noch ein paar Sekunden gesendet, bevor wir den Kontakt verloren haben. Demnach muss sie durchgekommen sein.

Jack fährt mit seiner P-90 durch das Energiefeld. Er sieht hinüber zu den anderen, bevor er langsam durch das Feld hindurchgeht. Er kommt in dem grünen Park heraus und das MALP steht auch noch an Ort und Stelle. Die anderen drei folgen ihm.

Carter: Alle Daten weisen auf eine normale Atmosphäre hin. Sauerstoff, Stickstoff… (Sie fährt mit ihrem Messgerät an Daniels Anzug entlang) Wir sind ebenfalls sauber.

Daniel: Als ob die Barriere unsere Anzüge gereinigt hätte, als wir durchgingen.

Carter: Offenbar ist das Innere der Barriere eine Art Hologramm.

Sie und Daniel strecken ihren Arm aus und berühren erneut das Energiefeld.

Daniel: Man spürt einen Widerstand.

Carter: Wahrscheinlich soll das zusammen mit der statischen Ladung als Warnung dienen.

Sam nimmt ihren Helm ab und die anderen tun es ihr gleich.

Carter: Damit man nicht ausversehen durchgeht.

Teal’c überprüft das MALP

Teal’c: Sieht so aus, als wäre das MALP noch einsatzbereit.

Carter: Die Barriere blockiert offensichtlich das Signal. (Zu Jack) Sir, das ist eine wirklich unglaubliche Technologie. Durchlässig für große, feste Objekte, aber für die vergiftete Atmosphäre undurchlässig. Das sollten wir wirklich genauer untersuchen.

Sie sehen sich um und plötzlich hören sie ein Geräusch, wie das Knacken von kleinen Ästen. Jack hebt kurz seine Hand und gibt den anderen ein Zeichen, dass sie sich ruhig verhalten sollen. Er geht in die Richtung, aus der das Geräusch kam.

O’Neill: Okay, komm schon raus. Na los.

Ein kleiner Junge kommt hinter einem Baum hervor.

Carter: Hallo.

Daniel: Wir wollen dir nichts tun.

Nevin: Ihr seid von da draußen gekommen.

O’Neill: Ja, das ist wahr. Wie ist dein Name?

Nevin: Wie ist deiner?

O’Neill: Ich habe zuerst gefragt.

Nevin: Alle nennen mich Nevin.

O’Neill: Hallo, Nevin. Ich bin Jack. (Er deutet mit seinen Kopf zu den anderen) Das sind Sam, Daniel und Teal’c.

Nevin: Ihr tragt seltsame Kleidung.

O’Neill: Wir sehen nicht immer so aus.

Carter: Nevin, wo sind deine Eltern?

Nevin: Mein Vater ist in der Stadt.

Carter: Zeigst du uns den Weg?

Daniel: Wir wollen ihn nur was fragen.

Nevin (denkt nach): Vielleicht könnten wir ja tauschen.

Jack sieht ihn etwas misstrauisch an.


Szene: Stadt, P3X-289

Sam, Jack, Teal’c und Daniel haben ihre Schutzanzüge ausgezogen. Sie tragen jetzt ihre normalen Uniformen. Sie sind auf dem Weg zur Stadt. Sie folgen Nevin, der jetzt Jacks übergroßen Anzug und seine Kappe trägt.

Carter: Ich bin sicher, wir hätten die Stadt auch ohne seine Hilfe gefunden, Sir.

Es sind nur ein paar Meter und es führt nur ein Weg aus und in die Stadt. Sam grinst ihn von der Seite an. Die Stadt ist klein, mit moderneren Steinhäusern, so wie wir sie heute in kleineren Städten finden würden. Alles in allem, sehr schön und man würde denken, man wäre auf der Erde. Nevin bleibt vor einem Mann, seinem Vater, stehen. Wie alle anderen Einwohner trägt er ein merkwürdiges Gerät an seiner Schläfe, welches irgendwie ein gewisse Ähnlichkeit mit 'Memory-Device’ der Tok’ra hat.

Kendrick: Nevin?

Nevin: Ich habe diese Leute im Garten getroffen. Jack, Sam, Daniel und Teal’c.

Die vier nicken den anderen Leuten zu, die sie neugierig beäugen.

Kendrick: Ich bin Kendrick. Nevins Vater.

O’Neill: Ich nehme an, ihr bekommt hier nicht allzu oft Besuch?

Kendrick: Wir dachten, wir sind die einzigen Überlebenden.

Daniel: Überlebende? Wovon denn?

Kendrick: Ihr solltet euch besser an den Rat wenden.


Szene: Haus, P3X-289

In einem Zimmer hat sich der Rat versammelt. Er besteht aus vier Personen, drei Männern und einer Frau. SG-1 steht vor ihnen, während sie an einem Tisch sitzen. Die Bewohner der Stadt drängen sich an die Fenster, um einen Blick zu erhaschen. Jack sieht etwas misstrauisch zu den Menschen an den Fenstern.

Ratsmitglied 1: Ihr behauptet, ihr kommt von außerhalb der Kuppel?

O’Neill: So ist es.

Ratsmitglied 2: Aber die Atmosphäre da draußen ist giftig. Jeder der dort hingeht, würde auf der Stelle sterben.

Carter: Wir haben Schutzanzüge getragen.

Ratsfrau: Aber woher kommt ihr ursprünglich?

Carter: Von einem Planeten, der Erde heißt. Etwa sechstausend Lichtjahre von hier entfernt.

Die Ratsmitglieder sehen sich und SG-1 ziemlich geschockt und überrascht an.

Ratmitglied 3: Seid ihr mit einem Raumschiff gekommen?

Daniel: Ah, nein, durch das Sternentor. Das ist der große, runde Apparat mit den eingravierten Symbolen, steht gleich vor der Kuppel. (Sie sehen ihn ziemlich ratlos an) Es muss doch irgendeine historische…

Ratsmitglied 1 (unterbricht ihn): Einen Moment bitte.

Sie fassen sich an die Stirn und für ein paar Sekunden sitzen sie vollkommen still da, so als ob sie in einen Zustand der Trance gefallen sind. Jetzt ist es an SG-1 erstaunt auszusehen.

Ratsmitglied 1 (erwacht aus seiner „Trance“): Das Tor von Magma, entdeckt vor 563 Jahren.

Ratsmitglied 3: Hatte angeblich rituelle Bedeutung für Verehrung der Göttin Morrigan.

