6.01 Die Wiedergutmachung – Teil 1
Redemption – Part 1

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Carter: Sir, X-301 war ein modifizierter Gleiter. Obwohl die 302er Reihe der Goa’uld-Technologie nachempfunden wurde, ist dies hier vollständig von Menschen gebaut worden.

O’Neill: Genau wie die Titanic.
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Szene: Planet

Jack und Hagman laufen zusammen eine Düne hinunter. Er muss Jack stützen.

O’Neill: Öffnet das Tor! Koordinaten wählen!

Sam und Teal’c stehen unten am Tor. Sam läuft zum DHD und wählt an, während Teal’c zu den beiden läuft.

Hagman: Ich schwöre es, Sir. Ich dachte, die wollten ne Friedenspfeife rauchen.

Teal’c stützt Jack auf der anderen Seite, als wir sehen, wie hinter den Dünen die Einwohner auftauchen sehen und sie hinter ihnen her gerannt kommen. Sie sehen nicht gerade begeistert aus.


Szene: Kontrollraum, SGC

Hammond kommt in den Kontrollraum.

Hammond: Morgen, Sergeant.

Davis: Morgen, Sir.

Hammond: Wann erwarten wir SG-1 zurück?

Davis: In einer Stunde und zweiundzwanzig Minuten, Sir.

Hammond: Bestellen Sie Major Carter, ich habe eine Nachricht für sie.

Davis: Jawohl, Sir.

Hammond will gerade die Treppe zu seinem Büro hinaufgehen, als der Alarm losgeht.

Davis: Eingehendes Wurmloch!

Er setzt sich an seinen Platz und Hammond stellt sich hinter ihm.

Davis: Identifikationscode: SG-1. Alarmcode, Sir. Sie stehen unter Beschuss.

Hammond (greift zu einem Telefon): Notfallkommando sofort in den Torraum.

Techniker: Iris öffnen.

Die Iris öffnet sich, als das Notfallkommando eintrifft. Hammond gleich hinter ihnen. Teal’c und Hagman stützen noch immer Jack, Sam kommt als letztes durch. Ein Speer schafft es noch durch die sich schließende Iris und landet genau vor Hammond. Er hebt den Speer auf.

O’Neill: Das war’s!

Hagman zieht unterdessen einen Pfeil aus seiner Kniekehle und Sam einen aus seinem Rucksack.

Hagman: Ich wurde getroffen.

Betäubt geht er zu Boden. Sam versucht ihn nicht auf den Boden fallen zu lassen, während Hammond den Speer auf den Boden legt und zu den beiden geht. Ein Sanitäter ist sofort bei ihm.

Hagman: So ne Art Beruhigungs… mittel…

Und dann wird er bewusstlos.

Sanitäter: Normaler Puls. Er ist nur bewusstlos, Sir.

Man kann Sam das große Seufzen ansehen, als sie aufsteht. Mit einem Pfeil in der Hand kommt sie die Rampe zu Hammond hinunter.

Carter: Ich würde P2X-374 als unfreundlich einstufen, Sir. (Sie schaut auf den Pfeil hinunter, während sie weitergeht.) Ziemlich primitive Entwicklungsstufe.

Hammond: Ich nehme an, Captain Hagman sollte auf die Krankenstation.

Carter (nickt mit einem schiefen Lächeln): Würde ich empfehlen, Sir.

Hammond: Besprechung ist in einer Stunde. Wegtreten. (Sie dreht sich um, um zu gehen, aber dann fällt Hammond noch was ein) Ach, Major. (Sie dreht sich zu ihm um) Ich bekam heute einen Anruf von Area 51. Die sind fertig.

Sam lächelt leicht, bevor sie sich letztendlich ganz umdreht und den Torraum verlässt.


INTRO


Szene: Jonas’ Büro

Der Wetterkanal läuft. Jonas liest gerade in einem Buch, knabbert Weintrauben, als Sam um die Ecke kommt. Im Grunde hat sich das Büro von Daniel nicht wirklich viel verändert. Vereinzelt stehen noch ein paar Kartons herum, aber immer noch dasselbe Chaos.

Carter: Jonas.

Jonas: Major. Wie geht es Colonel O’Neill?

Carter: Er hat einen Bänderriss im Knie, aber das wird wieder.

Jonas: Hm, und Captain Hagman?

Carter: Er ist bald wieder gesund.

Jonas: Das macht dann jetzt acht?

Carter: Neun. Mit den zwei Stunden, die Captain Mattison durchgehalten hat.

Jonas: Genau. (Zeigt auf das Buch, welches er gelesen hat) Also kein Bedarf mehr an einen alten Babylonier?

Carter (nimmt ihm das Buch ab): Nicht unbedingt. Hättest du zufällig ein bisschen Zeit?

Jonas: Sicher. Wofür?

Carter: Du bist jetzt drei Monate hier. General Hammond dachte, du willst mal den Stützpunkt verlassen.

Jonas (nickt): Ja. Das wäre großartig! Wo soll’s denn hingehen?

Carter: Nevada.

Jonas: Oh, da ist der Himmel klar, dreiundzwanzig Grad.

Carter: Du hast hier sicher fünfhundert Kanäle zur Auswahl…

Jonas (zeigt auf den Wetterkanal): Aber der hier, der hier ist wirklich fantastisch. Du bekommst Wetterprognosen von eurem gesamten Planeten (Er schaltet den Fernseher aus) Sogar die langfristigen Voraussagen. Das ist wie ein Blick in die Zukunft.

Carter: Tja, Wissenschaft spielt dabei auch eine Rolle.

Jonas: Ich weiß. Was ist in Nevada?

Carter: Magst du Überraschungen?

Jonas (zuckt mit den Schultern): Klar. Mag doch jeder. (Sam grinst ihn an und dreht sich dann um, um zu gehen) Hey, Major? (Sie dreht sich zu ihm um) Welche Farbe soll ich tragen?

Sam lächelt einfach nur, und lässt ihn ohne eine Antwort stehen.

[Anmk.: Also, das ist doch wohl nicht wahr! Lassen die einfach einen ganzen Satz aus. Im Original antwortet Sam ihm noch darauf:
Jonas: How do I know what color to wear?"
Sam (yelling back as she leaves): We call each other every morning...]

Szene: Area 51, Nevada

Ein Tor zum Hangar wird geöffnet. SG-1 und Jonas betreten den Hangar und werden von Dr. Larry Murphy begrüßt.

Murphy: Major… (Sie schütteln sich die Hände) Sie wollten den Prototypen sehen, sobald er fertig ist.

Carter: Hey, Sie sind dem Zeitplan voraus.

Jack sieht sich den Flieger schon genauer an. Jonas klettert hinter ihm das Gerüst hoch. Jack öffnet die Haube des Fliegers und sie fährt automatisch nach hinten.

Jonas: Wirklich beeindruckend!

Murphy: Danke.

O’Neill (als er sich im Inneren etwas umsieht): Oh na na na nö… nein, nein, nein, nein…

Sam schließt kurz ihre Augen.

Murphy (verdattert): Ich äh… bin… wer ist das?

