3.12 Jolinars Erinnerungen
Jolinar's Memories

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O'Neill: Dann sprechen wir also von einer Rettungsaktion?

Martouf: Soweit wir wissen ist noch nie eine Flucht von Ne'tu gelungen.

O'Neill: Oh...

Martouf: Niemanden außer Jolinar.

Carter: Oh.
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Szene: Torraum / Kontrollraum SGC

Das Stargate wird von außen aktiviert und das Wurmloch etabliert sich. Automatisch schließt sich die Iris. Oben im Kontrollraum begutachten Sam und Jack das Geschehen.

Carter (zu Techniker): Was gibt's?

Techniker: Wir bekommen gerade eine codierte Meldung – (zu Jack) von den Tok'ra, Sir.

O'Neill: Iris öffnen. (Zu Sam) Vielleicht ist es Dad?

Carter: Schon möglich.

Die Iris öffnet sich und beide machen sich erwartungsfreudig auf den Weg in den Torraum. Durch das Tor treten drei Tok'ra – keiner von ihnen ist Jacob. Dennoch ist ein vertrautes Gesicht dabei – Martouf.

Carter (lächelnd): Martouf! Wie geht es dir?

Martouf (bleibt vor Sam und Jack stehen): Samantha, Colonel O'Neill. (Die Tok'ra beugen leicht ihren Kopf) Ganz gut, den Umständen entsprechend.

Carter: Was ist denn los?

Martouf: Vielleicht sollten wir das woanders besprechen.

Carter (sieht verwirrt zwischen den Tok'ra hin und her): Geht es um Vater?

Martouf: Wir fürchten, er wurde von Sokar gefangen genommen.

Carter: Oh mein Gott!

Martouf: Soweit wir wissen, ist er noch am leben.

Carter (voller Sorge): Was soll den das bedeuten?!

Martouf: Euch ist bekannt, dass Sokar vergleichbar ist mit der Erscheinung, die ihr auf der Erde Teufel nennt?

O'Neill: Ja. Ein bisschen hoch gegriffen, findest du nicht?

Martouf: Wir müssen uns darüber im Klaren sein, wenn Selmak noch lebt, wurde er in die Hölle geschickt.

O'Neill (zieht seine Augenbrauen hoch): Wie in...?

Martouf: Ein Ort der ewigen Qual und Verdammung, von dem es keine Rückkehr gibt.

Jacks besorgter Blick fällt auf Sams schockiertes Gesicht. Man kann förmlich die Angst in ihren Augen sehen.

CREDITS

Szene: Korridor, SGC

Gemeinsam gehen Sam, Jack und Martouf einen Korridor im SGC entlang.

O'Neill: Also, wovon reden wir jetzt wirklich?

Martouf: Ne'tu ist ein Mond, der Sokars Heimatplaneten umkreist.

O'Neill: Ein sehr heißer Mond, nehme ich an.

Martouf: In der Tat. Ein Ort, an dem das Feuer sehr stark brennt.

Carter: Aber du bist ganz sicher, dass mein Vater noch lebt?

Martouf (nimmt Sams Hand und sie beide bleiben stehen): Es tut mir aufrichtig Leid, Samantha. Ich weiß wie schwierig das für dich ist. Aber nach der Gefangennahme sind Selmak und Jacob – dein Vater- sicherlich gefoltert worden. Sokar sieht seine Opfer lieber leiden als sterben.

O'Neill: Dann sprechen wir also von einer Rettungsaktion?

Martouf: Soweit wir wissen ist noch nie eine Flucht von Ne'tu gelungen.

O'Neill: Oh...

Martouf: Niemanden außer Jolinar.

Carter: Oh.

Szene: Besprechungsraum, SGC

Das ganze SG-1 Team inklusive der Tok'ra-Truppe hat sich jetzt versammelt.

Daniel: Na klar, das ergibt Sinn. Für einen Goa'uld, der Teufel spielt ist ein Ort wie Ne'tu ideal. Ich kenne Netu aus dem Buch Am-Taut. Es ist so eine Art Wegweiser in altägyptische außerirdische Regionen. Viele dieser Planeten wurden als düstere Orte voller Feuer beschrieben, die Heimat höllischer Ungeheuer sein sollen.

Martouf: Das, was wir wissen, basiert in erster Linie auf den Legenden, die von Sokar selbst verbreitet werden.

O'Neill: Wie konnte Jolinar entkommen?

Martouf: Das hat sie uns nie erzählt.

Daniel: Ihr habt sie nie gefragt, wie sie aus einem ausbruchsicheren Gefängnis entkommen konnte?

Martouf: Sie wurde schwer verletzt und bewusstlos in einem Tel'tak gefunden – einem Frachtschiff, das ziellos durchs All schwebte. Ihre Genesung war lang und schmerzlich. Wir haben sie gedrängt sich an ihre Flucht zu erinnern, aber sie wollte nicht darüber sprechen.

O'Neill: Und ihr habt euch nicht gefragt, wieso?

Martouf: Ich habe sie ermutigt, aber sie wollte es nicht.

Carter: Ich trug Jolinar nur kurze Zeit in mir. Ich kann mich leider nicht an mehr erinnern als an vereinzelte Gedankenblitze, gelegentlich auch Träume, aber... (sie schüttelt mit dem Kopf) sicher an nichts, was den beschriebenen Ort betrifft.

Martouf: Die Tok'ra verfügen über eine Technologie, die Erinnerungen wachrufen kann. Dazu brauchen wir dein Einverständnis.

Sam scheint einverstanden zu sein, nur geht Jack ihr dazwischen.

O'Neill: Ja, nur wenn wir uns für eine Intervention entscheiden sollten, Sir, dann brauchen wir auf jeden Fall weitere Einzelheiten.

Hammond nickt.

Martouf: Ein militärischer Eingriff wäre unmöglich, Colonel O'Neill.

O'Neill: Wir operieren auch verdeckt.

Martouf: Selmaks Rückführung hat natürlich höchste Priorität, allerdings – und vergib mir Samantha – steht hier noch viel mehr auf dem Spiel. Die Tok'ra glauben, dass Sokar einen Großangriff plant, um die Systemlords auszuschalten.

O'Neill: Ist das keine gute Nachricht?

