5.21 Die Entscheidung
Meridian

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O’Neill: Abgesehen von der Tatsache, dass Sie in den letzten fünf Jahren eine ziemlich Nervensäge gewesen sind, habe ich, ich… ich hatte, ähm, gelernt Sie zu bewundern, ein wenig sozusagen.

Daniel: Richtig rührend.
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Szene: Torraum, SGC

SG-1 kommt durch das Tor. Daniel geht vorne weg, er hält seine Hände hoch, als ein Zeichen, dass ihn niemand berühren soll. An einer Hand trägt er einen Verband.

Carter: Die Krankenstation muss alarmiert werden. Daniel war starker Strahlung ausgesetzt.

Hammond schaut hinauf zu Tech Davis, der wie immer im Kontrollraum sitzt.

Hammond: Ein Sanitätsteam in den Torraum.

Tech Davis: Sanitätsteam zu Alpha 2. Wiederhole: Sanitätsteam zu Alpha 2.


Szene: Korridor, SGC

Der Rest von SG-1 folgt Daniel.

Hammond: Colonel, was ist passiert?

O’Neill: Mir sind die Einzelheiten nicht ganz klar, Sir.

Teal’c: Wir waren bei diesem Zwischenfall nicht anwesend.

Auf halben Weg kommt ihnen ein Ärzteteam entgegen.

Daniel: Nicht anfassen!

Er presst sich an die Wand.

Carter: Er hat radioaktive Strahlung abbekommen.

Janet wartete bereits auf sie.

Fraiser: Auf die Isolierstation.

Janet bleibt bei Sam, die ziemlich durch den Wind zu seinen scheint.

Fraiser: Wissen Sie welche Strahlung und wie viel?

Carter: Er war einer instabilen radioaktiven Variation von Naquadah ausgesetzt. Wir befürchten seine rechte Hand hat eine Dosis von acht bis neun Ray Neutronenstrahlung im direkten Kontakt erhalten. Der gesamte Körper etwa sieben Ray.

Fraiser: Oh mein Gott.

Hammond: Doktor?

Sam dreht sich zu ihm um.

Carter: Es ist eine tödliche Dosis, Sir.

Hammond und Jack sehen sie geschockt an.


INTRO

Szene: Besprechungsraum, SGC

Hammond kommt aus seinem Büro, während die anderen von SG-1 bereits am Tisch sitzen und auf ihn warten.

Hammond: Sie können sitzen bleiben.

Er setzt sich an den Kopf des Tisches.

Hammond: Dr. Fraiser hat mir erklärt, dass wir im Augenblick nichts mehr für Dr. Jackson tun können. Jetzt möchte ich gerne wissen was passiert ist.

Jack deutet auf Sam.

Carter: Wie Sie aus unserem Bericht erfahren, ist Kelowna eins von den drei großen Reichen auf 4C3. Wie wir bei unseren Erkundungen feststellen konnten, gibt es dort etwa einen ähnlichen Entwicklungsstand wie in den Vereinigten Staaten in den 40er Jahren. Es gibt erhebliche politische Spannungen zwischen den unterschiedlichen Großreichen.

O’Neill: So ne Art Kalter Krieg, Sir.

Carter: Die Kelownaner haben ihr Stargate vor etwa fünfzehn Jahren entdeckt und in einem Tempel haben sie eine ganze Anzahl von interessanten Goa’uld.-Artefakten aufbewahrt.

Teal’c: Ihr Wissen was das Tor angeht ist begrenzt.

Carter: Aber ihr Interesse ist groß. Als wir ihnen erklärt haben, was wir ihnen anbieten, wollten sie uns sofort jede Technologie zur Verfügung stellen, die als Gegenleistung dienen könnte.

RÜCKBLICK

Szene: Ein großes Gebäude in der Stadt

Es sieht aus wie auf der Erde. Alles zugebaut mit Häusern, Fabriken und mittendrin kann man noch winzige kleine grüne Flächen sehen.

SG-1 treten durch eine Eisentür in einen Korridor. Sie sehen sich um und ein junger Mann steht vor ihnen.

Jonas: Was für eine Überraschung. Es freut mich euch kennen zu lernen. Mein Name ist Jonas Quinn, ich bin Berater unseres Hohen Ministers.

O’Neill: Eure Sicherheitsvorkehrungen sind ziemlich aufwendig, hm?

Jonas: Wie euch sicherlich mitgeteilt wurde ist dies eines unserer geheimsten und wichtigsten Forschungslabors…

Er verstummt, als er Teal’cs Jaffa-Symbol auf der Stirn sieht. Mit seiner eigenen Hand fasst er sich an seine Stirn. Daniel schaut zu Teal’c und dann wieder zurück. Er beugt sich nach vorne und streckt seine Hand aus.

Daniel: Daniel Jackson.

Jonas schüttelt die Hand erfreut.

O’Neill: Colonel Jack O’Neill, Major Sam Carter (Sie schüttelt ihm die Hand), und der große Schweiger da heißt Teal’c.

Teal’c nickt ihm in seiner gewohnten Art zu.

Jonas: Teal’c. Eure Ankunft auf unseren Planeten ist ein außerordentliches Ereignis. Ich habe die Ehre euch diese Einrichtung zu zeigen. (Er dreht sich zum Gehen um) Bitte folgt mir.


GEGENWART

Szene: Besprechungsraum, SGC

Carter: Er ist ein Berater des Hohen Ministers.

O’Neill: Und der ist so was Ähnliches wie unser Präsident.

Carter: Wenn wir das richtig verstanden haben, ist Jonas dafür verantwortlich die Forschung aus ethischer Sicht zu überwachen.

O’Neill: Ja, wie auch immer.

Carter: Er hat an den angesehnsten Einrichtungen seines Landes studiert. Ähm, Sozialethik, alte kelowanische Geschichte…

O’Neill: So ein richtiger Streber, Sir. Er und Daniel verstanden sich ausgezeichnet.


RÜCKBLICK

Szene: Korridor, Kelowna

Jonas führt sie durch die Einrichtung.