Ratsfrau: Stammt aus den Ruinen von Danaan und steht im Nationalen Museum für Geschichte.

Carter: Dann kennt ihr also das Tor?

Frau: Jetzt schon.

Sam zieht überrascht ihre Augenbrauen hoch und auch Daniel und die anderen wissen nicht so recht, wie sie das verstehen sollen.

Ratsmitglied 1: Wir erhalten die notwendige Information aus dem Speicher. (Er nimmt das Gerät von seiner Stirn) Ähm, das ist eine direkte neurale Verbindung zur Datenbank.

O’Neill (verzieht sein Gesicht): Au!

Ratsfrau: Der Speicher enthält die Summe all unseres Wissens und unserer Weisheit, unsere Gesichte, unsere Kultur, unsere Wissenschaft. Einfach alles.

Carter: Und ihr könnt diese Informationen abrufen, wann immer ihr wollt?

Ratsfrau: Stimmt genau.

Darauf hat selbst Sam keine Antwort mehr.


Szene: Garten, P3X-289

Teal’c und Jack gehen zurück zum MALP.

O’Neill: Glaubst du wirklich, das Ding funktioniert noch?

Teal’c: Das Signal ging verloren, als der Sender die Barriere durchbrach. Wir müssen das MALP nur in die Korrekte Position bringen.

Er nimmt sich die Fernbedienung und manövriert das MALP weiter zur Kuppel hin, so dass es halb außerhalb und halb innerhalb ist.

O’Neill (gibt Teal’c seine Stabwaffe zurück): Nett.


Szene: Torraum, SGC

Davis: Wir erhalten eine Funkverbindung zu SG-1, Sir.

Hammond: Tor anwählen.


Szene: Garten, P3X-289

Hammond (über Funk): SG-1, hier General Hammond. Bitte melden.

Jack schaut direkt in die Kamera.


Szene: Kontrollraum, SGC

O’Neill: Ja, Sir, wir verstehen Sie laut und deutlich. (Er nimmt seinen Sonnebrille ab.) Laut und deutlich.

Hammond: Colonel O’Neill, was gibt es?

O’Neill: Wie es aussieht, ist der Planet doch nicht so tot, wie wir dachten, Sir.

Hammond: Ich vermute, dass die Kuppel bewohnt ist?

O’Neill: Ja, Sir. Bisher sind die Bewohner sehr freundlich. (Sein Gesicht nähert sich noch weiter der Kamera) Nur etwas seltsam, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Hammond: Sind sie bereit Informationen auszutauschen?

O’Neill: Carter kriegt diesen ganzen technischen Kram morgen zu sehen und deshalb wollen sie uns über Nacht Unterkunft gewähren.

Hammond: Alles klar. Nächster Kontakt in 24 Stunden.

O’Neill: Ja, Sir.

Er salutiert kurz in die Kamera und verschwindet dann.


Szene: Kendricks Haus, Nacht

Jack und Teal’c sitzen zusammen mit Nevin an einem Tisch und Kendrick stellt Schüsseln vor ihnen ab.

O’Neill: Danke.

Teal’c beugt kurz seinen Kopf, während Jack misstrauisch den Inhalt begutachtet. Er schaut hinüber in Teal’cs Schüssel, ob er auch dasselbe hat, wie er und dann tauschen sie die Schüsseln. Nevin sieht sie beide an und gerade als Jack anfangen will etwas zu essen, sieht er zu ihm auf und hält in seiner Bewegung inne.

O’Neill: Was ist?

Nevin: Auf wie vielen Planeten warst du schon?

O’Neill: Keine Ahnung… viele.

Nevin: Mehr als zehn?

O’Neill: Ja.

Nevin: Mehr als zwanzig.

O’Neill: Ja.

Nevin: Mehr als dreißig?

O’Neill: Ja.

Nevin: Mehr als vierzig?

O’Neill (langsam etwas genervt): Ja.

Nevin: Mehr als fünfzig?

O’Neill: Schon möglich.

Kendrick (kommt aus der Küche): Nevin. Lass den Mann in Ruhe essen.

Nevin: Es sind mehr als fünfzig, ja?

O’Neill (antwortet nicht sofort, sondern schielt leicht zu Teal’c hinüber und murmelt): Ist es jetzt noch zu spät ein Zelt aufzuschlagen?

Schließlich beginnen sie zu essen.


Szene: Pallan’s Haus, Nacht

Sam und Daniel sind Pallan untergekommen. Er ist derjenige, der den Speicher kontrolliert. Die beiden sitzen mit Pallan und seiner Frau Evalla am Tisch.

Pallan: Hattet ihr auch bestimmt genug zu essen?

Daniel: Ähm, ja… ja, es war… köstlich.

Carter: Ihr habt offenbar keine Probleme mit dem Nahrungsanbau.

Evalla: Unter unserer Kuppel sind wir vollkommen autark.

Carter: Was ist mit Energie?

Pallan: Unsere Energie beziehen wir aus Geothermalen Düsen unterhalb der Stadt. Morgen zeige ich dir gerne unsere Generatoren.

Evalla: Pallan ist der führende Techniker für dieses System.

Stolz nimmt sie seine Hand.

Daniel (hat die Hälft noch auf seinem Teller liegen): Offenbar ist eure Technologie sehr fortschrittlich, aber eure Architektur scheint damit nicht Schritt zu halten.

Evalla: Technologie hat unsere Welt zerstört. Die Kuppel entstand, weil sie Industrie Luft und Wasser vergiftet hat. Unser Volk starb an Hunger und Seuchen. Deswegen entschieden sich die Überlebenden für ein einfacheres Leben.

Daniel: Wir haben auch Umweltprobleme. Vielleicht könnten wir aus eurem Beispiel für unsere Zukunft lernen.

Evalla: Dafür braucht ihr doch nur unseren Speicher zu benutzen.

Sam und Daniel sehen sich kurz an.

Daniel: Ist das möglich?

Evalla: Aber ja. (Sie nimmt das Gerät von ihrer Schläfe) Tausende von Gesichtsbüchern findet ihr darin. (Sie reicht es Daniel über den Tisch, der er es an sich nimmt.)

Carter (etwas unsicher): Ähm, vielleicht ist es keine so gute Idee. Wir wissen einfach nicht, ob unsere Gehirnphysiologie für eure Technologie geeignet ist.

Pallan nickt verstehend.

Daniel (der es eigentlich ausprobieren wollte, gibt es Evalla wieder zurück): Danke. Vielleicht später.

