1.12 Feuer und Wasser
Fire and Water

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Carter: Ich weiß, dass er tot ist und auch, dass er lebt.
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Szene: Hammonds Büro, SGC

Walter kommt mit ein paar Unterlagen zu Hammonds Büro und klopft an die Tür.

Walter: Die Ergebnisse für P8X-362, Sir. (Hammond blättert sie einmal durch) Sieht gut aus. Vor allem die Mineralienanalyse.

Hammond: Wir übergeben das SG-4. Die sollen sich um elf Uhr zum Abmarsch bereithalten. Danke, Sergeant.

Und dann geht der Alarm los.

Techniker: Stargate wird von außerhalb aktiviert. Wiederhole: Aktivierung des Stargates von außerhalb!

Hammond und Walter gehen in den Besprechungsraum, wo sie hinunter in den Torraum schauen.

Hammond: Wird eine Rückkehr erwartet?

Walter: Nein, Sir.

Und dann begeben sie sich schleunigst in den Kontrollraum.

Techniker: Ankunft am Sternentor. Wiederhole: Ankunft am Sternentor.

Im Torraum stellen sich die Wachen schussbereit auf.

Technikern: Alle Einheiten in Alarmbereitschaft.

Walter tippt sofort etwas in den Computer ein.

Walter: Sieht aus als wäre es SG-1, Sir.

Hammond: Öffnen Sie die Iris. (Die Iris wird geöffnet) Wir brauchen die medizinische Bereitschaft.

Walter (über Mikrofon): Ein Vertreter des Sanitätsdienst zum Stargateraum.

Sam, Jack und Teal’c kommen durch das Tor gestolpert. Sie sind erschöpft und klatschnass. Vollkommen fertig lassen sie sich am Ende auf die Rampe fallen.

Hammond: Entwarnung.

Jack vergräbt seinen Kopf in den Händen.

Hammond: Colonel O’Neill, SG-1 war nicht einmal drei Stunden im Einsatz. Was ist passiert?

Jack schüttelt nur mit dem Kopf. In diesem Moment kommt Janet zu ihnen gerannt. Sie kniet sich vor Jack hin.

Janet: Sehen Sie mich an, Colonel. Sehen Sie mich an. (Sie betrachtet sein Gesicht; wendet sich dann Hammond) Sie stehen unter Schock. Wir müsse sie ins Lazarett bringen.

Hammond: Colonel, wo ist Doktor Jackson?

Die drei stehen auf, halten dann aber inne.

Teal’c: Daniel Jackson…

Carter: Er hat es nicht überlebt, Sir.

O’Neill: Daniel ist tot, Sir.

Geschockt starrt Hammond sie an.


CREDITS


Szene: Krankenstation, SGC

Ein Sanitäter stopft die Kleidung von SG-1 in einen Sack. Janet kommt auf ihn zu.

Janet: Na schön, ich brauche eine umfassende Analyse der Uniformen. Prüfen Sie, ob Sie kontaminiert sind.

Sanitäter: Okay.

Dann geht sie zu einem Krankenbett, auf dem Sam sitzt. Einer der Sanitäter kümmert sich um sie. Er hält ihr Klemmbrett in der Hand.

Janet: Darf ich mal sehen?

Carter (sitzt eingewickelt in einer Decke vor Janet): Er ist tot, nicht wahr? (Sie beginnt zu weinen und Janet kann nichts anderes tun, als sie anzusehen) Woher kommt dieses Zittern?

Janet: Sie stehen noch unter Schock, Captain. Keine Angst, Sie brauchen jetzt Ruhe. (Zu einen der Sanitäter) Können Sie uns noch eine warme Decke bringen? (Zu Sam) Ich möchte, dass Sie jetzt langsam und tief durchatmen. (Sam wird in noch eine Decke gepackt; zu der Schwester, die sie gebracht hat) Vielen Dank. Wollen Sie mir erzählen, was geschehen ist?

Carter (unter Tränen): Er hat furchtbar geschrieen und… und überall war das Feuer… Er hat um Hilfe gerufen, dann hörte man nur sein Schreien und dann war er… er…

Janet: Schon gut.

Carter: Er war tot.

Janet (reibt tröstend ihre Schulter): Ssshht. Lassen Sie. Sie bekommen ein Beruhigungsmittel, damit Sie schlafen können.

Sam nickt.

Janet: Schwester. Bitte eine Spritze.

Sie geht hinüber zu Jack und Teal’c. Jack sitzt auf einen Bett und Teal’c steht neben ihm.

Teal’c (zu einem Sanitäter): Nein, das will ich nicht.

O’Neill: Reg dich ab, Teal’c. Sie wollen nur deinen Blutdruck messen.

Janet: Schon gut. Das kann warten. Teal’c, wenn Sie wollen, können Sie sich jetzt umziehen. (Teal’c verschwindet und Janet widmet sich ganz ihrem Lieblingspatienten) Also gut, Colonel, haben Sie Schmerzen? (Sie tastet seinen Hals ab) Verletzungen?

O’Neill: Nein.

Janet (holt ihre kleine Lampe heraus): Sehen Sie bitte mal geradeaus.

Sie schaltet die Lampe ein, um Jack in die Augen zu leuchten, aber dieser zuckt stöhnend zusammen.

O’Neill: AH! Was ist denn das?

Janet: Eine Augenlampe. Tut mir Leid. Sie sind offensichtlich sehr lichtempfindlich.

O’Neill (reibt sich das Auge): Ach ja?

Janet: Wir können die Untersuchung fortsetzen, nachdem Sie Bericht erstattet haben.

O’Neill: Danke.

Er steht auf.

Janet: Schon gut.

Er bleibt kurz stehen, dreht sich noch einmal zu Janet um, bevor er verschwindet.

O’Neill: Danke.

Verdutzt sieht Janet ihm nach.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Mit steinerner Miene sitzt Teal’c da.

Teal’c: Wir haben heute um 0700 das Stargate passiert. Die Welt auf der anderen Seite war offensichtlich unbewohnt.

