2.11 Die Tok’ra – Teil 1
The Tok’ra – Part 1

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O’Neill: Dann habt ihr hier so ne Art faustschen Diel abgeschlossen? Die eigene Seele für die Unsterblichkeit verkauft.

Josuf: Also das, was du unter Seele verstehst, bleibt intakt.

Daniel: Und diese symbiotische Beziehung unterscheidet also die Tok’ra von den Goa’uld?

Josuf: Ja.
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Was bisher bei Stargate geschah:


Episode: Freund oder Feind (Line of Duty)

Ein fremder Planet wird von den Goa’uld angegriffen. SG-1 ist mitten drin.

O’Neill: In Deckung, Captain! Die Gleiter kommen zurück!

Carter: Dieser Mann lebt noch!

O’Neill (trägt ein Kind): Wir können nicht warten!

Aber Sam versucht ihn mit Mund zu Mund Beatmung wiederzubeleben. Plötzlich greift er nach ihren Kopf und hält ihn unten. Als er los lässt, wendet Sam sich keuchend zur Seite. Ihre Augen glühen.


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Man hat Sam in eine Zelle gesperrt.

Jolinar: Nicht alle Goa’uld sind böse. Ich bin Jolinar von Malkshur.


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O’Neill: Die Goa’uld fanden im ganzen All nach diesem Jolinar.

Teal’c: Er behauptet der Tok’ra anzugehören.

Daniel: Das heißt „Wiederstand“.

Teal’c: Die Tok’ra ist ein Geheimbund von Goa’uld, die die Macht an sich reißen wollen.


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Jack ist bei Sam in der Zelle.

O’Neill: Ich werde niemals einem Goa’uld trauen!


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Der wirkliche Goa’uld öffnet die Stäbe zu Sams Zelle.

Ashrak: Kree shak! Nach den Dekret der Goa’uld Oberen wirst du unehrenhaft in den Tod gehen.

Jolinar: Mein Tod facht nur das Feuer an, das so stark in der Tok’ra lodert.

Er foltert sie mit dem Handgerät.


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Wenig später findet Jack Sam bewusstlos in der Zelle liegen. Die Tür ist aufgebrochen.

O’Neill: Sam. (Er dreht ihren Kopf) Sam!


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Sam liegt auf der Krankenstation.

Carter: Der Goa’uld hat mir sein Leben geschenkt. Er hat mich gerettet.


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Episode: Sha’res Rückker (Secrets)

In Washington treffen Sam und Jack auf Jacob Carter – General der US Air Force.

Hammond: Jacob Carter.

O’Neill: Carter?

Carter: Er ist mein Vater, Sir, ja.

Jacob: George hat mir erzählt, dass du einen Verdienstorden für deine Arbeit erhältst. Was ist ihr Aufgabengebiet doch gleich?

Carter: Analyse der Radartelemetrie im Weltall.

Jacob: Genau.


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Jacob: Ich habe Krebs, Sam.

Carter: Was?

Jacob: Lymphdrüsenkrebs.

Carter: Das ist furchtbar.

Sie umarmt ihren Vater.


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Jacob: Die Sache zieht sich bestimmt noch ein paar Monate hin. Du musst dich nicht gleich morgen nach mir erkundigen.

Carter (weinend): Dad, bitte, lass uns nicht so gehen. (Jacob verschwindet) Dad!


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Szene: Vision

Wir sehen merkwürdige Tunnel. Menschen laufen aufgeregt und schreiend durcheinander umher. Jaffa Wachen scheinen in den Tunnel eingebrochen zu sein und erschießen die Menschen dort. Einer von ihnen bleibt stehen und bleibt vor der Person, die das alles sieht stehen. Es ist Martouf.

Martouf: Aktiviere das Chaapa’ai. Schnell, Jolinar!

Er rennt weiter.

Die Vision ändert sich. Verzweifelt rennen die Menschen auf das Stargate zu. Es ist noch nicht aktiviert. Jolinar beginnt es anzuwählen. Während die meisten durch das Tor rennen, versuchen die anderen die Wachen aufzuhalten.

Martouf: Jolinar, beeil dich!

Jolinar schaut in einen Spiegel. Wir sehen Sam, die ein rosa Tuch um ihren Kopf trägt.


Szene: Krankenstation, SGC

Erschrocken wacht Sam aus ihrem Traum auf. Sie hat an ihren Kopf Elektroden kleben. Ihre Stirn ist nass geschwitzt. Hammond ist ebenfalls im Raum. Als sie aufwacht, geht er auf sie zu.

Carter: Ich habe eine Entdeckung gemacht.


CREDITS


Szene: Besprechungsraum, SGC

Alle sitzen am Tisch, nur Jack steht hinter Hammond und schenkt sich ein Glas Wasser ein.

O’Neill: Und Sie glauben nicht das war nur ein Traum?

Carter: Nein, Sir. Es war zu realistisch. Ich bin sicher.

O’Neill: Sie haben es erlebt?

Carter: Ja, Sir. Ich weiß nicht genau wieso, aber ich konnte es fühlen.

O’Neill: Und wir sollen uns also auf diese… Vision oder was immer es war, verlassen?

Teal’c: Wenn ein Goa’uld einen Wirt erobert, vermischen sich ihre Bewusstseinsebenen. Es ist möglich, dass immer noch Elemente von Jolinar in Captain Carter vorhanden sind.

Carter: Diese Tok’ra waren auf der Flucht. Sie schweben in Gefahr. Und wenn wir sie finden wollen, dann möglichst bevor sie geflohen sind. Vielleicht sind sie noch an diesen Koordinaten.

Daniel: Sie sagten, ihre Augen haben geglüht. Und Sie sind ganz sicher, dass die Tok’ra das sind, was Jolinar von ihnen behauptet? Dass sie gut sind und uns nicht bekämpfen wollen?

Carter: Ja.

O’Neill: Ja? Nur ja? Geht’s nicht etwas ausführlicher?

Carter: Tut mir leid, Colonel. Ich weiß, es ist schwer zu verstehen, ich verstehe es ja selbst nicht ganz, aber ich bin sicher… ich, ich weiß es einfach.

Teal’c: Nach der Jaffa – Überlieferung sind die Tok’ra Widerstandskämpfer. Ihr erklärtes Ziel ist die Vernichtung der Systemlords. Sie wollen das Imperium reformieren. Sie werden gnadenlos verfolgt von den Goa’uld.