Teal'c: Die chaotische und feudale Herrschaft der Systemlords zu erschüttern ist ein durchaus realistisches Ziel für einen der mächtigsten Goa'uld.

Martouf: Insbesondere wenn dieser Goa'uld Sokar ist.

Hammond: Ist er wirklich so viel schlimmer als die anderen?

Daniel: Na ja, das sympathischste göttlichste Wesen ist für ihn der Teufel.

Martouf: Wir müssen Selmak finden, um festzustellen, welche Informationen er über Sokars Angriff erkunden konnte. Ohne übertrieben dramatisch klingen zu wollen, aber es geht hier um das Schicksal der Galaxis.

O'Neill: Klingt durchaus ein klein wenig dramatisch.

Hammond: Klingt so als könnten wir uns kaum verweigern. Colonel, Sie haben grünes Licht.

O'Neill (wenig begeistert): Ja.

Carter: Wann geht es los?

Martouf: Sobald ihr bereit seid, doch ihr solltet euch darüber im Klaren sein, was euch erwartet.

Daniel: Du hast gesagt die Hölle, hm?

O'Neill: Tja, früher oder später werde ich da sowieso landen, dann kann ich mir schon mal die Gegend ansehen. (Leider lacht niemand über seinen kleinen Scherz)

Szene: Kontrollraum, SGC

Das Tor wird angewählt. Martouf trägt jetzt ebenfalls eine SGC Uniform.

Martouf: Das Tel'tak für unsere Weiterreise steht auf dem Planeten Vorash bereit.

O'Neill: Ein *Frachtschiff*?

Martouf: Auf Ne'tu existiert kein Stargate. Die Verbannten werden per Schiff dort hingebracht.

Sam schließt für einen kurzen Moment die Augen und Jack scheint langsam richtig wütend zu werden.

O'Neill: Dir ist schon klar, dass ich Überraschungen hasse?

Martouf: Wir haben eine lange Reise vor uns. Genügend Zeit, um euch über alle Details zu informieren.

O'Neill: AH! Ich sagte doch grad: Ich bin kein Freund von Überraschungen!

Techniker: Chevron sieben aktiviert.

Das Wurmloch etabliert sich. Bevor das Team losgehen kann, hält Hammond Sam noch auf.

Hammond: Major. Bringen Sie Ihren Vater sicher wieder zurück.

Sam nickt nur.

O'Neill: Ja, Sir. Machen wir.

Szene: Vorash

Die Mannschaft marschiert zu dem Tel'tak Über Transportringe gelangen sie in das Innere des Schiffes.

Carter: Dieses Schiff kommt mir bekannt vor.

Martouf: Das ist das Tel'tak, in dem wir Jolinar gefunden haben. Es war allerdings in einem sehr schlechten Zustand. Die wichtigsten Fluginstrumente wurden repariert. Die Hyperantriebsmotoren können allerdings nur zu vierzig Prozent belastet werden. (Sie gehen noch vorne in das Cockpit)

Teal'c nimmt auf dem Steuerplatz platz.

Teal'c: Verfügt diese Gefährt über Tarnkappenfähigkeit?

Etwas verwirrt sieht Martouf in Sams Richtung.

Carter: Das Schiff, das wir kennen, konnte sich unsichtbar machen.

Martouf (überrascht): Wirklich?

O'Neill: Das war die Luxusversion. Das hier ist offensichtlich nur das Basismodell.

Martouf (zu Teal'c): Bist du sicher, dass du so ein Schiff fliegen kannst?

Teal'c: Ich bin Speziallist dafür.

Martouf: Kann sein, dass du Sokars Streitkräften ausweichen musst, während wir landen.

Daniel: Wird Teal'c uns nicht begleiten?

Martouf: Das geht nicht. Die Atmosphäre von Ne'tu kann nicht von einem Schiff durchdrungen werden. Wir können nur mit diesen Landekapseln auf die Oberfläche gelangen. (Sie drehen sich um und sehen Sargförmige Behälter an der Wand aufrecht stehend) Diesen Weg nehmen alle Verdammten nach Ne'tu und das müssen wir auch, wenn wir die Bewohner überzeugen wollen, dass sie uns trauen können.

Carter: Und es sind nur vier Kapseln da, ja?

Martouf: Korrekt.

O'Neill: Ah... das zählt auch als Überraschung, weißt du?

Martouf (nickt kurz; dann an Teal'c gewandt): Wollen wir starten?

O'Neill: Ich kann's kaum erwarten. Zur Hölle mit uns!

Szene: Lagerraum, Tel'tak

Martouf betritt den Lagerraum, in dem sich SG-1 verteilt hat. Sam sitzt auf einer der Kisten, während Daniel davor auf dem Boden sitzt und ein paar Aufzeichnungen durchgeht. An der hinteren Wand auf einer Kiste hat es Jack sich bequem gemacht.

Daniel: Was kannst du uns noch über Ne'tu erzählen?

Martouf: Der Mond war einmal eine Kolonie des Planeten Delmak. Als Sokar Delmak zu seinem Heimatplaneten erkor, transformierte er die Umwelt auf dem Mond.

O'Neill: Oh, der hat sich ne Menge Mühe gemacht, hm?

Martouf: Er füllte die Atmosphäre mit kaum verträglichen Giftgasen. Danach sprengte er zahllose Löcher in die Mondoberfläche, um den flüssigen Kern frei zu setzen. (Er geht zu Sam) Wenn ich jetzt das Erinnerungsgerät aktiviere, wirst du einen stechenden Schmerz spüren.

Er setzt sich neben sie und Sam setzt sich gerade auf, um das kleine Gerät (bekannt aus der Folge: In der Höhle des Löwen) in die Hand zu nehmen.

Carter: Wir alle haben bereits Erfahrungen mit dieser Technologie gemacht.

Martouf: Gut. Dann weißt du, was dich erwartet.

Sam nickt, aber sie sieht so aus als würde sie am liebsten wegrennen. Martouf setzt das Gerät an ihre Schläfe und Sam zuckt kurz zusammen.

Daniel: Und jetzt erlebt sie Jolinars Erinnerungen als holografische Darstellung?