Hammond sitzt gegenüber von Teal’c auf der anderen Seiten des Tisches. Eine Kamera zeichnet das Gespräch auf, während ein weiblicher Offizier das Gespräch protokolliert.

Hammond: Es gab keine Anzeichen von Gefahr?

Dasselbe passiert auch mit den anderen beiden SG-1 Mitgliedern. Jetzt ist es Sam, die befragt wird. Wir sehen einen Teil der Aufzeichnung.

Carter: Da waren nur diese Löcher aus denen vulkanische Gase drangen. Ich entnahm Bodenproben, um sie auf Mineralien zu untersuchen. Daniel… (sie stockt)

Hammond: Sie können sich ruhig Zeit nehmen.

Jetzt sehen wir Jack auf einem Monitor, wie er dem Gespräch unterzogen wird

O’Neill: Er sagte… er sagte: 'Colonel, helfen Sie mir.’ Dann war er verschwunden.

Hammond: Verschwunden?

O’Neill: Nicht mehr da. (Er sieht zu Hammond auf) Vom Feuer verschlungen.

Hammond: Und Sie konnten nichts mehr tun, Colonel?

O’Neill: Ich habe alles versucht, um ihn zu retten, Sir, aber die Hitze war… die Hitze schlug uns entgegen und… und wir, wir…

Hammond: Und was geschah dann, Colonel?

O’Neill: Wir fanden uns auf einmal an einem See wieder und es war wie ein… ja, wie ein See… vielleicht war es auch ein Ozean oder… nein, wir stürzten uns ins Wasser und das hat uns wohl auch gerettet.

Hammond: Was passierte dann?

O’Neill: Es war klar, dass Daniel weg war. Es war… Es war nichts mehr übrig, Sir. Danach habe ich den Rückzug angeordnet.

Hammond: Wir schicken ein Team los, um die Leiche zu bergen.

O’Neill (energisch): Nein, Sir! Es ist zu riskant, Sir. Das ganze Gebiet ist… viel zu gefährlich, Sir.

Hammond: Es ist natürlich schrecklich jemanden aus der Mannschaft zu verlieren, Colonel. Ich habe das selbst durchmachen müssen.

Jack stütz seinen Kopf auf.

Hammond: Wenn ich irgendwas –

O’Neill: Jawohl, Sir.

Hammond: Wegtreten.

Jack springt auf und verschwindet. Erschöpft seufzt Hammond einmal auf.


Szene: Kontrollraum, SGC

Hammond kommt die Treppe herunter. Janet wollte sich wohl gerade auf den Weg zu ihm machen, denn sie fängt ihn ab.

Janet: General, es fehlen noch ein paar Untersuchungen, aber die vorläufigen Befunde liegen bereits vor.

Hammond: Und?

Janet: Abgesehen von Hautabschürfungen und Lichtempfindlichkeit, die wahrscheinlich durch die vulkanischen Gase zu erklären sind, die sie in der Atmosphäre ausgesetzt waren, geht’s ihnen gut. Um ehrlich zu sein, ich mache mir mehr Sorgen wegen ihrer posttraumatischen Symptome.

Hammond: Jeder riskiert da draußen sein Leben. Das schweißt zusammen. Diese Arbeit ist nun mal gefährlich.

Sie setzen zusammen ihren Weg fort.

Janet: Das ist schon klar, Sir, allerdings mache ich mir ziemliche Sorgen. Nennen Sie es Intuition –

Hammond: Es ist sicherlich am Besten, wenn wir sie gleich wieder auf eine Mission schicken. SG-1 wird Ordnungsgemäß eingesetzt, sobald wir einen Ersatz für Doktor Jackson gefunden haben.

Janet: Nein, Sir. Da bin ich anderer Meinung. Ich möchte sie gerne noch ein paar Tage lang beobachten.

Hammond: Sie können mir glauben, Doktor, für die überlebenden Mitglieder einer Mannschaft ist es am Besten, wenn Sie –

Er fährt mit seiner Karte durch den Schlitz, um den Fahrstuhl zu öffnen. Janet unterbricht ihn.

Janet: Sir! Bei allem Respekt. Wir haben zu wenig Erfahrung mit Gatereisen zu anderen Planeten. (Der Fahrstuhl öffnet sich) Eigentlich hat niemand genügend Erfahrung. Ein paar Tage würden reichen, General.

Hammond: Einverstanden. (Er betritt den Fahrstuhl) Sie sind für sieben Tage vom aktiven Dienst befreit.

Janet: Vielen Dank, Sir.


Szene: Torraum, SGC

Das Personal hat sich in Uniform gekleidet im Torraumversammelt. Vier Soldaten betreten den Raum. Sie tragen amerikanische Flaggen und die der Air Force. Die beiden anderen führen Gewehre mit sich. Vier weitere Soldaten stehen auf der Rampe, sie halten eine amerikanische Flagge. Es ist die „Beerdigung“ von Daniel. Die Soldaten auf der Rampe beginnen die Flagge zu falten.

Hammond: Colonel.

Jack tritt an den Pult, um ein paar Worte zu sagen.

O’Neill: Daniel Jackson haben wir diese Einrichtung zu verdanken. Als Mitglied von SG-1 war er unsere Stimme, unser Gewissen. Er hat ausgesprochen viel Mut bewiesen. Er war ein hervorragender Mann. Er war uns allen ein guter Freund. Wir werden ihn nie vergessen.

Die Flagge ist gefaltet. Einer der Soldaten tritt hervor und Jack geht auf die Rampe zu. Ihm wird die Flagge übergeben. Jack dreht sich zu seinem Team um. Teal’c öffnet seine Hände, und Jack reicht die Flagge weiter. Er salutiert. Dann tritt Sam hervor.

Einer der Soldaten setzt die Trompete an und wir hören den Klang des Todes. Gemeinsam schreiten Sam und Jack die Rampe hinauf und heben einen Kranz auf, der symbolisch für Daniels Sarg steht. Zusammen tragen sie ihn zum Ereignishorizont. Sie überlassen den Kranz dem Wurmloch und salutieren.

