6.19 Hilfe aus der Traumwelt
The Changeling

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Daniel: Ich bleibe an Ihrer Seite, Teal’c. Daran wird sich nichts ändern. Das ist ein Versprechen
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Szene: Krankenhaus

Ein Arzt geht mit schnellen Schritten in einen Operationssaal. Ein Patient liegt auf dem Tisch, dessen Gesicht wir noch nicht sehen können.

Assistenzarzt: Patient für Eingriff vorbereitet. Vitalfunktionen stabil.

Doktor (dessen Gesicht man noch nicht gesehen hat): Fangen wir an.

Wir sehen, dass Teal’c der Patient ist. Ihm wird eine Maske aufgesetzt und er sieht entsetzt zu dem Arzt hinauf, welcher Apophis ist. Seine Augen fangen an zu glühen.

Apophis: Skalpell.


Szene: Unterkunft

Abrupt setzt sich Teal’c auf. Es war nur ein Traum. Es ist dunkel und wir können nur den schwarzen Umriss von Teal’c erkennen. Es befinden sich noch mehrere Etagenbetten in dem Raum, die ebenfalls belegt sind. Jonas liegt in einem Bett schräg hinter ihm. Teal’c steht auf und geht. Jonas folgt ihm.

Teal’c spritzt sich kaltes Wasser ins Gesicht. Jonas kommt hinter ihm herein.

Jonas: Alles in Ordnung?

Teal’c sieht auf und im Spiegel können wir sehen, dass weder die kreuzförmige Öffnung an seinem Bauch, noch sein Emblem auf der Stirn zu sehen ist. Er sieht aus, wie ein richtiger Mensch.

Teal’c (hat selbst noch nicht in den Spiegel geschaut): Was?

Jonas: Wieder ein Alptraum?

Teal’c: Ja.

Jonas: Um was ging’s?

Teal’c: Nichts weiter. (Jonas nickt ungläubig) Hey, alles bestens. Schlaf weiter, Probie. Morgen ist dein großer Tag.

Jonas: Okay. Wenn ich für meinen Stiefvater tun würde, was du für deinen vor hast… na keine Ahnung…

Teal’c: Ich komme damit zurrecht.

Jonas: Das glaube ich dir gern. Ich will damit nur sagen, dass ich auch Alpträume hätte. Na ja… Hör zu, Teal’c, du gibst mir das Gefühl, dass ich zum Team gehöre. Wenn es irgendwas gibt, was ich für dich tun kann, dann…

Teal’c dreht sich zu ihm um.

Teal’c: Probie, vergiss es schon. Und jetzt schlaf weiter, Mann.

Jonas: Und dir geht’s wirklich gut?

Teal’c (lächelt): Ja. Ja, Mann, und jetzt verschwinde! Na los.

Jonas geht und Teal’cs Lächeln fällt in sich zusammen. Er schaut hinunter auf seinen Bauch und tatstet vorsichtig über die Stelle, wo eigentlich die Öffnung ist.


Szene: Teal’cs Quartier, SGC

Teal’c öffnet seine Augen aus seinem Kel’no’reem. Er sieht ziemlich erschrocken aus. Auch hier fährt er mit seiner Hand über seinen Bauch und wir sehen, dass auch diesmal die Öffnung fehlt.


INTRO


Szene: Kantine, SGC

Sam sucht sich grade einen passenden Nachtisch aus. Ihr blauer Wackelpudding ist nicht im Angebot, also inspiziert sie die Schalen mit den Obststückchen. Bevor sie sich entscheiden kann, kommt Teal’c herein.

Teal’c: Major Carter.

Sie dreht sich zu ihm um.

Carter: Teal’c. Ich dachte, du machst grade dein Kel’no’reem.

Sie schaut noch einmal zu den Obstschalen und entscheidet sich dann gegen einen Nachtisch. Sie geht zu ihm.

Teal’c: Ich war nicht in der Lage dazu.

Sie setzen sich an einen Tisch.

Carter: Und passiert dir das öfters?

Teal’c: Sehr selten, aber es kommt schon vor. Meistens, wenn ich mich von einer Verletzung erhole.

Carter: Du machst den Eindruck, als wärest du fit. Vielleicht hilft ein Glas warme Milch.

Teal’c (lächelt): Ich würde nur ungern Laktose trinken. Egal welche Temperatur.

Carter (lacht und nimmt ihre kleine Teekanne in die Hand): Wie wäre es mit einem Kräutertee? Der kann nie schaden.

Sie schüttet ihm etwas ein und gibt ihm die Tasse.

Teal’c: Sehr nett von dir.

Carter: Ich weiß nicht, vielleicht beschäftigst du dich zu sehr mit der bevorstehenden Mission. (Teal’c richt an der Tasse und zieht eine Augenbraue hoch) Immerhin steht viel auf dem Spiel. Wohlmöglich ist es die letzte Chance…


SZENENWECHSEL

Szene: Feuerwehrwache

Teal’c probiert den Tee und wir sehen, wie sich die Umgebung verändert. Er sitzt mit Sam an einem Tisch. Hinter ihm steht ein Feuerwehrauto. Alle tragen blaue Uniformen der Feuerwehr.

Carter: Du kannst wohl kaum bestreiten, dass du dir Sorgen machst.

Teal’c: Weshalb sollte ich mir Sorgen machen?

Sie sieht in verwirrt an. Jack kommt in diesem Moment zu ihnen. Er trägt ein weißes Hemd. Also, ist er auch hier ihr aller Vorgesetzter. Er setzt sich neben Sam an den Tisch, in seiner Hand die Zeitung.

O’Neill: Wirklich, Teal’c, ich glaube, Carter hat Recht. Du solltest es dir noch mal überlegen.

Teal’c (sein Emblem ist verschwunden): Was?

O’Neill: Diese Nierengeschichte.

Teal’c: Ach, ihr meint die Transplantation.

Carter (lacht): Ja, Teal’c, wir sprechen von der Transplantation.

Aus dem Hintergrund kommt Jonas zu ihnen. Er hat eine rosa Schürze umgebunden, auf der geschrieben steht: NEW GUY, und in seiner Hand hält er eine Kanne Kaffee.

Teal’c: Hey, wozu brauche ich zwei?

Jonas: Ja, eine reicht doch, was?

Er will Jack etwas einschütten, aber dieser hält seine Hand über die Tasse. Er geht zu Teal’c, da Sam einen Orangensaft trinkt und schüttet ihm etwas ein.

Joans: Oder trifft es nicht zu, dass man mit einer Niere ein normales Leben führen kann?

Jack und Teal’c sehen mit einer hochgezogenen Augenbraue zu ihm auf.

Jonas: Ich kümmere mich um das Frühstück.

Er verschwindet.

O’Neill: Teal’c, das ist ein massiver Eingriff.