O’Neill: Arg… klinkt auch ganz toll.

Carter: General Hammond, meine Vision ist die einzige Spur, die wir verfolgen können. Sollten wir sie nicht überprüfen, bevor sie woanders hingehen?

Hammond: Colonel?

O’Neill: General?

Hammond: Ich bin bereit SG-1 zu den Koordinaten zu entsenden, die Captain Carter in ihrer Vision gesehen hat, falls Sie einverstanden sind.

Carter: Colonel, ich weiß, dass Sie das sehr skeptisch sehen, aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich Recht habe.

O’Neill (sieht sich überlegend seine Bande an): Versuchen wir’s.


Szene: Korridor, SGC

SG-1 ist auf den Weg zum Torraum.

Carter: Colonel, sind Sie einverstanden, wenn ich nachkomme?

O’Neill: Wir starten in zehn.

Carter: Ich brauche nur fünf.

Sie geht die wenigen Stufen zum Kontrollraum hoch. Dort schnappt sie sich das nächste Telefon und ruft bei ihrem Dad an.

Carter: Dad. Hi, ich bin’s Sam. Na, warum rufe ich wohl an, Dad? Du hast mir gesagt, du hast Krebs, da kannst du doch… Schon gut, vergiss es. Hör zu, ähm, ich werde eine kleine Reise unternehmen. Ja, im Auftrag der Air Force. (Hammond bekommt das Gespräch mit und beobachtet Sam) Es geht doch gar nicht darum, wo ich hinfahre, Dad, aber es wäre denkbar, dass ich eine Weile wegbleibe. Deswegen wollte ich dich fragen, wie es dir geht. (Sie lauscht) Ganz ehrlich?

Und legt dann deprimiert auf. Sie macht sich auf den Weg zum Torraum, aber Hammond fängt sie vorher ab.

Hammond: Ihr Vater?

Carter: Ja, Sir.

Hammond: Wie geht es Jacob?

Carter: Er behauptet gut. Aber er würde es mir kaum sagen, wenn es anders wäre. Wussten Sie, dass er eine Wohnung ganz hier in der Nähe hat?

Hammond: Er möchte in der Nähe seiner Tochter sein, wenn…

Carter: Während seiner letzten Tage. Sir, es ist das erste Mal, dass ich auf eine Mission gehe und das Gefühl habe, ich würde etwas Wichtiges zurücklassen. Als ob ich etwas versäumen könnte.

Hammond: Kann ich gut verstehen. Ich werde SG-1 ein Ersatzmitglied zuteilen. Sie können hier bleiben.

Carter (schüttelt mit dem Kopf): Ich wünschte, das könnte ich, Sir. Aber bei dieser Mission bin ich nicht ersetzbar. Meine Erinnerungen, die ich Jolinar verdanke, sind für diese Mission von großer Bedeutung. Niemand sonst verfügt über sie.

Hammond: Das ist wahr. Aber Ihr Vater...

Carter: Sir, das ist okay. Er braucht mich sowieso nicht.

Hammond (glaubt ihr nicht): Sam. Ich kenne Jacob schon eine sehr lange Zeit. Das ist nicht wahr.

Carter (mit Tränen in den Augen): Sir, er hat immer Wert darauf gelegt als der tapfere Soldat dazustehen. Das Schlimmste wäre bestimmt für ihn, wenn ich an seinem Krankenbett sitze, während er seine Schlacht verliert. Ich sollte jetzt gehen, Sir. Das Team wartet schon.

Sam dreht sich um.

Hammond: Captain. (Sie bleibt stehen und sieht zurück zu Hammond) Sie sind Ihrem Vater ähnlicher, als Sie es zugeben wollen.

Wortlos setzt sie ihren Weg fort.


Szene: Tok’ra Planet

Vor ihren Augen erstreckt sich nichts weiter als Wüste, Dünen und ein ganzer Haufen von Sand.

Teal’c: Es gibt keine Spuren von Anwesenheit menschlicher Wesen. Wenn die Tok’ra hier waren, dann haben sie sich nicht in der Nähe des Tores aufgehalten.

O’Neill: Ein schöner Highway und ein voll getankter Jeep wären jetzt nicht verkehrt, hm?

Carter: Seht mal, das da drüben sehen aus wie Dünen.

O’Neill: Na schön, dann auf zu den Dünen.

Sie machen sich auf den Weg. Jack bleibt kurz bei ihrem MALP stehen. Es sieht leicht lädiert aus.

O’Neill: Unbrauchbarer Schrott.

Und weiter geht der Fußmarsch durch den Wüstensand.

O’Neill: Hier ist schon lange keiner mehr Spazieren gegangen.

Teal’c: Die Tok’ra sind bekannt für ihre Fähigkeit Spuren zu verwischen. Für sie ist Tarnung das Überlebensprinzip.

Wenn man vom Teufel spricht. Denn wie in Star Wars kommen die Tok’ra plötzlich aus den gesprungen und umzingeln unsere Freunde.

Daniel: Ja, Tarnung ist genau der richtige Ausdruck dafür.

O’Neill: Sind das die Guten oder die Bösen?

Einer der Tok’ra kommt auf sie zu.

Cordesh: Wir haben keine feindlichen Absichten. Aber ich warne euch, wenn ihr uns angreift, werden wir ohne zu zögern auf euch schießen.

O’Neill: Könnte von mir sein.

Cordesh: Oh, aber ich denke, wir sind durchaus im Vorteil. Wir sind in der Überzahl.

O’Neill (sieht sich um): Sieht ganz so aus.

Martouf: Dieser da ist ein Jaffa. Apophis’ Sektion.

Teal’c: Ich stehe nicht mehr im Dienst von Apophis.

Martouf: Und in wessen Diensten stehst du jetzt?

Teal’c: Ich bin verbündet mit den Tau’ri im Kampf gegen Apophis.

Daniel: Und allen anderen Goa’uld.

Carter: Vorsichtig, Daniel.

Daniel: Wieso?

Carter: Weil das Goa’uld sind.

Cordesh (aufgebracht): Bezeichne uns nicht so! (Seine Augen beginnen zu leuchten, seine Stimme verändert sich) Wir sind keine Goa’uld!


Szene: Hammonds Büro, SGC

Das Telefon klingelt.

Hammond: Hammond. Verbinden Sie mich. Jacob, alles in Ordnung? (Er lauscht einen Moment) Oh nein. Ich komme sofort.