Daniel: Wenn ihr uns den Ort zeigt, wo das Sternentor und die alten Artefakte entdeckt wurden, könnten wir mit der Radiokabonanalyse feststellen wir alt sie sind und wann sie hergebracht wurden.

Jonas: Ich bin mir sicher, das lässt sich einrichten. Unsere Geologen glauben, sie haben nur einen Bruchteil von dem entdeckt, was da begraben sein könnte. Es gibt eine Unmenge außerirdischer Aufzeichnungen.

Daniel: Teal’c und ich könnten bei der Übersetzung behilflich sein.

O’Neill: Daniel.

Jonas: Wie ich von unseren Hohen Minister erfahren habe, hat euer Wissen auch seinen Preis. Deswegen seid ihr ja auch hier.

O’Neill: Ah, versteh uns nicht falsch. Wir helfen euch gern, soweit uns das möglich ist, allerdings haben wir uns schon ein paar Mal die Finger verbrannt.

Daniel: Es geht gar nicht so sehr um eine Gegenleistung, die wir erwarten…

Carter: Wir wollen euch zunächst mal kennen lernen.

O’Neill (zeigt auf Sam): So ist es.

Jonas: Na schön, wir hoffen euch einiges von Interesse zeigen zu können. Hier entlang.

SG-1 geht voran eine kleine Treppe hinauf. Sie kommen in ein großes Labor, wo viele Geräte herumstehen, die Sam vermutlich begeistern. Dennoch stehen sie hinter einer Trennwand. An einem Tisch stehen Wissenschaftler mit Schutzanzügen. Sie scheinen an etwas sehr Gefährlichem zu arbeiten. Die Lampen leuchten blau auf und die Wissenschaftler nehmen die Masken ab.

Jonas: Jetzt können wir reingehen.

Jonas öffnet ihnen eine weitere Stahltür und sie betreten das Labor.

Jonas: Das ist Toma Lee. (Er zeigt auf einen der Wissenschaftler und geht auf ihn zu) Er ist Chefphysiker, der die Arbeit an unserem schwierigsten Projekt leitet.

Auf dem Tisch steht ein runder Behälter mit einem Gegenstand drin.

Jonas: Toma, das ist das SG-1 Team vom Planeten… Erde.

Toma: Freut mich sehr.

Carter (deutete auf den Behälter): Was ist das?

Toma: Den Gegenstand, den wir gerade untersuchen, stammt aus einem alten Tempel und gehört offenbar einer Rasse, die sich Goald nennte.

Teal’c: Goa’uld.

Jonas: Wirklich?

Er nickt ein paar Mal.

Toma: Er enthält eine Mineralsubstanz, die hoch radioaktive Eigenschaften aufweist. Unsere Experimente lassen dahin ein gigantisches Energiepotential erkennen.

Jonas: Die Übersetzung von Inschriften, die wir gefunden haben, nennen dieses außerirdische Element Naquadrir.

Daniel: Ähm, Naquadah.

Jonas: Nein, aber diesen Begriff haben wir in dem gleichen Text entdeckt. Hier handelt es sich um Naquadrir.

Carter: Dann ist das ein Gerät, was zur Energieerzeugung gedient hat?

Jonas: Nicht direkt, nein.


GEGENWART

Szene: Besprechungszimmer, SGC

O’Neill: Die waren dabei ne Bombe zu bauen, Sir.

Carter: Sie hatten sicher noch keine einsatzfähige Waffe, aber bei Erfolg wäre sie ebenso mächtig gewesen wie ein mit Naquadah verstärkter Nuklearsprengsatz.

Teal’c: Die Kelowaner befürchten eine Besetzung durch die anderen Großreiche. Die Waffe diente nur zum Erhalt ihrer Freiheit.

Hammond: Das hört sich ganz nach einer Situation an, in die wir uns besser nicht einmischen sollten.

Carter: Ja, Sir.

O’Neill: Darüber müssen wir uns nicht den Kopf zerbrechen, General.

Hammond: Wieso nicht?

O’Neill: Ich glaube nicht, dass die noch auf unsere Hilfe wert legen.

Hammond: Hat das was damit zutun, wie Dr. Jackson dieser Menge von Radioaktivität ausgesetzt wurde?

Carter: Wir haben uns die Stadt angesehen. Daniel ist mit Jonas in der Forschungseinrichtung geblieben. Sie können sich sicherlich vorstellen, wie leidenschaftlich er die Kelowaner davon überzeugen wollte, dass der Bau einer großen Bombe nicht unbedingt die Lösung ihrer Probleme bedeuten würde.

O’Neill: Trotzdem wissen wir nicht –

Hammond (unterbricht ihn): Colonel, was wissen Sie wirklich?

Jack und Sam sehen sich einen Moment an. Man kann in ihren Blick sehen, dass sie noch etwas verheimlichen.

Carter: Die Kelowaner behaupten Daniel hätte versucht ihre Forschung zu sabotieren.

O’Neill: Das ist eine Lüge, General.

Teal’c: Ich glaube genauso wenig, dass es wahr ist.

Carter: Sie haben uns nur widerwillig erlaubt ihn mitzubringen.

O’Neill: Tatsache ist, die Kelowaner wollten uns nicht mehr dort haben.

Carter: Aber sie verlangen, dass er zurückkommt, damit sie ihn vor Gericht stellen können… falls er überlebt.

Hammond: Wie hat Dr. Jackson den Zwischenfall geschildert?

Szene: Krankenstation. SGC

Daniel sitzt auf dem Krankenbett.

Daniel: Der Übelkeit folgen Krämpfe und Koordinationsstörungen. Hautgewebe und Gehirnsubstanz und innere Organe fangen an sich zu zersetzen. Es gibt nichts was diesen Prozess aufhält. Unter Berücksichtigung der Strahlendosis, die ich abbekommen habe, wird das etwa in den nächsten zehn bis fünfzehn Stunden geschehen. Bis dahin werde ich wahrscheinlich innerlich verbluten und ich wüsste keine medizinische Behandlung, die das verhindern könnte.

Er lächelt Jack gezwungen an, der ihn geschockt ansieht.