Teal’c: Das ist schon klar, aber ich habe zweite und dritte Meinungen eingeholt und zweite und dritte Meinungen zu diesen Meinungen und alle sagen dasselbe: Es gibt keinen besseren Spender als mich. Bra’tac stirbt, wenn ich nicht einwillige. Und nach allem, was dieser Mann für mich getan hat, schulde ich ihm was.

Carter: Ich wollte nur sagen… wenn es eine andere Option geben sollte –

Teal’c (unterbricht sie): Es ist bereits alles beschlossen. Ich werde übermorgen operiert.

Jonas kommt mit einer Glocke zurück und läutet sie. Im Schlepptau befinden sich weitere Feuerwehrmänner mit rosa Schürzen um und bringen Frühstück herein.

Jonas: Meine Herren und (er zeigt auf Sam) die Lady… das Frühstück ist serviert.

Carter: Das heißt 'Captain’ für dich, Probie, und wehe es ist nicht gut.

Teal’c lacht, doch in diesem Moment geht der Alarm los. Schnell springen alle auf und laufen durcheinander herum, um zu ihren Sachen zu gelangen und in die Löschwagen zu steigen. Siler ist ebenfalls mit von der Partie *g*. Er öffnet für die Löschwagen die Tore und sie fahren hinaus.


Szene: Wagen 7

Sam sitzt vorne auf dem Beifahrersitz

Zentrale (über Funk): Rettungsdienst 2 Wagen 7. Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge an der Taylorway Brücke, möglicherweise Schwerverletzte.

Carter: Verstanden, Einsatzzentrale. Bestätige Unfallort an der Taylorway Unterführung.

Zentrale: Verstanden.

Carter: Ankunft in etwa fünf Minuten.

Zentrale: Verstanden.

Carter: Verstanden und Ende.

Teal’c und Jonas befinden sich im hinteren Teil des Wagens. Teal’c hängt sich seine Maske um.

Teal’c: Okay, Probie, gleich gibt’s nasse Füße.

Jonas (zieht sich eine Haube über): Bin bereit.

Carter: Das hoffe ich doch.

Sie gelangen an den Unfallort. In einem Auto ist ein Vater mit seinem Sohn schwer verletzt. Ein Polizist steht am Fenster des Sohnes und rennt dann zu einer Person, die auf dem Asphalt liegt. In diesem Augenblick treffen die Löschwagen ein. Sie steigen aus.

Carter (zu Jonas): Probie, Luft pumpen!

Jonas rennt zum hinteren Teil des Wagens.

Carter (zu einem weiteren Feuerwehrmann): Ray, Verbindungsschlauch ausrollen. Eric, was ist denn da drüben los?

Sam setzt sich eine Flasche auf den Rücken, als Jack zu ihr gelaufen kommt. Er ist der einzige, der keinen Schutzanzug trägt. Er rennt an ihr vorbei zu einem weiteren Feuerwehrmann, der auf ihn zugelaufen kommt.

Feuerwehrmann: Chief, ein Erwachsener und ein Kind sind im Wagen eingeschlossen. Der andere Fahrer ist draußen. Aus dem roten Wagen läuft ziemlich viel Benzin aus.

Sam setzt sich ihren Helm auf und läuft los, gefolgt von einem weiteren Feuerwehrmann. Sie laufen zu dem roten Wagen.

Feuerwehrmann2: Ich kümmere mich um das Benzin.

Carter (nimmt ihren Helm ab): Gut. (Sie fühlt den Puls des Jungen) Hallo. Kannst du mich hören? (Er nickt leicht) Keine Angst. Verhalte dich ganz still. Wir werden dich gleich rausholen, okay? (Zu Feuerwehrmann1, der den Vater untersucht) Er ist wach und ansprechbar. Wie sieht’s bei dir aus?

Er schüttelt nur den Kopf.

Carter: Okay, hilf mir hier mal. (Zu den anderen) Wir müssen die Tür aufschweißen! (Sie beugt sich hinunter zu den Jungen) Okay, bleib ganz ruhig. Wir helfen dir. Komm schon, Probie!

Teal’c behandelt einen Verletzen, der auf der Straße liegt.

Teal’c: Wo bleibt der Notarzt? Alles in Ordnung, Ihnen passiert nichts. (Zwei Männer eilen ihm zur Hilfe) Und jetzt vorsichtig. Auf mein Kommando: Drei, zwei, eins.

Sie drehen den Verletzten um und wir sehen, dass es Apophis ist. Teal’c schreckt augenblicklich zurück.

In der Zwischenzeit versuchen Sam und die anderen die Tür aufzuschweißen, doch das Benzin, welches ausgelaufen ist, fängt durch die Funken Feuer.

Carter: Macht schon! Wir müssen das Feuer löschen!

Teal’c beobachtet das geschehen. Die Stimmen hallen, so, als ob es nicht Realität wäre. Er sieht, wie sie den Jungen aus dem Wagen transportieren, dann sieht er zurück zu dem Verletzten auf dem Boden und wieder zurück zu dem Auto. Doch jetzt, sieht er im Auto, Bra’tac sitzen. Er streckt seine Hand nach ihm aus.

Jack beobachtet die gesamte Szene und erkennt die Gefahr. Das Auto wird jeden Augenblick in die Luft gehen.

O’Neill: Alle Mann weg da!

Sie bringen die Verletzten und sich in Sicherheit, nur Teal’c rührt sich nicht.

Carter: Teal’c, verschwinde sofort! Das ist ein Befehl!

Doch Teal’c rennt geradewegs auf das brennende Auto zu. Er zerrt an der verbogenen Tür.

Bra’tac: Du musst dich selbst retten.

Teal’c: Ich hole dich da raus, alter Mann!

Bra’tak (umfasst Teal’cs Arm): Du musst dich selbst retten!

Teal’c: Nein!

Er schlägt die Windschutzscheibe ein, doch in diesem Moment explodiert alles und Teal’c wird von der Druckwelle durch die Luft nach hinten geschleudert.


SZENENWECHSEL

Szene: Kantine, SGC

Teal’c fällt bewusstlos von seinem Stuhl auf den Boden. Sam ist augenblicklich an seiner Seite.

Carter: Teal’c! (Zu jemand anderen) Ruft sofort einen Sanitäter her!

Soldat: Jawohl, Major.


Szene: Krankenstation, SGC

Janet leuchtet Teal’c mit ihrer Augenlampe in die Augen. Er sitzt vor ihr auf einem Bett. Sam steht auf de anderen Seite des Bettes.

Janet: Was auch immer geschehen ist, jetzt geht es ihm gut. Aber ich habe noch nie gehört, dass ein Jaffa ohnmächtig geworden ist.

Teal’c: Ich war nicht ohnmächtig, Dr. Fraiser.