Schnell legt er auf und macht sich auf den Weg.


Szene: Tok’ra Planet

Noch immer dieselbe Ausgangsposition. SG-1 ist umzingelt.

O’Neill: Wisst ihr, auf manchen Planeten nennt man so was Wegelagerei. Wie lange wollen wir dieses Spielchen noch treiben?

Sam sieht sich einen der Tok’ra genauer an.

Carter: Martouf?

Martouf (unsicher sieht er sie an): Ich kenne diese Frau nicht.

Carter: Aber ich habe Recht, oder? Das ist doch dein Name? Martouf?

Martouf: Korrekt. Wieso kennst du mich?

Carter: Ich kenn dich nicht. Aber ich kenne einen Freund von dir Jolinar von Malkshur.

Cordesh: Wo ist Jolinar?

Carter: Er ist für mich gestorben.

Daniel: Deswegen sind wir hier, um die Tok’ra zu finden.

O’Neill: In der Annahme natürlich, dass ihr die Tok’ra seid.

Cordesh: Und wenn es nicht so ist?

O’Neill: Tja, dann gibt’s wohl gleich ne Schießerei, dann gibt es Blut, Tod, Hassgefühle, den ganzen Dreck.

Martouf: Und wenn wir die Tok’ra sind, wie ihr es nennt?

Teal’c: Wenn ihr die Tok’ra der Jaffa – Überlieferungen seid, dann sollten wir uns verbünden.

Carter: Ich habe viel von Jolinar gelernt. Genug, um zu wissen, dass wir Freunde sein könnten. Und sicher auch genug, um zu wissen, dass ihr die Tok’ra seid.

Martouf: Ich habe das Gefühl, sie spricht die Wahrheit. Vielleicht sollten wir uns anhören, was sie sagen wollen?

Cordesh gibt seinen Leuten ein Zeichen und sie senken ihre Waffen. Jack steht auf.

O’Neill: Ist doch schon viel angenehmer. (Er legt eine Hand auf seine Waffe, wie er es immer tut) Na schön, jetzt bringt mich zu euren Anführer.

Cordesh: Ich bringe dich zu dem, den du suchst. Aber unter einer Bedingung. Ihr müsst eure Waffen hier lassen.

O’Neill: Ah, nein, nein.

Carter: Sie werden uns nichts tun, Colonel.

O’Neill: Das sind Goa’uld, Carter.

Carter (mit mehr Nachdruck): Sie werden uns nichts tun.

O’Neill: Ach, und das spüren Sie, ja?

Carter: Nein, ich weiß es genau.

Teal’c: O’Neill, wenn das wirklich Tok’ra sind, sind wir nicht in Gefahr.

Daniel: Ich bin der Meinung, wir sollten das Risiko eingehen.

O’Neill: Na schön. Aber ich erwarte dafür euer Verständnis, dass dies im Sinne künftiger Beziehungen geschieht. So möchte ich uns auch behandelt wissen.

Sam und Daniel beginnen damit ihre Ausrüstung abzulegen. Jack übergibt Cordesh seine Waffe.

Martouf: Bitte, kommt näher, ja?

O’Neill: Wieso?

Daniel: Jack.

Carter: Ist schon okay.

O’Neill: Ach, findet ihr?

Dennoch treten sie näher, so dass sie alle auf einem Haufen stehen. Jetzt wissen wir auch den Grund, denn aus dem Sand kommen Ringtransporter geschossen, welche sie geradewegs in einen Tok’ra Tunnel transportieren.

Cordesh: Hier entlang.

Sie folgen Martouf und Coredsh langsam. Erstaunt sehen sie sich um.

Carter: Das sieht genauso aus, wie der Ort in meiner Vision. Aber das war auf dem Planeten, von dem sie geflüchtet sind.

Teal’c: In den alten Tok’ra Überlieferungen steht: „Haben sie einen Planeten erreicht, gehen sie in den Untergrund“. Angeblich besitzen sie die Technologie die Tunnel wachsen zu lassen.

Carter: Scheint eine quarzartige Substanz zu sein. Theoretisch könnte sie also wachsen.

Teal’c: Apophis hat mich jahrelang nach solchen Tunneln suchen lassen. Wir haben nie welche gefunden. Angeblich zerstören die Tok’ra ihre Tunnel, wenn sie weiterziehen.

O’Neill (beobachtet Cordesh und Martouf): Carter, was ist denn mit diesem Martouf?

Carter: Ich bin nicht ganz sicher. Ich habe das Gefühl die meisten hier zu kennen, aber meine Erinnerungen an Martouf sind am stärksten. Als ob ich eine merkwürdige Bindung zu ihm hätte.

Martouf (kommt zu ihnen zurück): Bitte, kommt hier entlang.

Sie gehen an Martouf vorbei.


Szene: Militärkrankenhaus

Hammond betritt Jacobs Krankenzimmer. Er sieht ziemlich geschwächt aus. Als Hammond neben ihm stehen bleibt, dreht Jacob seinen Kopf in diese Richtung.

Jacob: George.

Hammond: Jacob. Alles in Ordnung?

Jacob: Ging mir schon besser.

Hammond: Ich hatte angenommen, dass der Krebs noch nicht so weit fortgeschritten ist.

Jacob: Ich ebenfalls. Sie haben all meine Lymphknoten entfernt. Das Dumme ist nur, dass ein Trupp dieser kleinen Quälgeister sich in meiner Leber eingenistet hat.

Hammond (greift nach dem Telefon): Ein Anruf genügt, dann holen wir Captain Carter zurück.

Jacob: Nein, das ist nicht nötig.

Hammond: Ihre Tochter sollte hier sein.

Jacob: Wieso? (Hammond will etwas sagen, wird aber von Jacob unterbrochen) Ich will Ihnen etwas sagen, George. Mein kleines Mädchen ist damit aufgewachsen, dass Daddy Gott weiß wohin zog, um gegen Gott weiß wen zu kämpfen. Und ich kam immer wieder unversehrt zurück. Und jetzt soll sie mit ansehen, wie ich den Kampf verliere? Gegen etwas so winziges, dass ich es nicht einmal sehen kann.

Hammond: Sie hat sich gedacht, dass Sie genau das sagen würden. (Hammond legt den Hörer zurück auf die Gabel. Er setzt sich auf den Stuhl) Wie wär’s, wenn Sie uns allen einen Gefallen tun?

Jacob: Welchen?