Martouf: Es gibt keine Methode spezifische Erinnerungen zurück zu holen. Es könnten auch persönliche Erinnerungen von Samantha dabei sein. Um deine Privatsphäre zu respektieren, werden wir sehr behutsam vorgehen.

Carter: Danke.

Martouf: Teile uns jetzt mit, was du siehst.

Carter (nickt): Ich bin soweit.

Martouf berührt mit einem weiteren Stück Technologie das Gerät an Sams Schläfe und wir sehen eine Erinnerung.

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Es stehen selbst gebackene Plätzchen auf einem Küchentisch, die auf einen Teller gelegt werden. Jacob Carter betritt durch die Eingangstür sein Haus.

Jacob: Sam?

Sam (steht in der Küche und holt die besagten Plätzchen aus dem Ofen): Hier drin!

Die junge Sam Carter schaut auf und sieht ihren Vater vor sich stehen – er hat Tränen in den Augen.

Sam: Wieso weinst du? (Er antwortet ihr nicht. Erschrocken sieht sie ihn an) Wo ist Mum? (Weinend schmeißt sie die Kelle auf der Backblech und rennt davon)

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Carter: Oh Gott.

Jack verzieht leicht sein Gesicht und Daniel sieht besorgt zwischen Jack und Sam hin und her.

Martouf: Geh weiter, Samantha.

Carter (weinend): Tut mir Leid, ich sehe nur meine Vergangenheit.

Martouf: Denke an Jolinar. In der Nacht bevor sie von Sokar gefangen genommen wurde, spazierten wir den Gratis Noctana entlang. In dieser Nacht waren zwei Monde erschienen.

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Wir sehen Martouf mit einer jungen Frau vor einem Sonnenuntergang stehen. Sie dreht sich zu Martouf um und lächelt ihn an.

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Carter: Ich sehe es.

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Jolinar legt ihre Hände auf Martoufs Schultern.

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Carter: Jolinars Abreise war kein Thema für euch. Ihr beide wusstet, dass es gefährlich war, aber sie musste es tun.

Sam schließt ihre Augen.

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Langsam beugt sich Jolinar nach vorne und küsst Martouf.

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Sam öffnet wieder ihre Augen.

Carter: Ihr wart die ganze Nacht wach.

Leicht beschämt wenden Jack und Daniel ihren Blick ab. Das ist privat und das sollten oder besser wollen sie gar nicht hören.

Szene: Lagerraum, Tel'tak

Es ist einige Zeit vergangen. Daniel und Jack liegen ausgestreckt auf den Kiste und versuchen vermutlich zu schlafen. Sam liegt auf dem Bauch und ist am überlegen. Schließlich steht sie auf und geht zu Martouf, der auf einer weiteren Kiste liegt und schläft. Sie rüttelt ihn sanft an der Schulter.

Carter: Martouf.

Martouf (setzt sich auf): Alles in Ordnung?

Carter: Ich möchte es noch mal versuchen.

Martouf: Ich hätte es dir vorher sagen sollen. Ich weiß, dass meine persönliche Beziehung zu Jolinar für dich eine Quelle des Unbehagens ist.

Carter: Martouf...

Martouf: Ich möchte nur, dass du es weißt. Ich war immer der Meinung, dass Jolinar ihre Erfahrungen auf Ne'tu für sich behalten hat, weil sie glaubte, diese Erlebnisse würden zwischen uns stehen. Ich möchte nicht, dass du aus demselben Grund etwas verschweigst. (Sam nickt verstehend) Du musst mich wirklich nicht schonen.

Carter: Na gut.

Martouf aktiviert erneut das Gerät.

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Wir befinden uns auf Ne'tu. Eine Wache in einer Eisenrüstung hält einen Stab, der die elektrischen Stöße von sich gibt, in der Hand und geht damit zu Jolinar die vor ihm auf dem Boden kniet.

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Erschrocken schaut Sam auf.

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Die Wache versetzt Jolinar einen kräftigen Stoß mit dem Stab. Vor Schmerzen schreit sie auf.

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Sam wirft genau wie Jolinar den Kopf in den Nacken und schreit so genauso auf, als wenn sie diejenige sei, die gequält wird.

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Das Schauspiel wird von Sokar beobachtet. Sein Gesicht ist verhüllt, man kann nur sein dunkles Lachen hören.

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Von Sams Schrei aufgeweckt, setzt sich Daniel und Jack benommen auf.

Carter: Stell es ab! Stell es ab!

O'Neill: Na los!

Sofort deaktiviert Martouf das Gerät.

Carter (schnappt nach Luft): Ich... Da war jemand. Eine dunkle Figur, wahrscheinlich Sokar. Der Schmerz war...

Martouf: Es tut mir Leid. Mit dieser Technologie können wir sehr realistische Erinnerungen wecken.

Carter: Sie wurde gefoltert. Es war schrecklich.

Martouf: Ich würde es gerne noch mal versuchen. Aber mit einer geringeren Stärke.

Sam nickt kaum wahrnehmbar und Martouf aktiviert erneut das Gerät.

Carter: Sie befand sich auf einem Schiff, wie diesem hier. Sie haben sie in eine Landekapsel gesteckt. Es gab ein Feuer, es war stickig, sie konnte kaum atmen.

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Einzelne, verschwommene Gesichter von Wächtern und Gefangenen als Jolinar einen Gang entlang geschleift wird bis hin zu Türen, die sich langsam öffnen. Dahinter befindet sich ein Raum – Bynarrs Quartier. Er grinst sie an, seine Augen glühen.

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Carter (versucht sich zu konzentrieren): Es ist weg. Keine Erinnerung.

Martouf: Wir werden bald dort sein.

Carter: Ich weiß, Martouf. Es tut mir Leid. Vielleicht bin ich einfach zu schwach dafür.

Martouf: Du musst es versuchen.

O'Neill: Hey, Marty! Können wir mal kurz?

Er steht auf und Martouf folgt Jack in den anliegenden Raum.

O'Neill: Du bedrängst sie etwas zu sehr, findest du nicht?

Martouf: Wir stehen unter ziemlichen Zeitdruck.

O'Neill: Es ist ihr Vater. Sie weiß wie wichtig es ist.