Janet wirft Sam einen Blick zu.

Carter: Tut mir leid, Teal’c, aber sie hat Recht. Ich habe grade über die bevorstehende Mission gesprochen und auf einmal bist du zusammengesackt. (Zu Janet) Könnte das, was damit zutun haben, dass er kein Kel’no’reem machen kann?

Janet: Kel’no’reem – Meditation ist wie Schlaf. Sie ist notwendig, damit sich der Körper des Jaffa wieder erholt, aber die Tatsache, dass man einmal das Kel’no’reem nicht erreicht, lässt einen doch nicht gleich ohnmächtig werden, oder?

Teal’c: Das ist korrekt.

Janet: Und hast du irgendwelche Schmerzen?

Teal’c: Nein.

Carter (zuckt mit einem Lächeln die Schultern): Hm, vielleicht habe ich dich einfach nur gelangweilt. (Janet grinst sie an und Teal’c zieht eine Augenbraue hoch. Ihr Lächeln verschwindet) Oh. Wenn das so ist, sage ich jetzt gute Nacht.

Janet: Gute Nacht, Sam.

Carter (grinst): Verschreiben Sie ihm warme Milch.

Dann verschwindet sie. Janet steht mit verschränkten Armen vor Teal’c.

Teal’c: Ich habe nicht die Absicht zu bleiben, Dr. Fraiser.

Janet: Teal’c, so etwas ist noch nie passiert. Deshalb möchte ich Sie noch mal untersuchen.

Teal’c: Das wäre komplett –

Janet (hebt ihren Zeigefinger): Ah! Ärztlicher Befehl. Und jetzt die Augenschließen und entspannen. Okay?

Sie drückt ihn sanft hinunter in das Kissen. Ihre Hand liegt auf seiner Stirn, über seinem Emblem.


SZENENWECHSEL

Szene: Krankenhaus

Noch immer liegt eine Hand auf seiner Stirn und trotzdem hat sich die Umgebung verändert. Die Hand verschwindet und auch das Emblem ist nicht mehr zusehen.

Teal’c: Ich versuch’s.

Er schließt seine Augen, bis wir Jacks Stimme hören.

O’Neill: Oh Mann! Du hast wirklich Schwein gehabt.

Teal’c öffnet seine Augen und setzt sich auf. Ein wenig erschrocken sieht er sich um. Jack hat es sich auf dem gegenüberliegenden Bett bequem gemacht. Vor ihm liegt ein Clipboard.

Teal’c: O’Neill?

O’Neill schaut und setzt sich auf.

Teal’c: Bra’tac… Bra’tac war in dem Wagen.

O’Neill: Was?

Teal’c: Er war in dem Fahrzeug!

O’Neill: Wer denn?

Teal’c: Bra’tac! Habt ihr ihn gerettet?

O’Neill (steht langsam auf): Teal’c, er ist zwei Etagen über dir. Und wartet auf seine neue Niere. Wir veranlassen, dass er dir einen kleinen Besuch abstatten kann.

Teal’c: Und was ist mit dem Mann im Auto passiert?

O’Neill: Oh, da war nichts mehr zu machen. Der war schon tot, bevor wir ankamen.

Teal’c: Ich hätte schwören können…

O’Neill: Ja, hör zu, ähm… sie überlegen, ob sie die Operation um einen Tag oder so verschieben sollen.

Teal’c: Mir geht’s gut.

O’Neill: Natürlich. Und wie geht’s deinem Kopf?

Teal’c: Ziemlich schlecht.

O’Neill: Hm, dann wollen wir doch mal sehen, was unsere Medizin für dich tun kann.

Er klopft ihm auf die Schulter und geht zur Tür.

Teal’c: Chief?

Jack dreht sich zu ihm um.

O’Neill: Hm?

Teal’c: Danke, dass du dich um mich kümmerst.

O’Neill: Immer gern.

Er geht. Teal’c sieht sich immer noch verwundert in dem Zimmer um.


Szene: Krankenhaus, Flur, Wartebereich

Jack geht den Flur hinunter und trifft auf Bra’tac, der in einem Rollstuhl sitzt, welcher von Shauna (Shau’nac) geschoben wird.

O’Neill: Bra’tac, du alter Gauner! Lebst du immer noch?

Sie schütteln sich die Hände.

Bra’tac: Chief, du traurige Entschuldigung für ein menschliches Wesen. Wann begreifst du es endlich und hörst auf mich zu besuchen?

O’Neill: Wie die Motte zum Licht fliegen muss. Ich kann nicht anders.

Er geht zu Shauna und begrüßt sie, indem er sie auf die Wange küsst.

Shauna: Hallo, Schatz.

Shauna: Hi, Jack. Ist er wach?

O’Neill: Ja, er hat nur etwas Kopfschmerzen.

Bra’tak: Wundert mich nicht, dass er Schmerzen hat. Er ist durch die Luft geflogen, wie ich gehört habe.

O’Neill: Ja. Willst du nicht zu ihm?

Shauna: Äh, Jack… (sie beugt sich zu Bra’tack hinunter) Ich komme gleich nach, Bra’tac.

Bra’tac (rollt davon): Ja.

Shauna: Ähm, hat Teal’c etwas über Bra’tac gesagt?

O’Neill: Dass er ihn für den Mann im Wagen hielt?

Shauna: Ja. Ich meine, er murmelt im Schlaf. Glaubst du, es geht ihm gut? Oder glaubst du, diese Transplantationsgeschichte macht ihn…?

O’Neill: Das ist ne schwierige Entscheidung. Da würde jedem was durch den Kopf spuken. (Sie nickt zögernd und nicht überzeugt) Ah, ich kenne einen der Krankenhauspsychologen. Ich rede mit ihm. Der ist gut, er wird dir helfen.

Shauna: Danke, Jack.

O’Neill: Schon gut.

Sie drehen sich um und gehen getrennte Wege.


Szene: Teal’cs Zimmer, Krankenhaus

Bra’tac schaut aus dem Fenster. Als er sich umdreht, knutschen sich Teal’c und Shauna immer noch ab.

Shauna: Was würde ich nur ohne dich tun, mein Geliebter?

Teal’c: Das wirst du niemals erleben.

Bra’tac räuspert sich. Die beiden richten ihre Aufmerksamkeit auf ihn.

Bra’tac: Was zum Teufel hast du dir dabei eigentlich gedacht? Hm?

Teal’c: Wahrscheinlich gar nichts.

Bra’tac: Wir sind Feuerwehrleute. Die einen riskieren ihr Leben für andere und die anderen sind einfach nur dumm. Rate mal, zu welchen du gehörst.

Teal’c: Ich weiß, ich weiß.

Shauna: Sein einziger Fehler ist, dass er Menschen helfen möchte.