Hammond: Hören Sie auf den tapferen Soldaten zu spielen. Wir reden hier von Ihrer Tochter. Sie sollte die Gelegenheit haben hier zu sein und Ihnen zu helfen.

Jacob: Ich habe das Gefühl sie ist zu einer ziemlich wichtigen Mission aufgebrochen. Habe ich Recht?

Hammond: Tja, schon, aber das sind auch noch andere, die –

Jacob: Dann respektieren Sie meinen Wunsch. Rufen Sie sie nicht zurück.

Hammond: Das ist doch lächerlich.

Jacob: Aber Sie können durchaus etwas für mich tun, George.

Hammond: Alles, was Sie wollen.

Jacob: Sagen Sie mir, was meine Tochter eigentlich macht.

Hammond: Alles, bis auf das. Sie wissen, das Projekt ist geheim.

Jacob: George, die haben mir gesagt, ich hätte nicht mehr viel Zeit. Wem könnte ich schon was verraten? Gott?

Hammond denkt ernsthaft darüber nach, aber dann schüttelt er den Kopf.

Hammond: Tut mir leid, Jake.

Jacob nickt verstehend.


Szene: Tok’ra Tunnel

SG-1 wird in einen Raum geführt. Cordesh geht ein Stück weiter zu ihrer Anführerin - Garshaw.

Cordesh (dreht sich zu SG-1 um): Ihr Menschen von Tau’ri, darf ich vorstellen die hohe Rätin Garshaw von Benote.

Garshaw erhebt sich und kommt zu ihnen.

Garshaw: Ich grüße euch herzlich.

O’Neill: Hallo.

Teal’c (ehrfürchtig): Du bist Garshaw von Benote?

Garshaw: Genau.

Teal’c: Die meist gesuchte Goa’uld aller Zeiten.

Garshaw: Wir würden es bevorzugen nicht als Goa’uld bezeichnet zu werden.

O’Neill: Ja, das haben wir vorhin schon gehört. Ahm, wie sollen wir dich nennen?

Garshaw (geht auf sie zu): Ich nehme an, ihr kommt aus der ersten Welt von Tau’ri.

O’Neill (nickt): Hm mh.

Garshaw: Ist das korrekt?

O’Neill (nickt weiter): Ja.

Garshaw: Gehört ihr zu jenen, die die Galaxie vom obersten Systemlord Ra erlöst hat?

O’Neill: Ja. Genau die, die das… ja, wir gehören dazu.

Garshaw: Dann seid ihr gewissermaßen auch Tok’ra.

Daniel: Natürlich! „Tok’ra“. Tok Ra… Gegen, gegen Ra. Danke für diese Erkenntnis.

O’Neill: Wir wissen immer noch nicht, wie wir dich nennen sollen.

Garshaw (neigt leicht ihren Kopf): Wir sind ebenfalls Tok’ra.

O’Neill (wirft seine Arme in die Luft): Ah! Na endlich!

Carter: Es ist schön deine Bekanntschaft zu machen.

Garshaw: Ich habe gehört, ihr seid hergeschickt worden von Jolinar von Malkshur. Bitte, erzähle, was passiert ist.

Carter: Ah, na ja, das… das ist ne lange Geschichte. Wir waren auf dem Planeten Nasjia. Da kam ein Angriff der Goa’uld und Jolinars Wirt wurde getötet. Deswegen sprang er auf mich über, während ich versuchte seinen Wirt zu retten.

Martouf: Entschuldige bitte. Hast du gesagt Jolinars Wirt wurde getötet?

Carter: Ja. Tut mir leid.

Martouf: Aber Jolinar hat weitergelebt?

Carter: Ja, wenn auch nur kurz. Und zwar in mir. (Etwas unsicher) Soll ich weiter erzählen?

Garshaw: Bitte.


Szene: Militärkrankenhaus, Jacobs Zimmer

Die Situation ist kritisch. Ärzte und Schwestern schweben um Jacob herum.

Arzt: Okay, Patient befindet sich im Koma. Elektroschocks mit zweihundert.

Er setzt den Defribilator an.

Schwester: Zweihundert.

Arzt: Halten Sie sich bereit.

Die erste Dosis, als weitere Schwestern hineingelaufen kommen. Hinter ihnen Hammond.

Schwester: Er spricht noch nicht an.

Arzt: Na gut. Dosis erhöhen! Weiter mit dreihundert.

Schwester: Dreihundert.

Arzt: Fertig?

Noch ein Schlag.

Arzt: Vitale Funktionen okay.

Er gibt die Paddels einer Schwester, um Jacob zu untersuchen. Er leuchtet mit seiner Lampe in Jacobs Augen.

Arzt: Hey, General, wie geht’s denn so? Na schön, sein Zustand ist noch überaus kritisch. Wir geben ihm eine Einheit Blut. Alle fünfzehn Minuten vitale Datenüberprüfung. Und, äh, rufen Sie mich an, falls sich was ändert.

Schwester: Natürlich, Doktor.

Er will das Zimmer verlassen, aber Hammond hält ihn auf.

Hammond: Doktor?

Arzt: Sein Zustand ist, ähm, stabil.

Hammond: Darf ich fragen, wie lange er noch zu leben hat?

Arzt: Kann man bei dieser Art von Krebs schwer sagen. Vielleicht fünf Tage oder fünf Minuten? Tut mir leid. Wenn er Familienangehörige hat, sollten Sie Kontakt mit ihnen aufnehmen und sie herholen.

Mit dieser Hiobsbotschaft lässt er Hammond alleine zurück.


Szene: Tok’ra Tunnel

Sam hat ihnen von ihrem Erlebnis mit Jolinar berichtet.

Garshaw: Dann hast du Jolinar gar nicht selbst aufgefordert dich als Wirt zu benutzen?

Carter: Das ist richtig. Für ihn war es eine Notsituation, sonst hätte er nicht überlebt.

Cordesh: Wenn du kein freiwilliger Wirt warst, woher sollen wir dann wissen, dass du ihn nicht getötet hast?

Carter: Ahm, na ja, weil, weil es nicht so ist. Ich meine, da, da solltet ihr mir schon vertrauen.

Cordesh: Und warum sollten wir dir trauen?

O’Neill (mischt sich in das Verhör ein): Gutes Thema. Dieselbe Frage habe ich mir auch schon gestellt. Warum sollten wir euch trauen? *Ihr* seid letzten Endes Goa’uld.