Martouf: Ohne genaue Kenntnis von Jolinars Fluchtmethode werde ich nicht zulassen können, dass mich einer von euch begleitet.

O'Neill: Wieso nicht?

Martouf: Weil niemand außer Jolinar von dort zurückgekehrt ist.

O'Neill: Aber du gehst dennoch?

Martouf: Ich will Selmak ausfindig machen und werde euch alle relevanten Informationen schicken, dann kehrt ihr nach Vorash zurück und wendet euch an die Tok'ra.

O'Neill: Und dann lassen wir dich und Jacob da unten... um zu verrotten.

Martouf: Ohne einen guten Fluchtplan...

O'Neill: Na schön, erstens, wird Carter dich nicht alleine gehen lassen, zweitens, werde ich es nicht zulassen und drittens, Jolinar konnte entkommen!

Martouf: Aber wenn Samantha sich nicht erinnern kann -

O'Neill (hebt die Hand): Ich weiß, habe ich längst verstanden. Und ich weiß, das ist ein dummer Spruch, aber was einmal gelungen ist, kann wieder gelingen.

Martouf atmet einmal durch.

Szene: Lagerraum, Tel'tak

Sam hat ihre Arme um ihr Knie geschlungen und stützt ihr Kinn darauf ab. Ihre Gedanken sind vermutlich auf abgrundtiefen Pfaden. Daniel setzt sich neben sie.

Daniel: Soweit alles okay?

Carter: Ja. Es ist nur wahnsinnig verwirrend. Bilder und Gesichter, Fragmente von Gefühlen und Gedanken. Es gab einen Goa'uld auf Ne'tu – nicht Sokar. Er war, ähm... sagen wir einfach, er war weniger attraktiv. Ich kenne ihn, aber sein Name fällt mir nicht ein. Wenn ich an ihn denke, stellt sich sofort dieses gespenstische Gefühle wieder ein.

Daniel: Irgendwas war zwischen ihm und Jolinar?

Carter (nickt): Etwas schlimmeres als Folter und Schmerzen. Etwas, was Martouf aus Jolinars Sicht nie erfahren sollte.

Szene: Weltall /Tel'tak

Das Tel'tak verlässt den Hyperraum und fliegt auf einen roten Planeten zu. Er hat durchaus Ähnlichkeit mit der Sonne.

Als Teal'c das Schiff in Position gebracht hat, steht er auf und geht nach hinten in den Lagerraum.

Teal'c: Wir haben die Koordinaten erreicht.

Martouf (befestigt an Samanthas Ohr noch einen Empfänger): Du musst diesen Empfänger vor allen Wesen, denen wor dort begegnen verbergen. Ich werde das Gerät auf der niedrigsten Einstellung laufen lassen, damit du weiterhin Jolinars Erinnerungen fühlst. Hältst du das aus?

Carter: Ja, natürlich.

O'Neill: Carter. (Er überreicht ihre eine Waffe)

Martouf: Die Abgesandten von Sokar sind grundsätzlich unbewaffnet.

O'Neill: Ja, und?

Martouf: Wenn sie die entdecken, wissen alle, dass uns nicht Sokar geschickt hat. Nur wenn wir uns anpassen, haben wir vielleicht die Chance uns frei bewegen zu können.

O'Neill (steckt seine Waffe in den hinteren Hosenbund): Na schön, dann passen wir uns an. Aber wir treten da unten nicht unbewaffnet auf. Und wie kommunizieren wir mit Teal'c?

Martouf (greift in seine Tasche): Wir glauben, diesen Gerät kann die Atmosphäre durchdringen. (Er reicht es Jack. Es ist leicht rund mit ein paar Kanten, dunkelblau gefärbt)

O'Neill: Ah, das glaubt ihr.

Martouf: Solange das Schiff in der Mondumlaufbahn bleibt, müssten wir ihn erreichen können.

Jack drückt ein paar Mal darauf herum. Die vier gehen nach vorne zu Teal'c. Daniel schaut beunruhigt aus dem Fenster.

Daniel: Das ist, ähm... das ist noch ein ganz schön weiter Weg nach unten.

Martouf: Die Kapseln werden mit hoher Geschwindigkeit gestartet.

Daniel: Und das soll mich jetzt beruhigen, oder was?

Martouf: Hitzedämmende Schutzschilde und Antischwerkraftwellengeneratoren sorgen für langsamen Sinkflug. (Mit einer Hand deutet er eine einladende Geste in Richtung Kapseln)

O'Neill: Also, das wird ne ganz sanfte Landung, hm?

Teal'c: Nicht unbedingt, O'Neill.

Die Kapseln öffnen sich.

O'Neill: Puh...

Er betritt die Kapsel, genau wie die anderen.

Teal'c: Seid ihr bereit?

O'Neill: Ah... nein, noch nicht.

Teal'c schließt die Kapseln und lässt sie in einen relativ ruhigen Sinkflug auf die Ne'tu entgleiten. Daraufhin setzt sich Teal'c wieder an seinen Platz.

Teal'c: O'Neill, kannst du mich hören?

O'Neill (Funk): Klar und deutlich, Teal'c.

Wie Kometen rasen die Kapseln durch die Atmosphäre, verglühen halb.

Teal'c: Ihr taucht jetzt in die Atmosphäre ein. (Man hört nur noch statisches Rauschen) Colonel O'Neill? (Keine Antwort) O'Neill, kannst du mich hören?

Die Kapseln sind auf der Oberfläche gelandet und langsam öffnen sie sich. Jack stolpert hinaus und wird von einem wehenden Wind überrascht. Kleine Gysiere treten aus dem Boden hervor. Taumelnd sieht er sich um.

O'Neill: Carter! Daniel!

Daniel: Hier drüben!

Jack folgt der Stimme und an einzelnen Plätzen verstreut, klettern Sam, Daniel und Martouf aus ihren Kapseln. Der Planet ist dunkel, Feuerqualm steigt auf, Lava fließt ihre Bahnen.

Carter: Wir müssen da lang.

O'Neill: Dann Abmarsch!

Die vier machen sich auf den Weg.

Szene: Gefängnis, Ne'tu

Sie schleichen durch schmale Gänge. Einzelne Feuerstellen zeichnen ihren Weg, der Gang nur erhellt durch die lodernden Flammen. Dieses Bild kommt dem der Hölle recht nahe.