Bra’tac: Indem er sich selbst opfert.

Shauna: Es spielt keine Rolle mehr. Es ist vorbei. Es geht ihm gut.

Bra’tac (steht Kopfschüttelnd auf): Nein, geht es ihm nicht.

Teal’c: Bra’tac, was meinst du damit? Du jagst mir Angst ein.

Bra’tac: Du solltest auch Angst haben.

Shauna: Bra’tac.

Bra’tac: Warum hast du nirgendwo Verbrennungen? (Shauna sieht zu ihm und auch Teal’c erkennt jetzt, dass er Recht hat. Er ist ohne einen Kratzer daraus gekommen) Das Auto explodiert direkt vor deiner Nase und du hast bloß Kopfschmerzen. Irgendwas stimmt da nicht. Und das weißt du.

Teal’c sieht Bra’tac ängstlich an.


SZENENWECHSEL

Szene: Krankenstation, SGC

Teal’c sitzt aufrecht in seinem Bett. Immer noch derselbe ängstliche und verwirrte Blick.

Teal’c: Was ist passiert?

Janet und Jack sind bei ihm. Sie stehen auf der anderen Seite des Bettes, so dass er sie nicht sehen kann.

Janet: Tut mir leid, Teal’c, ich wollte dich nicht wecken.

Überrascht sieht er sie an.

Teal’c (legt sich wieder zurück): Mich wecken?

Janet: Nach diesen Angaben hast du die ganze Nacht fest geschlafen.

Teal’c: Mein Kopf war voll voller seltsamer Bilder. Gedanken über mich, doch dabei war ich gar nicht ich selbst.

Janet: Das passiert uns Menschen oft.

O’Neill: Man nennt es träumen, Teal’c.

Janet: Träumst du bei der Kel’no’reem – Meditation nicht?

Teal’c: Nicht auf diese Weise. Im Zustand des Kel’no’reem habe ich zumindest Kontrolle über meine Gedanken.

Janet: Und wie fühlst du dich?

Teal’c: Es war so… realistisch.

O’Neill: Oohh… ich bin begeistert, wenn mir das passiert.

Janet (lacht): Es ist nichts Außergewöhnliches. Vor allem nach den ersten Momenten des Aufwachens. Da fühlt man sich desorientiert. Zumindest nicht ungewöhnlich für Menschen, aber eher selten bei Jaffa.

O’Neill: Also, Doc, das ist Teal’c mit dem wir es hier zutun haben. (Sie zuckt mit den Schultern) Ich meine abgesehen von diesen komischen Träumen und dieser seltenen Ohnmacht, ist er doch so was wie…?

Janet: Er ist immer noch besser dran als 99% meiner Patienten. Die Untersuchungen zeigen, dass er völlig gesund ist.

O’Neill: Gut. Kann er dann wieder arbeiten gehen?

Janet: Ja, solange ihn die Träume nicht schwächen oder er wieder ohnmächtig wird, spricht nichts dagegen.

Teal’c zieht eine Augenbraue nach oben, als sie das Wort *ohnmächtig* erwähnt.

O’Neill: Ausgezeichnet. Gehen wir.

Janet: Ähm, Augenblick bitte, Colonel. Ich mache noch eine Routineuntersuchung seines Symbiontens und dann kann er gehen.

Sie zieht den Vorhang zu.


SZENENWECHSEL

Szene: Teal’cs Zimmer, Krankenhaus

Der zugezogene Vorhang wird von Daniel aufgezogen! Er trägt ein weißes Hemd, passend zu einem grauen Anzug.

Daniel: Hi.

Teal’c öffnet seine Augen. Ein verwirrter Blick durch den Raum, bevor er bei Daniel hängen bleibt.

Teal’c: Hi.

Daniel: Ich bin Dr. Daniel Jackson, einer der Klinikpsychologen. Ich… habe gehört, Sie wollen mit mir reden?

Teal’c lässt seinen Kopf zurück in das Kissen fallen, bevor er sich aufsetzt und seine Beine über die Bettkante schwingt.

Teal’c: Also, Daniel Jackson…

Daniel: Sie können mich auch Daniel nennen, falls Sie es möchten.

Teal’c: Sie halten mich für verrückt?

Daniel: Aber nein. Wir kennen uns doch noch nicht.

Teal’c (beginnt zu lachen): Wir haben uns nie zuvor getroffen?

Daniel (sieht jetzt etwas verwirrt aus): Nein… nein, nicht das ich wüsste.

Teal’c: Ich bin sicher, das haben wir.

Daniel: Vielleicht in einem anderen Leben… falls Sie an so etwas glauben. Manche Menschen tun das. Ich wollte nur mit Ihnen reden.

Teal’c: Worüber denn?

Daniel: Was Sie beschäftigt. Vielleicht diese Operation… wann ist die geplant? Morgen? Tja, sie musste verschoben werden, weil Sie zwanzig Meter durch die Luft gewirbelt wurden und –

Teal’c (unterbricht ihn): Ich werde sie durchziehen.

Daniel: Ich habe nicht gesagt, Sie sollen es nicht tun. Aber Ihre Freunde glauben wohl, Sie wollen darüber sprechen, wie…

Teal’c winkt genervt ab. Daniel versteht den Wink.

Daniel: Wollen wir hier raus? Was halten Sie von einem kleinen Spaziergang oder so?

Teal’c: Natürlich. Sie sind der Arzt.

Er steht auf und geht an Daniel vorbei.

Daniel: Richtig. Gehen wir.


Szene: Park

Daniel und Teal’c gehen einen Weg entlang.

Daniel: Wie ist Bra’tac zu Ihrem Stiefvater geworden?

Teal’c: Tja, genau genommen ist er das wohl gar nicht. Ich sehe ihn einfach nur so. Er hat sich um mich gekümmert, nachdem mein Vater gestorben war.

Daniel: Hat er gut gemacht. Sie haben einen guten Job, Sie helfen Menschen und nachdem, was mir Ihre Freunde sagen, sind Sie ein Held.

Teal’c (lacht): Ja, aber das war wohl eher ne Dummheit.

Daniel: Was denn?

Teal’c: Was mich hierher gebracht hat. Wir kamen zu einem Unfallort und einer der Fahrer war ziemlich verletzt.

Daniel: Sie glauben, es wäre Bra’tak, Ihr Stiefvater.

Die beiden bleiben stehen und Teal’c sieht ihn an.

Teal’c: Wer hat Ihnen das gesagt?

Daniel: Ihre Freunde machen sich Sorgen um Sie. Deswegen haben sie mich gebeten mit Ihnen zu reden. Nur eine Vorsichtsmaßnahme. Sie geben einen Teil von sich ab, einen wichtigen Teil und Sie tun es aus Liebe.

Sie setzen ihren Weg fort.