Hammond: Symbolisch übergeben wir Daniel Jackson dem Universum, zu dem er uns den Zugang ermöglicht hat. Wir geloben unsere Reisen in seinem Andenken fortzusetzen. Möge er in Frieden ruhen.


Szene: Planet

Der Ort scheint sich unter dem Wasser zu befinden. Daniel liegt klatschnass auf dem Boden. Hustend sieht er sich um. Erstaunt steht er auf. Durch die Risse im Boden wachsen Wasserpflanzen und alles schimmert in einem grünblau.

Daniel: Jack? Sam? Teal’c? Wo seid ihr?


Szene: Jacks Haus

Man hat sich zu einem Leichenschmaus versammelt. Die Sonne strahlt. An und für sich ein schöner Tag. Sam und Teal’c laufen gemeinsam die Auffahrt hinauf. Teal’c trägt einen Cowboyhut, während Sam ein luftiges Kleid an hat. Im Inneren haben sich viele Kollegen und Freunde versammelt. Janet und Hammond sind natürlich auch dabei.

O’Neill (kommt mit einer Salatschüssel aus der Küche und unterhält sich mit einer Frau): Ne riesen Party und wir haben uns mit irgendwelchen abydonischen Köstlichkeiten voll gestopft. Daniel hat Sha’re gesagt, er wollte uns die Kartusche zeigen, aber bevor wir losgingen, stand sie auf und hat ihm einen Kuss verpasst, so dass uns allen die Kinnlade heruntergefallen ist.

Und da sind auch schon Sam und Teal’c. Erstaunt blickt sich Teal’c um.

Teal’c: Ich habe keine Ahnung, was hier abläuft.

Carter: Wir nennen es den Leichenschmaus.

Teal’c: Wenn auf Chulak jemand stirbt, dann darf die Trauergemeinde zwei Tage und Nächte lang nichts essen.

Carter: Na ja, verstehst du, ein Leichenschmaus ist so eine Art Party. Ein letztes Fest zum Abschied des Verstorbenen.

O’Neill: Sam, Teal’c, schön, dass ihr gekommen seid. Wollt ihr was trinken?

Carter: Ja, ich hätte gern ein Bier.

Sie gesellen sich zu ihm an der Getränkebar.

O’Neill: Teal’c?

Teal’c: Für mich lieber nichts.

O’Neill (gießt Sam ein Glas ein): Oben gibt’s was zu essen.

Jack starrt in das Glas und dann…


[FLASHBACK]


Sprudelndes, rotes Wasser, gemischt mit Feuer ist zu sehen. Und darin Daniel.

Daniel: Hilfe! Jack! Hilfe!

[FLASHBACK ENDE]


Das Bier läuft über, aber Jack scheint es nicht zu bemerken. Sam und Teal’c warten ab. Doch dann stellt Jack das Glas einfach ab und verschwindet hinaus in den Garten. Besorgt tauschen Sam und Teal’c Blicke aus.


Szene: Planet, Raum unter dem Wasser

Daniel wringt seine Jacke aus. Als er merkt nicht mehr allein zu sein und wir Schritte hören, dreht sich Daniel langsam herum. Hinter ihm steht ein außerirdisches Wesen, einer Kreuzung aus Fisch und Kaulquappe nicht unähnlich. Zumindest sein Gesicht deutet darauf hin, dass Wasser seine Umgebung ist. Er trägt ein Gewand, das ein Muster aus Algen hat. Aufgesetzte Schulterblätter lassen ihn noch gigantischer wirken.

Daniel starrt ihn an, dann geht er einen Schritt auf ihn zu.

Daniel (zeigt auf sich): Daniel. Daniel Jackson. (Er deutet auf das Wesen vor sich) Du? Meine Freunde, die zusammen mit mir hergekommen sind –

Das Wesen greift nach etwas und eine Wandplatte neben Daniel verschwindet. Dahinter befinden sich Schriftzeichen. Sie leuchten auf. Das Wesen zeigt auf die Zeichen. Daniel zuckt nur mit den Schultern und sieht sich die Symbole genauer an.

Daniel: Das, das ist eine alte Schrift von der Erde, eine Keilschrift. Das ist die älteste Schrift, die auf meiner Welt gefunden wurde.

Erneut zeigt das Wesen auf die Zeichen.

Daniel: Na schön, das dürfte arkadisch sein, nicht sumerisch. Ganz schön schwierig. Ich will’s mal versuchen. „Enthüllen… Schicksal… Om… more… ocka.“ Enthüllen Schicksal Omuroka? Omuroka, was ist das? Bist du das?

Das Wesen gibt ein bedrohliches Geräusch von sich.

Daniel: Nein, irgendwas anderes. (Schaut wieder auf die Zeichen) Enthüllen Schicksal Omuroka. Tut mir Leid, ich weiß nicht, was du von mir willst.

Wütend streckt das Wesen seine Hand aus. Irgendeine Energie geht davon aus, die Daniel in die Ecke schleudert.

Daniel: Ich weiß nicht, was du von mir willst! Ich versteh das nicht!


Szene: Jacks Haus

Jack spielt zwischen zwei parkenden Autos Hockey. Er hat sich ein kleines Tor aufgebaut und schießt mit orangen Bällen. Leider klappt irgendwann das Tor zusammen und findet ein neues Opfer. Das Auto.

O’Neill (wütend): Warum muss denn die verdammte Karre hier herumstehen?!

Sam und Hammond unterbrechen ihr Gespräch, als sie den kleinen Ausraster von Jack mitbekommen.

Hammond: Was…?

Er geht hinüber zu Jack.

Hammond: Was bedrückt Sie, Colonel?

O’Neill: Ich glaube, ich werde mich zur Ruhe setzen.

Hammond: Das ist unmöglich Ihr Ernst.

O’Neill: Ist doch keine schlechte Idee.

Hammond: Ich kann im Moment nicht auf Sie verzichten. Es wartet ein Auftrag auf Ihr Team. Doktor Jacksons Wohnung sollte möglichst von Stargate Mitarbeitern aufgelöst werden. Das ist eine Sache der Nationalen Sicherheit. Außerdem standen Sie ihm wahrscheinlich am nächsten. Das ist kein Befehl, das ist nur eine Bitte.