Sam lächelt ihn von der Seite an.


Szene: Haus Ratsfrau, Nacht

Die Frau liegt in ihrem Bett und schläft, als sie plötzlich aufwacht. Sie steht auf und holt unter ihrem Bett einen Koffer hervor. Sie öffnet ihn.

Etwas später verlässt sie angezogen ihr Haus und huscht die leeren Gassen der Stadt entlang. Sie geht in eine abgelegene Gasse und auch dort befindet sich das Energiefeld. Sie geht ohne zu zögern hindurch.


Szene: Kendricks Haus, nächster Tag

Nevin trägt den Helm von Jacks Schutzanzug hat sich über ihn gebeugt. Jack liegt noch in einem Bett und schaut zu ihm auf.

O’Neill: Hallo, Nevin.

Nevin: Ich bin nicht Nevin. Ich Colonel O’Neill vom Stargate Kommando.

Jack setzt sich auf und tippt einmal gegen das Visier des Helmes.

O’Neill: Na schön, 'Colonel O’Neill’, würdest du jetzt bitte meine Schutzhaube abnehmen?

Nevin nimmt die Haube ab. Kendrick kommt herein und wir sehen Teal’c, wie er auf einem Stuhl an der Wand sitzt.

Kendrick: Nevin, es ist Zeit für die Schule. Geh in dein Zimmer und ruf deine Lektionen auf.

Nevin: Wenn ich groß bin, darf ich dann auch durchs All reisen?

Kendrick: Darüber reden wir noch.

Die beiden verlassen das Zimmer. Teal’c lächelt und Jack sieht sich um.


Szene: Stadt

Pallan führt Sam in den Untergrund zum Speicher.

Carter: Keiner von euch war je außerhalb der Kuppel?

Pallan: Seid mehr als 400 Jahren nicht. Wir messen ständig die Stärke der Vergiftung, aber keiner von uns war je dort. Wie ist es so?

Carter: Nicht besonders schön.

Pallan: Im Speicher gibt es Bilder von einer großen Stadt mit hohen Gebäuden aus Glas und Stahl.

Carter: Außer Trümmern ist da nicht mehr viel übrig.

Pallan: Ich nehme an, deswegen haben sie das hier erschaffen.

Sie bleiben vor einem Durchgang stehen und Pallan hebt einen kleinen Stein auf. Er wirft ihn in die Gasse, aber auch hier sehen wir das Energiefeld. Dahinter sieht es so aus, als ob die Stadt weitergehen würde.

Pallan: Damit wir nicht daran erinnert werden, was passier ist.

Carter: Das ist eine ziemlich überzeugende Illusion. Ich wüsste zu gern wie sie entsteht.

Pallan: Der Kontrollraum befindet sich unter der Erde, aber der Eingang ist dort.

Er zeigt in eine andere Richtung und sie gehen dort hin.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Sam und Pallan gehen eine Wendeltreppe hinunter. Sie gelangen in einen großen Raum. In der Mitte steht ein gigantischer Computer mit vielen Schalttafeln.

Pallan: Wie du siehst, Major, haben wir die Technologie nicht komplett aufgeben.

Carter (erstaunt): Ja.


Szene: Archiv, P3X-289

Evalla führt Daniel in ein weiteres Haus.

Evalla: Wenn ihr den Speicher nicht benutzen könnt, dann ist das eure einzige Option.

Sie kommen in einen Raum, der voll gestopft ist mit alten Büchern und Schriften.

Evalla: Tja, wir haben kaum noch Bedarf an Büchern. Das sind die letzten, die von der alten Welt noch übrig sind.

Daniel: Interessant. Die Schriften ähneln einer Sprache, die wir bereits kennen.

Evalla: Und kannst du sie auch lesen?

Daniel: Mit deiner Hilfe.

Evalla: Fangen wir an.

Daniel pustet den Staub von den Büchern.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Pallan erklärt Sam den Computer. Er zeigt auf verschiedene Bildschirme.

Pallan: Atmosphärische Analyse, Kuppelintegrität, Energieverbrauch.

Carter: Wirklich beeindruckend.

Pallan: Verzeih mir, ich muss den Kühlmitteldruck prüfen. Bitte.

Er geht zu einem anderen Computer und Sam sieht sich das Schätzchen in der Mitte genauer an. Plötzlich ändern sich die Anzeigen auf dem Bildschirm und es erfolgt eine Auflistung, so als ob er Computer von neuem gebootet werden würde.

Carter: Pallan.

Pallan steht bewegungslos ihr mit dem Rücken zugewandt an seinem Computer. Er hört sie nicht.


Szene: Archiv, P3X-289

Daniel hält ein Buch in der Hand und geht zu Evalla zurück.

Daniel: Das hier scheinen religiöse Texte zu sein. (Evalla sitzt genauso bewegungslos an ihrem Tisch) Evalla? (Er legt seine Hand auf ihre Schulter und rüttelt sie leicht) Evalla.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Pallan hat sich noch immer nicht gerührt.

Carter: Pallan?

Sie schaut wieder hinüber zum Computer und die alten Anzeigen sind wieder zu sehen.


Szene: Archiv, P3X-289

Evalla erwacht aus ihrer Trance. Irritiert darüber, dass Daniels Hand auf ihren Schultern liegt, sieht sie zu ihm auf.

Evalla: Ja?

Daniel: Alles in Ordnung?

Evalla (fängt leicht an zu lachen): Ja, natürlich. (Sie deutet auf das Buch in Daniels Hand) Lass mich sehen.

Daniel gibt es ihr, ist aber immer noch etwas verwirrt.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Sam steht noch immer vor dem Bildschirm. Pallan geht zur ihr.

Carter: Hast du das gesehen?

Pallan: Was denn?

Carter: Die Monitore waren auf einmal mit einer Art Datenstrom gefüllt.

Pallan: Das ist völlig unmöglich. Sie zeigen immer nur den Status unserer Systeme.

Carter: Ich… ich weiß doch, was ich sehe, Pallan.

Pallan: Ich fürchte, du musst dich irren.

Er geht zurück zu seinem Computer und Sam sieht von dem Bildschirm zu Pallan.


Szene: Garten, P3X-289

Daniel und Sam gehen einen Weg entlang und treffen auf Teal’c und Jack.

O’Neill: Also, was wissen wir jetzt?