Teal’c: Und?

Daniel: Und? Und vielleicht haben Sie Angst. Vielleicht fürchten Sie unbewusst, dass Sie danach nicht mehr derselbe sein werden.

Teal’c: Der Arzt hat mir bestätigt, dass ich nach der Transplantation ein normales Leben führen kann.

Daniel: Selbsterhalt ist ein starker Instinkt.

Teal’c: Ich habe kein Angst, Doc. Nicht ein bisschen.

Daniel: Das ist eine schwere Last, die Sie da schultern. Wenn Sie nicht bereit sind sie anzuerkennen, kann ich diese Operation nicht dulden.

Teal’c: Aber Sie können sie nicht verhindern.

Daniel: Doch das kann ich und das werde ich.

Teal’c dreht sich zu ihm um.

Teal’c: Wieso?

Daniel: Als Mediziner zerstören wir nicht ein Leben, um ein anderes zu retten. Das geht nicht.

Teal’c: Sehen Sie mich an, Doc. Ich bin gesünder als alle Menschen, die Sie kennen. Mir fehlt absolut nichts.

Daniel: Ich rede nicht über Ihren Körper.

Teal’c: Worüber dann?

Daniel: Nach allem, was man mir gesagt hat, haben Sie jede Nacht Alpträume.

Teal’c: Das macht nichts.

Daniel: Und das tut Ihnen nicht gut. Außerdem hatten Sie starke Halluzinationen. Tut mir leid, aber das kann ich nicht ignorieren. Ich will damit nur sagen, Ihr Leben ist ebenso wichtig, wie das von Bra’tac und wenn Sie das nicht machen wollen, müssen Sie auch bereit sein diese Entscheidung zu akzeptieren.

Teal’c: Aber ich will Bra’tac retten.

Daniel: Das weiß ich. Und ich will Ihnen dabei helfen. Das verspreche ich Ihnen. (Schaut auf seine Uhr) Also, Sie werden sicher den Weg in Ihr Zimmer finden, denn ich muss los. Ich habe noch einen anderen wichtigen Termin. (Er geht an ihm vorbei) Also…

Teal’c: Was ist, Doc? Ist meine Stunde schon um?

Daniel: Nein, aber Ihre zwanzig Minuten sind um. Wir… wir arbeiten uns an eine Stunde ran.

Er läuft den Weg mit schnellen Schritten hinunter und Teal’c sieht ihm ziemlich verwirrt hinter her. Er geht den Weg zurück, den sie gekommen sind.


SZENENWECHSEL

Szene: Torraum, SGC

Die Kamera fährt weiter und wir sehen, wie aus den Bäumen eine Wand wird. Teal’c ist wieder zurück. Er steht vor dem Torraum. Die anderen von SG-1 stehen wartend auf der Rampe. Jack hat seine Arme vor der Brust verschränkt.

O’Neill: Hey, gehen wir. Weißt du, was das kostet das Ding in Betrieb zu halten?

Teal’c geht ziemlich desorientiert auf ihn zu.

Teal’c: Ich bin bereit.

Er geht zu Jack auf die Rampe.

O’Neill: Gut, dann gehen wir. (Teal’c sieht sich im Torraum um) Was ist los mit dir?

Teal’c: Nichts ist los, O’Neill.

Sie bleiben vor dem Ereignishorizont stehen.

O’Neill: Ich will, dass du dich konzentrierst.

Teal’c (atmet einmal tief durch, sieht aber nicht sehr überzeugt aus): Ich bin bereit.

O’Neill (zeigt auf das Tor): Also los.

Sie gehen durch das Tor und nach einer unglaublichen Reise durch das Wurmloch, kommt Teal’c alleine im…


SZENENWECHSEL

Szene: Krankenhaus

… wieder raus. Er ist gekleidet in seiner SG-Uniform und die Korridore sind dunkel und leer. Teal’c folgt dem Flur bis zu seinem Zimmer. Er drückt die angelehnte Tür auf und vor ihm steht Apophis in seinem Gewandt.

Apophis: Du hast Angst zu sterben.

Teal’c: Nein.

Apophis: Weil du weißt, dass ich dich im Leben danach erwarte.

Teal’c: Wer seid Ihr?

Apophis: Du weißt, wer ich bin, Teal’c. Ich bin dein Gott.

Teal’c: Nein!

Plötzlich kommt eine Schwester durch die Tür.

Schwester: Entschuldigen Sie, Sir. Haben Sie sich verlaufen?

Als die Kamera zurückschwenkt sehen wir, dass Teal’c jetzt in Zivil gekleidet ist und sein Emblem ist auch fort. Im vorher noch leeren Zimmer befinden sich jetzt Patienten und durch die Tür können wir reges Treiben auf dem Korridor sehen.

Teal’c: Nein, ich…

Schwester: Geht es Ihnen wirklich gut?

Teal’c: Es, es geht mir gut. Das ist der falsche Raum.

Ziemlich durcheinander geht er an der Schwester vorbei und läuft gegen den Wäschekarren. Die Schwester folgt ihm.

Schwester: Sir! Sir!

Er rennt quasi davon. Er rennt zu einer Tür, doch diese ist verschlossen. Als er sich umdreht, sieht er einen Arzt, der so aussieht, wie Apophis.

Apophis: Du entgehst deinem Schicksal nicht, Shol’va.

Teal’c sieht ihn entsetzt an und dann schafft er es die Tür zu öffnen. Er läuft direkt in den….


SZENENWECHSEL

Szene: Torraum, SGC

Die anderen von SG-1 warten bereits auf ihn. Jack hat wieder seine Arme vor der Brust verschränkt.

O’Neill: Hey, komm! Wir wollen los!

Teal’c – jetzt wieder in seiner SG-Uniform gekleidet – sieht sich ziemlich verwirrt um.

O’Neill (zeigt auf das Stargate): Weißt du, was das kostet das Ding in Betrieb zu halten? Bra’tac wartet auf dich.

Mit langsamen Schritten geht er auf sie zu.

Teal’c: Irgendwas stimmt nicht.

Carter (besorgt): Was denn?

Teal’c: Er hat ihn mir gestohlen.

Jonas: Wer hat dir was gestohlen?

Teal’c fasst sich an seine Jacke und öffnet sie hastig.

O’Neill (zu den Technikern im Kontrollraum): Schalten Sie das Ding ab.

Das Tor wird ausgeschaltet. Die drei gehen langsam und sehr besorgt zu Teal’c, der beginnt sich das T-Shirt aus der Hose zu zerren und seine Hand auf seinen Bauch legt.

O’Neill: Teal’c.

Teal’c (erschrocken): Mein… mein Symbiont ist weg.

O’Neill: Fraiser hat dich grade für gesund befunden.

Teal’c (reagiert über): Mein Symbiont ist weg!