O’Neill: Ja, Sir.

Hammond: Wollen Sie nicht wieder zu den anderen in den Garten kommen?

O’Neill: Ja, Sir.

Sie gehen zurück zu den anderen.

Hammond: Ihnen ist schon klar, dass das mein Wagen ist?

O’Neill: Sie sollten die Scheibe reparieren lassen.


Szene: Planet, Raum unter Wasser

Es gibt noch mehr von den Zeichen. Daniel ist damit beschäftigt sie zu deuten.

Daniel: „Wenn ein freier Mann einen anderen des Mordes bezichtigt und keinen Beweis dafür erbringen kann, so soll er selbst des Todes sein.“ Na schön, das ist interessant, aber was soll es bedeuten? (Wieder deutet das Wesen nur auf die Schriftzeichen) Ja, ja, ich weiß, ich weiß, was das ist. Das ist die Gesetzessammlung eines babylonischen Herrschers, wahrscheinlich zweitausend vor Christus. Die Frage ist nur, was hat das mit mir zu tun. Ich will meine Freunde sehen. Ich werde kein Wort mehr davon übersetzen, solange du mir nicht –

Nem (das Wesen): Welche Sprache?

Daniel: Was? Was, das hier? Das ist arkadisch.

Nem: Welche Sprache?

Daniel: Oh, oder assyrisch, vielleicht auch irgendein Dialekt.

Nem: Welche Schicksal Omuroka?

Daniel: Ich, ähm, ich weiß das nicht. Wir kamen in friedlicher Absicht hierher. Wir, wir sind Forscher. Wir sammeln Informationen und gebe sie weiter –

Nem: Welches Schicksal Omuroka?

Daniel (verzweifelt): Ich, ich weiß es nicht!

Aufgebracht wendet sich Nem ab. Er bedient einen Hebel an der Wand und eine Wandplatte fährt zur Seite. Dahinter steht eine Schale mit einer blauen Substanz.

Nem: Nahrung.

Eine weitere Wandplatte öffnet sich. Eine äußerst unbequeme, aus Plastik zu bestehende Pritsche fährt aus der Wand.

Nem: Schlaf.

Dann dreht er sich zum Gehen um.

Daniel: Warte. Ich kann dir nicht… Ich kann dir nicht etwas sagen, was ich nicht weiß.

Nem (dreht sich zu Daniel um): Du wirst oder du wirst getötet.


Szene: Daniels Wohnung

Sam, Teal’c und Jack beginnen damit Daniels kleines Museum auszuräumen. Sie stöbern seine Sachen durch. Sam inspiziert das Bücherregal, Jack ist am Kamin beschäftigt und Teal’c begutachtet alte Antiquitäten.

Carter: Hey, was haben wir denn hier? Expeditionstagebücher. Für jeden Planeten, den wir besucht haben. (Sie nimmt eines heraus) Das hier ist für Abydos. (Sie öffnet es und beginnt zu lesen.) Hm, „Colonel O’Neill hält mich für einen Spinner. Keine Ahnung, wie ich uns zurückbringen soll. Der Preis wird sehr hoch sein.“ (Sie blättert weiter) Der arme Kerl, das war sicherlich unmittelbar nach unserer Rückkehr. „Sha’re ist fort. Jack glaubt, wir können sie wieder finden. Wenn es irgendwer kann, dann er.“

O’Neill: Ach kommen Sie, das ist sein Tagebuch. Was würde er wohl denken, wenn…

Er verstummt und Sam stellt das Tagebuch zurück.

Carter: Was wollen die mit diesen Sachen anfangen?

O’Neill: Vielleicht einem Museum übergeben… oder eines gründen.

Teal’c sitzt vor einem Stück, was vermutlich eine Art Brettspiel ist. Er nimmt eine der weißen, spitzen, geschnitzten Holzfiguren in die Hand.

Teal’c: Das ist ein Spiel aus dem alten Ägypten. Es heißt „Der Schakal und der Hund“. Es gehörte der Tochter eines Pharaos. Daniel Jackson hat es einmal mit mir gespielt. Er hatte dabei das Gefühl Geschichte neu zu erleben.

Währenddessen schaut Sam sich das Aquarium an. All die blubbernden Blasen aus der Pumpe, die an die Oberfläche sprudeln, bis es sich plötzlich rot färbt.


[FLASHBACK]


Daniel: Hilfe! Hilfe!

Wieder steht Daniel in den Flammen.

[FLASHBACK ENDE]


Erschrocken weicht Sam zurück. Aufgeregt schnappt sie nach Luft. Jack umfasst ihre Arme, um sie ruhig zu halten.

O’Neill: Was? Was ist los? Alles in Ordnung?

Carter: Es, es war das zweite Mal, dass ich dieses Bild vor mir sah.

O’Neill: Was für ein Bild?

Carter: Im Wasser. Da waren, ähm…

O’Neill: Blasen, die aufsteigen?

Sam nickt.

Teal’c: Ja, genau. Das war bei mir genauso.

O’Neill: Ich sage euch, irgendwas stimmt hier nicht.

Carter: Ja, aber Tatsache ist doch, dass Daniel tot ist.

O’Neill: Ist er das?

Carter: Sie waren dabei. Wir haben es alle gesehen.

O’Neill: Aber warum kann ich es einfach nicht glauben? Mann, ich erwarte, dass er jeden Augenblick vor dieser Tür steht. Ich, ich habe die ganze Zeit diese… (Er atmet einmal tief durch) Wir hören auf mit diesem Quatsch und fahren zur Basis zurück.


Szene: Planet, Raum unter Wasser

Die Tür öffnet sich und Nem tritt aus dem Wasser in den Raum. Daniel sitzt auf zwei Stufen.

Daniel: Wo sind meine Freunde? Sind sie noch am Leben? Sind sie hier irgendwo? Ich verlange, dass ich mit ihnen sprechen kann.

Nem: Sie sind fort.

Daniel (starrt ihn ungläubig an und steht auf): Nein. Sie würden niemals ohne mich gehen.