Carter: Tja, ihre Technologie ist beeindruckend. Jedenfalls das, was noch übrig ist. Ich versuche mit Pallan einige ihrer Spezifikationen zu kopieren.

Als zwei Einwohner an ihnen vorbeigehen, setzen sich die vier in Bewegung.

Teal’c: Verlangen sie dafür eine Gegenleistung?

Carter: Wie es aussieht nicht. Sie scheinen ganz zufrieden mit ihrer jetzigen Situation zu sein.

O’Neill: Also, das ergibt wirklich keinen Sinn für mich. Die leben hier wie unter eine Käseglocke.

Daniel: Immerhin überleben sie so seit 400 Jahren.

Teal’c: Zum Leben gehört mehr als nur das reine Überleben.

Carter: Wir könnten ihnen eine Umsiedlung anbieten.

O’Neill: Ja, das wäre ne Möglichkeit.


Szene: Haus des Rates

Jetzt sitzen nur noch die drei Männer an dem Tisch.

Ratsmitglied 2: Ihr wollt uns vorschlagen die Kuppel zu verlassen?

O’Neill: Zumindest wäre das denkbar.

Teal’c: Es gibt viele geeignete Welten für euer Volk.

Ratsmitglied 3: Wir haben doch hier alles, was wir brauchen.

Carter: Aber ihr seid doch hier gefangen?

Daniel: Wir reden von frischen Wasser, frischer Luft, Bergen, Pflanzen…

Ratsmitglied 2: Aber der Speicher zeigt uns doch auch all diese Dinge.

O’Neill: Das meinst du wohl kaum ernst.

Ratsmitglied 1: Das ist ein sehr ehrenvolles Angebot, Colonel, aber das hier ist unsere Welt.

O’Neill: Was ist mit den anderen Leuten in der Stadt? Wäre doch möglich, dass einige das anders sehen.

Ratsmitglied 1: Der Rat spricht für die Stadt. Und die Entscheidungen des Rates fallen einstimmig.

Daniel: Was ist denn mit der Frau, die noch zu eurem Rat gehört?

Ratsmitglied 1 (verwirrt): Äh, in unserem Rat gab es seit der letzten Wahl keine Frau. Und die hat vor zwei Jahren stattgefunden.

O’Neill: Was soll denn der Blödsinn? An diesem Tisch saß gestern noch eine Frau.

Ratsmitglied 2: Colonel, ich kann dir versichern, dieser Rat hat immer aus diesen drei Mitglieder bestanden.

Die drei sehen sich an, als ob SG-1 verrückt wären. Auf der anderen Seite tauschen SG-1 Blicke aus, die genau dasselbe über den Rat aussagen.


Szene: Marktplatz

Sam geht zu den anderen von SG-1, die auf dem Marktplatz zusammenstehen.

Carter: Ich habe mit Pallan gesprochen. Angeblich kann er sich nicht erinnern, dass es je ein viertes Ratsmitglied gab.

Daniel: Gestern war sie jedenfalls hier.

Carter: Vielleicht hat der Speicher ja was damit zutun. Wenn er benutzt werden kann, um Informationen direkt in das Gehirn eines Menschen zu kopieren, dann kann er vielleicht auch Wahrnehmungen und Erinnerungen verändern?

Teal’c: Vielleicht war die Ratsfrau gegen die anderen und sie sahen sich genötigt sie loszuwerden.

Daniel: Und haben gleich ihre Existenz ausgelöscht? Etwas hart, findest du nicht?

O’Neill: Diesen Leuten kann man nicht trauen, so viel steht schon einmal fest.

Carter: Dennoch würde ich gerne meine Recherchen über die Kuppeltechnologie fortsetzen.

Daniel: Und vielleicht finde ich im Archiv eine Erklärung für dieses Rätsel.

Teal’c: Das Verhalten der Leute ist merkwürdig, aber sie scheinen keine Bedrohung darzustellen.

O’Neill: Na schön, seht zu, was ihr ’rausfinden könnt.

Sam nickt und sie und Daniel machen sich auf den Weg.


Szene: Archiv

Daniel ist zurück. Er sieht sich um, als Evalla hereinkommt.

Evalla: Wie kommst du voran?

Daniel: Na ja, ich finde immer noch keine Hinweise auf die Zeit, in der die Kuppel erschaffen wurde.

Evalla: Damals gab es für uns schon den Speicher. Durchaus möglich, dass es kein schriftliches Material aus dieser Zeit gibt.

Sie setzt sich neben Daniel, der das Buch wieder zuschlägt.

Daniel: Ich möchte dich etwas fragen. Ähm… wenn du die Möglichkeit hättest diese Kuppel zu verlassen und auf einen anderen Planeten zu leben, würdest du weggehen?

Evalla: Pallan hat mir von eurem Gespräch mit dem Rat berichtet.

Daniel: Ah… und?

Evalla: Wir haben hier alles, was wir brauchen.

Daniel: Das haben die auch gesagt.

Evalla: Wir hoffen, dass eines Tages das Gift in der Außenatmosphäre verschwindet. Dann gehört uns der ganze Planet.

Daniel: Aber nicht mehr in deinem Leben.

Evalla: Nein.

Daniel: Was ist mit… Kindern? Willst du mit Pallan keine Familie haben?

Evalla: Natürlich.

Daniel: Aber es gibt sicher eine Art Geburtenkontrolle?

Evalla: Jedes Paar darf maximal zwei Kinder haben.

Daniel: Und das findest du gut?

Evalla: Nur auf diese Weise können wir mit unseren begrenzten Ressourcen auskommen.

Daniel: Wie viele Menschen gibt es in eurer Gesellschaft?

Evalla: Du meinst jetzt im Augenblick? 1373.

Daniel: Und was würde passieren, wenn jemand… na ja, die Regel brechen würde und mehr Kinder bekäme?

Evalla (sieht ihn verwirrt an): Ich weiß es nicht. Das gab es hier noch nie.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Sam schließt ihren Labtop an den Speicher an.

Pallan: Versuch die Verbindung jetzt.

Sam startet den Labtop und sie bekommt die Daten überspielt.

Carter: Es funktioniert.

Pallan (fasziniert): Du glaubst unsere Technologie dient euch auf eurer Welt?

Carter: Komm doch einfach mit deiner Frau mit, um dir unsere Welt anzusehen.

Pallan: Oh, äh…

Carter: Nur für einen Besuch.

Pallan: Habt ihr Ozeane?

Carter: Ozeane, Wüsten, Regenwälder… Ein ganzes Leben reicht nicht, um alles zu sehen.