Daniel (geht dazwischen): Wenn ich –

O’Neill (hebt eine Finger): Ah! Bisher sind wir hier nur verhört worden. Sind wir Gefangene und seid ihr Goa’uld?

Daniel: Jack –

O’Neill (hebt erneut den Finger): Ah!

Garshaw (aufgebracht): Seid ihr nicht und ich sagte schon, wir sind keine Goa’uld!

Ihre Augen beginnen zu glühen.

O’Neill: Sekunde! Warum redest du so komisch? Und was ist mit den glühenden Augen, hm? Deutet das nicht vielleicht auf Reptilienaktivitäten in euren Kopf, he?

Garshaw: Wir tragen symbiotische Kreaturen in uns, ja.

O’Neill: Also! Dann –

Daniel (hebt jetzt seinen Finger): Also dann könnt ihr wohl verstehen, wieso wir denken, dass ihr eine Gefahr für die Menschheit seid. Denn ihr macht Menschen zu euren Wirten.

Garshaw: Goa’uld zwingen Menschen dazu. Tok’ra nicht. Unsere Wirte wünschen es zu sein.

Martouf: Wir haben eine wahrhaft symbiotische Beziehung.

Daniel: Nur mal als Frage: Warum sollte ein Mensch freiwillig Wirt für einen Goa’uld sein wollen?

Garshaw senkt ihren Kopf und als sie aufschaut spricht nicht der Symbiont, sonder die Wirtin.

Josuf: Möglicherweise kann ich euch da weiterhelfen. Ich bin Josuf. Ich bin Garshaws Wirt. Ich spreche hier offen, ohne Zwang oder Zensur. Alle, die hier als Wirte dienen haben sich freiwillig dazu entschlossen.

Daniel: Na schön, vielleicht kannst du dann meine Frage beantworten: Warum meldet sich ein Mensch freiwillig als Wirt?

Josuf: Aufgrund der Verschmelzung gewinne ich Garshaws Wissen, seine Weisheit. Ich meine, mehr als ein Mensch jemals erlangen könnte. Und meine Lebenserwartung ist doppelt so hoch nach einer Verschmelzung. Und für all das muss ich lediglich meinen Körper mit ihm teilen.

O’Neill: Dann habt ihr hier so ne Art faustschen Diel abgeschlossen? Die eigene Seele für die Unsterblichkeit verkauft.

Josuf: Also das, was du unter Seele verstehst, bleibt intakt.

Daniel: Und diese symbiotische Beziehung unterscheidet also die Tok’ra von den Goa’uld?

Josuf: Ja.

Teal’c: Es ist doch das, was den Bemühungen der Tok’ra gegen den Goa’uld Kraft verleiht.

Josuf: Euer Jaffa – Freund hat Recht. Wenn ihr mit mir kommen wollt, zeig ich euch, was er meint.

Sie verlässt den Raum.


Szene: Tok’ra Tunnel

Josuf führt SG-1 den Tunnel entlang in einen angrenzenden Raum. Dort liegt auf eine Art Tisch eine alte Frau.

Josuf: Ich freue mich sehr euch Selmak vorstellen zu dürfen.

Martouf: Der Name ihres Wirts ist Saroush. Sie ist eine der Ältesten und Weisesten unter uns. Eine wichtige Führerin unseres Weges. (Daniel nimmt seinen Hut ab) Zu unserem größten Bedauern ist sie sehr krank und wird bald sterben.

Daniel: Wie alt ist sie?

Josuf: In wenigen Tagen wird sie zweihundertdrei eurer Jahre alt sein.

Daniel: Entschuldigung, ich war der Meinung, dass Goa’uld viel länger als zweihundert Jahre leben können.

Josuf: Die Goa’uld schon, die Tok’ra nicht.

Carter: Wahrscheinlich weil ihr den Sarkophag nicht benutzt.

Martouf: Das ist korrekt. Wir glauben, wenn wir das tun, würde das Gute aus unseren Herzen gesaugt.

Daniel: Das kann ich bestätigen.

(Er bezieht sich dabei auf seine Erfahrungen, die er in der Episode Der Sarkophag (Need) sammeln durfte)

Martouf: Deswegen vermehren wir uns auch nicht so weit, dass wir die mächtigen Streitkräfte, die den Systemlords folgen, besiegen können.

Carter: Null beziehungsweise negatives Wachstum. (Martouf nickt leicht) Und da ihr keine neuen Wirte mit Gewalt nehmt, stirbt der Goa’uld meist mit dem Wirt.

Josuf: Und genau das wird auch Selmak passieren.

Martouf: Es sei denn, einer von euch möchte sich freiwillig als Wirt zur Verfügung stellen.

Die drei sehen ihn zunächst geschockt an.

O’Neill: Ist nicht ganz mein Ding, okay?

Daniel: Tja, auch wenn es sich faszinierend anhört, ist es etwas zu langfristig für meinen Geschmack.

Carter: Tut mir Leid, ich habe das schon hinter mir.

Sie dreht sich um und verschwindet schnell. Martouf folgt ihr.


Szene: Tok’ra Tunnel, voriger Raum

Sam steht an einem Wasserbecken und benetzt ihr Gesicht mit der Flüssigkeit. Martouf legt vorsichtig eine Hand auf ihre Schulter. Erschrocken über diese Berührung, schreckt sie hoch. Abwehrend hebt Martouf seine Hände.

Martouf: Verzeihung. Ich wollte dich nicht erschrecken.

Carter: Tu das bitte nie wieder.

Die anderen sind ihnen gefolgt.

Josuf: Wir wollten euch nicht beunruhigen mit unserem Vorschlag Wirt zu werden.

O’Neill: Na ja, solange ihr ein Nein als Antwort akzeptiert.

Martouf: Ihr könnt sicher sein, dass wir niemals einen Menschen dazu gezwungen haben. Das würde allem widersprechen woran wir glauben.

O’Neill: Tja, um es klar zu sagen, Captain Carter hatte Jolinar damals nicht gerade dazu aufgefordert.

Carter: Ja, Sir, aber ich glaube, er meinte es ernst, dass er mich verlassen würde, sobald er einen neuen Wirt gefunden hätte.

O’Neill: *Falls* er einen gefunden hätte.

Josuf: Eins macht mich neugierig. Wenn ihr nicht daran interessiert seid Wirte zu werden, warum habt ihr uns dann aufgesucht?

Daniel: Wir dachten an eine Allianz.