Nem: Du existierst nicht mehr.

Daniel: Die denken, ich bin…

Nem: Ich habe ihnen diese Erinnerung gegeben. Ich wollte nicht, dass sie je wieder zurückkehren.

Daniel (schüttelt mit dem Kopf): Wieso? Wieso tust du das?

Nem: Du hast Wissen. Du kennst Babylon. Welches Schicksal Omuroka?

Daniel: Na gut, okay. Wenn es um mein Leben geht, hätte ich gerne noch eine Information. Was ist Omuroka? *Wer* ist Omuroka?

Nem: Meine Gefährtin.

Daniel (erstaunt): Was? Auf der Erde in Babylon?

Nem: Ja.

Daniel: Und du weißt nicht, was aus ihr geworden ist? Das ist doch viertausend Jahre her.

Nem: Wissen. Du hast Wissen.

Daniel: Über Babylon, ja. Aber nur noch sehr, sehr wenig Wissen gibt es nach den Jahrtausenden darüber.

Nem (umfasst Daniels Kopf): Wissen ist da. In deinem Gehirn.

Daniel: Du verlangst von mir, dass ich mich an etwas erinnere, was tausende und abertausende Jahren vor meiner Geburt passiert ist. Dass ich dir etwas sage, was ich unmöglich wissen kann!

Nem: Du lügst doch.

Daniel (jetzt richtig verzweifelt und wütend): Wieso?! Gott! Wieso, wieso, wieso sollte ich das tun?!

Nem: Du dienst den Goa’uld!

Daniel: NEIN! NEIN! Ich habe durch die Goa’uld meine Frau verloren! Meine, meine Gefährtin! Begreifst du, sie haben sie entführt und deswegen bekämpfe ich sie!

Nem: Dann sag mir, welches Schicksal –

Daniel: ICH WEISS ES NICHT!

Schreiend verlässt Nem den Raum, aber nicht ohne dass Daniel das letzte Wort hat.

Daniel (schreit ihm hinterher): Ich weiß es nicht!


Szene: Krankenstation, SGC

Janet: Sie leiden an einer Stoffwechselstörung im Gehirn. Und Sie zeigen alle Symptome von Serotoninmangel.

O’Neill: Und das bedeutet?

Janet: Ahm, das ist ein Stoff, der Ihre Psyche beeinflusst. Ein Mangel daran würde die Depressionen erklären, aber nicht, was ich noch entdeckt habe. Kommen Sie. Ich möchte Ihnen was zeigen. (Sie gehen zu einem Computer, wo ein CT Abbildung zu sehen ist) Dieser dunkle Schatten hier taucht in all Ihren Aufnahmen auf. Eigentlich ist die Anomalie zu klein, um besorgniserregend zu sein, was nur auffällt, dass sie sich immer im selben Teil der –

Und dann geht der Alarm los.

Walter (über Lautsprecher): Stargate Aktivierung von außerhalb. Ich wiederhole: Stargate Aktivierung von außerhalb.

Die drei lassen Janet alleine zurück.

Janet: Colonel! (Sie rennt ihnen nach) Warten Sie! (Zu einem Sanitäter und einem Soldaten) Kommen Sie mit.


Szene: Torraum, SGC

Sam, Jack und Teal’c rennen in den Torraum. Wie angewurzelt bleiben sie stehen und starren auf die Person, die durch das Tor kommt. Sie sieht aus wie Daniel.

Janet: Colonel!

Aber es ist nicht Daniel. Nur Soldaten.

Walter: Willkommen Zuhause SG-6. Melden Sie sich um 1600 zur Berichterstattung.

Die Soldaten gehen die Treppe hinunter. Äußerst geknickt schauen SG-1 SG-6 an.

Janet: W- Was starren Sie diesen Mann so an?

O’Neill: Ich dachte nur… es sah so aus…

Teal’c: Als wäre Daniel Jackson zurückgekehrt.

Carter: Verrückt. Ich habe dasselbe gedacht. Wie kommt das? (Janet sieht sie sprachlos an) Ist er nun tot oder nicht?

Janet: Sie… Sie waren doch dabei.

O’Neill: Kann mir mal jemand erklären, was hier los ist? Ich komme damit nicht klar.

Hammond: Doktor.

Janet: General, sie, äh, sie sind sich nicht im Klaren darüber, ob Doktor Jackson nun tot ist oder nicht.

Hammond: Tja, Sie drei waren die einzigen Zeugen. Wenn Ihnen nicht klar ist, was Sie gesehen haben –

O’Neill: Das ist es nicht, Sir. Ich habe gesehen, wie er starb. Wir alle waren dort! Ich weiß, dass er tot ist… aber ich weiß auch, dass er lebt.

Die Verwirrung ist groß geschrieben.

O’Neill: Sir, wir müssen zurück!

Doch dann scheinen ihn plötzliche Kopfschmerzen zu überfallen. Unter Schmerzen fasst er sich an den Kopf.

Hammond: Sie müssen vor allem in medizinische Behandlung.

Sam und der Sanitäter führen Jack nach draußen.

Hammond: Ich will wissen, was das zu bedeuten hat, Doktor. Einer unserer Männer ist wohlmöglich noch da draußen.

Janet: Jawohl, Sir.

Sie rennt den anderen hinterher. Hammond schaut auf das imposante Stargate.


Szene: Planet, Raum unter Wasser

Daniel betätigt den Hebel, den Nem immer benutzt hat, aber nichts passiert. Er lässt sich einfach nicht bewegen. Er tastet die Tür ab und klopft ein paar Mal dagegen. Dann hört er ein Geräusch hinter sich. Als er sich umdreht steht Nem hinter ihm, nur diesmal ohne seine breiten Schulterplatten. Macht ihn aber auch nicht hübscher.

Nem: Du kannst diesen Ort nicht verlassen.

Daniel haut mit seinem Kopf gegen den Pfosten.

Nem: Du wirst mir alles sagen, was du über Babylon weißt.

Erschöpft setzt sich Daniel auf den Boden.