Carter: Dr. Larry Murphy, Colonel Jack O’Neill. (Sie zeigt auf Teal’c, der unter dem Flügel steht und ihn bestaunt) Das ist Teal’c. (Teal’c hebt abwesend seine Hand) Und das ist Jonas Quinn. Den Mann, dem wir den Einsatz von Naquadria verdanken (Jonas winkt ihm kurz zu)

Murphy: Freut mich sehr.

O’Neill (springt in den vorderen Sitz): Falls mir gerade niemand zugehört haben sollte, Nein!

Murphy: Äh, tut mir Leid. Wozu nein?

Teal’c: O’Neill glaubt, wir sollten dieses Fluggerät Probefliegen.

Murphy: Äh… ja, ähm… Natürlich. Sir, ich war noch nicht dabei, aber wir alle wissen von Ihrer Erfahrung mit dem X-203 Vorgänger.

O’Neill: Ist das wirklich wahr?

Murphy: Also, Sir, ich kann Ihnen versichern, dass dies ein vollkommen neues Schiff ist.

Jack verzieht nur sein Gesicht zu einer wenig überzeugten, grinsenden Grimasse.

Carter: Sir, X-301 war ein modifizierter Gleiter. Obwohl die 302er Reihe der Goa’uld-Technologie nachempfunden wurde, ist dies hier vollständig von Menschen gebaut worden.

O’Neill: Genau wie die Titanic.

Sam lächelt mit einem Seufzen.

Carter: Sir, dies könnte der wichtigste Durchbruch für die Erde sein… seit der Entdeckung des Stargates.

Jonas: Wieso denn das?

Murphy: Es gibt vier Triebwerksaggregate. Luftansaugdüsen, modifiziertes Höhenruder und einen Raketenverstärker.

Jonas (hebt vier Finger): Es sind vier, richtig?

Carter (grinsend): Das vierte Aggregat ist ein Hyperraumfenstergenerator.

Teal’c (der jetzt neben ihr steht): Nicht einmal Goa’uld-Gleiter können in den Hyperraum eindringen.

Carter: Sie sind zu klein, um die Goa’uld-Version des Generators zu transportieren.

Murphy: Unserer ist wesentlich kompakter.

Carter: Weil wir Naquadria einsetzen. Jonas, du weißt, dass wir das ganz alleine dir verdanken.

Murphy: Es sind noch ein paar Wochen bis zur endgültigen Erprobung, aber bisher sieht alles sehr gut aus.

Carter: Wenn es die Leistung bringt, für die es entwickelt wurde, wird X-302 das erste von Menschen gebaute Fluggerät sein, das interstellare Flüge ermöglicht. (Sie grinst schon fast wie ein Kleinkind)

Jacks Miene hingegen schwankt noch zwischen Skepsis und Erstaunen.


Szene: Hammonds Büro, SGC

Chekov: Die Vereinbarung unserer Regierungen…

Hammond: Ich kenne jeden einzelnen Punkt dieser Vereinbarung, Colonel.

In diesem Moment läuft Jack an Hammonds offen stehender Tür vorbei. Als er den russischen Colonel sieht, verzieht er sein Gesicht und würde am liebsten flüchten, aber Hammond hat ihn bereits gesehen.

Hammond: Ah, Jack! Kommen Sie doch rein.

Jack schaut um die Ecke und betritt dann langsam das Büro.

Hammond: Jack, Sie kennen ja Colonel Chekov, den russischen Delegierten im Stargate-Center.

O’Neill: Wir kennen uns…

Hammond: Colonel Chekov ist der Meinung, als Symbol unserer gemeinsamen Bemühungen sollte ein russischer Offizier SG-1 zugeteilt werden.

O’Neill: Nur über meine faulende Leiche, Sir.

Hammond: Wie bitte?

O’Neill: Entschuldigung, habe ich laut gedacht?

Hammond: Ich sage, dass wir das diskutieren und Sie sicher in Ruhe darüber nachdenken werden.

O’Neill: Genau das werde ich, General, aber ich bin mir ziemlich sicher, dann heißt es: Mit mir nicht.

Hammond (zu Chekov): Colonel, bitte entschuldigen Sie uns.

Chekov: General. (Er stürmt geradezu aus dem Büro.)

O’Neill (als Chekov an ihm vorbeigeht): Tut mir *echt* Leid. (Hammond setzt sich in seinen Stuhl) Tut mir Leid, General. Das sollte wirklich kein Affront gegen Sie sein (Er setzt sich gegenüber von Hammond auf einen Stuhl)

Hammond (leicht lachend): Ich weiß. Ich hätte Sie vermutlich vor dem Colonel zurechtweisen sollen, aber ich bin zufälligerweise Ihrer Meinung.

O’Neill: Wer hat entschieden, dass jedes Stargate-Team vier Leute haben muss?

Hammond: Niemand hat das so entschieden. Aber Daniel Jackson hat SG-1 mit unbeschreiblichen Wissen, Sprachfertigkeiten und seiner speziellen Sichtweise der Dinge hervorragend ergänzt. Und ich denke, es ist wichtig dafür einen Ersatz zu finden.

O’Neill: Ja, aber doch nicht durch einen Russen!

Hammond: Das sehe ich ähnlich. Aber langsam verlässt mich meine Geduld. Ich finde, ich habe Ihnen unter den gegeben Umständen sehr viel Spielraum eingeräumt.

O’Neill: Sir…

Hammond: Jack! Sie sind sowieso wegen der Knieverletzung von der Einsatzliste gestrichen. Nutzen Sie die Zeit, um sich neu zu orientieren und suchen Sie jemanden, mit dem Sie gerne arbeiten würden. Ihnen stehen sämtliche Personalakten zur Verfügung. Wegtreten.

O’Neill (wenig begeistert): Ja, Sir.


Szene: Carters Labor, SGC

Sam arbeitet an ein paar Ausmessungen, als Jonas hereinkommt.

Jonas: Major.

Carter: Ja?

Jonas: Übrigens vielen Dank, dass ich die X-302 sehen durfte.

Carter: Ach… äh… General Hammond hat mir empfohlen dich mitzunehmen.

Jonas: Gut. Ich bin froh, dass euch das Naquadria nützt.

Carter: Ja, es sieht ganz so aus.

Jonas: Kann ich mal die Pläne sehen?

Carter (sieht ihn einen Moment an): Ja, General Hammond hat mich gebeten, dir alles, was du für die Naquadria-Recherchen brauchst, zu überlassen.

Jonas: Der Mann hält sein Wort.

Carter: Ich glaube kaum, dass dir das ohne Verständnis unserer Technologie was bringt.

Jonas (schlägt die große Mappe auf): Vielleicht gibt es weiterführende Literatur?

Carter (sieht ihn einen Moment mit einer hochgezogenen Augenbraue an): Ja, sicher… ich, äh, ich mach dir ne Liste.

Jonas: Gut. Danke.

Er will gehen, aber Sam weiß, dass da noch mehr ist, aber sagt nichts.

Jonas (dreht sich um): Übrigens, Major, physisch bin ich so fit wie jeder andere im Stargate-Center und ich habe Dr. Jacksons Arbeiten auswendig gelernt.