O’Neill: Möglicherweise nur keine, die wir kennen.

Daniel: Wir können nicht jedes mal unsere außerirdischen Verbündeten rufen, wenn jemand in Gefahr ist (Jack will was erwidern, aber Daniel lässt ihn nicht) und es bringt auch nichts zu sagen, bei mir wäre das etwas anderes, denn ich bin nicht wichtiger, als irgendwer sonst.

[Das glaubt er doch nicht wirklich, oder??????]

O’Neill: Was ist passiert?

Daniel: Das spielt doch keine Rolle.

O’Neill: Doch das tut es. Sie haben nichts sabotiert, das ist Unsinn.

Daniel: Es war ein Unfall. Die Wissenschaftler wollten nicht von ihrer Regierung dafür verantwortlich gemacht werden. Da war es wohl leichter mir die Schuld dafür zu geben.

O’Neill: Und das akzeptieren Sie?

Daniel: Nein, aber ich kann nicht viel dagegen unternehmen.

O’Neill: Doch, das können Sie.

Daniel: Wenn die mir dafür die Schuld geben wollen, dann wird meine Aussage daran nichts ändern. Vor etwa zehntausend Jahren hat ein Goa’uld das gleiche Experiment durchgeführt und er hat dabei den ganzen Planeten in die Luft gesprengt. Das habe ich ihnen erklärt, aber die wollten nicht auf mich hören. Sie werden diese Bombe bauen und nichts was wir sagen wird sie davon abbringen.


Szene: Hammonds Büro

Jack kommt gerade zur Tür herein.

Hammond: Die Asgard haben sich immer noch nicht gemeldet. Wir versuchen Jacob Carter zu erreichen, aber wir haben gehört, dass er auf einer Mission ist, um die letzten lebenden Tok’ra in Sicherheit zu bringen.

O’Neill: General, wir haben doch Geheiminformationen über einen Sarkophag?

Hammond: Der Missionsbericht von SG-3 vor zwei Monaten.

O’Neill: Ja, Sir.

Hammond: Wir beide kennen die negativen Nachwirkungen dieser Technologie.

O’Neill: Aber Daniel hat mit diesen Dingern gute Erfahrungen gemacht. Warum sollte das jetzt schaden?

Hammond: Aber SG-3 hat in ihren Bericht auch ganz klar erklärt, dass der Sarkophag schwer bewacht wird. Deshalb würde der Versuch ihn mitzunehmen wahrscheinlich zu erheblichen Opfern führen, weshalb ich eine Mitnahme ausdrücklich untersagt habe.

O’Neill: Sir…

Hammond: Colonel, bitte glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass ich genauso wie Sie empfinde.

O’Neill: Ja, Sir.


Szene: Carters Labor

Jack kommt herein, während Sam an ein paar Auswertungen arbeitet.

O’Neill: Sind Sie schon weiter?

Carter: Na ja, ich habe ein paar Berechnungen angestellt.

O’Neill: Irgendwas was Daniel hilft?

Carter: Schön wär’s.

Jack stützt sich auf ihren Tisch ab und sieht sich die Befunde auf ihrem Bildschirm an.

Carter: Aufgrund der Menge an Radioaktivität, der Daniel nach Angaben der Kelowaner ausgesetzt war, habe ich die Menge an Energie errechnet, die dabei produziert wurde.

O’Neill: Und?

Carter (schüttelt den Kopf): Das Potenzial ist astronomisch, Sir. Selbst eine sehr geringe Menge des instabilen Elements, mit denen sie arbeiten, hat einen Energieimpuls abgegeben, der größer ist als alles was ich bisher für möglich gehalten hätte. Wesentlich mehr als Waffentaugliches Naquadah, glauben Sie mir, es wäre eine massive nukleare Reaktion notwendig, um diese Menge zu erreichen.

O’Neill: Und?

Carter: Sir, das könnte das fehlende Bauteil sein in Hinblick auf die Produktion von so viel Nuklearenergie, die nötig ist, um ein Hyperraumfenster zu generieren. Oder um die Schilde herzustellen, die die Goa’uld benutzen, um ihre Mutterschiffe zu schützen. Sir, wir müssen uns dieses Element besorgen.

O’Neill: Oh.

Er nickt, aber scheint so ziemlich nichts von dem verstanden zu haben, was Sam ihm gerade versucht hat zu erklären.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Sam und Jack sitzen zusammen mit Hammond an dem großen Tisch.

Hammond: Inzwischen glaubt die kelowanische Regierung, dass Dr. Jackson ihre Forschung sabotiert hat.

O’Neill: Das ist eine Lüge. Sie benutzen Daniel als Sündenbock.

Hammond: Sie haben aber auch gesagt, dass er vor dem Vorfall eindringlich dieses Projekt kritisiert hat. Keine guten Vorraussetzungen für diplomatische Beziehungen.

O’Neill: Wer interessiert sich noch für diplomatische Beziehungen? Es geht hier um Daniels Leben!

Carter (seufzt): Sir, ich weiß was Sie empfinden und mir geht es genauso, aber ich kann nicht deutlich genug sagen, wie wertvoll dieses Element für uns wäre.

Hammond: Ich werde eine Botschaft an die kelowanische Führung schicken.

O’Neill: General! Sie wollen doch wohl nicht vor diesen Typen kapitulieren! Das sind verlogene Mistkerle!

Hammond: Aber die Regierung kennt die Wahrheit nicht.

O’Neill: Dann bringen wir sie darauf.

Hammond: Sie werden uns wohl kaum eher glauben als ihren eigenen Experten, vor allem dann nicht, wenn das, was wir ihnen beibringen wollen, höchst peinlich für sie wäre. Und es bedeutet einen erheblichen Nachteil für Sie bei weiteren Verhandlungen.

O’Neill: Sir! Sie können nicht zugeben, dass Daniel schuldig ist!

Hammond: Sie müssten mich besser kennen, Jack. Ich werde ihnen klarmachen, dass wir so ein Verhalten nicht angeordnet hatten und solch eine Sabotage nicht gutheißen können, beides entspricht der Wahrheit. Und so können wir hoffentlich den Weg freimachen für weitere diplomatische Verhandlungen, die irgendwann dazu führen, dass wir mit ihrem Einverständnis an das Naquadrir kommen.