Daniel: Hast du eine Vorstellung davon wie viel verloren gegangen ist. Riesige Bibliotheken sind niedergebrannt, ganze Städte vom Krieg zerstört worden. Der überwiegende Teil unserer Geschichte geht mit der Zeit verloren.

Nem: Du steckst voller Angst.

Daniel: Ja. Ich habe Angst. Ich habe Angst, dass du das Unmögliche von mir verlangst und mir nicht gestattest nach Hause zurück zu kehren.

Nem: Omuroka hatte auch Angst.

Daniel: Auf der Erde?

Nem: Ja.

Daniel: Wovor? Vor wem? Ich meine, gib mir etwas, womit ich etwas anfangen kann. Einen Zeitraum.

Nem: Babylon.

Daniel lässt seinen Hinterkopf gegen die Wand fallen. Er schließt seine Augen und zählt vermutlich bis zehn.

Daniel: Einen, einen Namen. Jemanden, von dem sie gesprochen hat.

Nem: Belos.

Daniel: Belos? (Er beginnt zu grübeln) Belos… Belos! Augenblick. Ja… (Er steht auf) Ja. Ähm, Belos das war doch in den Schriften von Berossos. Er lebte zu Zeiten Alexander des Großen. Er hat einige sehr alte babylonische Schriften studiert aus der Zeit vor der Sinnflut. Okay, gib mir mehr.

Nem: Omurocka fürchtete Belos.

Daniel: Ja. Er war ein Tyrann. Ich brauch mehr. Erzähl mir mehr. Na komm schon. Ich bitte dich, du kannst nicht von mir erwarten, dass ich mich an jeden Text erinnere, den ich mal vor zehn, zwölf Jahren gelesen hab. Okay, komm mit mir zur Erde. Meine Bücher, meine Bibliothek, da findest du alles.

Nem: Du dienst den Goa’uld.

Daniel (wendet sich verzweifelt ab und schmeißt die Arme in die Luft): NEIN! GOSSER GOTT! NEIN! Wie oft soll ich dir das noch sagen? NEIN!

Nem: Es ist das Schicksal der Menschen. Das Omuroka leider nicht verhindern konnte.

Daniel (wieder ruhig): Omuroka kam auf die Erde, um gegen die Goa’uld zu kämpfen? Deswegen kam sie auf die Erde?

Nem: Ja.

Daniel: Dann steht mein Volk tief in ihrer Schuld.

Nem: Sie ist gescheitert.

Daniel: Nein. Nein, es gab einen Aufstand – eine Rebellion – im alten Ägypten. Möglicherweise verdanken die Menschen das ihr.

Nem: Die Goa’uld haben Macht über euch. Sie sind in euch.

Daniel (versteht langsam): Teal’c. Du meinst, weil Teal’c eine Goa’uld – Larve in sich trägt? Nein, versteh doch, er bekämpft mit uns gemeinsam die Goa’uld. In all den Jahren, in all den von tausenden von Jahren, seit Omuroka dort war, hat sich eine Zivilisation entwickelt, die sich mit den Goa’uld messen kann. So weit haben wir es gebracht. Wir sind frei. Kehr mit mir auf die Erde zurück, dann beweise ich es dir.

Nem (umfasst Daniels Kopf): Wissen ist hier.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Wir hören uns ein Band an. Es ist das Plätschern von Wasser.

O’Neill: Ein toller Sound. Können Sie mir auch erklären, wozu dieses Geplätscher gut sein soll?

Hammond: Doktor MacKenzie glaubt, das könnte Ihnen helfen sich an das zu erinnern, was passiert ist. Sie brauchen nur zuzuhören.

MacKenzie: Diese Geräuschkulisse ist nur ein Hilfsmittel und soll Ihnen dabei helfen sich besser zu konzentrieren, Colonel.

O’Neill: Also mich verwirrt das eher.

Teal’c hat sein Gesicht merkwürdig verzogen. Die eine Augenbraue ist angespannt nach oben gezogen.

O’Neill (schaut kurz zu Teal’c hinüber): Wir sind auch wirklich bereit mit – (Er sieht Teal’c an) Teal’c?


[FLASHBACK]


Wieder einmal das Bild von den roten Wasserblasen, die nach oben strudeln. Immer und immer mitten drin der arme Daniel, der sich die Seele aus dem Leib schreit.

Daniel: Hilfe!

[FLASHBACK ENDE]


Teal’c (springt auf): Kree’tal!

Erschrocken sehen die anderen zu ihm auf. Jack legt eine Hand auf seine Schulter.

O’Neill (beruhigend): Teal’c. Komm wieder zu dir.

Teal’c: Ich sah, wie Daniel Jackson getötet wurde.

MacKenzie macht sich ein paar Notizen.

O’Neill: Ist ja gut. Mir passiert das auch immer wieder.

MacKenzie: Sie haben alle drei widersprechende Gefühle was Daniel betrifft.

Carter: Ich weiß, dass er tot ist und auch, dass er lebt.

MacKenzie: Es kann unmöglich beides wahr sein. Auch wenn es so scheinen mag.

Hammond: Dieser Konflikt muss geklärt werden, bevor ich Ihnen eine Rückkehr in den aktiven Dienst gestatten kann, Colonel.

Teal’c setzt sich langsam wieder hin.


Szene: Planet, Raum unter Wasser

Daniel sitzt auf den Stufen.

Daniel: Meine Freunde, die anderen, die mit mir zusammen hier waren, den hast du vorgegaukelt –

Nem: Dass du für sie verloren bist.

Daniel: Tot?

Nem: Ja.

Daniel: Wie?

Nem: Ich gab ihnen diese Erinnerung an deinen Tod.

Daniel (steht auf): Wenn du ein Gedächtnis auf diese Weise beeinflussen kannst, wieso steigst du dann nicht in mein Gehirn rein? Immerhin sagst du, das Wissen sei da drin. Dass ich schon vor Jahren darauf gestoßen sei, mich nur nicht mehr erinnere.

Nem: Ja.

Daniel: Dann hol es dir. Wenn du die Fähigkeit besitzt, wenn du die Technik dazu hast, nutze sie!

Nem: Das würde furchtbar sein.