Er geht in die Knie und bricht auf den Boden zusammen. Er rollt sich auf die Seite und auf den Rücken.

Teal’c: Mein Symbiont ist weg!

O’Neill (kniet sich neben ihm): Schicken Sie sofort ein medizinisches Rettungsteam!

Teal’c: Helft mir. Helft mir…


Szene: Planet

Es ist ein Schlachtfeld. Überall liegen blutende und tote Jaffa herum. Ein wahres Gemetzel. Nahe einem Ufer, befinden sich auch Bra’tac und Teal’c unter ihnen. Sie scheinen noch zu leben.

Teal’c: Halte durch, alter Mann.

Teal’c greift in Bra’tacs Symbiontenöffnung und nimmt den Symbiont heraus. Er steckt ihn in seine Öffnung.

Teal’c: Helft mir… helft mir….


SZENENWECHSEL


Szene: Schlafzimmer, Teal’c und Shauna

Shauna (liegt neben Teal’c): Das war nur ein Alptraum. Du bist in Sicherheit.

Teal’c: Ich war im Krankenhaus.

Shauna: Das ist wahr. Sie haben die Transplantation durchgeführt. Dir geht’s wieder gut. Du bist wieder Zuhause.

Teal’c: Ich… ich kann mich nicht mehr erinnern.

Shauna: Du hast sein Leben gerettet.

Teal’c: Ich erinnere mich nicht, dass ich nach Hause gekommen bin.

Shauna: Aber du bist Zuhause. Bei mir. Und alles ist in Ordnung.

Teal’c setzt sich auf und fasst sich an den Bauch. An der Seite können wir die Transplantationsnarbe sehen.

Teal’c: O’Neill… hat mich abgeholt und nach Hause gebracht.

Shauna: Ja, genau. Bra’tac wird wieder gesund. Und dir geht’s auch bald besser. Es war nur ein Alptraum, Geliebter.

Teal’c: Ich fühl mich… als würde ich wahnsinnig werden.

Shauna: Du hattest einfach böse Träume.

Teal’c (dreht sich zu ihr um, er ist wirklich total aufgelöst): Hör zu. Du darfst niemanden was davon erzählen, ja? Niemand soll glauben, ich wäre verrückt.

Shauna: Das verspreche ich dir.

Teal’c: Wenn ich dort bin, ist es ein Traum.

Shauna: Wenn du dort bist?

Teal’c: Ich… ich bin ein Teil von etwas. Einem militärischen… unterirdischen, geheimen Ort.

Shauna (sehr besorgt): Liebling, was redest du denn da?

Teal’c: Ich meine es ernst!

Shauna (mit erstickter Stimme): Das ist ein Traum.

Teal’c: Sie sagen, das *hier* ist ein Traum. Und wenn ich dort bin, glaube ich das. Wenn ich dort bin, dann ergibt es Sinn, dass das hier nicht wahr sein kann! Aber wenn ich hier bin…

Shauna: Hey, lass das, Liebling. Sieh mich an. Sieh mich an.

Er dreht sich erneut zu ihr herum.

Shauna: Küss mich.

Sie küsst ihn.

Shauna: Wie könnte das nicht wahr sein?

Sie legt ihren Kopf auf seine Schulter und Teal’c gerät ins Schwanken.


Szene: Krankenhaus

Teal’c läuft durch den Krankenhausflur in Bra’tacs Zimmer. Bra’tac liegt in einem Bett.

Bra’tac: Hey, wie fühlst du dich?

Teal’c: Besser. Und du?

Teal’c setzt sich auf die Bettkante.

Bra’tac: Sie haben es dir nicht gesagt. Offenbar stößt mein Körper die neue Niere ab.

Teal’c (fassungslos): Was?!

Er steht wieder auf.

Bra’tac: Die pumpen mich mit Medikamenten voll gegen das Abstoßen und dies und das und alles Mögliche. Doch was soll ich sagen? Wenn es nicht wirkt, bin ich Willens zu gehen. Das kannst du kaum. Woher willst du wissen, dass diese Operation mich nicht davon abhält zu einem besseren zu kommen?

Teal’c (will das nicht hören): Komm schon, Bra’tac! Fang nicht an solch einen Unsinn zu reden.

Bra’tac: Warum haben wir solch eine Angst vor dem Tod? Ich fürchte mich nicht.

Teal’c: Ich aber schon! Okay? Ich würde lieber selbst sterben, als dich gehen zu lassen. Also, halte durch, alter Mann! Denn ich habe das nicht alles durchgemacht, damit du mich zurücklässt.

Bra’tac lächelt und berührt leicht mit seiner Hand Teal’cs Kinn.


Szene: Krankenhauspark

Teal’c sitzt am einem Tisch und scheint zu warten. Daniel steht plötzlich hinter ihm.

Daniel (schaut auf seine Uhr): Bin ich zu spät? Ich dachte, es geht um elf Uhr los.

Teal’c: So ist es.

Daniel: Oh. Gut. Dann waren Sie oben bei Bra’tac?

Teal’c: Ich komme grade von ihm.

Daniel: Wie ist sein Zustand?

Teal’c: Sein Körper stößt die neue Niere ab.

Daniel setzt sich gegenüber von ihm hin.

Daniel: Aber es war klar, dass das passieren könnte.

Teal’c: Man muss ihm doch irgendwie helfen können.

Daniel: Sie haben alles Menschenmögliche getan.

Teal’c: Das tue ich nicht, das Bra’tac stirbt.

Daniel: Was ist Ihre Motivation? Ich meine, was glauben Sie, warum das passiert? All das? Bra’tac, die Alpträume, die Sie haben, einfach alles.

Teal’c: Die Alpträume sind ausgestanden.

Daniel: Sie träumen nicht mehr, dass Sie Teil einer geheimen Militäroperation sind?

Teal’c (beginnt zu lachen): Shauna hat Ihnen das gesagt.

Daniel: Nein.

Teal’c: Und woher zum Teufel wissen Sie es?

Daniel (lacht): Ich weiß es eben. Spielt keine Rolle.

Teal’c (steht auf): Na schön, dann frage ich sie selbst.

Daniel schnappt sich seine Jacke und folgt ihm.

Daniel: Weil wir beide schon vorher darüber gesprochen haben! Sie erinnern sich nur nicht. Genauso wenig wie an die Operation oder die Entlassung aus dem Krankenhaus. Richtig? Richtig? Na schön,
erzählen Sie es noch mal.

Teal’c: Ich bin ein Teil von etwas. Einem Team.

Daniel: Wer gehört zu dem Team?

Teal’c: Dieselben wie bei der Feuerwehr. (Er zählt sie an seinen Fingern ab) Chief O’Neill, Captain Carter, sogar Probie ist dabei.