Josuf: Ja, das habt ihr schon gesagt, aber offensichtlich widert euch der Gedanke an einer Allianz doch an.

Daniel (versteht): Moment Mal. Du glaubst, die Bildung einer Allianz bedeutet für uns *Wirt* zu werden?

Josuf: Tja, welche andere Art von Allianz könnte ein unverschmolzener Mensch denn mit den Tok’ra eingehen?

O’Neill: Oh, wir haben einen gemeinsamen Feind. Wie wäre es mit Freundschaft?

Carter: Wir könnten Informationen austauschen.

Teal’c: Wir könnten gemeinsam Seite an Seite kämpfen.

Garshaw: Ich glaube nicht, dass ihr uns einen Dienst erweisen könntet. Ihr seid weder stark, noch fortschrittliche genug.

O’Neill: Ach nein?

Teal’c: Da irrst du dich. Diese beiden haben zwei Goa’uld – Mutterschiffe zerstört.

Garshaw (erbost): Das ward ihr? Wir hatten Einsatzkräfte dort, die an Bord dieser Schiffe starben!

Daniel: Oh Mann…

Carter: Wir wollten lediglich unseren Planeten verteidigen.

Josuf: Wir wussten nicht, dass sie zu den Tau’ri gereist sind. Ich meine, diese Information ist immerhin eine Erklärung. Wenigstens wissen wir jetzt, wie und warum unsere Einsatzkräfte starben. Und dafür sind wir euch sehr dankbar.

O’Neill: Also, vielleicht können wir euch doch irgendwie behilflich sein?

Josuf: Vielleicht hast du Recht. Ich werde den Rat von Tok’ra bitten euch zu empfangen.

Sie macht kehrt und verschwindet, aber die Wachen nehmen wieder ihren Platz ein.

O’Neill: Äh, entschuldige mal! (Sie dreht sich zu Jack um) Sind wir Gefangene?

Josuf: Ja, ähm, bis wir uns entschieden haben, welches Infomationsniveau wir euch anvertrauen werden, können wir nicht zulassen, dass ihr euch in dieser Einrichtung frei bewegt. Tut mir leid.

Teal’c und Sam setzen sich.

Jack nickt nur abfällig, als Josuf verschwindet.

Martouf (zu Sam): Wollen wir auf der Oberfläche spazieren gehen?

O’Neill: Was?

Carter (alarmiert): Wieso?

Martouf: Ich würde gerne mehr über Jolinar von Malkshur hören.

Carter (nickt): Na schön.

O’Neill: Ja, okay, einverstanden. Ich –

Martouf: Ich hatte nur an Captain Carter gedacht. Was wir zu bereden haben, ist privat. Du hast doch Verständnis?

O’Neill: Wenn du es genau wissen willst, nein.

Carter: Colonel, ich sollte ruhig mit ihm gehen. Es ist sicher gut mit ihm zu reden. Er kann mir Fragen über Jolinar beantworten. (Teal’c hat eine skeptische Augenbraue hochgezogen)

Martouf (zu Jack): Ich kann dir versichern, sie ist bei mir gut aufgehoben.

Carter: Colonel, ich sollte es tun. Bitte.

O’Neill (geht langsam auf Martouf zu): Na schön, mein Freund. Aber spätestens um elf ist sie wieder zu Hause, verstanden?

Unsicher sieht Martouf von Jack zu Sam.


Szene: Tok’ra Planet, Oberfläche

Sam und Martouf gehen auf einer entlegenen Düne spazieren.

Martouf: Fühlst du dich jetzt besser?

Carter: Ja, danke.

Martouf: Bitte, erzähl mir von Jolinar.

Carter: Ich habe das Gefühl, dass du ihn besser gekannt hast als ich.

Martouf: Das nehme ich schon an. Also, erstmal, war er eine sie.

Carter: Was? Ist das ein Witz?

Martouf: Eigentlich ist das nicht ganz korrekt. Die Symbionten haben kein Geschlecht. Allerdings hatte Jolinar immer einen weiblichen Wirt.

Carter: Aber der Wirt, in dem ich ihn… sie fand, war ein Mann.

Martouf: Wirklich? (Sam nickt) Vielleicht ein Hilfsmittel, um sich vor den Ashraks zu verstecken. Erzähl mir von Jolinars letzten Tagen.

Carter: Tja, das ist ziemlich merkwürdig, da gibt es weniger Erinnerungen, nur Gefühle. Ich weiß nur eins, Jolinar hat sich geopfert, um mich zu retten. Das sagt ne Menge über seinen Charakter, das ist mir jetzt klar.

Martouf bleibt schließlich stehen und Sam dreht sich zu ihm um.

Carter: Tut mir leid. Ist alles okay?

Martouf senkt den Kopf und als er wieder aufsieht, sehen wir seine Augen kurz glühen.

Lantash: Es tut mir leid. Martouf hat mehr Schwierigkeiten sich damit abzufinden als ich.

Carter: Du bist sein Symbiont Lantash, richtig ?

Lantash: Korrekt. Martouf ist der Name meines Wirtes.

Carter: Das habe ich gewusst. Offensichtlich weiß ich ne ganze Menge von dir. (Sam hat Tränen in den Augen) In deiner Gegenwart spüre ich so eine Art von… ich weiß nicht, Widererkennung. Anders als bei den anderen Tok’ra. War an deiner Beziehung zu Jolinar etwas anders?

Lantash: Jolinar und ich waren fast einhundert Jahre - nach eurer Zeitrechnung – Gefährten. Sie war meine Gemahlin.

Carter: Oh. Und wie funktioniert das? Sie war wessen Gemahlin? Von Martouf oder Lantash?

Lantash: Von beiden.

Er senkt erneut den Kopf. Martouf schaut zu ihr auf. Sam lächelt, genau wie Martouf.

Martouf: Erlaube mir den Versuch einer Erklärung. Ich sagte ja bereits, unsere Beziehung ist von wahrhaft symbiotischer Natur. Was ich fühle, fühlt Lantash auch. Und was Lantash fühlt, fühle ich.

Carter: Also, wenn einer von euch verliebt ist, ist es der andere auch?

Martouf: Ja. Wir lieben als eine Einheit und wir trauern wie eine Person.

Carter: Verzeih, ich…

Martouf: Wie solltest du es wissen? Wir wollen, dass ihr es richtig begreift. Damit ihr uns besser versteht.