Carter (erstaunt): All seine Arbeiten?

Jonas: Nach den Tests, die Dr. Fraiser durchgeführt hat, habe ich die Fähigkeit schneller zu lernen als der gewöhnliche Mensch.

Carter: Das sind interessante Informationen, aber…

Jonas: Bitte. Ich möchte mitmachen. Beim Erforschen anderer Planeten, der Entdeckung neuer Welten, neuer Kulturen. Dabei helfen die Galaxie von den Goa’uld zu befreien.

Carter (nickt): Ich habe schon verstanden.

Jonas: Ich will nicht ewig auf diesem Stützpunkt bleiben und auf meinen Planeten kann ich nicht zurück. Denen ist die Bedrohung da draußen nicht klar. Ich kann ihnen helfen, indem ich euch helfe. Und ich kann auch das Lebenswerk von Dr. Jackson vollenden.

Carter: Jonas… mir ist schon klar, warum du dich SG-1 anschließen willst… aber so leid es mir tut, ich denke… das ist im Moment nicht möglich.

Es zeichnet sich einen Hauch von Enttäuschung über seinen Blick, aber dennoch lächelt er sie an. Aus dem Lächeln wird ein Grinsen und dann salutiert er noch spaßeshalber vor ihr, bevor er auf die Mappe klopft und ihr Labor verlässt. Sam Gesichtausdruck zufolge könnte sie sich gerade selbst in den Hintern treten, weil sie ihn so enttäuschen musste.


Szene: Trainingsraum, SGC

Jonas und Teal’c boxen.

Jonas (als er einen Schlag von Teal’c abbekommt): Er vertraut dir.

Teal’c: Und er muss erst noch lernen dir zu vertrauen.

Ein weiterer Schlag diesmal ins Gesicht und Jonas geht zu Boden, aber er steht sofort wieder auf.

Jonas: Wie kann er lernen mir zu vertrauen, wenn er nicht mit mir sprechen will? Er macht mich verantwortlich für das, was Dr. Jackson passiert ist.

Teal’c: Und ich glaube, das ist korrekt.

Noch ein Schlag diesmal gegen die Brust und wieder liegt er auf dem Boden. Aber wie ein Gummiball, steht er sofort wieder auf.

Jonas: Aber wie kann ich ihm davon abbringen, wenn er mir keine Chance gibt?

Teal’c antwortet ihm nicht sofort, sondern sucht einen Schwachpunkt in seiner Deckung, findet ihn und Jonas geht erneut zu Boden. Doch Flummi Jonas ist wieder auf den Beinen.

Jonas: Das ist ein Sport auf diesem Planeten?

Teal’c: Bist du verletzt, Jonas Quinn?

Jonas: Nein, dazu ist mehr nötig als das. Ich mach dir nen Vorschlag: Wenn ich dich zu Boden schicke, musst du für mich mit Colonel O’Neill reden. (Teal’c beugt amüsiert seinen Kopf) Okay…

Sie tänzeln umeinander herum, aber alle guten Vorsätze sind dahin, als es wieder einmal Teal’c ist, der Jonas zu Boden schlägt.

Jonas (springt auf): Alles bestens! Ich war noch nicht soweit. (Er atmet einmal tief durch) Jetzt bin ich soweit.


Szene: Cafeteria, SGC

Teal’c trägt ein bis zum Rand überladenes Tablett zu einem Tisch, an dem Jack sitzt und einige Personalakten durchblättert. Kopfschüttelt klappt er eine Akte zu und schnappt sich die nächste. Der Haufen mit den Absagen ist schon beträchtlich gestiegen. Jack wirft einen schiefen Blick auf Teal’cs Essen, der sich das ganze noch etwas salzt.

O’Neill: Für den kleinen Hunger? (Teal’c schnippst sich eine Weintraube ab und schiebt sie sich in den Mund) Ich muss schon sagen die Universitäten werden nachlässig bei ihren Aufnahmeprüfungen.

Teal’c: Bezogen worauf, O’Neill?

O’Neill: Ich kann genauso diplomatisch und aufgeschlossen sein, wie jeder andere. (Teal’c zieht nur eine Augenbraue nach oben) Aber Hammond besteht darauf, dass SG-1 eine soziopolitische Nervensäge braucht, um unsere überwältigende Coolness auszugleichen.

Teal’c (schiebt sich eine Weintraube in den Mund): Und was hältst du von Jonas Quinn?

O’Neill: Ich weiß, du trainierst mit ihm, aber das hier ist was anderes. (Die Augenbraue wandert wieder nach oben) Sollte das nen Witz sein?

Teal’c: Er kämpft ebenfalls gegen die Goa’uld.

O’Neill: Er ist nen Außerird – (Die beiden sehen sich einen Moment nur an; dann murmelnd vollendet er das Wort)… ischer… Außerirdischer. Ich bin einfach der Meinung, wir brauchen nicht noch jemanden im Team. Du, Carter und ich. Wozu denn noch mehr Leute?

Teal’c: Du hast gelernt mir zu vertrauen.

O’Neill: Das ist was anderes.

Teal’c: Das glaube ich dir aber nicht. Genau wie ich mag Jonas Quinn ein Fremder in dieser Welt sein, aber er hat sich dennoch dem Kampf der Tau’ri verpflichtet.

O’Neill: Ja, schon! Aber trotzdem will ich im Kampf keine Rückendeckung von ihm, okay?

Dann geht der Alarm los und sämtliche Soldaten springen auf. Genau wie Teal’c und Jack.


Szene: Korridor, SGC

Hammond und Bra’tac kommen gemeinsam aus dem Torraum, während die anderen sie auf dem Flur treffen.

O’Neill: Na, Bra’tac, was gibt’s?

Teal’c: Tek’ma’te, Master Bra’tac

Bra’tac: Tut mir Leid, dass ich nicht früher kommen konnte, Teal’c. Drey’auc ist schwer krank.

Teal’c schaut hinüber zu Hammond.

Hammond: Fragen Sie nicht lange. Gehen Sie.

Teal’c folgt Hammond und Bra’tac, während Sam und Jack ziemlich besorgt zurückgelassen werden.


Szene: Fahrstuhl, SGC

Die Türen öffnen sich und Jonas und Sam treten ein.

Jonas: Ich wusste gar nicht, dass er eine Frau hat.

Carter: Ja, und einen Sohn Ry’ac. Sie wurden aus ihrem Dorf verbannt, als Teal’c überlief. Apophis hatte Ry’ac einer Gehirnwäsche unterzogen und wollte ihn gegen uns einsetzen. Bra’tac kümmert sich seither um die beiden.

Jonas: Und wieso holt Teal’c die beiden nicht her?

Carter (als sich die Türen öffnen uns sie austreten und den Korridor entlanglaufen): Tja, weil Drey’auc unbedingt bei ihren Leuten bleiben wollte. Teal’c ist ständig auf irgendeiner Mission. Er bemüht sich möglichst oft nach Hause zu kommen, aber es ist nicht leicht.

Jonas: Das weißt du doch gar nicht.