Jack will das alles nicht hören. Noch während Hammond spricht, schüttelt dieser seinen Kopf und sagt: Aaah, das darf doch nicht wahr sein.

Hammond: Ich befehle Ihnen diese Botschaft zu überreichen.

O’Neill: Wie schön… Sir.


Szene: Kelowna

Jack geht auf Jonas zu.

O’Neill: Hey.

Jonas (überrascht): Colonel O’Neill. Ich bin überrascht dich zu sehen.

O’Neill: Ich habe eine Botschaft von meinem Boss für deine Führer, okay?

Jonas: Das ist bestimmt eine Entschuldigung.

O’Neill: Nehme ich kaum an. Dir ist klar, dass ich weiß, dass ihr alle lügt.

Jonas: Wie geht es Dr. Jackson?

O’Neill: Nicht gut.

Jonas: Tut mir leid das zu hören. Zwei Wissenschaftler, die bei ihm waren, sind bereits tot, die anderen werden bald sterben. Ihr Tod war… grauenvoll.

O’Neill: Also, mein Boss findet die Anschuldigung gegen Daniel abzustreiten wäre Zeitverschwendung.

Jonas: Er ist ein weiser Mann. Ich verstehe nur nicht, warum deine Regierung immer noch versucht eine Beziehung zu uns aufrecht zu erhalten.

O’Neill: Weil wir was von dem Zeug wollen, mit dem ihr rumexperimentiert. Meine Regierung glaubt immer noch, sie könnte das durch Verhandlung erreichen.

Jonas: Das Naquadrir ist sehr selten und extrem wertvoll für uns. Ich glaube meine Regierung würde dem kaum zustimmen.

O’Neill: Ja, dachte ich mir schon. Deswegen bin ich hier.

Jonas: Ich verstehe nicht ganz.

O’Neill: Ich habe mich nur bereit erklärt die Botschaft zu überbringen, weil ich dich sehen wollte.

Jonas: Warum?

O’Neill: Weil Daniel zugrunde geht.

Jonas: Und jetzt willst du jemanden die Schuld dafür geben?

O’Neill: Ich lasse ihn nicht mit diesem Vorwurf sterben. (Jetzt wird er wütend) Es interessiert mich nicht wie wertvoll dieses Zeug für irgendjemanden ist! Glaube mir, ich werde mit allen Mitteln verhindern, dass meine Regierung eine Schuld von Daniel zugeben wird!

Jonas: Was willst du von mir?

O’Neill: Nur, dass du die Wahrheit sagst.

Jonas: Das kann ich nicht. Selbst wenn ich es wollte. Ohne die Unterstützung der anderen Wissenschaftler –

O’Neill (unterbricht ihn): Hör zu. Wir sitzen nur in der Patsche, weil du und deine Freunde verlogene Feiglinge sind, die ihre eigene Inkompetenz verstecken wollen!

Jonas: Colonel, wir brauchen unbedingt diese Waffe, die wir entwickeln. Ohne sie könnte das kelowanische Volk von seinen Nachbarn überrannt werden, die in diesem Moment ihre eigenen Vernichtungswaffen entwickeln. Wir sind bereit alles zutun, was notwendig ist, um unsere Freiheit zu behalten und für Frieden auf diesen Planeten zu sorgen.

O’Neill: Okay, ich möchte eines klarstellen. Ich glaube das war genau der Punkt, um den es Daniel ging. Eine Massenvernichtungswaffe kann nur für einen Zwecke eingesetzt werden. Du glaubst vielleicht, dass sie Frieden und Freiheit garantiert, aber ich versichere dir, dass sie nie die Wirkung haben wird, die du dir erhoffst, solange du sie nicht… auch einsetzt! Und um das deutlich zu machen. Wir wollen das Zeug nur haben, weil es eingesetzt werden kann, um Schutzschilde herzustellen. Aber von mir aus, macht doch was ihr wollt. Sprengt euch selbst in die Luft.

Ohne Jonas die Chance eine Antwort zu geben, lässt er ihn alleine stehen.


Szene: Krankenstation, SGC

Eine Schwester wickelt Daniel neu mit Verbänden ein. Sam beobachtet all dies vom Beobachtungsraum der Krankenstation aus. Janet kommt zu ihr und legt ihr tröstend eine Hand auf die Schulter.

Carter: Er sieht furchtbar aus.

Fraiser: Und es wird noch schlimmer werden. Es wird hoffentlich schnell gehe.

Sam scheint wirklich Mühe zu haben, sich und ihre Nerven unter Kontrolle zu behalten.

Carter: Ich bin mir sicher, Sie tun alles was in Ihrer Macht steht.

Fraiser: Beruhigungsmittel und Schmerztabletten. Mehr können wir nicht für ihn tun. Sie haben keine Vorstellung, wie schmerzhaft das Ganze für ihn ist. (Sam schließt für einen Moment ihre Augen) Wissen Sie, ich sage so etwas normalerweise nicht, weil es gegen meine Berufsauffassung verstößt, aber es wäre viel besser für ihn, wenn wir…

Sie kann die Worte nicht aussprechen, aber Sam weiß auch so, was gemeint ist. Schmerzen oder Sterben.


Szene: Sicherheitsraum, SGC

Sam öffnet einen Tresor und holt das Heilungsgerät der Tok’ra heraus.


Szene: Krankenstation, SGC

Sam geht zu Daniel, während Jack, Hammond und Teal’c sich as ganze vom Beobachtungsraum mit ansehen.

Carter: Daniel.

Er kann kaum noch seine Augen öffnen. Seine Haut ist mit offenen Wunden bedeckt und er scheint wirklich große Schmerzen zu haben.

Carter: Ich habe das bisher noch nicht vorgeschlagen, weil ich mir nicht sicher bin, wie dieser Apparat einzusetzen ist. Es könnte alles noch schlimmer werden.