Daniel: Also, in Anbetracht der Alternative bin ich bereit das Risiko einzugehen.

Nem: Ich aber nicht.

Daniel sieht ihn verständnislos an. Nem macht kehrt, aber Daniel hält ihm auf, indem er eine Hand auf seine Schulter legt.

Daniel: Warte. Ich habe keine viertausend Jahre Zeit. Du kannst vielleicht so lange warten, aber ich nicht.

Nem: Du erlebst dabei großen Schmerz. Du stirbst vielleicht.

Daniel: Das wäre mir lieber als ewig hier zu bleiben und meine Frau oder meine Freunde nie wieder zu sehen.


Szene: Besprechungsraum, SGC

O’Neill: Das Feuer, in dem Daniel gefangen war, schlug uns entgegen. Es… es überwältigte uns, als wir ihn helfen wollten. Es war heiß. Es war furchtbar heiß. Da war Wasser… da war zum Glück ein Gewässer in der Nähe… Sir, wie oft müssen wir das noch durchkauen?

Hammond: Ich bitte Sie um Geduld, Colonel. Wie lange waren Sie auf der anderen Seite des Tores?

O’Neill: Zwanzig Minuten, vielleicht fünfundzwanzig.

Carter: Höchstens eine halbe Stunde.

Hammond: Teal’c?

Teal’c: Sehe ich auch so.

Hammond: Sie waren fast vier Stunden weg.

Carter: Das ist vollkommen unmöglich, Sir.

Hammond: Sie können den Computerausdruck anfordern.

O’Neill: Was ist aus den anderen dreieinhalb Stunden geworden?

MacKenzie: Ich habe schon sehr erfolgreich mit Hypnose gearbeitet.

O’Neill (wenig begeistert): Hypnose. Ich bin kein Fan von diesem 'Bellen Sie wie ein Huhn, gackern Sie wie ein Hund’ – Kram.

Janet: Colonel, bitte. Hypnose gilt auch als moderne Therapietechnik.

Teal’c: Ich glaube kaum, dass Ihre Technik bei mir erfolgreich wäre.

O’Neill: General, können wir das nicht auf die altmodische Art erledigen? Lassen Sie uns noch einmal durch das Stargate gehen, damit wir Gewissheit haben.

Teal’c (schon fast panisch): Nein!

Carter (genauso energisch): Sir, das können wir nicht! (Verwirrt sieht sie sich um) Ah, das wollte ich gar nicht sagen.

MacKenzie: Wenn Sie nicht unter einer Art Hypnose stehen, habe ich dafür keine Erklärung.

O’Neill: Dann hat uns jemand im Gehirn herumgepfuscht.

MacKenzie: Es gibt Möglichkeiten herauszufinden.

Carter: Colonel, ich habe während eines Psychologiekurses Erfahrungen mit Hypnose sammeln können. Ich glaube nicht, dass es schaden kann.

Jack gibt sich geschlagen.

Carter (zu MacKenzie): Ich melde mich freiwillig.

MacKenzie nickt erleichtert.


Szene: Behandlungsraum, SGC

Sam wird von MacKenzie hypnotisiert. Jack sitzt hinter ihr auf einem Stuhl.

MacKenzie: Sie sind nun vollkommen entspannt. Ich möchte, dass Sie sich jetzt daran erinnern, wie das mit Daniel war. Er ist jetzt bei Ihnen. Können Sie ihn sehen?

Carter (entspannt): Ja.


[FLASHBACK]

Daniel in Flammen

[FLASHBACK ENDE]


Carter (schießt nach vorne): Er verbrennt!

MacKenzie: Nein. Gehen Sie weiter zurück. Sie sind gerade angekommen. Sehen Sie sich um. Und jetzt sagen Sie mir, wo Sie sind.


[FLASHBACK]

Wir sehen eine Wasseroberfläche aufblitzen.

[FLASHBACK ENDE]


Carter: Wasser.

MacKenzie: Sie stehen also in einem Gewässer.

Carter: Salzwasser.


[FLASHBACK]

Zum ersten Mal sehen wir den Planeten. Eine Art Strand mit vulkanischen Ausbuchtungen. Sie gehen geradewegs auf das Wasser zu. Hier und da schießt mal eine kleine Stichflamme hervor. Aber nicht sonderlich gefährlich.

O’Neill: Sieht aus, als ob das ein Meer wäre.

Sam legt ihren Helm in den Sand, um ein paar Proben zu entnehmen. Daniel filmt in der Zwischenzeit alles. Er deutet auf den Horizont.

Daniel: Was ist denn das da draußen?

Er filmt weiter. Durch die Kamera sehen wir, wie Blasen an die Oberfläche des Wassers strudeln.

Daniel: Habt ihr das gesehen?

Carter: Es kommt direkt auf uns zu.

Ja, Nem steigt schließlich aus dem Wasser. Er sieht Daniel an und dann zu Teal’c. Er geht auf ihn zu und legt seine Hand auf Teal’cs Bauch. Doch dann weicht er zurück und kniet sich vor Daniel in den Sand. Dort zeichnet er Symbole in den Sand.

Daniel: Ah, das, das ist Keilschrift. (Jack zuckt nur mit den Schultern) Ich glaube, ich glaube, er fragt uns nach Babylon?

Daniel kniet sich ebenfalls hin, um etwas zu zeichnen.

Daniel: Ich, ich bin Daniel. Das ist Jack –

Doch dann hebt Nem seine Hand und wirft sie alle mit dem Energiestrahl auf den Boden.

[FLASHBACK ENDE]


Carter (verzweifelt): Helft ihm!

MacKenzie: Ich möchte, dass Sie jetzt weitergehen. Was geschah als nächstes?


[FLASHBACK]

Sprudelndes Wasser.

Carter (Voice Over): Es ist dunkel.

Wir sehen, wie Sam auf irgendwas festgeschnallt liegt. Ihr Kopf wird stillgehalten, sie kann sich nicht bewegen. Wassersäulen zieren den Raum.

Carter (Voice Over): Kalt.