Carter: Tja, Teal’c ist nicht unbedingt ein offenes Buch.

Jonas: Dennoch, ich kann die Leute ziemlich gut einschätzen.

Die beiden sind gerade links um eine Ecke gelaufen, als aus der anderen Richtung Colonel Chekov auf sie zukommt.

Chekov: Major! Warum wurde ich nicht über die X-302 informiert?

Jonas: Zum Beispiel auch dann, wenn das nicht für jeden offensichtlich sein mag. Dieser Mann ist überaus gereizt.

Sam sieht ihn mit einem 'Halt die Klappe und hast du jetzt vollkommen den Verstand verloren’ – Blick an. Sie nickt nur leicht lächelnd.


Szene: Hammonds Büro, SGC

Hammond: Wie haben Sie von X-302 erfahren, Colonel?

Chekov: Darum geht es jetzt nicht. Artikel 3a sagt ganz klar -

Hammond: X-302 hat nichts mit dem Stargate zutun.

Chekov: Das Naquadria, das als Energiequelle für den Hyperraumfenstergenerator benutzt wird –

Weiter kommt er nicht, da erneut der Alarm losgeht.

Carter: Was jetzt?

Hammond: Das hat mir gerade noch gefehlt.

Er und Sam machen sich auf zum Kontrollraum, während Jonas nur Chekov leicht angrinst.


Szene: Kontrollraum, SGC

Hammond und Sam laufen gemeinsam die Treppe hinunter und gehen zu Davis.

Davis: Wir empfangen keinen Identifikationscode. Es gibt nichts, Sir.

Jack kommt zu ihnen.

O’Neill: Was gibt’s?

Carter (sieht auf den Bildschirm und dann zu Jack): Tja, offenbar… nichts.

O’Neill: Nichts?

Carter: Zumindest sieht es so aus.

O’Neill: Ist mal was Neues.

Carter: Das Tor ist funktionsfähig und wir erkennen ein eintreffendes Wurmloch.

Hammond: Aber es kommt niemand herein.

Carter: Soweit wir das feststellen können.

O’Neill: Die Goa’uld haben diese Taktik schon mal eingesetzt.

Carter: Um unsere Flucht zu blockieren, während sie angreifen, ja.

Davis: Bei der Weltallüberwachung gibt es auch nichts.

Carter: Aber das ergibt doch keinen Sinn. Um ein Wurmloch offen zu halten, muss man etwas durchschicken. Ein Funksignal oder irgendwas. Und wir empfangen… nichts.

Hammond: Klären Sie das bitte, Major. Ich rufe den Präsidenten an.

Carter: Ja, Sir.

Sie schaut hinüber zu Jack.

O’Neill: Sehen Sie mich nicht an. Ich kann nichts dafür.

Er folgt Hammond.


Szene: Planet der Jaffa

Teal’c und Bra’tac laufen durch ein Jaffa-Lager.

Bra’tac: Wie du erkennen kannst, sind die Bedingungen hart. Aber sie waren hier in Sicherheit.

Teal’c: Sie müssen zum nächsten Vorposten der Tau’ri gebracht werden. Alle Jaffa, die uns unterstützen sind uns willkommen.

Bra’tac: Drey’auc kann in ihren jetzigen Zustand nicht verlegt werden.

Teal’c: Warum hast du gewartet?

Bra’tac: Du weißt doch, ich habe dich gegen ihren Wunsch hergeholt.

Teal’c: Sie war schon immer sehr stolz.

Bra’tac: Sie weigerte sich den neuen Symbionten zu akzeptieren.

Teal’c: Wurde einer besorgt?

Bra’tac: Nein. Sie wollte nicht, dass das Leben eines anderen Jaffa geopfert wird, um ihres zu retten. Nicht mal das eines Törichten, der noch immer die falschen Götter anbetet. Wir würden alle dasselbe Schicksal wählen.

Teal’c: In der Vergangenheit –

Bra’tac: Es geht nicht um die Vergangenheit, mein Freund. Der Streit, den wir verursacht haben, brachte viele Veränderungen. Die Goa’uld vertrauen den Jaffa-Priestern nicht mehr ihre Jungen an wie zuvor.

In diesem Moment kommt Ry’ac aus einem Zelt heraus. Er hat geweint und als er Teal’c sieht, atmet er einmal schwer ein und aus, bevor Teal’c sieht, wie Bra’tac über seine Schulter sieht und sich schließlich zu ihm umdreht.

Teal’c: Ry’ac!

Ry’ac: Wie kannst du es wagen, dich hier zu zeigen? Du trägst Schuld daran, dass sie tot ist!

Für Teal’c ist gerade eine ganze Welt zusammengebrochen. Er kann darauf nicht antworten, wehrt sich noch nicht einmal, als Ry’ac ihn wütend zur Seite schubst.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Hammond schaut auf das Stargate hinunter. Die Iris ist schlossen, das Wurmloch intakt.

Hammond: Könnte das irgendeine Art von Fehlfunktion sein?

Carter: Schon möglich, Sir, aber höchst unwahrscheinlich. Vielleicht hat jemand die Erde von einem außerirdischen Tor aus angewählt.

O’Neill (kommt aus dem Hintergrund auf sie zu): Falsch verbunden?

Carter: Tja, normalerweise schaltet sich das Tor nach einer kurzen Frist ab, wenn vom Ausgangspunkt nichts in den Ereignishorizont geht.

O’Neill: Und was machen wir jetzt?

Carter: Wir warten. Niemand kann ein Wurmloch länger als achtunddreißig Minuten aufrechterhalten, das steht fest.

Hammond: Könnte jemand absichtlich das Tor wiederholt anwählen, nur um uns an der Nutzung zu hindern?

Carter: Ich habe den Computer so programmiert, dass er den Ursprungsort gleich nach dem Zusammenbruch des Wurmloch anwählt. So können wir unsere Teams, die unterwegs sind, zurückbeordern und Hilfe rufen.

Hammond schaut auf die laufende Zeit. Es sind bereits 37 Minuten. Als die 38 überschritten wird, schaltet sich das Wurmloch nicht ab.

Hammond: Es ist noch da.

Carter: Achtunddreißig Minuten plus ein paar Sekunden.

Jack schaut auf den Monitor.

O’Neill: Wie viel sind ein paar?

Carter: Okay, jetzt haben wir ein Problem. (Sie lächelt Hammond gequält an)


Szene: Drey’aucs Zelt

Teal’c tritt ein. Das Kerzenlicht ist die einzige Lichtquelle in diesem Raum. Langsam geht Teal’c an ihr Bett. Er kniet sich neben sie hin und nimmt zögernd den schwarzen Schleier von ihrem Gesicht. Als er sieht, dass es wirklich sie ist, kommt selbst er nicht drum herum Gefühle zu zeigen. Tränen fließen über sein Gesicht und er beginnt ganz offen zu weinen.


Szene: Wald, Planet

Ry’ac hat sich abgeseilt, um etwas Zeit alleine zu verbringen. Man kann erkennen, dass er noch immer wütend und sehr traurig ist. Teal’c kommt zu ihm.