Daniel: Es brennt in der Lunge.

O'Neill: Na ja, wenigstens ist es eine trockene Hitze.

Sam bleibt stehen und sieht sich um. In diesem Moment springt Jacks Kommunikationsgerät an.

Teal'c (Funk): Colonel O'Neill, bitte kommen.

O'Neill (kniet sich hin): Ja, Teal'c? Wir sind heil gelandet. Bleib auf Kurs, wir melden uns.

Carter (sieht sich um): Ich glaube, wir müssen da lang.

Martouf: Kommt dir das bekannt vor?

Carter: Bisher ist alles noch so schemenhaft. Der Tunnel müsste in die unterirdischen Reste der alten Kolonie führen, einer der wenigen noch bewohnbaren Orte hier.

Sie geht los und die anderen folgen ihr. Als Jack aufsteht, sehen wir hinter ihm einen Schädel auf den Boden liegen.

Daniel: Bilde ich mir das nur ein oder wird es wirklich immer heißer?

O'Neill: Wahrscheinlich von beidem etwas.

Carter: Vor uns ist irgendwas.

Als sie weitergeht sehen wir einen Strom mit Lava. Sie biegt links ab und wir kommen in einem Raum in denen Zellen zu stehen scheinen – und davon nicht zu knapp. In den Stein gehauenen Felsbuchten mit Gittern davor erstrecken sich bis zur Decke. Stimmen, Schreie – zum Teil gequält – erfüllen die Luft.

O'Neill: Na ja, Las Vegas ist es nicht.

Doch es dauert nicht lange und sie werden von Männern umzingelt.

O'Neill: Hallo, Leute. Wir, ähm, wir sind neu. Ich weiß, dass merkt man nicht gleich, aber es ist wahr. (Wie Frischfleisch werden sie beäugt) Carter?

+++

Sam sieht Bynarrs Gesicht vor sich. Hände berühren es. Im Spiegelbild sehen wir, wie Jolinar anfängt Bynarr zu küssen.

+++

Carter: Bynarr!

Daniel: Was... was bedeutet das?

Carter: Das ist der Name, der mir nicht einfiel. (Etwas lauter zu den Gefangenen) Wir sind Gäste von Bynarr!

Aus dem Hintergrund kommt eine Wache. Das Gesicht ist verdeckt, nur eine nach Goa'uld klingende Stimme ist sein einziges Erkennungszeichen.

Wache: Wer seid ihr?

O'Neill: Vollkommen unwichtige Leute. Beachtet uns nicht weiter.

Wache: Kniet vor mir.

O'Neill (zu Carter): Wer ist der Kerl?

Sam schüttelt nur den Kopf.

Wache: Das ist Na'onak, der erste Primus von Bynarr dem Systemlord von Ne'tu.

Carter: Wir möchten gerne zu Bynarr!

Na'onak: Er empfängt euch nicht. Verbannt sie auf die Oberfläche!

Die Gefangenen wollen sie ergreifen, aber Jack zieht seine Pistole.

O'Neill: Tja, das sehe ich nicht so. Na los, zurücktreten! Los, zurücktreten, Leute!

Bevor er noch irgendwas machen kann, wird er von einer Druckwelle erfasst und auf den Boden geschleudert. Alle schauen in die Richtung aus der die Welle kam. Oberhalb von ihnen steht Bynarr. Sam schießt auf einen Wachen, die auf sie zukommt, aber ohne irgendwelche Wirkung. Man drückt sie auf den Boden.

Bynarr: Wer ruft da meinen Namen?

Carter: Das war ich. Ich bin Samantha Carter, Wirtin von Jolinar von Malkshur!

Bynarr: Nehmt ihnen die Waffen ab. Werft sie ins Verließ.

Sie werden auf die Beine gezogen und abgeführt.

O'Neill: Na klar, ins Verließ.

Es ist ein Verließ, wie in den guten alten Zeiten. Ein Loch im Boden, mit einer Eisentür als Decke.

O'Neill: Dankeschön! Hm, die Gerüche werden immer besser, findet ihr nicht auch?

Daniel (begutachtet die Gitterstäbe): Das sieht nicht sehr ermutigend aus. (Sam sieht sich um und Jack sucht sein Kommunikationsgerät heraus) Ich habe gedacht, Sokar würde keine Waffen erlauben, aber wir haben eine Stabwaffe und eine Handwaffe gesehen.

Martouf: Das verstehe ich selbst auch nicht.

O'Neill (ist ganz überrascht – im ironischen Sinne): Oh, Überraschung, Überraschung.

Carter: Bynarr ist der von Sokar ernannte Führer. Ihm ist eine Handwaffe und seinem ersten Primus eine Stabwaffe erlaubt.

Martouf: Wieso hast du geglaubt Bynarr würde positiv auf Jolinar reagieren?

Carter (zögert einen Moment): Ich war sicher, dass er ihr bei der Flucht geholfen hat.

O'Neill: Wieso?

Carter: Sie, ähm... (Martouf scheint zu verstehen) Tut mir Leid. Aber er ist der Schlüssel. Vielleicht hat Bynarr ihr nicht wissentlich geholfen, aber ich bin mir sicher, er weiß, wie sie entkommen konnte.

Und dann hören wir eine weitere vertraute Stimme in diesem Verließ.

Jacob: Sam... Sam...

Geschwächt lehnt er an den Gitterstäben, seine Augen zu schwer, um sie offen zu halten.

Carter (wirbelt herum): Dad? Dad. (Sie gehen zu ihm. Sam kniet sich neben ihm und nimmt sein Gesicht in ihre Hände) Dad!

Jacob: Träume ich das nur?

Carter: Nein. Nein, wir sind hier.

Jacob: Seid ihr verrückt?

O'Neill: Ah, offenbar.

Carter: Geht es dir gut?

Jacob: Mir ging's schon besser.

Martouf (legt eine Hand auf Jacobs Stirn): Selmak?

Jacob: Er stirbt.

Martouf (zieht eine kleine Flasche aus seiner Jacke und hält sie Jacob an den Mund) Das wird helfen.

Carter: Steh das durch. Wir holen dich hier raus.