Pallan: Hört sich wundervoll an.

Carter (arbeitet an den Daten): Einen Augenblick mal. Du hast gesagt, das sind die Zahlen für den Energieverbrauch, ja?

Pallan: Ja, genau.

Carter: Was wäre eine normale Abweichung?

Pallan: 0,01 bis 0,07 Prozent.

Carter: Tja, dann haben wir ein Problem. Dieser Werte sind mindestens zwei Prozent niedriger als bei unserer Ankunft.

Pallan: Nein, das ist unmöglich.

Er tippt etwas in den Speicher ein.

Pallan: Du musst dich irren. Die Werte liegen im normalen Bereich.

Carter: Hast du noch die Auswertung von heute morgen?

Pallan: Aber ja. (Er tippt wieder was ein): Siehst du? Keine Abweichung.

In der Tat die Kurven sind identisch.

Carter (schüttelt den Kopf): Da stimmt was nicht.

Pallan: Unsere Messtabellen sind für dich fremd.

Carter: Trotzdem kann ich einen relativen Energieabfall erkennen.

Pallan: Major, der Speicher gestattet uns Zugriff auf 400 Jahre Aufzeichnungen des Energieverbrauchs. Es gab nie mehr als 0,01 % Abweichung.

Carter: Nur mal angenommen, Pallan, wenn es so wäre, würde das die Integrität des Kraftfeldes gefährden?

Pallan: Möglich wäre es durchaus. Aber es ist vollkommen undenkbar.

Er steht auf und lässt Sam alleine an ihrem Labtop sitzen. Sie sieht ihm hinterher.


Szene: Garten

Teal’c und Jack machen sich auf den Weg in den Garten, vermutlich zum MALP. Aus dem Hintergrund kommt Kendrick auf sie zu gerannt.

Kendrick: Colonel O’Neill! Ist es wahr, was ich gehört habe? Ihr wärt bereit uns in eine andere Welt zu bringen?

O’Neill (nimmt seine Sonnenbrille ab): Ja, das ist richtig.

Kendrick: Dann möchten Nevin und ich mit euch gehen. Nevin ist durch dein Erscheinen neugierig geworden, O’Neill. Er hat mehr verdient, als diese Welt ihm bieten kann.

Teal’c: Bist du sicher? Das ist eine schwerwiegende Entscheidung.

Kendrick: Mein Sohn soll nicht in einer Welt aufwachsen, in der Wolken und Sterne nur Illusion eines Computers sind.

Teal’c nickt und Jack lächelt.

O’Neill: Also das überzeugt mich.

Kendrick nickt dankbar.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Sam führt eigene Untersuchungen durch.

Carter (über Funk): Colonel, bitte melden.

O’Neill (über Funk): Ich höre.

Carter (über Funk): Sir, ich habe hier ein paar Berechnungen angestellt und dabei etwas entdeckt.

Als Teal’c und Jack in dem Garten ankommen, wo ihr MALP steht, bleiben sie stehen.

Teal’c: O’Neill.

Das MALP ist verschwunden.

Carter (über Funk): Sir, hören Sie mich?

Jack nimmt seine Sonnenbrille ab, als ob er sich verguckt hätte. Aber auch jetzt ist das MALP nicht mehr da.

O’Neill (über Funk): Carter, das MALP ist weg.

Carter (sieht erstaunt aus; über Funk): Wie war das?

O’Neill (über Funk): Das MALP steht nicht mehr dort, wo es zuletzt stand.

Teal’c: Offenbar sollen wir nicht mehr mit dem Stargate Kommando kommunizieren.

Carter (über Funk): Das ist nicht unser einigstes Problem. Die Kuppel verliert Energie. Mir ist eine Diskrepanz bei den Leistungswerten aufgefallen, aber ich war nicht sicher, weil der Computer keine Veränderungen anzeigt. Jetzt habe ich die Einheiten umgerechnet und mit den Werten von gestern, als wir das erste Mal herkamen, verglichen.

O’Neill (sieht mit einem 'Ich habe keine Ahnung, was das bedeuten soll’ Blick zu Teal’c hinüber; über Funk): Und?

Carter (über Funk): In den letzten 24 Stunden ist die Energieleistung um fast 4% gefallen. Sir, wenn das so weitergeht, versagt der Kuppelschutz.

O’Neill (über Funk): Wie lange noch?

Carter (über Funk): Schwer zu sagen. Aber wenn der Schutz ausfällt, dann ist es das Ende für alle.

Teal’c und Jack starren zu dem Fleck, wo einst das MALP gestanden hat.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Sam steht von ihrem Labtop auf und geht an einen der anderen Computer. Wieder einmal wechselt der Monitor das Bild und wir sehen erneut die Datenströme, so als ob er neu gebootet werden würde.


Szene: Archiv

Evalla dreht sich plötzlich um, legt das Buch, welches sie in der Hand gehalten hat, auf den Tisch und verschwindet ohne ein Wort zu sagen. Daniel sieht ihr überrascht hinterher.

Daniel: Evalla.

Sie antwortet ihm nicht, sonder schließt nur die Tür. Er lässt sein Buch irritiert auf dem Tisch fallen.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Sam geht zu jedem einzelnen Computer und selbst auf ihrem Labtop kann man den Datenstrom sehen, bis dann wieder alle Anzeigen normal werden.

Carter (über Funk): Sir, der Computer gibt laufend die Werte durch. Es gibt keinen Zweifel am Energieleistungsabfall.

Teal’c (über Funk): Major Carter, sollten wir die Menschen nicht warnen?

Carter (über Funk): Ich bin mir nicht sicher, ob wir sie überzeugen können.


Szene: Garten

Jack und Teal’c gehen am Ufer eines kleinen Sees entlang.

Carter (über Funk): Unser einziger Beweis sind die Computermessungen und aus irgendeinen Grund wollte Pallan nicht sehen, dass sie sich verändern.

O’Neill (über Funk): Vielleicht steckt er damit drin.

Carter (über Funk): Das glaube ich nicht. Er nimmt die Realität nicht mehr wahr. Und möglicherweise geht es allen anderen Bewohnern hier ebenso.


Szene: Stadt

Daniel läuft Evalla hinterher.

Daniel: Evalla!

Sie bleibt nicht stehen, sondern läuft immer weiter. Daniel beginnt zu rennen, um sie einzuholen.

Daniel: Evalla!