Ry’ac: Sie hat an dich geglaubt. An den Kampf, den du gewählt hast.

Teal’c: So wie auch du einst.

Ry’ac: Wie lange sollen wir so dahinvegetieren? Sollen wir alle, wie sie zugrunde gehen?

Teal’c: Noch hat sich nichts geändert. Die Goa’uld können besiegt werden.

Ry’ac: Solange wir Symbionten in uns tragen müssen, wird unser Leben von den Goa’uld abhängig sein.

Teal’c: Wir müssen den Weg der Freiheit wählen.

Ry’ac (steht auf): Meine Mutter konnte *deine* Freiheit niemals erleben. Sie hatte keine Wahl. Du hast ihr das auferlegt! Du hast für uns beide gewählt! (Er schnappt sich seine Stabwaffe) Und jetzt habe ich die Entscheidung gefällt, ihren Tod zu rächen.

Er aktiviert die Waffe und richtet sie auf Teal’c.

Teal’c: Alles, was ich getan habe, habe ich für euch getan.

Ry’ac: Dann musst du dich schämen. Denn du hast nichts weiter als Schmerz und Leid und vor allem falsche Hoffnung den Jaffa gebracht.

Teal’c: Also, feure deine Waffe ab.

Ry’ac zögert, er kocht vor Wut, aber schafft nicht die Waffe abzufeuern. Stattdessen holt er zum Schlag aus und trifft Teal’c direkt am Kopf. Und noch einen Schlag von der anderen Seite, dann in den Bauch und schließlich einen auf den Rücken. Teal’c geht in die Knie, ist aber nicht geschlagen. Er macht auch nicht die Anstalten sich zu wehren.


Szene: Kontrollraum, SGC

Sam kommt mit ihren Labtop zu Lt. Simmons, der gerade an den Computer sitzt und Daten bearbeitet.

Simmons: Major, die Energie, die von den internen Kondensatoren des Tores gespeichert wird, ist um 0,1 gestiegen.

Carter: Während ein Wurmloch aufgebaut wird, ist eine Schwankung um diesen Wert innerhalb der Toleranz.

Simmons: Aber er ist in den letzten zwölf Minuten gestiegen.

Carter: Gehen Sie auf Tordiagnostik Schirm 4.

Er schaltet um.

Simmons: Normal. Keine eingehende Energiesteigerungen.

Carter: Erhöhen Sie die Auflösung um fünfzig Prozent.

Gesagt getan. Und siehe da, wir sehen kleinere Frequenzwellen.

Carter: Was war das?

Simmons: Vielleicht eine Störung in der Leitung zwischen Tor und Computer.

Aber da ist es schon wieder.

Carter: Da, schon wieder. Erhöhen Sie die Auflösung um zweihundert Prozent.

Simmons: Das liegt noch innerhalb der akzeptablen Fehlermarge der Sensoren.

Carter: Ich weiß. Versuchen Sie es dennoch.

Er schaltet die Auflösung auf zweihundert Prozent hoch.

Carter: Ich gebe zu, es ist eine ziemlich geringe Anomalität, aber sie könnte den Energieanstieg verursachen.

Simmons: Aber, äh…

Carter: Fehler treten spontan auf, Lieutenant. Was immer das hier ist, folgt jedoch einem Muster.

Simmons: Das ist richtig.

Sam steht auf.


Szene: Wald, Planet

Jetzt geht Teal’c zu Boden. Sein Auge blutet. Langsam steht er wieder auf.

Ry’ac: Kämpfe! Oder hältst du mich nicht für einen würdigen Gegner?

Er will zu einem weiteren Schlag ausholen, aber diesmal ist es Bra’tac, der dazwischen geht.

Bra’tac: Sei froh, dass er das nicht tut. Denn, wenn es so wäre, würde er dich auslöschen. Du bist geschickt geworden, Ry’ac, aber ein wahrer Jaffa-Krieger lässt sich bei seiner Beurteilung nicht von Gefühlen beeinflussen.

Ry’ac: Ich wähle meinen Gegner eben so töricht, wie er seinen!

Bra’tac: Teal’c hat das Schicksal deiner Mutter ebenso wenig gewählt, wie sein eigenes. Wir alle sind Opfer der Goa’uld.

Teal’c: Nein, Master Bra’tac. Ry’ac hat Recht. Ich habe sowohl ihn als auch seine Mutter enttäuscht.

Bra’tac: Der Junge maßt sich ein Urteil an, ohne zu wissen, was kämpfen bedeutet. Ein Krieg zu führen, der unschlagbar scheint, macht den Zweck dennoch nicht weniger nobel.

Ry’ac: Er kümmert sich mehr ums Sterben als um sein eigen Fleisch und Blut.

Bra’tac: Das müssen alle Jaffa. Wenn je einer die Freiheit kosten will... (Er hält Ry’ac seine Stabwaffen hin)

Ry’ac nimmt sie an sich und verschwindet.


Szene: Kontrollraum, SGC

Lt. Simmons arbeitet noch an dem neu entdeckten Signal.

Carter: Wir haben in unserem Tor einen Energieanstieg entdeckt. Er wurde durch das eingehende Wurmloch übertragen. Wir konnten ihn vorher nicht feststellen, weil unsere Sensoren so geringfügige Energien nicht messen.

Hammond: Die Iris scheint stabil zu sein.

Carter: Ja, Sir. Sie verlangsamt die Energieübertragung wahrscheinlich, aber sie kann sie nicht ganz verhindern.

O’Neill: Klingt nicht allzu… beunruhigend.

Carter: Aber das ist es, Sir. Das Tor ist eigentlich ein gigantischer Superleiter, der normalerweise riesige Mengen an Energie aufnehmen kann. Wenn diese Kapazität überschritten wird, löst sich das Naquadah, aus dem das Stargate besteht, auf und könnte irgendwann explodieren.

O’Neill: Wie lange?

Carter: Ein paar Tage, vielleicht auch weniger. Die Berechnungen laufen gerade.

Hammond: Gibt’s auch gute Neuigkeiten?

In dem Moment wird Sam eine Auswertung gegeben.

Carter: Sie werden immer schlimmer, Sir. Es handelt sich um eine Sprengkraft von bis zu dreitausend Megatonnen.

Hammond: Das reicht, um ganz Colorado in die Luft zu jagen.

Carter: Eine solche Explosion könnte alles Leben auf der Erde auslöschen.

O’Neill: Und was noch?

Carter: Wir haben keine Ahnung, wie wir es stoppen können.


Szene: Planet, Abend

Es findet eine Zeremonie statt, in der Drey’auc beigesetzt wird. Sie ist wie eine Mumie eingewickelt. Teal’c geht mit einer brennenden Fackel zu ihrem Leichnam.

Teal’c: Shel’mak. Shel’assah.

Er entzündet den Haufen, auf dem Drey’auc liegt und ihr Körper wird langsam von den Flammen umzingelt.

Teal’c will zu Ry’ac gehen, aber Bra’tac hält ihn auf.

Bra’tac: Gib ihm die Gelegenheit zu trauern.

Teal’c: Er ist voller Hass gegen mich.