Den anderen ergeht es nicht anders. Auch sie liegen gefesselt auf Tischen. Nem ist bei ihnen.

Carter (Voice Over): Nass.

[FLASHBACK ENDE]


Carter (weinend): Los! Schnell ins Wasser!


[FLASHBACK]

So viel Wasser, strudelnd umgibt es sie. Und dann endlich durchdringen sie die Wasseroberfläche und schwimmen ans Ufer. Nur Daniel fehlt.

[FLASHBACK ENDE]


O’Neill: Captain!

Carter (springt weinend auf): Wir müssen ihn daraus holen!

O’Neill: Captain! (Er schüttelt sie) Carter!

Carter: Oh mein Gott, Colonel. WIr haben ihn zurückgelassen. (Er nimmt sie in die Arme, damit sie sich beruhigt. Und drückt sie einmal fest an sich. Sie beginnt zu weinen) Zurückgelassen.

O’Neill: Ich weiß. Ist ja gut. Wir gehen zurück. Ja, wir gehen noch mal zurück.


Szene: Planet, Raum unter Wasser

Daniel sitzt auf einem Stuhl, dessen Gestell ihn einmal ganz umgibt. Oberhalb seines Kopfes befindet sich ein Gerät. Es ist dasselbe Gerät, welches wir schon in Sams Rückblick gesehen haben.

Nem: Die Erinnerung an deine Geschichte, das Gedächtnis deines Volkes, ist in dir. Unter der Oberfläche.

Daniel: Das hoffe ich.

Nem: Du musst mit dem Schlimmsten rechnen.

Daniel: Ich verstehe.

Nem: Es könnte dein Tod sein.

Daniel: Tja, mir bleibt leider keine Wahl, oder?

Nem: Was weißt du von Omuroka?

Er aktiviert das Gerät.

Daniel: Omuroka…. Omuroka. (Er stöhnt auf. Die Schmerzen scheinen zu wachsen) „Und an diesem Ort lebte Omuroka. Eine Frau entsprungen dem Schoß der Götter.“ (Die Schmerzen scheinen unerträglich zu sein) Es geht nicht.

Nem: Weiter!

Daniel (unter sehr großen Schmerzen): Es geht nicht! „Tagsüber war sie beiden Menschen, aber in der Nacht zog sie sich in das Meer zurück, um zu schlafen. Sie gehörte zu der Spezies der Oanes.“

Nem: Ja.

Daniel: Omuroka.

Nem: Ja!

Daniel: Omuroka!

Nem: Weiter!

Daniel: Ah! „Der Gott Belos fuhr hernieder auf Babylon. Dorthin wo Omuroka war.“ Aaah! „Und zerstörte diese Frau!“ Oh Gott! Oh Gott, er hat sie getötet! Ah!

Nem stellt das Gerät ab und nimmt die Schnallen von Daniels Stirn und Kiefer.

Daniel (scheint noch immer unter den Schmerzen zu leiden): Ah! Es tut mir Leid. Es tut mir Leid. Das ist alles, was ich weiß! Ich schwöre es.

Nem: Belos.

Daniel: Er war ein Goa’uld.

Nem: Ja. Er ermordete meine Gefährtin.

Daniel: Es tut mir Leid.

Schreiend vor Wut und vor Trauer legt Nem seinen Kopf zurück. Daniel kann nur dabei zusehen, wie er seinen Schmerz hinausschreit.


Szene: Planet, Oberfläche

Sam, Jack und Teal’c laufen zum Meer zurück.

O’Neill (rufend): Daniel!

Carter: Vielleicht haben wir uns geirrt?

O’Neill: Diesmal gehen wir nicht ohne ihn zurück, Captain.

Und dann ist es wieder da. Die Wasseroberfläche bewegt sich. Etwas kommt auf sie zu.


Szene: Planet, Raum unter Wasser

Daniel steht vor den Scheiben, die ihm von dem Meer trennen. Als er sie berührt, stellt er fest, dass die Materie nicht fest ist. Er kann hindurch gehen. Und das tut er dann auch. Er schwimmt hinaus an die Oberfläche.


Szene: Planet, Oberfläche

Es ist Nem, der aus den Tiefen des Meeres zu ihnen kommt. Teal’cs Gesicht ist entschlossen und finster. Nur ein Wort und er würde Nem auf der Stelle erschießen. Doch dann durchbricht Daniel die Wasseroberfläche!

Daniel: Nicht schießen!

Er schwimmt zum Ufer.

Daniel: Nem, du hast jetzt deine Antwort. Lass uns gehen.

Er schaut zu den anderen.

Nem: Ihr dürft zurückkehren.

Daniel: Tut mir Leid, dass ich dir nicht mehr sagen konnte.

Nem: Auch mir tut es Leid.

Daniel: Wir könnten trotzdem Freunde werden. Dein Volk und meines.

Carter: Deshalb sind wir hier. Wir wollten niemandem schaden.

Nem: Möglicherweise irgendwann einmal.

Daniel: Gut.

Nem (zu Daniel): Und irgendwann einmal, Daniel, wirst du herausfinden welches Schicksal Sha’re.

Daniel nickt und Nem kehrt ins Wasser zurück. Jetzt haben sie Daniel wieder. Dennoch kann Jack nur mit dem Kopf schütteln.

Daniel: Tja, das ähm, das, das ist eine lange Geschichte.

Carter: Das glaube ich auch.

O’Neill: Wir sollten bei einem Sushi Essen darüber reden.

Er und Sam beginnen über seinen Witz zu lachen und auch Daniel muss schmunzeln.

Daniel: Sehr witzig.

O’Neill (lachend): Ja.

Sie machen sich auf den Weg zum Stargate.

Daniel: Ich bin einverstanden, sobald ich ausgeschlafen habe.

O’Neill: Tja, dann, ähm… ach ja, was Ihre Wohnung angeht…

Daniel: Ihr habt doch nicht etwa…

Carter: Doch, einen Tag nach der Trauerfeier.

Daniel: Trauerfeier?

Carter: Der Colonel hat ein paar nette Sachen über Sie gesagt.

Daniel: Hat er? Soso.


ENDE

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