Daniel nickt unter Schmerzen. So viel schlimmer kann es doch im Grunde gar nicht mehr werden. Sam nickt ebenfalls, wirft Janet einen letzten Blick zu, diese nickt und Sam hält das Heilungsgerät über Daniel. Es fängt an zu leuchten und Sam fährt damit über seinen Körper. Plötzlich jedoch fängt Daniel an sich unter qualvollen Schmerzen zu verkrampfen, es scheint so, als ob Sams Worte Realität geworden sind.

Fraiser: Er hat Krampfzustände! Wir spritzen ihm fünf Milliliter Vallium.

Carter (total aufgelöst): Es tut mir leid! (Man will sie vom Bett wegzerren, aber sie wehrt sich.) Es tut mir leid!

Sie wird dennoch zur Seite geschafft.

Fraiser: Wir müssen ihn auf die Seite legen. Das Vallium ist drin. Beatmungsgerät bereithalten und zwei Gramm Magnesiumsulphat verabreichen. Wieder auf den Rücken legen.

Carter schaute geschockt zu Jack, Hammond und Teal’c hoch, aber die können auch nichts machen, außer zuzusehen.

Plötzlich scheint alles um Daniel herum dunkel zu werden und wir sehen ihn, wie er aus den Dunklen in den Torraum geht. Alles scheint verlassen zu sein, nur eine Person steht auf der Rampe. Es ist Oma. Sie trägt ein weißes Gewandt und von ihr geht ein gewisses Licht aus. Wir können nichts außer das Stargate sehen.

Oma: Dein Schicksal liegt in deinen Händen.

Daniel sieht sie verwirrt an.


Szene: Krankenstation, SGC

Es ist dunkel. Daniel ist in noch mehr Verbänden eingewickelt. Man kann ihn kaum noch sehen. Jack kommt herein. Jack weiß nicht genau was er tun soll.

Daniel: Hey, Jack.

O’Neill (leise): Hey.

Er setzt sich neben ihm auf einen Stuhl.

O’Neill: Ich, ähm, ich wollte nur… Ich bin wirklich nicht gut in so was.

Daniel: Ja, das ist wahr. Ich habe gehört, wie Sam gesagt hat, das Naquadrir könnte eine wichtige Entdeckung sein.

O’Neill: Ja… offensichtlich. (Für ihn ist es wirklich nur nebensächlich.) Falls wir was bekommen könnten. Ach, übrigens, ich habe versucht Jonas noch einmal Ihren Standpunkt zu erklären.

Daniel: Er ist in einer schwierigen Situation.

O’Neill: Sie werden nicht die Schuld auf sich nehmen und es ist mir egal was geschieht.

Sehen wir da etwa ein kleines Lächeln von Daniel unter den ganzen Verbänden?

Daniel: Wieso ist das wichtig?

O’Neill (ihm fällt es nicht leicht das zu sagen): Abgesehen von der Tatsache, dass Sie in den letzten fünf Jahren eine ziemlich Nervensäge gewesen sind, habe ich, ich… ich hatte, ähm, gelernt Sie zu bewundern, ein wenig sozusagen.

Daniel: Richtig rührend.

O’Neill: Ich will nicht, dass in Ihren offiziellen Unterlagen davon was steht.

Daniel (schließt seine Augen): Oma.

O’Neill: Was?


Szene: Vision

Daniel und Oma stehen noch immer am Gate.

Daniel: Oma Desala. Ich wusste, dass wir uns schon einmal gesehen hatten, aber du siehst ganz anders aus.

Oma: Blitzlichtgewitter, Funkenregen, einen Wimpernschlag lang hast du mich gesehen.

Daniel: Na schön. Was hast du damit gemeint 'Mein Schicksal liegt in meinen Händen’?

Oma: Wenn die Sinne erleuchtet werden, wird der Geist befreit und der Körper zählt nicht mehr.

Daniel: Du meinst den Aufstieg, richtig? Den Aufstieg in eine andere Ebene der Existenz. Soll das heißen, dass ich das könnte? So werden wie du?

Oma: Beende die Reise, die du begonnen hast.

Sie dreht sich um und setzt sich ans Ende der Rampe.

Oma: Nur dann bist du in der Lage den Weg zum großen Pfad zu finden.

Daniel: Was soll ich denn tun?

Oma: Streif deine Bürden ab.

Daniel: Okay, sagen wir mal das hätte ich getan, was ist der zweite Schritt?

Oma: Ein großer Mann kann sich nicht im kurzen Gras verstecken.

Daniel: Tut mir Leid, ich habe wirklich keine Zeit für diese Art von Unterhaltung.

Oma: Niemand erlangt Erleuchtung, wenn er von dem Tod davonläuft.

Daniel: Sag mir was ich tun soll.

Oma: Viele Wege führen zum großen Pfad. Nur die, die willens sind finden den Weg.

Daniel: Na schön, ich bin willens. Also, lass uns gehen, ich meine, was du tun musst… erleuchte mich.

Oma: Der Fluss erzählt keine Lügen, doch die, die am Ufer stehen – die unehrlichen Menschen – hören sie trotzdem.

Daniel: Na klar. Ich wusste, dass es nicht einfach ist.


Szene: Krankenstation, SGC

Jack sitzt noch immer bei Daniel am Bett. Er fährt sich niedergeschlagen mit der Hand über seine Augen. In diesem Moment betreten Hammond und Jonas den Beobachtungsraum. Jack sieht sie und geht zu ihnen.


Szene: Beobachtungsraum, SGC

O’Neill: Was machst du denn hier?

Jonas: Man hat mir freundlicherweise die Einreise gewährt. Ich habe das mitgebracht.

Er hält Jack eine geschlossene, schwarze Box hin. Jack nimmt sie an.

Jonas: Unser gesamter Vorrat.

O’Neill: Wieso?

Jonas: Die Daten, die während des Unfalls aufgezeichnet wurden, demonstrierten potenzielle Kraft dieser Waffe, die alle Vorstellungen sprengt. Ich weiß nicht was schlimmer war, zuzusehen auf welche Weise meine Freunde starben oder der Ausdruck offener Freude auf den Gesichtern meiner Führer, als sie von der Kraft dieser Waffe erfuhren. Die wollten wissen, wann sie Einsatzbereit ist. Ich habe ihnen gesagt, was wirklich passiert ist.