Bra’tac: Das bezweifle ich. Und er glaubt auch nicht, dass unser Kampf vergeblich ist. Drey’auc hätte es nicht zugelassen.

Teal’c: Warum spricht er dann so, wie er es tut?

Bra’tac: Selbstzweifel. Seit Apophis ihm die Gehirnwäsche verpasst hat, glaubt er, dass sein Wille schwach ist.

Teal’c: Das ist nicht wahr.

Bra’tac: Du warst in seinem Alter nicht anders. Nach dem Tod deines Vaters durch die Hand von Chronus hat dich die Angst fast aufgefressen. Wie bei Ry’ac war es der Wunsch nach Rache, der dir Kraft gab.

Teal’c: Ry’ac beschuldigt den Falschen.

Bra’tac: Er richtet seinen Zorn auf dich, weil er glaubt, dass du ebenso sehr an ihn zweifelt, wie er selbst.

Teal’c: Warum sollte er das glauben?

Bra’tac: Weil du sein Vater bist. Und ihm nichts Gegenteiliges gesagt hast.

Bra’tac berührt Teal’cs Schulter und sie neigen beide leicht ihre Köpfe, bevor Teal’c zurück zu den Flammen geht.


Szene: Stargate, Planet

Ry’ac sitzt alleine auf den Stufen zum Stargate. Teal’c setzt sich neben ihn.

Teal’c: Es ist noch nicht lange her, dass ich in einer Schlacht gefangen genommen wurde und Apophis mein Denken kontrolliert hat. Er ließ mich glauben, dass ich wieder sein loyal, akzeptierter Primus war. Und ich wendete mich gegen meine Freunde, die mir vertrauten. Und ohne Bra’tac und dem Ritus von Mal’Sharan wäre ich dafür gestorben, dass Apophis mein Gott ist. Ob du an mich glaubst, oder das, was ich mir zum Ziel gesetzt habe, ändert nie etwas daran, dass ich an deinem Herzen gezweifelt habe, Ry’ac. Du musst mein Vertrauen nicht zurückerobern, mein Sohn, denn du hast es nie verloren.

Ry’ac antwortet ihm nicht mit Worten, sondern sucht weinend nach seiner Nähe, als er ihn in den Arm nimmt.


Szene: Korridor, SGC

Lt. Simmons geht mit einem weiteren Offizier zum Torraum.

Offizier: Sollten wir nicht alle Energiezufuhren zum Tor unterbrechen?

Simmons: Das bringt nichts. (Der andere Offizier rennt fast Jonas um, der an der Wand steht) weil eingehende Wurmlöcher beziehen ihre Energie von erdfremden Quellen. Major Carter möchte das Tor durch das Rückkopplungssystem überwachen.

Siler (der ebenfalls im Torraum ist, und jetzt die Rampe hinaufgeht zu einem Techniker): Wir können das russische Tor nicht benutzen, weil wir nicht rauswählen können, solange ein eingehendes Wurmloch zur Erde besteht.

Jonas betritt mit ein paar Büchern unterm Arm geklemmt den Torraum. Er schaut hinauf zum Kontrollraum, wo er Sam mit einer Technikerin diskutieren sieht.


Szene: Kontrollraum, SGC

Technikerin: Der Energieaufbau hat achtzehn Prozent erreicht.

Carter: Wir müssen überlegen, wie wir die Kondensatoren entladen können.

Und dann kommt er, der Schrecken aus Sams Alpträumen, unser lieber Doktor McKay.

McKay (der gerade den Kontrollraum betritt): Immer noch so sexy wie eh und je.

Carter: Was machen *Sie* denn hier?

McKay: Es ergibt doch keinen Sinn Naquadah-Reaktoren für Russland zu bauen, wenn Russland nicht mehr existiert. Das Pentagon dachte, Sie könnten etwas Hilfe brauchen.

Carter: Nicht von Ihnen.

McKay: Ja, okay, dann hole ich mir jetzt Kaffee und ein paar Chips und warte auf den großen Knall. (Er grinst sie an und geht dann an ihr vorbei)

Carter (leise murmelnd): Genau der hat mir noch gefehlt.

Davis: Major?

Er hält ihr das Telefon entgegen.

Carter: Carter.


Szene: Hammonds Büro, SGC

Chekov: Wenn Sie ein funktionierendes Alienschiff retten, wäre das kein Problem.

O’Neill (der im Hintergrund auf einem kleinen Tisch sitzt): Hey! Das haben wir nicht vergeigt! Das waren die Goa’uld. Wir konnte noch knapp unser Leben retten, okay?

Er schaut auf den Bildschirm. Es sind bereits über 71 Minuten.

Chekov: Wozu ist das so genante Planetenschutzabkommen gut, wenn Sie im Falle eines Angriffs die Asgard nicht mal erreichen können.

Hammond steht ebenfalls kurz davor zu platzen, als Sam plötzlich an der Tür steht.

Carter: Entschuldigen Sie bitte. Ich habe gerade mit Dr. Murphy in Area 51 telefoniert. Er sagt, X-302 wäre in sechs Stunden flugbereit.

O’Neill: Ich dachte, es wären noch Wochen, bis zum ersten Testflug.

Carter: Sir, wir haben alles getan, was uns eingefallen ist. Nur so können wir Kontakt zu den Asgard herstellen. (Zu Hammond) Ich melde mich freiwillig, Sir.

Hammond nickt.

O’Neill: Ich ebenfalls, Sir.

Sams Blick fliegt zu ihm, genau wie Hammonds.

Hammond: Sind Sie sicher, Sie schaffen das, Colonel?

O’Neill: Ja, Sir.

Hammond (zu Carter): In zwanzig Minuten ist Ihre Maschine startbereit.

Sie und Jack verlassen das Büro, während Hammond zum Telefon greift.


Szene: Planet

Teal’c trägt jetzt ebenfalls eine Jaffa-Rüstung, als er zusammen mit Ry’ac und Bra’tac aus einem Zelt kommt. Sie schauen nach oben und sehen dort ein Frachtschiff, wie es zur Landung ansetzt. Sie gehen auf das Schiff zu und ihnen entgegen kommt Shaq’rel.

Teal’c: Shaq’rel.

Shaq’rel: Teal’c.

Teal’c: Es ist schon lange her, alter Freund.

Shaq’rel: Es ist gut, dass du hier bist. Ich wollte Master Bra’tac informieren, damit er dich warnt.

Bra’tac: Wovor?

Shaq’rel: Die Tau’ri sind in Gefahr. Sie werden von Anubis angegriffen.


Szene: Area 51, Nevada

Sam und Jack, beide bekleidet mit ihrer Fliegerausrüstung – Silber mit schwarzen Streifen, sehr schick und Jack mit Sonnenbrille - werden mit einem HumVee zum Hangar der X-302 gebracht. Murphy begrüßt sie und auf dem Weg zur X-302 unterhalten sie sich.

Murphy: Ich nehme an, Sie wurden auf den Weg hierher eingewiesen.

O’Neill: Ich denke schon.

Murphy: Das Ziel ist Abydos. Das ist der nächste Planet mit einem Stargate. Unsere Simulation zur Öffnung eines Fensters im Hyperraum wurden im Weltall ausgeführt.