Sie geht in eine Gasse und Daniel folgt ihr. Als er jedoch die Gasse betritt, ist Evalia verschwunden. Vor ihm befinden sich eine Ziegelmauer und ein paar Fenster und eine Tür. Es gibt keine Möglichkeit, wie sie da hätte verschwinden können. Daniel versucht die Tür zu öffnen, aber sie ist verschlossen. Er geht zur Ziegelwand und als er sie berührt, sieht er, dass es nur eine Illusion ist. Er steht direkt vor dem Energiefeld. Verwirrt dreht er sich um.


Szene: Pallans Haus

SG-1 sitzt im Wohnzimmer.

Daniel: Ich habe sie gerufen, aber sie hat mich ignoriert. Sie wirkte wie in Trance oder so etwas.

Teal’c: Vielleicht stand sie unter dem Einfluss des Speichers?

Carter: Schwer zu sagen, welches Maß an Manipulation wirklich ist.

O’Neill: Also, Gehirnwäsche?

Carter: So kann man es auch bezeichnen.

Daniel: Wir müssen diesen Menschen helfen. Sie werden hier gegen ihren Willen festgehalten.

O’Neill: Aber solange sie diese komischen… (Er zeigt auf seine Schläfe und kreist mit seinen Finger um die Stelle herum, wo sich die Geräte befinden) Dinger an der Birne haben, lassen sie sich von nichts überzeugen.

Teal’c: Wäre es möglich den Speicher abzustellen?

Carter: Er ist Teil des Computersystems, das die Kuppel kontrolliert. Wenn wir daran rumbasteln riskieren wir den Ausfall des gesamten Kraftfeldes. Allerdings… wenn ich Zugriff auf den Speicher hätte, könnte ich vielleicht die Informationen umprogrammieren, die gesendet werden.

Daniel: Du meinst eine kleine Gehirnwäsche unsererseits?

Carter: Das Problem ist nur, dass ich das nicht ohne Pallans Hilfe schaffe.

Daniel: Wenn ich Beweise in der Bibliothek finden könnte, die Informationen des Speichers widerlegen, wäre das eine Bestätigung, dass die Menschen hier belogen werden.

Carter: Zum Beispiel Protokolle von Ratsitzungen. Die zeigen, dass es mehr als drei Mitglieder gegeben hat.

Daniel: Genau.

Er schielt zu Jack, da er die ganze Zeit über nichts gesagt hat und Sam und Daniel im Grunde ihren Plan ausgearbeitet haben.

O’Neill: Na schön, ihr beide macht euch an die Arbeit. Teal’c wir sind spät dran für den Funkkontakt.

Jack und Teal’c machen sich auf den Weg.


Szene: Stadt

Teal’c und Jack gehen durch die Stadt.

O’Neill: Aber in dem Augenblick, wo das Ganze umzukippen droht, könnten wir auf jeden Fall versuchen –

Nevin (der auf ihn zugelaufen kommt, unterbricht ihn): Colonel O’Neill! Wo willst du hin?

O’Neill: Äh, zum Haus zurück. Wir müssen wieder unsere Spezialkleidung anziehen.

Nevin: Aber zum Haus geht’s da lang.

Er zeigt in eine komplett andere Richtung.

Teal’c: Da irrst du dich, Junge. Es geht da lang.

Er zeigt in die Richtung, in die sie gehen wollen.

Nevin: Da drüben ist gar nichts. Da ist der Rand der Kuppel.

Jack sieht verwirrt zu Teal’c.

Nevin: Kommt mit. Ich führe euch.

Zögernd folgen sie ihm.


Szene: Haus

Nevin öffnet eine Tür und Teal’c und Jack sehen sich in dem Raum um. Das ist nicht das Zimmer, wo sie übernachtet haben.

Nevin: Hier sind eure Anzüge, seht ihr? Da wo, ihr sie hingelegt habt.

Er gibt Jack seinen Anzug. Teal’c öffnet eine weitere Tür, die hinaus in de Stadt führt. Jack nimmt seine Kappe ab und schürzt seine Lippen.

O’Neill (zu Teal’c): Hey, haben wir hier letzte Nacht geschlafen?

Teal’c (schließt die Tür wieder): Ganz sicher nicht.

O’Neill (zu Nevin): Was soll das alles?

In diesem Moment kommt Kendrick zu ihnen.

Kendrick: Colonel. Kehrt ihr jetzt zur Erde zurück?

O’Neill: Nein, wir wollten nur eine Botschaft schicken. Keine Angst, wir gehen bestimmt nicht ohne euch.

Kendrick: Wie bitte?

O’Neill: Jeder, der diesen Ort verlassen möchte, kann uns gern begleiten.

Kendrick: Warum sollte ich hier weg wollen?

Jack sieht zu Teal’c.

Teal’c: Du hast den Wunsch geäußert in einer Welt zu leben, in der der Himmel nicht künstlich ist.

Kendrick: Tut mir Leid, du musst mich mit jemandem verwechseln.

O’Neill: Nevin, du willst doch Forscher werden, oder?

Nevin: Nein, ich werde Gärtner. Genau wie mein Vater.

Teal’c: Ihr steht unter dem Einfluss des Speichers.

Kendrick: Wie? Was meinst du damit?

O’Neill: Dieses Ding an deiner Schläfe. Das solltest du loswerden.

Kendrick: Nein, nein.

O’Neill: Doch. Es manipuliert deine Gedanken. Es wäre besser, wenn du es abnimmst.

Kendrick: Wir verdanken dem Speicher alles.

O’Neill: Nimm es einfach nur für nen Moment ab. Na los, schmeiß es weg.

Kendrick: Das geht nicht. Ohne die Verbindung zum Speicher wären wir tot.

O’Neill: Also, das höre ich jetzt zum ersten Mal.

Kendrick: Colonel, ihr solltet jetzt verschwinden.

Jack und Teal’c tauschen einen kurzen Blick aus.


Szene: Stadt

Sam ist auf dem Weg zum Kontrollraum.

O’Neill (über Funk): Carter, wie sieht’s aus?

Carter (über Funk): Ich bin unterwegs zum Kontrollraum, Sir.

O’Neill: Seien Sie vorsichtig. Die haben Kendrick erwischt.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Sam läuft die Treppe hinunter. Pallan sitzt am Computer.

Pallan: Major. Ich kopiere gerade die Generatorkonstruktionen.

Carter: Pallan, ich muss mit dir reden.

Pallan: Was gibt’s denn?