O'Neill: Marty?

Jack gibt ihm mit einer Kopfbewegung zu verstehen, dass er ihm folgen soll. Sam hat ihre Jacke ausgezogen und legt sie um Jacob. Daniel tut es ihr jetzt gleich, um es Dad so bequem wie möglich zu machen.

Carter: Danke.

Marty und Jack stehen etwas außerhalb. Daniel gesellt sich zu ihnen.

O'Neill: Wird er es schaffen?

Martouf: Nicht hier. Er wird sterben, wenn wir ihn nicht bald hier wegbringen.

Carter (kümmert sich weiterhin um Jacob): Habe keine Angst. Ich bin hier.

Szene: Tel'tak

Teal'c beobachtet den Planeten als er einen Lichtstrahl sieht, der von Ne'tu zu einem naheliegenden Planeten führt. Es sieht aus wie einer der Transportstrahle, die erscheinen, wenn die Ringe aktiviert werden.

Szene: Planet

Gebäude befinden sich auf dem Planeten. Ein Frachtschiff landet auf einem Landeplatz. Im inneren eines Gebäudes, marschiert Bynarr in einen Raum. Dort auf einen Thron sitzt Sokar. Bynarr kniet sich hin. Sokar ist die Gestalt, die Sam in ihrer Vision gesehen hat. Die, die von einem Gewand versteckt wird.

Bynarr: Ich bin von eurer Anwesenheit geehrt, mein Gebieter Sokar.

Sokar (spielt mit der Flamme einer Kerze): Bynarr, Lord von Ne'tu. Ich habe keine Zeit mir anzuhören, wie die Verdammten an diesem Tag gelitten haben.

Bynarr: Erlaubt mir Euch meinen Dank auszusprechen, dass Ihr die Tok'ra Jolinar zurückgeschickt habt, die mich betrogen hat, damit ich an ihr grausame Rache üben kann.

Die Hand von Sokar hält inne.

Sokar: Wovon sprichst du?

Bynarr: Sie kam heute mit drei anderen her.

Sokar (seine Augen glühen auf): Ich habe sie nicht zu dir geschickt. Das sind Eindringlinge. Stell fest, was sie wollen. Dann töte sie.

Bynarr: Ich... hatte gehofft langsam Rache an Jolinar nehmen zu können, mein Gebieter. Sie auf die schlimmste Weise, die die Verdammten kennen, leiden zu lassen.

Sokar: Verschwinde jetzt. Ich verlange morgen einen Bericht von dir. Beachte meinen Befehl.

Bynarr (erhebt sich, senkt aber seinen Kopf): Gewiss, mein Gebieter.

Sokar (wendet sich an seine Wache): Ein Raumschiff hat diese Eindringlinge hergebracht. Mache es ausfindig und zerstöre es.

Wache: Ja wohl, mein Gebieter.

Auch dieser verlässt den Raum und Sokar beginnt wieder mit der Flamme zu spielen.

Szene: Verließ, Ne'tu

Martouf gibt Jacob noch etwas von der Flüssigkeit.

Martouf: Bist du stark genug, um zu sprechen?

Jacob (nickt schwach): Ja.

Martouf: Könnten wir den Tok'ra Rat Informationen übermitteln?

Jacob: Sokars Flotte ist zehnmal größer als wir dachten. Er ist darauf vorbereitet sechs wichtige Systemlords anzugreifen und er wird... siegen.

Martouf: Dann wird seine Armee stark genug sein die ganze Galaxis zu beherrschen.

O'Neill: Wann startet das Unternehmen?

Jacob: Der Angriff sollte zwei Wochen nach meiner Festnahme erfolgen. Das war vor vier Tagen.

Martouf: Das müssen wir sofort den Tok'ra mitteilen.

O'Neill: Ja. (Er zieht sein Kommunikationsgerät heraus) Teal'c, bitte kommen.

Szene: Frachtschiff, Umlaufbahn

Teal'c: O'Neill, ja ich höre.

O'Neill (Funk): Wir haben Jacob gefunden. Er ist in ziemlich schlechter Verfassung.

Teal'c: Habt ihr schon eine Fluchtmöglichkeit gefunden?

Szene: Verließ, Ne'tu

O'Neill (zögert kurz): Ah.. nein, noch nicht. Martouf will mit dir reden.

Martouf gibt Sam das kleine Fläschchen und geht zu Jack hinüber.

Martouf: Teal'c, ich habe eine wichtige Botschaft für den Hohen Rat der Tok'ra falls wir noch ne Weile hier sind.

Und genau in diesem Moment, öffnen sich die Zellen und Wachen kommen herein. Einer von ihnen hat sein Gesicht verdeckt, so dass man es nicht sehen kann – es ist Na'onak. Schnell reicht Martouf das Gerät an Jack zurück, welcher es unauffällig verschwinden lässt.

Na'onak: Samantha Carter. Du wirst mitkommen.

O'Neill: Wer hat Sehnsucht nach ihr?

Na'onak richtet ihre Stabwaffe auf Jack.

Na'onak: Jetzt gleich!

O'Neill: Komm doch her und hol sie dir selbst, du -

Carter: Sir. Das ist vielleicht unsere einzige Möglichkeit zu fliehen.

O'Neill: Wie kommen Sie darauf?

Carter: Ich muss nur an Bynarr rankommen und mit ihm reden.

Na'onak: Wird’s bald!

Jack (überlegt, ist nicht von den Aussichten begeistert): Ja, okay. Na dann...

Carter: Kümmern Sie sich um Dad.

Jack nickt und Sam steht auf. Sie wird von den Wachen abgeführt.

Szene: Bynarrs Gemach, Ne'tu

Sam wird durch das Gefängnis bis hin zu Bynarrs Gemacht geführt. Die Wachen bleiben vor verschlossenen Türen stehen und einer von ihnen klopft an.

Bynarr (Stimme): Kommt herein.

Die Türen öffnen sich und vor ihnen steht der glatzköpfige Bynarr. Mit einem leichten Lächeln schaut er zu Sam auf. Die Wachen verschwinden und Sam ist jetzt allein mit ihm. Jedoch wird die Tür nicht wieder ganz verschlossen. Sie bleibt einen Spalt offen. Die Na'onak stellt sich davor.