Carter: Wir wissen, dass wir die Atmosphäre verlassen müssen.

O’Neill: Zuerst müssen wir mal die Erde verlassen.

Murphy: Die wird fliegen, Colonel. Dafür gebe ich mein Leben.

O’Neill: Wollen Sie mitkommen?

Murphy: Nur allzu gern. Aber ich werde hier gebraucht.

O’Neill (oben am Flieger angekommen): Ja, ja, das ist wahr.

Er und Sam steigen ein. Jack sitzt vorne und Sam hinter ihm.

Carter: Wissen Sie, Sir, selbst wenn wir Kontakt zu den Asgard herstellen, wäre es möglich, dass sie uns nicht helfen können.

Die beiden werden angeschnallt.

O’Neill: Was wollen Sie damit sagen, Carter?

Carter: Tja, nicht mehr als das, Sir.

O’Neill: Danke.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Wissenschaftler wuseln im ganzen Raum herum, um doch noch irgendeine Lösung zu finden. Jonas ist jetzt mitten unter ihnen. In dem Moment kommt Hammond aus seinem Büro gestürmt, im Schlepptau natürlich McKay.

Hammond: So kommen wir nicht weiter, Doktor.

Jonas: General, einen Augenblick bitte.

Hammond: Das geht jetzt leider nicht. Major Carter und Colonel O’Neill werden gleich starten.

Jonas: Darum geht es gerade, Sir.

Hammond: Was wollen Sie damit sagen?

Jonas: Okay, ich bin kein Wissenschaftler, aber ich habe alle Goa’uld-Forschungen mit Naquadria studiert. Major Carter gab mir die Spezifikationen für X-302.

Hammond: Und?

Jonas: Es kann nicht funktionieren.

McKay: Ach wirklich? Genau das habe ich auch gesagt. Wer sind Sie?

Jonas: Jonas Quinn.

McKay: Ah, der Außerirdische mit dem verrückten Naquadah.

Jonas: Naquadria. Und Sie sind?

McKay: McKay. Wissenschaftler. Erde.

Jonas (wendet sich wieder an Hammond): General, die Instabilität des Naquadrias erhöht sich exponentiell, wenn man versucht ihm mehr Energie zu entnehmen.

McKay (sieht Jonas Unterlagen und nimmt ihm sie ab): Das ist ja noch schlimmer als ich dachte.

Jonas: Wenn Sie zulassen, dass dieser Test –

Hammond: Moment mal. Das ist kein Test. Wenn X-302 versagt, wird dieser Planet zerstört.

Jonas: Ich verstehe Ihre Lage, Sir.

Hammond: Es ist nicht nur meine Lage. Sie können davon ausgehen, dass wir alle zusammen die Konsequenzen davon tragen. Also, wenn einer von Ihnen einen besseren Vorschlag hat die Krise zu bewältigen, dann höre ich mir das gerne an. Ansonsten schlage ich vor, dass wir runter gehen, die Daumen drücken und hoffen, dass Major Carter und Colonel O’Neill Hilfe herbeirufen können.

Er geht zwischen McKay und Jonas an ihnen vorbei.

Jonas: Daumen drücken?

McKay: Das ist eine abergläubische Methode der Menschen für etwas Glück zu wünschen.

Jonas: Wirklich?

McKay (kreuzt seine Finger): Lächerlich.

Er will gerade gehen, aber vorher schnappt sich Jonas noch seine Unterlagen.


Szene: Area 51, Nevada

Die X-302 wird nach draußen auf die Startbahn gefahren.

Carter: Navigation?

O’Neill: Checkt.

Carter: Sauerstoffdruck – Temperaturkontrolle.

O’Neill: Ja, checkt.

Carter: Trägheitsdämpfer?

O’Neill (schaut auf einen Bildschirm): Cool… und checkt.

Sam lächelt leicht.

Carter: Triebwerke?

O’Neill: Ja, checkt. Phaser?

Carter: Entschuldigung, Sir. Alle Systeme Betriebsbereit.


Szene: Kontrollraum, SGC

Jonas kommt die Treppe herunter gelaufen und geht zu Hammond. Wir hören Jack über Intercom.

O’Neill: Ein Jammer, dass wir nicht durch die Galaxie fahren können. Das Ding bewegt sich wie nen Cadillac am Boden.

Hammond: Colonel, Major, hier ist Hammond. Jonas Quinn hat seine Besorgnis über diese Mission Ausdruck verliehen in besonderer hinsichtlich der Instabilität des Naquadria.

Carter: Sir, die Simulationen, die wir durchgeführt haben, sollten alle vorstellbaren Szenarien berücksichtigen.

O’Neill: Carter, es sind die unvorstellbaren Szenarien, die mir Sorgen machen.

Carter: X-302 hat hunderte von Sicherheitssystemen, um alles zu kompensieren, was schief gehen könnte. (Mit einem Lächeln) Ich aktivere das Schleudersitzsystem.

O’Neill: Das ist gut. Sehr gut. Witzig.

Carter: Missionskommando, alle Systeme bereit für Abydos Eins.

MK (Missionskommando/Murphy): Verstanden, Abydos Eins. Viel Glück.

O’Neill: Und los geht’s.

Jack betätigt ein paar Knöpfe, die Triebwerke starten und los geht die Reise. Sie steigen immer höher und höher.

Carter (über Intercon im Kontrollraum zu hören): Startphase beendet.

O’Neill: Wir befinden uns im Steigflug. Geschwindigkeit nähert sich Mach Zwei.

Carter: Zehntausend Meter.

O’Neill: Mach Drei.

MK (über einen kleinen Bildschirm): Missionskommando, verstanden. Sieht alles gut aus.

O’Neill: Abydos Eins, over.


Szene: Planet

Teal’c versucht das Tor anzuwählen, aber es funktioniert nicht.

Shaq’rel: Anubis hat eine Waffe, die ein Stargate benutzt, um ein anderes zu zerstören. Und wenn meine Information korrekt ist, hat der Angriff bereits begonnen.

Bra’tac: Wir können sie nicht warnen.

Shaq’rel: Deswegen habe ich ein Schiff mitgebracht.

Teal’c: Wenn der Angriff begonnen hat, nutzt eine Warnung nicht viel. Wir müssen Anubis aufhalten, bevor es zu spät ist.

Shaq’rel: Ich kenne den Standort dieser Waffe nicht.

Bra’tac: Anubis ist sehr mächtig geworden. Aber nur eine handvoll Planeten unterliegt seinem Kommando. Wenn eines der Sternentore nicht angewählt werden kann…

Teal’c: Ist das vermutlich der Ausgangsort des Angriffs.

Bra’tac (nickt): Hoffentlich einer der Planeten, deren Wahlcode mir noch einfällt.

Er beginnt eine Adresse einzugeben.


Szene: X-302

Carter: Bereithalten für Hauptraketenzündung.

MK: Verstanden, Abydos. Wir stellen Funkkontakt über Set-Con 3 her, sobald Sie wieder in die Atmosphäre eintreten.