Daniel: Probie? Wer ist das?

Teal’c: Sein Name ist Jonas. Probie? Weil er Feuerwehrmann auf Probe ist.

Daniel: Okay.

Teal’c: Nette Umschreibung für Anfänger.

Daniel: Und was macht dieses Team aus Ihrem Traum?

Teal’c: Ähm, es reist umher. Versucht Dinge zu verändern, Menschen zu helfen.

Daniel: Sie sind Feuerwehrmann.

Teal’c: Nein. Wir, ähm,… (Er beginnt zu lachen, da er nicht weiß, wie er es erklären soll)

Daniel: Sie müssen mir schon vertrauen.

Teal’c: Also schön… Wir reisen zu anderen Planeten. Durch einen großen Ring aus schimmernden, blauen Wasser. Und ich bin nicht einmal ein Mensch.

Daniel: Sie sind…

Teal’c: Ein Jaffa.

Daniel nickt hinter ihm in einer 'Ja, natürlich’ – Geste.

Teal’c: Ich habe so etwas in mir. Es, äh, nennt sich Symbiont. Es hilft mir am leben zu bleiben.

Daniel: So etwas wie eine Niere? So etwas, was Sie nur zögernd abgeben würden? Noch etwas anderes. Kommt Bra’tac in Ihrem Traum vor?

Teal’c: In welchem denn? Ich weiß nicht mehr, was die Wirklichkeit ist.

Daniel: Tja, damit sind Sie nicht allein. Viele versuchen immer wieder eine Antwort auf diese Frage zu finden. Also, lassen Sie mich eins klarstellen. (Sie setzen sich auf eine Bank) Wenn Sie dort sind, ist das hier der Traum und wenn Sie hier sind das andere?

Teal’c: Beides ist real.

Daniel: In beiden haben Sie Alpträume.

Teal’c: In der anderen Welt sollte ich noch nicht einmal träumen.

Daniel: Weil Sie ein Jaffa sind?

Teal’c (zuckt hilflos mit den Schultern): Ich kann’s nicht beantworten.

Daniel: Tja, das ist eigentlich egal. Tatsache ist, es kann nicht beides real sein.

Teal’c: Nein.

Daniel: Sie wollen also rausfinden, welches der beiden Leben das wirkliche ist, damit Sie dort bleiben können? Oder hier oder wo auch immer es sein mag… dort wo Sie hingehören. Aber vielleicht lautet die Antwort auf diese Frage auch ganz anders. Vielleicht ist keines von beiden wahr.

Teal’c: Was?

Daniel: Denken Sie darüber nach. Wenn es keinen Unterschied zwischen beiden gibt, wenn Ihnen die eine Welt so wahr vorkommt, wie die andere, dann gehören Sie vielleicht in keine von beiden.

Teal’c (denkt darüber nach): Und was soll ich tun?

Daniel: Halten Sie durch. Zumindest eine Weile noch.

Daniel klopft ihm auf die Schulter und steht auf. Er macht sich auf den Weg zu gehen.

Teal’c: Sie können mich doch nicht einfach so zurücklassen!

Daniel: Ich bleibe an Ihrer Seite, Teal’c. Daran wird sich nichts ändern. Das ist ein Versprechen.

Er geht. Dann legt sich eine Hand auf seine Schulter und ein erneuter…


SZENEWECHSEL

Szene: Torraum, SGC

Teal’c liegt in der Kleidung, die er auch auf dem Schlachtfeld trug auf der Rampe. Jack kniet neben ihm und hat eine Hand auf seiner Schulter liegen.

Teal’c: O’Neill?

Janet ist ebenfalls bei ihm.

Janet: Alles in Ordnung.

Verängstigt sieht er sich um.

O’Neill: Du kommst wieder auf die Beine. Lass dir Zeit.

Ein Ärzteteam steht am Fuße der Rampe und Sam steht besorgt hinter Janet.

Janet: Teal’c, hör mir zu, okay? Es ist überaus wichtig. Wie lange bist du schon ohne deinen Symbionten?

Teal’c: Bra’tac?

Janet: Keine Angst. Es geht ihm gut. Er ist am leben dank dir. Aber sag mir wir, wie lange schon?

Teal’c: Ihr müsst Bra’tac retten!

Janet: Wir tun unser bestes, okay?

Jack dreht sich besorgt zu Sam und auch jetzt Jonas um.

Janet: Bringt sie beide in OP-1. Beeilung!

Jack hilft Janet Teal’c hochzuziehen und zwei weitere Sanitäter legen ihn auf eine Trage. Hammond kommt zu ihnen.

Hammond: Was ist passiert, Colonel?

O’Neill: Es war von Anfang an eine Falle, Sir.

Hammond: Das Treffen der Rebellenführer?

O’Neill: Es gab kein Treffen. Es war Verrat.

Carter: Wir haben über hundert tote Jaffa – Rebellen gefunden. Jedem einzelnen war der Symbiont entnommen worden. Bloß einem nicht.

O’Neill: Bra’tac.

Jonas: Nur er und Teal’c waren noch am leben.

Hammond: Teal’c ist vor mehr als drei Tagen zu diesem Treffen gereist? Wie konnte er so lange ohne seinen Symbionten überleben?

Carter: Es wäre möglich, dass Teal’c den Hinterhalt überlebt und sich einen Symbionten eingesetzt hat, um sich und Bra’tac am Leben zu erhalten.

Jonas: Er wusste, dass wir kommen würden, wenn er nicht zurückkehrt.

Hammond: Und wie lange können zwei Jaffa mit nur einem Symbionten überleben?

Carter (schüttelt den Kopf): Wir haben keine Ahnung, Sir. Bis vor wenigen Stunden wussten wir überhaupt nicht, dass es möglich ist.

Hammond: Melden Sie sich in einer Stunde zur Besprechung.

O’Neill: Ja, Sir.

Sie gehen.


Szene: Besprechungszimmer, SGC

Hammond folgt Janet die Treppe zum Besprechungsraum hinauf.

Janet: Es ist uns gelungen ihren Zustand zu stabilisieren, mit derselben Methode, die Teal’c benutzt haben muss, um beide am leben zu erhalten. Wir transferieren den Symbionten abwechselnd von einem zum anderen.

Hammond: Wie lange können Sie beide auf diese Weise am leben erhalten?

Janet: Ich weiß es nicht, Sir. Es ist ein Wunder, dass sie es schon so lange schaffen. Fragen Sie mich nicht, woher Teal’c die Kraft nimmt das durchzustehen.

Oben angekommen werden sie bereits von SG-1 erwartet.

Jonas: Dr. Fraiser, warum besorgen wir ihm nicht einfach einen neuen Symbionten?

Carter: Wir haben uns erkundigt. Es praktisch so gut wie unmöglich zurzeit einen Symbionten zu finden, der verfügbar wäre.