RÜCKBLICK

Szene: Kelowna

Daniel und Jonas gehen durch die Einrichtung.

Jonas: Ich habe übrigens dein Buch gelesen.

Daniel: Ach ja? Ich habe es dir doch gestern erst gegeben.

Jonas: Ich lerne schnell. Deshalb konnte ich in meinem Alter schon soweit kommen.

Daniel: Und?

Jonas: Es wird sich bei den Übersetzungen als ganz nützlich erweisen.

Daniel: Ich habe etwas mehr Begeisterung erwartet.

Jonas: Nichts für ungut. Mich interessiert einfach mehr was da draußen ist. Die Sternentorreise.

Daniel: Tja, glaub mir, was immer ihr für Probleme mit euern Nachbarvölkern habt, sie werden euch lächerlich erscheinen, wenn ihr erst einmal da draußen wart.

Jonas: Tut mir Leid, solange wir nicht mehr Details kennen, kann ich nicht viel tun.

Daniel: Dir ist vielleicht nicht klar, dass ihr bereits Beweise dafür auf euern Planeten habt.

Sie bleiben stehen. Jonas sieht ihn verwirrt an.

Daniel: Der Tempel, in dem sich das Tor befindet, wurde von einer mächtigen und hoch entwickelten Rasse bewohnt und alle Hinweise in dem Tempel deuten daraufhin, dass ihre Zivilisation durch eine Explosion vernichtet wurde.

Jonas: Unsere Wissenschaftler haben die Theorie aufgestellt, dass vor etwa zehntausend Jahren ein Asteroid auf unseren Kontinent einschlug und als Folge davon wurde die gesamte Zivilisation verschüttet.

Daniel: Oder sie experimentierte mit derselben Technologie, wie ihr heute und es kam so zur Katastrophe.

Jonas: Wenn das wahr ist, was du über potenzielle Feinde draußen in der Galaxie erzählst, dann brauchen wir die Waffe vielleicht mehr denn je.

Daniel: Dagegen kann ich nicht viel sagen, (sie gehen weiter) aber ein paar sehr kluge Leute haben mir erklärt, dass der Einsatz extremer Waffen durch eine Zivilisation, die noch nicht bereit dafür ist, zu einer Vernichtung führen kann.

Sie stehen im Labor. Es werden weiterhin Tests durchgeführt.

Jonas: Wenn du die Möglichkeit hättest, würdest du uns die Technologie vorenthalten?

Daniel: Ich kann nicht vorhersehen, was mit eurem Volk mit oder ohne diese Waffe geschieht, ich wünschte mir nur einen anderen Weg.

Jonas nickt.

Wissenschaftler: Die Energieproduktion erhöht sich um das zehnfache.

Toma: Unglaublich.

Sie fahren mit ihrem Test fort und plötzlich gehen von der Kugel Energiewellen aus.

Wissenschafter: Was war denn das?

Plötzlich geht eine noch größere Energiewelle von dem Gerät aus und die umstehenden Wissenschaftler werden zu Boden geworfen.

Toma: In Deckung! Haltet euch von der Scheibe fern! Die Strahlung kann das Glas durchdringen!

Jonas: Was ist passiert?

Toma: Das Gerät könnte explodieren.

Mehrere Geräte erleiden einen Kurzschluss.

Wissenschaftler (der auf dem Boden liegt): Wir müssen den Kern entfernen.

Toma verschwindet.

Jonas: Toma!

Die Wissenschaftler in dem Raum brechen wieder zusammen. Daniel versucht irgendwie einen Weg zu finden zu ihnen zu kommen.

Jonas: Dr. Jackson!

Schließlich zieht Daniel seine Waffe und zielt damit auf das Glas.

Jonas: Nicht, Dr. Jackson!

Daniel hört nicht auf ihn und schießt mehrmals. Dann springt er durch die Scheibe. Er rennt zu der Waffe und will den Kern entfernen, aber als er sie berührt, ist es zu heiß. Er bedeckt seine linke Hand mit seinen Ärmel und zieht den Kern heraus. Er schaut auf seine Hand. Er weiß, dass er gerade eine Überdosis radioaktive Strahlung abbekommen hat. Jonas steht nur vor dem zerbrochenen Glas und schaut auf ihn hinunter.


GEGENWART

Jonas: Ich bin beschämt, dass der Hohe Minister einfach nicht bereit ist Dr. Jacksons Heldentat anzuerkennen. Er hat unzählige Leben gerettet.


Szene: Vision

Daniel hat sich zu Oma auf die Rampe gesetzt.

Daniel: Unzählige können sterben.

Oma: Die Zukunft ist nie sicher. Du hast viele gerettet ohne auf dein Leben zu achten.

Daniel: Ich habe nur die Explosion verhindert.

Oma: Du glaubst, deine Reise ist noch nicht zu Ende.

Daniel: Eigentlich bin ich mir noch nicht ganz sicher, was der Zweck meiner bisherigen Reise war. Also, wenn es darum geht, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein… dann war mein Leben wohl ein ziemlicher Fehlschlag.

Plötzlich taucht Sam auf.

Carter: Sie sollten wissen, dass Jonas seine Meinung geändert hat.


Szene: Krankenstation, SGC

Sam sitzt mit Tränen in den Augen an Daniels Seite.

Carter: Er hat Naquadria für uns gestohlen. Er ist ein großes Risiko eingegangen, er hat es nur Ihretwegen getan. Es könnte sehr wichtig sein und ich wollte, dass Sie es wissen. Sie hinterlassen einen tiefen Eindruck bei den Menschen, Daniel. So wie Sie die Dinge sehen, das hat auch mich verändert. (Sie fängt an zu weinen und nimmt seine Hand) Ich… verstehe was jetzt wirklich wichtig ist und ich weiß nicht warum wir warten, bevor wir den Menschen sagen, was sie uns bedeuten. Ich hatte wohl einfach gehofft, dass du es immer wusstest.