Carter: Okay. Tja, ich, ich bin neugierig. Wie war Jolinars Wirtin?

Martouf (lächelt): Jolinars Wirtin Rosha ist wunderschön gewesen. Sie hatte Augen wie das Meer von Maloon. Ihre Haare leuchteten, wie der Sand von Abydos und ihr Lächeln war so… ansteckend, wie ein Lachen nur sein kann. Offen gesagt, Rosha war dir sehr ähnlich, Carter. Du bist auch wunderschön. Du wärst eine würdige Wirtin für Selmak.

Etwas in Sams Blick verändert sich und sie wendet sich ab. Martouf erkennt seinen Fehler. Der Bann ist gebrochen.

Martouf: Tut mir leid. Habe… Habe ich etwas gesagt, was dich beleidigt?

Carter (dreht sich zu ihm um): Nein. Ja. Es ist schon schwierig genug mit den letzten Resten von Jolinar in mir drin. Das letzte, was jetzt noch fehlt, ist eine weitere Person, ein Symbiont… oder wie auch immer.

Sie entfernt sich ein paar Schritte von ihm und setzt sich in den Sand. Sie ist vollkommen aufgewühlt. Martouf weiß nicht so recht was er tun soll. Schließlich nähert er sich ihr vorsichtig und setzt sich mit ein paar Zentimetern Abstand neben sie in den Sand.

Martouf: Ich wollte dich nicht beunruhigen.

Carter: Es war der Gedanke das alles noch mal zu erleben.

Martouf: Dann denke nicht weiter daran. Es war sicher ein dummer Vorschlag. Bitte, hab Verständnis dafür, dass er aus dem ehrlichen Wunsch geboren wurde, Jolinar wieder irgendwie an meinem Leben Teil haben zu lassen.

Sam verdeckt kurz ihr Gesicht mit beiden Händen.

Carter: Das muss dasselbe Gefühl sein, wenn man schizophren ist.

Martouf: Was ist schizophren?

Carter: Eine Krankheit des Geistes, die Menschen überfällt. Es ist eine gespaltene Persönlichkeit. Zwei Menschen in einem Wesen. Ich meine, da bin ich, Samantha Carter, und dann sind da noch Überreste von Jolinar, die Dinge fühlen wie…

Martouf: Wie?

Carter (sieht ihn an): Die hat ziemlich heftige Gefühle für dich.

Martouf: Und Jolinar hat dir diese Gefühle vermittelt?

Carter: Ja.

Martouf: Tut mir leid, wenn dir das unangenehm ist, aber –

Carter: Nein, es ist nur… Was ihr hattet, du und Jolinar, ihr habt euch länger geliebt als ich am leben bin. Ja, länger als ich je am leben sein werde.

Martouf: Jolinar hat dir diese Gefühle überlassen? (Sam nickt) Du kannst fühlen, was sie für mich empfunden hat?

Carter: Ja. Und ich bin total verwirrt.

Martouf: Wieso?

Carter: Weil es in meinem Kopf nicht bloß eine Erinnerung ist. Ich fühle es, als ob ich diese Beziehung mit dir über hundert Jahre lang teilte. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben kann. Was Jolinar für dich empfunden hat… ich weiß nicht, ob ich es jemals verstehen kann.

Martouf: Vielleicht kannst du es auf andere Weise mitteilen. Auf eine Weise, die keine Worte nötig hat.

Er streckt seine Hand nach ihr aus und Sam ergreift sie. Ihre Finger umschlingen sich. Doch dieser intime Moment wird jäh zerstört, als Daniel mit einer ganzen Tok’ra Eskorte auf die beiden zugelaufen kommt.

Daniel: Sam.

Carter (sieht auf): Daniel.

Daniel: Sie lernen über Jolinar einiges, he?

Martouf lässt Sams Hand los.

Carter: Ja, Sie würden sich wundern wie viel.

Daniel: Ah… der Tok’ra – Rat hat uns Audienz gewährt. Jack meinte, Sie wollen dabei sein.

Carter (wird von Martouf auf die Beine gezogen): Ja.

Gemeinsam gehen die beiden an Daniel und den Wachen vorbei.


Szene: Tok’ra – Tunnel

Garshaw führt SG-1 ein wenig herum.

Carter: Eine sehr beeindruckende Anlage.

Teal’c: Ist es war, dass ihr diese Anlagen wachsen lasst?

Garshaw: Allerdings. Wenn wir einen neuen Stützpunkt errichten, pflanzen wir bestimme Kristalle ein. Daraus entsteht all das, was ihr hier seht.

Daniel: Wow.

Cordesh, der das Schlusslicht bildet, entfernt sich von der Gruppe. Jack bleibt stehen, sieht den anderen nach und folgt dann unauffällig Cordesh. Dieser geht in einen weiteren kleinen Raum, eher eine Abtrennung. Auf einen felsigen Tisch stehen einige persönliche Wertsachen. Er nimmt eine Schatulle an sich. Im Inneren befindet sich eine Kugel. Als er sie in die Hand nimmt, nähert sich Jack unauffällig. Cordesh bemerkt ihn und legt die Kugel zurück.

Cordesh: Kann ich dir helfen?

Er stellt die Schatulle zurück.

O’Neill: Äähh… nein, danke, ich habe mich nur umgesehen.

Er lässt seinen Worten Taten folgen und sieht sich um.

Cordesh: Dies ist nicht der Weg zu den Ratsräumen.

O’Neill: Oh, das tut mir leid.

Cordesh: Aber ich beantworte dir gerne alle Fragen, die du haben könntest. Das hier ist mein privates Quartier.

O’Neill: Sieht gar nicht privat aus.

Cordesh: Die Tok’ra haben voreinander keine Geheimnisse. Es gibt keine Notwendigkeit für Türen oder Wände.

O’Neill: Hm mh.

Cordesh: Soll ich dich zu deiner Gruppe zurückführen?

O’Neill: Ah, nein. Nein, danke. Ich finde schon den Weg zurück.

Mit einem letzten Blick in das Quartier, verlässt Jack Cordesh.


Szene: Tok’ra Tunnel

Die Gruppe zieht weiter.

Daniel: Wie schnell könnt ihr so eine Anlange wachsen lassen?

Garshaw: Ziemlich schnell. Wir erweitern sie nur dann, wenn es notwendig ist. Deswegen werden jetzt ein Korridor und die Ratsräume hinzugefügt. Seht euch das an.