Carter: Ich habe dir doch gesagt, dass ich einen Energieleistungsabfall bemerkt habe.

Pallan: Ja, stimmt, aber du hast dich geirrt.

Carter (schließt frustriert für einen Moment die Augen): Was ist jetzt? Fällt dir eine Veränderung auf?

Pallan: Die Energiewerte sind konstant.

Carter: Nein, sind sie nicht. Jedes Mal, wenn die Monitorangaben aktualisiert werden, wird auch dein Speicher aktualisiert. Deine Erinnerung wird manipuliert, damit du nicht siehst was passiert.

Pallan: Major, das ist absurd.

Carter: Pallan. Die Kuppel wird versagen.

Pallan: Du weißt, dass das ein Irrtum gewesen ist.

Carter: Nein! Ich habe mich nicht geirrt! Wenn du mir nicht hilfst die anderen zu warnen, werden du und Evalla sterben und auch alle anderen in dieser Stadt!

Pallan: Wer?

Carter: E-Evalla! Deine Frau!

Pallan (verwirrt): Major… ich weiß nicht, was in dich gefahren ist, aber ich bin nicht verheiratet.

Sam sieht ihn geschockt an.


Szene: Archiv

Daniel durchsucht die Bücher nach irgendwelchen Beweisen. Schließlich wird er fündig. Er findet alte Dokumente. Er schnappt sich die ganze Mappe und macht sich auf den Weg.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Carter: Ich kann dich nur anflehen diesen Sender abzuschalten.

Pallan: Das wäre Irrsinn!

Carter: Du glaubst, wenn du nicht mehr mit dem Speicher verbunden wärst, würdest du sterben.

Pallan: Das weiß ich solange ich denken kann!

Carter: Aber gestern Abend hat Evalla ihren entfernt und es nichts passiert!

Pallan (ungeduldig): Wer ist denn diese Evalla?!

Carter (ihre Nerven spielen nicht mehr mit): Das habe ich dir schon gesagt! Deine Frau! Deine Erinnerungen an sie wurde auf die gleiche Weise manipuliert, wie die Erkenntnis, dass die Kuppel versagen wird!

Pallan: Major, ich –

Carter (unterbricht ihn): Am Anfang glaubte ich, es wäre jemand vom Rat dafür verantwortlich, aber die Veränderungen kommen zu schnell. Es geht automatisch. Der Computer sorgt für die Veränderungen und manipuliert die Wahrnehmung von allen in der Stadt, so dass es niemand realisiert. Pallan, vergiss diesen Sender!

Pallan: *Das* wäre Selbstmord!

Carter: Nein! Das ist eine Lüge, die der Computer in die Welt gesetzt hat! Wir müssen den Speicher umprogrammieren, um die anderen von der Wahrheit überzeugen! Aber ohne dich, gelingt mir das nicht.

Pallan: Nein.

In diesem Moment kommt Daniel die Treppe runtergerannt.

Daniel: Sam! (Er sieht sich kurz um und wedelt dann außer Atem mit der Mappe herum) Das ist es.

Pallan: Was ist das?

Daniel: Gerichtliche Dokumente. Da kann man nur sagen: Den Anwälten sei Dank. Als alle sich auf den Speicher umstellten, blieben sie bei ihrem altmodischen Papier. (Er zieht ein Dokument heraus) Als die Kuppel entstand, haben allen Bewohner einen Vertrag unterschrieben, der die Grundbesitzrechte festlegt. (Er zeigt das Dokument Pallan) Sieh dir mal die Zahl an.

Pallan: Nein, das ist unmöglich.

Daniel: Hier haben mal über einhunderttausend Menschen gelebt.

Pallan: Das ist unmöglich. Die Kuppel ist nicht groß genug für so viele Bewohner.

Daniel: Ja, nicht mehr.

Carter: Oh mein Gott! Die ganze Zeit habe ich geglaubt, der Energieverlust führt zum Versagen der Kuppel, aber der Computer wusste das zu kompensieren. Die Kuppel schrumpft.

Daniel: Das ist auch mit dem MALP passiert. Es wurde nicht weggenommen. Es steht da, wo es stand, nur dass das jetzt draußen ist.

Pallan: Einen Augenblick mal. Wenn hier über einhunderttausend Menschen gelebt haben, wo sind die alle hin?

Er sieht zu Daniel, der ihn mit hochgezogenen Augenbrauen ansieht – er weiß die Antwort – dann schaut er zu Sam und auch sie kennt die Antwort auf diese Frage.


Szene: Außerhalb der Kuppel

Jack und Teal’c machen durchsuchen die Umgebung.

Teal’c: O’Neill.

Auf dem Boden liegen Überreste eines Skelettes. Teal’c setzt seinen Weg fort und er findet weitere Schädel und Knochen.

Teal’c: Es gibt noch mehr Leichenteile. Die Knochen wurden teilweise von der ätzenden Atmosphäre zerfressen.

Jack hebt einen der Sender auf, der neben einen Schädel liegt.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Carter: Ich verstehe, warum es dir schwer fällt uns zu glauben, Pallan. Die Bilder in deinem Kopf kommen dir vor, wie deine Lebenserinnerungen, aber sind sie nicht. Gestern hast du noch nicht gedacht, dass die Abschaltung des Senders zum Tode führen könnte,

Pallan: Du lügst!

Daniel (hält ihm die Dokumente unter die Nase): Sieh dir diese Dokumente an! Sie sind über 400 Jahre alt, geschrieben in deiner Sprache, wie könnten wir sie gefälscht haben? Und warum sollten wir das tun?

Pallan weiß darauf keine Antwort.

Daniel: Sie existieren nur, weil der Computer keine Störung von außen vorgesehen hat. Wer an den Speicher angeschlossen ist, hält sie für irrelevant.

Pallan: Aber wieso?

Carter: Der Speicher ist programmiert auf das Wohl der Kommune. Einzelne mussten geopfert werden zum Wohle des Ganzen. Und wenn jemand verschwand, hat es niemand bemerkt, weil alle Erinnerungen an ihn gelöscht wurden. Bitte.

Sie streckt ihre Hand nach seiner Schläfe aus, aber Pallan schreckt zurück.

Pallan: Nein.

Carter: Die geschieht nichts.

Er hebt abwehrend seine Hand und sie legt ihre Hand auf seine Schläfe.

Pallan (als Sam den Sender entfernt): Nein, nein, nein, ich…

Sie entfernt ihn und er lebt noch. Überrascht und schockiert sieht er sie an.