Sie verdeckt ihre Augen, als noch mehr Tränen fließen.


Szene: Vision

Oma: Du kannst nie die Erleuchtung erreichen, wenn du nicht glaubst, dass du sie verdient hast.

Daniel: Ich fürchte, dann haben wir wohl ein Problem.


Szene: Krankenstation

Teal’c kommt mit einer ägyptischen Statue in seiner Hand haltend herein, während Janet die Verbände wechselt. Sie lässt Teal’c mit ihm allein.

Teal’c: Du hast mir das hier geschenkt. Du hast gesagt sein Geist wird im Leben danach seines Gleichen dienen.

Er stellt die Statue ab. Die Szene wechselt. Es ist in eine von Daniels Visionen, diesmal befindet er sich nicht im Torraum, sondern in seinem Labor. Teal’c hat die Statue auf einen von Daniels Tischen gestellt.

Daniel: Danke. Ich bin zwar noch nicht tot, aber es steht wohl nicht so gut um mich.

Teal’c: Wenn du sterben solltest, Dr. Jackson, dann sollst du wissen, dass ich glaube, der Kampf gegen die Goa’uld hat einen seiner größten Krieger verloren…

Wir sind wieder zurück auf der Krankenstation.

Teal’c: … und ich werde einen meiner besten Freunde verloren haben.

Man sieht, dass er gegen die Tränen ankämpfen muss. Er hebt seinen Arm zu seiner Brust, um ihm somit seine Dankbarkeit und Respekt zu zeigen.


Szene: Vision, Daniels Labor

Oma: Weil es so offensichtlich ist, braucht man so lange um es zu begreifen. Bevor dir klar ist, dass das Kerzenlicht Feuer ist, wurde längst das Mahl auf der Flamme bereitet.

Daniel: Ja, ja, ein Mönch in Kheb hat das damals zu mir gesagt. Damals habe ich es sowenig verstanden wie jetzt.

Oma: Wieso denkst du, du hättest auf deiner Reise versagt? Du hast deiner Welt das Sternentor geöffnet.

Daniel: Ich habe den Code geknackt, andere haben es zum funktionieren gebracht.

Er hebt ein Bild von Sha’re hoch.

Oma: Und als aller erstes hast du das Volk von Abydos vom Bösen befreit.

Wir sehen einen Rückblick, wie er in den Tempel läuft und nach Sha’re schreit.

Daniel: Ich hätte glücklich mit ihr leben können, doch das reichte mir nicht. Ich habe das Tor wieder ausgegraben. Was mit ihr passiert ist, war meine Schuld. Ich konnte Sha’re nicht retten und auch Sarah nicht. Jedem Goa’uld, dem eliminieren half, folgte der nächste. Vielleicht habe ich hin und wieder etwas Gutes getan, aber nichts was ich getan habe, scheint etwas geändert zu haben.

Oma: Diese Taten von denen du sprichst waren große Herausforderungen. Vielleicht war es unmöglich damit Erfolg zu haben.

Daniel: Und das spricht mich frei?

Oma: Du hast das Gefühl, deine Reise muss weitergehen, bis du dich von diesen Fehlschlägen rein gewaschen hast?

Daniel: Nein. Nicht mehr, wenn ich tot bin.

Oma: Das ist vollkommen richtig.

Daniel: Du hast gesagt, ich wäre als einziger qualifiziert mich zu beurteilen und egal wie viel ich erreichen will… Erleuchtung oder wie immer du es auch nennen willst… was ist, wenn ich mein Leben betrachte und zu dem Schluss komme, ich habe es nicht verdient?

Oma: Der Erfolg oder die Fehlschläge deiner Taten stellen nicht den Wert deines Lebens dar. Deine Seele ist der Schlüssel zu dir. Beurteile dich nach den Absichten deines Handelns und der Stärke, mit der du Herausforderungen begegnet bist, die sich dir in den Weg stellten.

Daniel: Und wenn ich das nicht kann?

Oma: Die Menschen, die dir am nächsten sind, haben versucht dir zu sagen, dass du etwas Besonderes bist, dass du vieles zum Besseren verändert hast.

Daniel: Nicht genug.

Oma: Das Universum ist unendlich und wir sind so winzig. Es gibt eigentlich nur eins, was wir kontrollieren können.

Daniel: Und das wäre?

Oma: Ob wir Gutes tun oder Böses.

Daniel sieht sie an, so als ob er langsam verstehen würde, was sie meint.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Jonas blickt auf das Stargate hinunter.

Jonas: Offenbar wissen sie nicht, dass ich hier bin. Ich bin froh, dass es mir gelang das Sternentor zu erreichen. Wenn man mich bei der Rückkehr auf meinen Planeten erwischt, wird man mich für einen Verräter halten.

Jack und Hammond sehen sich an.

O’Neill: Was erwartest du?

Jonas: Ich glaube nicht, dass mein Volk einen Krieg unterstützen würde, der zu irgendeiner Art Massenvernichtung führt. Unsere Führung sieht im Moment einfach keine echte Alternative. Ihr müsst mir versprechen, wenn es euch gelingt Abwehrtechnologien zu entwickeln, wie diese Schilde von denen du gesprochen hast, lasst meine Regierung daran teilhaben.

Hammond: Aber natürlich.

Plötzlich geht der Alarm los. Jemand versucht das Tor von außen zu aktivieren.

Tech Davis: Unerwartete Aktivierung von außen.

Jack und Hammond gehen hinunter in den Kontrollraum. Jonas sieht sich die Ankunft vom Fenster aus an.


Szene: Kontrollraum, SGC

Tech Davis: Wir erhalten Tok’ra Identifikation, Sir.

Hammond: Alle Schutzdienste in Alarmbereitschaft.

Tech Davis (zu den Soldaten): Alarmstufe 1. Ich wiederhole, Alarmstufe 1.

Die Soldaten gehen mit Pistolen bewaffnet in den Torraum.

Hammond: Iris öffnen.

Die Iris öffnet sich und Jacob kommt durch das Stargate.

Hammond: Waffen runter!

Er und Jack gehen in den Torraum.