Jonas: Alles klar.

Hammond: Wir haben unmittelbar nach dem Erhalt Ihres Funkspruchs Kontakt mit den Tok’ra aufgenommen und ihnen Teal’cs und Bra’tacs Zustand geschildert. Jacob ist unterwegs hierher.

O’Neill: Sir, falls eine Wahl getroffen werden muss –

Hammond (unterbricht ihn): Jack, wir müssen bedenken, dass Teal’c bereits eine Wahl getroffen hat. Und nach Meinung von Dr. Fraiser hat er die Hölle durchlitten, um das zu überstehen.

O’Neill: Wollen wir hoffen, dass uns das erspart bleibt.


Szene: Torraum, SGC

Sam läuft dir Rampe hinauf zu dem etablierten Ereignishorizont, um ihren Vater entgegen zu gehen, der in diesem Moment durch das Tor kommt.

Carter: Dad, ein Glück, dass du da bist.

Jacob: Hoffentlich komme ich nicht zu spät.


Szene: OP-1

Bra’tac und Teal’c liegen beide mit freien Oberkörpern auf zwei Betten. Janet ist bei ihnen, als Jonas hereinkommt.

Jonas: Wie geht’s ihnen?

Teal’c: Shau’nac…

Janet eilt an seine Seite.

Jonas: Shau’nac?

Janet: Shau’nac. Sie war sehr wichtig in Teal’cs Leben. Wenn sein Jaffa für eine längere Zeit ohne seinen Symbionten auskommen muss, läuft sein Leben vor seinen Augen ab. So behauptet es zumindest die Jaffa-Legende. [Siehe: Teal’cs Prüfung] Es könnte ihm helfen weiter mit ihm zu reden.

Jonas: Ja. Teal’c, du musst durchhalten. Ich brauche dich. Dank dir gehöre ich zum Team. Wenn ich irgendwas für dich tun kann…

Teal’c (öffnet seine Augen und sieht ihn an): Mach dir keine Sorgen, Probie… Schlaf weiter.

Jonas: Probie?

Er sieht mit einem Stirnrunzeln zu Janet, aber bevor sie etwas erwidern kann, kommen Sam, Jacob, Jack und Hammond zu ihnen.

Jacob: Dr. Fraiser. Wie geht es ihnen?

Janet (schüttelt leicht den Kopf): Es geht allen dreien nicht besonders gut.

O’Neill: Allen dreien?

Janet: Aufgrund seines Alters und der Tatsache, dass sein Körper Abstoßreaktionen gegenüber dem Symbionten zeigte, musste Bra’tac ihn länger behalten als Teal’c. Anscheinend ist Anstrengung beide am leben zu erhalten zu viel für den Symbionten. Ich fürchte, er kann weder dem einen noch den anderen helfen.

Jonas: Und was ist mit dem Handgerät?

Jacob: Ich habe etwas Besseres.

Er hält eine Ampulle mit blauer Flüssigkeit in seinen Händen.

Jacob: Etwas, was so effektiv sein soll, wie ein Symbiont. Zumindest vorübergehend.

O’Neill: Was ist das?

Carter: Tretonin, Sir.

Jacob gibt die geöffnete Ampulle an Janet weiter.

Jonas: Die Droge, die wir von den Pangaranern kennen? [Siehe: Heilung]

O’Neill: Oh ho! Das ist son Goa’uld-Zeug, richtig?

Jacob: Nicht ganz, Jack, aber die Substanz stammt von Goa’uld-Symbionten ab.

Jack verzieht das Gesicht.

Carter: Es hat das Immunsystem der Pangaraner gestärkt. Warum sollte es nicht auch für Jaffa gelten?

Janet (schüttelt den Kopf): Daran habe ich bereits gedacht. Es funktioniert nicht. Die Probe, die ich hatte wurde für das menschliche Immunsystem kreiert.

Jacob: Wir haben es der speziellen Jaffa-Physiologie angepasst. Die Tok’ra sehnen sich schon seit Jahrhunderten nach einem Ende der Jaffa-Abhänigkeit von Symbionten. Und wir arbeiten an dieser Tritoninvariante seit wir dank euch auf die Pangaraner aufmerksam wurden. Allerdings läuft die Erprobung noch.

Janet: Selbst wenn es funktioniert, dann werden Bra’tac und Teal’c ebenso abhängig von dem Tritonin, wie Pangaraner.

Jacob: Mit etwas Zeit könnten wir das Problem lösen. Und sie bleiben zumindest am leben.

Janet: Wenn ich mich bestimmt wüsste, dass es Teal’c so wollte -

Carter: Janet. Das könnte für alle Jaffa zur Befreiung der Goa’uld – Unterdrückung führen. Das würden Teal’c und Bra’tac mehr wollen als alles andere.

Hammond (zu Janet): Tun Sie es.

Janet: Ja, Sir.

Sie ist noch immer nicht überzeugt.

O’Neill: Teal’c ohne Junior…. Das hat doch was.


Szene: Krankenstation, SGC

Teal’c liegt mit geschlossenen Augen in einem Krankenbett. Er öffnet sie und sieht sich um. An seiner Seite steht Daniel. Er trägt wieder den weißen Pullover, wie auch schon zuvor in „Am Abgrund“. Seine Arme hat er vor der Brust verschränkt.

Daniel (mit einem Lächeln): Hey, Teal’c.

Teal’c: Träum ich schon wieder?

Daniel: Nein, dieses Mal nicht. Es ist spät, sie sind schon alle nach Hause gegangen. Ich wollte nur sehen, ob es dir gut geht.

Teal’c: Was ist mit Bra’rac?

Daniel: Bra’tac geht es gut. Dank dir.

Teal’c: Und auch danke dir, wie ich glaube.

Daniel: Nein, das verdankt er nur dir. Ich kenne niemanden, der das auf sich genommen hätte. Du hast ihn drei Tage lang am leben erhalten, ohne an dich selbst zu denken. Jedes Mal, wenn du ihm deinen Symbionten überlassen hast, riskiertest du dein Leben.

Teal’c: Diese Erfahrung war für mich etwas vollkommen Neues. Alles kam mir so real vor.

Daniel: Deine Gedanken haben dich entführt, damit du diese Sache durchstehen konntest. Ich kann dir versichern, das ist die Wirklichkeit. In dem Punkt musst du mir einfach vertrauen. (Teal’c nickt) Du kannst jetzt schlafen. Und wenn du aufwachst, ist alles wieder so wie früher.

Teal’c: Ist das ein Versprechen, Daniel Jackson?

Daniel: Das ist ein Versprechen.

Sie nicken sich beide zu und Teal’c schließt seine Augen. Als die Kamera den Raum verlässt, ist Daniel verschwunden.

ENDE

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