Carter: Siehst du. Und jetzt brauchen wir deine Hilfe.

Pallan atmet einmal tief durch.

Eine Weile später läuft er im Kontrollraum von einem Computer zum anderen.

O’Neill (über Funk): Carter, wie sieht’s aus?

Carter: Pallan versucht Zugang zum Speicher zu erhalten. Wenn er rein kommt, kann er ihn vielleicht umprogrammieren.

Jack und Teal’c sind wieder zurück auf den Weg zur Stadt.

O’Neill (über Funk): Verstanden, wir sind unterwegs.

Pallan gibt Befehle ein, als der Computer wieder zu booten beginnt.

Pallan: Was ist denn das?

Carter: Eine weitere Aktualisierung.


In der Stadt bleiben alle Menschen in ihren Bewegungen stehen und als die Aktualisierung vorbei ist, machen sie weiter, als ob nichts geschehen wäre.

In Kendricks Haus sitzt Nevin an seinen Tisch. Kendrick sieht zu ihm.

Kendrick: Nevin, ich möchte, dass du hier bleibst.

Nevin: Vater? Ist Colonel O’Neill krank?

Kendrick: Das ist er. Aber wir machen ihn gesund.


Szene: Stadt

Jack und Teal’c gelangen wie es aussieht auf einen ausgestorbenen Marktplatz. Keine Menschenseele ist dort. Suchend sehen sie sich um.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Pallan gibt weitere Befehle in den Speicher ein. Plötzlich hört er auf.

Carter: Was ist denn?

Pallan: Diese Systeme sind so kompliziert. Ohne Zugang zum Speicher weiß ich nicht mehr, was ich tue.

Carter: Pallan, du hast es dein Leben lang gemacht. Du musst dich einfach auf altmodische Weise erinnern.

Pallan: Na schön.

Er setzt seine Arbeit fort.


Szene: Stadt

Jack und Teal’c geistern weiterhin durch die ausgestorbene Stadt. Als sie um eine Biegung gehen, kommen ihnen plötzlich einige Bewohner entgegen. Sie sehen allerdings alles andere als freundlich aus.

O’Neill: Vielleicht nicht unbedingt da lang.

Teal’c: Korrekt.

Sie machen kehrt und gehen in die andere Richtung. Jedoch kommen aus einer weiteren Gasse noch mehr Einwohner.

O’Neill: Gehen wir woanders lang.

Sie gehen schnell weiter.

O’Neill (über Funk): Äh, Carter, wir haben hier wahrscheinlich ein kleines Problem.

Carter (über Funk): Die Menschen werden von dem Computer gesteuert, Sir.

Langsam wir des eng für die beiden. Jack deutet Teal’c ein, dass er in die Gasse gehen soll, durch die Evalla verschwunden ist. Jack nimmt Position ein, als die Bewohner ihn und Teal’c einschließen. Teal’c berührt das Kraftfeld.

Teal’c: O’Neill.

O’Neill: Tja, äh… Oh Mann…

Kendrick: Es wird alles wieder gut, Colonel. (Er hält Jack zwei Sender hin) Die hier sind für euch.

O’Neill (langsam): Nein, vielen Dank.

Kendrick: Du brauchst Zugang zum Speicher. Es geht dir nicht gut. Wir wollen dir nur helfen.

Langsam wird der Kreis um die beiden immer enger.

O’Neill (über Funk): Carter? Jetzt wäre es langsam an der Zeit.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Nach einer Weile.

Pallan: Ich bin drin. Was soll ich ihnen mitteilen?

Carter: Die Zeit reicht nicht mehr, um alles zu erklären. Versuch die Erinnerungen an uns komplett zu löschen.

Daniel nickt ihm zu und Pallan gibt die Befehle ein.


Szene: Stadt

Die Bewohner kesseln Teal’c und Jack weiterhin ein.

O’Neill (zu Kendrick): Zwing mich nicht zu schießen.

Kendrick: Du bist verwirrt, Colonel. Ohne Anschluss an den Speicher bist du verloren.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Pallan wuselt von dem einen Computer zum anderen. Auf dem Bildschirm erscheint ein neues Update.


Szene: Stadt

Sämtliche Bewohner halten in ihrer Bewegung inne. Langsam senken Jack und Teal’c ihre Waffen, als sie die Veränderung sehen. Nach einer Weile erwachen die Bewohner wieder aus ihrer Trance und sehen sich ziemlich verwirrt um und schauen Jack und Teal’c noch verwirrter an.

Kendrick: Wer seid ihr?

Teal’c und Jack sehen nicht minder verwirrt aus.


Szene: Kontrollraum, P3X-289

Pallan (überrascht): Es ist gelungen!

Er atmet einmal tief und erleichtert aus und beginnt dann zu lachen. Sam schließt sich ihm an.


Szene: Garten

Einzelne Bewohner tragen Schutzanzüge. Sam und Pallan gehen zum Rande der Kuppel. Es sieht so aus, als ob noch ein weiters SG-Team dort ist. Die Bewohner haben die Sender an ihren Schläfen entfernt.

Carter: Wir haben ein paar Tests an den Geothermalen Düsen für den Energiebedarf durchgeführt. Offenbar haben sie angefangen sich vor 200 Jahren abzukühlen. Daraufhin fing die Kuppel an zu schrumpfen. In ein paar Tagen müssten wir die ganze Stadt umgesiedelt haben.

Pallan: Ich glaube, mir wird dieser Garten fehlen. Wie lange wird das Kraftfeld noch halten?

Carter: Das ist schwierig zu sagen. Selbst wenn immer weniger Raum erhalten bliebe, wäre die Energie irgendwann zu ende gewesen.

Pallan: Und in der Zwischenzeit wären noch mehr von uns verschwunden. (Sam nickt)

Carter: Du erinnerst dich immer noch nicht an sie, oder?

Pallan: Nein. Wenn ich ehrlich sein soll, beneide ich die anderen. Sie haben sicherlich auch alle jemanden verloren, aber ich bin der einzige, der es weiß. Wie soll man um jemanden trauern, an dessen Gesicht man sich nicht mal erinnern kann?

Carter: Tut mir leid, Pallan, ich wünschte, ich könnte dir helfen.

Pallan: Das könntest du sogar. (Er beginnt zulachen)

Carter: Wie?

Pallan: Erzähl mir von ihr.

Er beginnt wieder zu lachen und Sam nickt.

ENDE

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