Bynarr umkreist Sam, begutachtet sie von oben bis unten. Schließlich füllt er einen Kelch mit Wasser und reicht ihr ihn.

Bynarr: Trink das.

Sam macht keine Anstalten diesen Befehl folge zu leisten. Bynarr stellt den Kelch zurück und geht dann langsam auf sie zu.

Bynarr: Du trägst keinen Symbionten in dir.

Carter: Nein.

Bynarr: Woher weißt du dann von Jolinar?

Carter: Ich war einst ihre Wirtin.

Bynarr: Das hätte ich wissen müssen. Jolinar wollte lieber an der Oberfläche sterben als mir noch einmal vor die Augen zu treten.

Carter: Weil sie dich betrogen hat?

Er umfasst grob ihr Kinn und hebt ihren Kopf an.

Bynarr: Sieh nur, was Sokar mir ihretwegen genommen hat.

An dieser Stelle ist es vielleicht ganz hilfreich zu erwähnen, dass Bynarr nur noch Besitzer eines Auges ist. Er lässt von ihr ab.

Bynarr: Wo ist sie jetzt?

Carter: Sie ist tot.

Bynarr: Du weißt, wie sie entkommen konnte.

Carter (schüttelt den Kopf): Nein, nein... ich erinnere mich nicht.

Bynarr: Wieso bist du hier?

Wir kriegen Sams Antwort nicht mehr mit.

Szene: Verließ, Ne'tu

Schreie einer Frau erfüllen den Raum. Jacob reißt seine Augen auf, als er sie hört.

Jacob: Sam.

O'Neill: Sie kommt gleich zurück.

Jacob: Wo ist sie?

Daniel: Bei Bynarr.

Jacob (schüttelt mit dem Kopf): Oh nein...

Martouf: Samantha glaubt Bynarr wäre der Schlüssel zu unserer Flucht.

Jacob: Er ist für Sokar Augen und Ohren hier.

O'Neill: Na ja, *Auge* und Ohren.

Jacob: Er sorgt dafür, dass es keine Aufruhr gibt.

O'Neill: Er sorgt für lebenswerte Bedingungen.

Jacob: Und er berichtet regelmäßig Sokar. Sokar hört gerne die Leidensgeschichten von hier unten.

O'Neill (das lässt ihn hellhörig machen): Wie war das?

Martouf: Sokar kommt hier her?

Jacob: Nein. Bynarr besucht ihn aufs einen Planeten.

Martouf: Woher weißt du das?

Jacob: Ich habe ihn dort gesehen, bevor sie mich erwischten.

Daniel: Sie wissen nicht, wie er dorthin kommt?

Jacob schüttelt nur mit den Kopf, aber er hat ihnen mehr verraten als sie gefragt haben.

Szene: Bynarrs Gemach, Ne'tu

Bynarr beginnt wieder Sam zu umkreisen.

Bynarr: Unser neuester Zugang ist der Tok'ra Selmak. Bist du vielleicht hier, um ihn zu retten? (Er beginnt zu lachen) Du kannst nicht ernsthaft glauben, ich hätte Jolinar zur Flucht verholfen.

Carter: Doch.

Bynarr: Wieso?

Carter: Weil du sie geliebt hast.

Bynarr (wendet sich von ihr ab): Da irrst du dich gewaltig.

Carter: Und warum hasst du sie dann so sehr?

Bynarr: Ihr Tod hat mich leider der Rache beraubt von der ich so lange geträumt hatte.

Sams Blick fällt auf die Kette, die Bynarr um den Hals trägt. Es ist ein Stern, in der Mitte befindet sich ein Kristall.

++++

Sam sieht durch den Spiegel hindurch, wie sich Jolinar ankleidet. Sie entledigt dem schlafenden Bynarr seiner Kette, steckt diese in eine Vorrichtung im Raum und aktiviert damit die Transporterringe, die durch die Decke schießen.

++++

Sam dreht sich automatisch zu dem Gerät herum und ihr Blick wandert nach oben zur Decke. Dort befinden sich die Öffnungen. Leider ist Bynarr all dies nicht entgangen.

Bynarr: Es wird mir nicht dieselbe Befriedigung sein, dich zu töten... (behutsam dreht sich Sam zu ihm um) aber ein klein wenig durchaus.

Er öffnet seine Hand und wir sehen das Handgerät. Erschrocken geht Sam einen Schritt zurück.

Carter: Nein! Warte!

Er aktiviert das Gerät, während Sam immer weiter von ihm weicht, er ihr aber folgt. Doch bevor Bynarr letztendlich Sam erreichen kann, geht er zu Boden. Na'onak steht hinter Bynarr. Er hat ihn erschossen. Mit einer Mischung aus Erleichterung, Neugier und Angst sieht Sam zu ihm hinüber.

Szene: Verließ, Ne'tu

Sam wird zurückgebracht. Wenig behutsam wird sie in die Zelle gestoßen.

O'Neill: Alles in Ordnung?

Carter: Ja. Dad?

O'Neill: Er hält noch durch.

Augenblicklich kniet sie sich neben ihren Vater.

Carter: In Bynarrs Quartier befinden sich Transportringe.

Martouf: Sie führen sicher zu Sokars Palast.

Carter: Ja. Dort konnte Jolinar offensichtlich ein Frachtschiff stehlen und entkommen.

Irgendwie scheint ihr Fluchtplan immer mehr Lücken zu bekommen. Bevor jemand antworten kann hören sie Schreie.

O'Neill: Was ist da oben los?

Carter: Na'onak hat gerade Bynarr getötet.

Daniel und O'Neill: Was?!

Daniel: Wieso?

Carter: Ich habe keine Ahnung. Bynarr wollte mich gerade umbringen, da kam Na'onak rein und erschoss ihn mit seiner Stabwaffe. Er hat kein Wort gesagt und mich wieder hierher geschickt.

Jacob: Wahrscheinlich eine Revolte.

O'Neill: Das könnte unsere Chance sein.

Daniel: Wozu die Ringe? Um in Sokars Palast zu landen?

O'Neill: Hey, das ist ein Weg hier raus.

Carter: Sie war allein und hatte nur eine Handwaffe.

Jacob: Lasst mich zurück.