O’Neill: Aktiviere Raketentriebwerk.

Er legt ein paar Schalter um und der Flieger schießt davon hinaus ins Weltall.
Im Kontrollraum warten alle gespannt auf irgendeine Antwort und dann:

O’Neill: Missionskommando, hier Abydos Eins. Empfangen Sie uns?

MK: Klar und deutlich, Abydos Eins.

O’Neill: Höhe 500 km, steigen weiter. Geschwindigkeit vierzigtausend Kilometer pro Stunde.

Carter: Gebe Koordinaten in den Hyperraumgenerator ein.

Sie gibt die Abydoskoordinaten ein.

Hammond: Alles Gute, Colonel, Major. Von uns allen.

Jonas steht neben ihm und macht eine Geste, die verdeutlichen soll, dass er seine Daumen drückt. Hammond tut es ihm gleich.

O’Neill: Danke, Sir. Machen wir uns an die Arbeit.

Carter: Aktiviere Hyperraumfenster.

Der Hyperraum taucht vor ihren Augen auf, doch irgendwas scheint nicht zu funktionieren. Sie fliegen mit einem ruckartigen Richtungswechsel nach rechts an dem Fenster vorbei.

MK: Abydos Eins, hier Missionskommando, hören Sie mich? Wir empfangen noch immer Ihr Funksignal.

O’Neill: Carter?

Carter: Keine Ahnung, Sir.

O’Neill: Missionskommando, wir haben das Fenster verpasst.

MK: Abydos Eins, bitte um Erklärung.

Carter: Der Autopilot hat in letzter Sekunde eine Kursänderung vorgenommen, Missionskommando. Sollen wir es noch mal versuchen?

MK: Negativ, Abydos Eins. Kehren Sie zum Stützpunkt zurück. Mission erfolglos abgebrochen.

Sam schließt ihre Augen und haut leicht ihren Kopf gegen den Sitz.

O’Neill: Ich hasse diesen Spruch.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Noch immer wird eifrig herumgewuselt, als Sam und Jack hereinkommen.

Hammond: Colonel, Major, ich bin froh, dass es Ihnen gut geht.

O’Neill: Im Moment schon, Sir.

Carter: Sie analysieren noch den Flugdatenschreiber, aber es sieht nach einem 605-3 Fehler aus.

Hammond: Verzeihen Sie bitte?

O’Neill: Das ist der, der nach 605-2…kommt.

Carter (grinst ihn leicht an): X-302 konnte das Ziel nicht fixieren, nachdem das Fenster offen war. So kam es zum Abbruch. Eine der integrierten Sicherheitsvorrichtungen.

McKay (steht von seinem Stuhl auf und nimmt sein Headset ab): Was ist schief gelaufen?

Carter: Das Hyperraumfenster war instabil. Wir dachten, wir hätten die vom Naquadria abgegeben Energiefluktuationen kompensiert, aber… offenbar nicht.

Jonas (am essen): Ich glaube, das geht nicht.

O’Neill: Offenbar hätten Carter und ich in Stücke gerissen werden können.

Carter: Die Möglichkeit dafür war gering, Sir. (Sie sehen sich an)

McKay: Wahrscheinlicher ist es, dass Sie an einem unbekannten Ziel gelandet wären ohne auszureichenden Treibstoff und Sauerstoff für den Weg zurück.

Hammond: Kann dieses Problem gelöst werden.

Carter: Wir wissen nicht einmal, warum dieses Problem existiert, Sir.

McKay: Sie hatten Glück. Kaum vorstellbar, welchen Schaden ein instabiles Hyperraumfenster anrichtet.

Sam lächelt gezwungen.

Hammond: Demnach sind wir auf uns selbst angewiesen.

Sam nickt gequält. Und noch ein letzter Blick Richtung McKay, der so viel sagt, dass sie ihn am liebsten gegen die nächste Wand klatschen würde.


Szene: Sams Labor, SGC

Sam arbeitet an dem Problem, als Jack hereinkommt.

O’Neill: Hey. Warum hocken Sie nicht unten mit den anderen Eierköpfen zusammen? Nicht, dass Sie… ein Eierkopf wären…

Sie sieht ihn an und zieht ihre Augenbrauen hoch.

O’Neill: Na ja, irgendwie sind Sie das schon… aber in positiver Hinsicht.

Sam lächelt leicht, aber sie ist wirklich deprimiert, als sie zurück auf ihren Labtop schaut.

Carter: Ich konnte da unten nicht denken. Alle haben… Antworten von mir erwartet.

O’Neill: Tja, Sie haben das Talent brillante Ideen aus den Hut zu zaubern.

Sie schaut wieder zu ihm und er schaut hinunter auf ihren Tisch und dann schaut er zu ihr auf.

O’Neill: Kopf! Aus Ihrem Kopf…. Wenn Sie ihn einsetzen.

Carter: Heute nicht.

O’Neill: Tja, Sie haben ja noch ein paar Tage.

Carter: Sir, ich glaube nicht, dass ich das lösen könnte, selbst wenn ich ein paar Jahre hätte.

O’Neill: Carter, höre ich da etwa Angst in Ihrer Stimme?

Carter: Ja, sogar sehr viel Angst, Sir.

O’Neill: Dann hören Sie auf damit. Das macht mich nervös.

Carter: Was ist mit Ihnen, Sir? Irgendeine Idee? Manchmal können Sie die Dinge aus ihrer ganz einfachen Sicht betrachten. Aber dennoch wirkungsvoll.

O’Neill (ist erstaunt und auch etwas sprachlos): Danke.

Sie lächelt leicht und er erwidert es.

O’Neill: Ich glaub, ich geh nen Stück Kuchen essen.

Er macht sich auf den Weg ihr Labor zu verlassen, bis Sam dann auch aufsteht.

Carter: Da schließe ich mich an.

Doch nix mit Kuchen. Der Alarm geht los. Die beiden rennen – eigentlich humpelt Jack mehr, als das er rennt – die Korridore entlang, als es plötzlich ganz dunkel wird.


Szene: Kontrollraum, SGC

Davis: Wir stellen einen weitgehenden Verlust der Energie fest, Sir.


Szene: Torraum, SGC

Durch die Scheibe sehen wir, wie Sam und Jack in den dunklen Torraum gelaufen kommen. Und gerade als sie sich zum Tor umdrehen, erscheint en schwarzer Nebel auf der Rampe. Es ist Anubis.

Anubis: Ich bin Anubis.

Carter: Sieht aus wie eine holografische Projektion.

Anubis: Menschen von Tau’rie, das Ende eurer Tage nähert sich schließlich. Und es wird keine Gnade geben.

O’Neill (zu Carter): Och, kommen Sie, wer redet denn so?

Carter: Sir, das ist Asgard-Technologie. Er muss sie von Thor kopiert haben.

Anubis: Ihr werdet euch meiner Allmacht beugen müssen. Nichts kann die Zerstörung verhindern, die ich über euch bringen werde. Bereitet euch auf euer Ende vor.

Und dann verschwindet er.

Sam und Jack sehen sich an.

O’Neill: Oh bitte!


Fortsetzung folgt…

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