Sie bleiben stehen und genau vor ihnen, sehen sie, wie der Tunnel wächst. Eine schimmernde Materie zieht sich die Wände entlang und erweitert jeden Stein in sekundenschnelle. In der Zwischenzeit ist auch Jack wieder zu ihnen gestoßen. Die vier kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

O’Neill: Nicht zu fassen.


Szene: Ratsraum

Der Raum ist errichtet und gemeinsam betreten sie die Steinhalle.

Garshaw: Diesen Raum haben wir für euch kreiert. Bisher hatten wir noch keinen Grund den Tok’ra – Rat einzuberufen.

Carter: Das ist also so eine Art beschleunigtes Kristallwachstum?

Garshaw: So kann man das ausdrücken. Wir haben gelernt die Grundmuster der natürlichen Eigenschaften von Kristall zu verstehen.

Carter: Wie eine Geode.

Fasziniert sieht sich Sam um.

Garshaw: Menschen von Tau’ri, erlaubt mir den Hohen Rat der Tok’ra vorzustellen.

Einige Tok’ra betreten den Raum. Im Gegensatz zu den anderen Tok’ra tragen sie nicht die sandfarbene Kleidung, sondern bunte Gewänder. Nur Cordesh sticht in seiner typischen Tok’ra – Kleidung hervor.

O’Neill: Hallo, Freunde, freut mich sehr.

Daniel: Ahm, wir sind sehr dankbar. Wir sind Vertreter eines Planeten namens Erde.

Teal’c: Es ist uns eine Ehre.

Cordesh: Der Rat hat euer Angebot einer Allianz zwischen unseren Völkern begutachtet.

Carter: Und?

Tok’ra: Wir möchten, dass ihr unsere Situation versteht. Wir sind eine Widerstandsgruppe innerhalb der Goa’uld. Wir sind die am meisten gehassten und am meisten gejagten Feinde der Systemlords.

O’Neill: Hey. Wir haben bei denen auch nicht gerade ein Stein im Brett, he.

Teal’c: Die Geheimnisse der Tok’ra würden niemals preisgegeben werden. Das ist nicht die Art der Tau’ri.

Cordesh: Nicht willentlich. Aber man könnte euch zu uns folgen. Man könnte euch foltern, damit ihr unseren Aufenthaltsort preisgebt oder ein Spion würde unter euch eingeschleust.

Tok’ra: Wir möchten wissen, was ihr uns anbieten könnt. Was es wert sein könnte unsere Aufdeckung zu rechtfertigen.

O’Neill (tritt hervor): Tja, ich glaube, da hätten wir ne ganze Menge.

Teal’c: Die Tau’ri sind ziemlich fortschrittlich.

Daniel: Ich bin sicher, wir haben etwas, was ihr brauchen könntet.

Garshaw: Bitte. Gib uns ein Beispiel.

O’Neill: Na klar. Daniel.

Daniel: Na ja, immerhin haben wir alle dasselbe Ziel vor Augen.

Carter: Vielleicht verfügen wir über Technologien, die für euch interessant sind.

Cordesh (schüttelt den Kopf): Andere Technologien als die unseren sind für uns nutzlos. Wir sind Infiltratoren, wir operieren im Kreis der Goa’uld. Deswegen ist es wichtig, dass wir so wirken als wären wir Goa’uld.

Plötzlich kommt Martouf zu Garshaw gelaufen und flüstert ihr etwas ins Ohr.

Garshaw (aufgebracht): Bringt sie rein! (Ihre Augen beginnen zu glühen) Was ist eigentlich euer Plan?

O’Neill (dreht sich zu ihr um): Wie bitte?

Garshaw: Das Chaapa’ai wurde gerade aktiviert und brachte die hier.

Eine SG-Einheit, angeführt von Makepeace, betritt den Raum.

Carter: SG-3.

O’Neill: Colonel Makepeace? Was machen Sie denn hier?

Makepeace: General Hammond hat uns geschickt, um Captain Carter zu holen.

Carter: Wieso?

Makepeace: Ich fürchte, es geht um Ihren Vater, Captain. Er befindet sich im sehr kritischen Zustand im Krankenhaus.

Sam weiß nicht, was sie darauf antworten soll. Geschockt atmet sie einmal tief durch.

O’Neill (dreht sich zum Rat um): Ihr müsst sie zurückkehren lassen.

Bis auf Garshaw und Cordesh verschwinden alle.

Garshaw: Ausgeschlossen. Das kann ich leider nicht tun.

O’Neill: Wieso nicht?

Garshaw: Ich fürchte, wir haben unsere Entscheidung getroffen. Wir sind entschlossen euer Angebot einer Allianz nicht anzunehmen.

Cordesh: Deswegen werdet ihr unsere Gäste sein, bis wir beschließen auf einen anderen Planeten zu siedeln.

O’Neill (traut seinen Ohren nicht): *Was*?

Garshaw: Ich bin sicher, ihr habt dafür Verständnis. Mit eurem Wissen über diesen Planeten seid ihr ein enormes Sicherheitsrisiko. Wir können euch erst gestatten fort zu gehen, wenn wir an einen Ort sind, der euch unbekannt ist.

Daniel: Ich dachte, ihr *Tok’ra* würdet etwas mitfühlender sein. Captain Carters Vater liegt im Sterben! Lasst doch wenigstens sie gehen.

Cordesh: Sie ist für uns das gefährlichste Risiko. Sie trägt in sich die Erinnerungen von Jolinar von Malkshur.

Sam schließt ihre Augen.

Teal’c: Wir sind nicht die einzigen, die Kenntnis von diesem Planeten haben. Die, die wir auf Tau’ri zurückließen, haben die gleichen Kenntnisse.

O’Neill: Wofür unsere Freunde hier der Beweis sind.

Garshaw: Es ist unsere Strategie, dass sie, wenn ihr nicht zurückkehrt, alle davon überzeugt sein sollen, dass wir Goa’uld sind und nicht Tok’ra.

Daniel: Sie wollen, dass man glaubt, wir wären tot.

O’Neill (verächtlich): Das ist doch echt das Letzte.

Garshaw: Es tut mir leid. Wir werden versuchen, es euch so angenehm wie möglich zu machen.

Und jetzt verschwinden auch die beiden zusammen mit Martouf. Die Wachen stellen sich vor dem Durchgang auf. Sie sind Gefangene.


FORTSETZUNG FOLGT…

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