O'Neill: Ah, Jacob, Sie haben die Hauptsache anscheinend noch nicht erfasst.

Martouf: Teal'c!

Carter: Wäre das denkbar?

Daniel und O'Neill: Was?

Carter: Das Frachtschiff verfügt über Ringe.

Martouf: Das Ringtransportsystem funktioniert wie ein Stargate. Es überträgt einen Materiestrom. Wenn dieser Marteriestrom durch einen anderen Empfänger abgelenkt wird -

O'Neill (versteht kein Wort): Halt! So, dass es jeder verstehen kann!

Carter: Wenn Teal'c das Frachtschiff in die korrekte Position manövriert, müssten wir theoretisch an Bord gelangen.

Daniel: Theoretisch?

O'Neill: Wie findet er die richtige Position?

Martouf: Es gibt Sensoren, die andere Ringe lokalisieren können. Teal'c müsste nur die Koordinaten finden.

O'Neill (überlegt kurz): Das Risiko gehen wir ein. (Er sucht das Kommunikationsgerät heraus) Na los.

Er zieht Daniel auf die Beine.

Szene: Frachtschiff, Umlaufbahn

Ohne Vorwarnung wird Teal'c bombadiert. Mehrere Gleiter fliegen über ihn hinweg. Man hat ihn entdeckt. Sofort beginnt Teal'c damit die Systeme hochzufahren, als sie zu allem Überbluss auch noch Daniel meldet.

Daniel (Funk): Teal'c, hier ist Daniel. Bitte kommen.

Szene: Verließ, Ne'tu

Daniel und Jack stehen verdächtig nahe am Zellenausgang.

Daniel: Teal'c, hörst du mich?

Teal'c (Funk): Ich höre dich, Daniel.

Natürlich bekommen die Wachen mit, dass da etwas nicht stimmt. Sie öffnen die Zellentüren.

Daniel: Teal'c, hier ist Daniel, bitte kommen. Over.

Wache: Was machst du da?

Daniel: Ich spreche nur mit einem Freund durch dieses kleine Kommunikationsgerät, dass...

Die Wachen eilen zu Daniel und Jack, werden aber von Martouf überrascht, der aus der Ecke gesprungen kommt. Die zweite Wache nimmt sich Sam vor, die ihn überrascht aus dem Hinterhalt angreift. Nach einigen blauen Flecken und zahlreichen Schlägen später, schaffen es die vier, die Wachen auszuschalten. Schnell helfen sie Jacob auf die Beine und fliehen aus der Zelle.

Daniel: Teal'c, hier ist Daniel. Wir brauchen dich! Hörst du uns?

Szene: Frachtschiff, Umlaufbahn

Teal'c beobachtet weiterhin die Gleiter und versucht ihnen auszuweichen.

Teal'c: Ja, was gibt's?

Szene: Gefängnis, Ne'tu

Sam führt sie zu Bynarrs Quartier.

Carter: Hier entlang.

Daniel: Martouf sagt, das Ringsystem auf dem Schiff müsste in der Lage sein den Marteriestrom zu lokaliesieren.

Teal'c (Funk): Ich gehe auf Position.

Jack bleibt stehen. Sie wurden so eben von einer Wache entdeckt, welche schnell losrennt.

O'Neill: Verflucht.

Sie erreichen Bynarrs Quartier. Sam öffnet die beiden Türen und führt sie hinein. Jack schließt hinter allen die Tür wieder und verschließt sie. Sam kniet sich neben Bynarr um die Schlüssel zu holen.

Carter: Er ist weg. Der Schlüssel, der die Ringe aktiviert ist weg.

Martouf: Wo kommt der Schlüssel rein?

Carter: Da drüben.

Mit einem Stück Holz schlägt Martouf das Gestellt kaputt, so dass nur noch die Öffnung zu sehen ist. Sie müssen sich beeilen, denn Wachen sind auf den Weg zu ihnen.

O'Neill: Wie bringst du das Ding zum Laufen?

Die ersten Wachen haben die Tür erreicht.

Martouf (wirft Jack den Holzstab zu): Ich brauche etwas Zeit.

O'Neill: Du hast alle Zeit der Welt.

Die Wachen haben einen Rammbock besorgt mit dem sie die Tür einschlagen wollen.

Jack versucht die Stellung zu halten, während Marty sich um das Schloss kümmert.

Daniel: Teal'c, wir sind gleich soweit. (Rauschen) Teal'c, hörst du mich?

Teal'c hat nicht allzu viel Zeit. Er ist eher damit beschäftigt nicht getroffen zu werden.

O'Neill: Jetzt sollten wir langsam los.

Martouf: Ich hab's gleich. Noch eine Sekunde.

Sam, Daniel und Jacob treten schon einmal in die Ringplattforn.

Daniel: Teal'c!

Jack wartet noch einen Moment, bevor er ebenfalls zu ihnen rennt.

Daniel: Teal'c antwortet nicht.

O'Neill: Er hat gesagt, er würde da sein.

Martouf: Wenn er nicht da ist?

O'Neill: Er wird da sein!

Martouf: Okay.

Ohne jegliche Wirkung schlagen die Wachen auf die Tür ein, bis Na'onak auftaucht.

Na'onak: Geht von der Tür weg.

Sie gehen alle zur Seite. Na'onak hebt seine Hand.

Martouf hat es fast geschafft.

Martouf: Jetzt!

Und genau in diesem Augenblick wird die Tür von einer Druckwelle aufgeschleudert. Sie haben den Kampf gegen die Zeit verloren. Die Wachen umzingeln sie, ihnen wird alles abgenommen. Die Rettung war so nahe.

Wache: Auf die Knie vor Na'onak.

Da es keiner freiwillig macht, werden sie gewaltsam auf ihre Knie gedrückt.

Na'onak: Ihr werdet mich nicht länger Na'onak nennen. Von diesem Tag an trage ich wieder meinen richtigen Namen. (Er nimmt endlich den Helm ab)

Zu aller Überraschung – und damit hat nun wirklich niemand gerechnet – steht ihr totgeglaubter Feind Apophis vor ihnen.

Na'onak: Apophis.

Seine Augen beginnen zu glühen

Fortsetzung folgt

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