Jack und Hammond kommen herein, während Jacob die Rampe runterläuft.

Hammond: Tut mir Leid, Jacob, aber nach allem was in letzter Zeit mit den Tok’ra passiert ist, mussten wir Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Hammond führt sie raus.

Jacob: Ich verstehe. Was ist denn los?

O’Neill: Es geht um Daniel.


Szene: Krankenstation, SGC

Jacob, Jack und Hammond kommen herein. Sam steht an seinem Bett, genau wie Teal’c.

Jacob: Hey, Sam. Es tut mir so leid.

Er umarmt sie. Janet steht auf der anderen Seite des Bettes.

Carter: Ich habe es damit versucht, aber es hat nicht geholfen.

Sie gibt ihm das Heilungsgerät.

Jacob: Wir tun, was wir können.

Er aktiviert es. Janets Gesichtsausdruck zur Folge, gefällt es ihr gar nicht, da sie wahrscheinlich befürchtet, dass es noch schlimmer wird. Jacob hält seine Hand über Daniel. Nach einer Weile hört er auf.

Jacob: Sein Zustand ist sehr ernst. Ich weiß nicht, ob ich ihn retten kann. Aber selbst, wenn es gelingt, wird er seinen ursprünglichen Gesundheitszustand nicht wiedererlangen können.

Janet sieht ihn total fassungslos an.

Carter: Versuch es wenigstens.

Jacob versucht es noch einmal. [Jetzt wo ich Daniel ganz sehe, eingewickelt mit Verbänden, erinnert er mich irgendwie an Fluke, dem Parasiten aus Akte X aus der Folge „The Host“, aber das nur so am Rande erwähnt.] Jacob versucht es noch einmal.


Szene: Vision

Daniel und Oma befinden sich wieder im Torraum.

Daniel: Du gehst? Du kannst doch nicht einfach gehen.

Oma dreht sich auf halben Weg die Rampe rauf zu ihm um.

Oma: Was jetzt kommt liegt bei dir.

Daniel: Warum ich, warum gibst du mir dieses Chance?

Oma: Jedem wird Erleuchtung gewährt. Jedem, der bereit ist seine Seele zu öffnen, so wie du damals in Kheb.

Daniel: Sie versuchen mich zu retten. Sie wollen mich heilen, ich spüre es.

Oma: Dann wird deine Reise weitergehen, wie zuvor.

Daniel: Und wenn ich das nicht will? Nicht auf diese Weise.

Oma: Das beschreiten des großen Pfades bedeutet große Verantwortung. Du darfst dich weder fürchten noch in deinem Entschluss wanken.

Daniel: Ich verstehe. Ich bin bereit mit dir zu gehen.

Oma: Dann bring sie davon ab.

Daniel: Wie?


Szene: Krankenstation, SGC

Jacob versucht weiterhin Daniel zu heilen. Plötzlich taucht Daniel hinter ihnen auf und sieht sich selbst auf dem Bett liegen. Er geht einmal herum. Er schaut vom Gerät zu Jack und fasst ihn auf seine Schulter. Durch die Berührung befindet er sich plötzlich in Daniels Vision im Torraum zusammen mit Oma.

O’Neill: Daniel?

Daniel: Ja.

Jack sieht sich kurz um.

O’Neill: Kann ich irgendwas tun?

Daniel: Ja. Sagen Sie Jacob er soll aufhören.

O’Neill: Wieso?

Daniel: Weil ich bereit bin weiterzugehen.

O’Neill: Sie wollen einfach aufgeben?

Daniel: Nein. Nein, ich gebe nicht auf, glauben Sie mir.

Sie beide sehen zu Oma. Sie verwandelt sich in das Lichtwesen, als welches wir sie kennen. Sie schwebt auf das Stargate zu und verschwindet darin, obwohl kein Wurmloch zu sehen ist.

Daniel: Erinnern Sie sich noch an Oma?

O’Neill: Sicher.

Daniel: Ich kann auf diese Weise mehr erreichen… und das will ich. Ich muss jetzt gehen. Alles wird gut. Bitte, Jack, sagen Sie Jacob, er soll aufhören.


Szene: Krankenstation, SGC

Jacob versucht weiterhin Daniel zu heilen.

O’Neill: Jacob. Stopp.

Jacob: Ist das Ihr Ernst?

O’Neill: Er will es so.

Janet, genau wie die anderen, sehen ihn geschockt und irritiert an.

Jacob: Kann mir irgendjemand sagen, was ich tun soll?

Er sieht hinüber zu Janet, aber sie bringt kein Wort heraus.

O’Neill: Lassen Sie ihn einfach gehen.

Jacob hört auf mit der Heilung. Alle starren auf den Monitor und höre noch wie Daniel seinen letzten Atemzug nimmt, bevor wir einen langen Ton hören. Es ist vorbei. Daniel ist von ihnen gegangen.

Fraiser (verängstigt): Colonel!

Jack antwortet ihr nicht. Und dann geht von Daniels Körper ein helles Licht aus und seine Seele steigt empor. Sie sehen alle gebannt, wie das Wesen davon schwebt. Als sie wieder hinunter auf das Bett schauen, ist der Körper verschwunden.


Szene: Vision

Daniel (weinend): Ihr werdet mir alle fehlen.

O’Neill: Ja. Sie uns auch.

Daniel: Danke… für einfach alles.

O’Neill: Also dann… Was jetzt? Sieht man sich?

Daniel: Ich weiß es nicht.

Daniel geht auf das erleuchtete Stargate zu. Jack kann nichts anderes tun, als ihm nachzuschauen. Kurz davor dreht sich Daniel aber noch einmal um.

O’Neill: Wo geht die Reise hin?

Daniel: Ich weiß es nicht.

Jack nickt. Daniel lächelt ihn irgendwie erleichtert an. Dann verschwindet er. Man kann in Jacks Blick sehen, dass er einen seiner besten Freunde verloren hat.


Szene: Krankenstation, SGC

Jack sieht wie die Lichtgestalt von Daniel durch die Decke verschwindet. Er starrt auf das Bett, auf dem einmal Daniel gelegen hat.


ENDE

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