1.10 Die Qualen des Tantalus
The Torments of Tantalus

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Ernest: Wir gehen nach Hause?
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Szene: Torraum, SGC, 1945

Wissenschaftler und Soldaten befinden sich im Torraum. Zwei Männer, die auf Leitern am Stargate stehen, versuchen es manuell zu betätigen. Sie drehen den Ring, während Professor Langford ihnen Anweisungen gibt.

Langford: Jetzt! Stopp!

Langford dreht sich zu einem Wissenschaftler herum und nickt ihm zu, dieser wendet sich an weitere Männer hinter ihm.

Wissenschaftler: Laden.

Soldaten legen einen Schalter um. Das erste Chevron ist aktiviert.

Langford: Sperre entsichert! (Macht eine kreisende Bewegung mit seinen Armen) Drehen.

Und weiter geht die schwere Arbeit. Ein Soldat zeichnet unterdessen diese ganze Aktion mit der Kamera auf.

Langsam wird das Bild schwarzweiß und wir werden zurück in die Realität geholt.


Szene: Briefingroom, SGC

Daniel sieht sich die Aufnahmen von der ersten Aktivierung des Stargates an. In diesem Moment kommt Jack herein.

O’Neill: Wir sollten längst bei dieser Tauglichkeitsprüfung sein.

Daniel (starrt gebannt auf den Fernseher): Äh, ja… ich, äh… suche noch, ich… ich, ich komme… ich will das noch zu Ende sehen.

O’Neill: Sie scheinen ja vollkommen besessen von diesem Film zu sein.

Daniel: Das ist die Kopie eines Films über die Experimente, die neunzehnhundertfünfundvierzig am Stargate durchgeführt wurden. Ist das nicht faszinierend?

O’Neill (gelangweilt): Oh doch. Nichts begeistert mich mehr als eine hübsche Pannenserie.

Daniel: Ist das zu fassen? Die drehen das Tor mechanisch.

Einer der Soldaten im Fernsehen, klettert gerade über ein Gerüst am Stargate hoch.

Daniel: Einfach unglaublich.

O’Neill: Wie oft haben Sie sich diese Aufzeichnungen schon angesehen?

Daniel: In der Akte gibt es keinen Abschlussbericht, keine Wertung, keine Erklärung, warum sie damals aufgeben mussten.

O’Neill: Tja, wahrscheinlich fehlt da noch kistenweise Material.

Daniel: Nein. Das Pentagon sagt, das wäre alles.

O’Neill: Ich bitte Sie. Das Pentagon hat schon ganze Länder verloren. (Er klopft gegen den Sessel) Wir müssen los. (Er dreht sich um, um den Raum zu verlassen) Die Ärzte sagen, die Untersuchungen dauern zwei Tage; die wollen uns völlig durchchecken. (Und schiebt sarkastisch hinterher) Das wird wunderbar.

Auf dem Fernseher sehen wir jetzt, dass sie es tatsächlich geschafft haben ein Wurmloch zu etablieren.

Daniel: Jack!

Erstaunt geht Jack zurück und starrt fassungslos auf den Fernseher.

O’Neill: Das ist einfach unmöglich.

Daniel: Offensichtlich nicht. Wie kann dies sein? (Immer lauter werdend) Warum hat uns das niemand gesagt? Wieso haben sie die Forschungen gestoppt, wenn sie es geschafft haben das Tor in Betrieb zu nehmen?

Ein Mann, gekleidet in einen altmodischen Taucheranzug wagt es sich durch das Tor zu gehen. An seinem Helm ist ein Schlauch befestigt. Langsam geht er ein paar Stufen zum Stargate hinauf und verschwindet tatsächlich durch das Wurmloch. Doch dann passiert es. Das Wurmloch löst sich auf und der Schlauh fällt zu Boden.

O’Neill: Großer Gott!


INTRO


Szene: Catherines Haus

Ein Fahrer einer Limousine hält vor Catherines großem, zweistöckigem Haus, während sie höchstpersönlich zu ihrer Haustür geht. Sie wird bereits erwartet von Martha – dem Hausmädchen – welche ihr die Tür öffnet.

Catherine: Hallo, Martha.

Martha: Miss Langford, in der Küche wartet ein junger Mann auf Sie.

Catherine: Sie haben einen fremden Mann in mein Haus gelassen?

Martha (nimmt Catherines Mantel entgegen): Ja. Tut mir leid, er hat gesagt, er kennt Sie.

Catherine geht in ihre Küche und bleibt erstaunt stehen.

Catherine: Mein Gott!

Es ist natürlich Daniel, der sich eines von ihren Kunststücken anschaut.

Daniel (stellt es wieder zurück ins Regal): Guten Tag. Es macht Ihnen hoffentlich nichts aus?

Catherine (geht mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu): Seit wann sind Sie wieder zurück?

Sie umarmen sich einmal herzlich.

Catherine: Warum sind Sie zurückgekehrt? Sie wollten Abydos doch nicht mehr verlassen.

Daniel: Sie tragen immer noch dieses Amulett?

Catherine (nimmt das Amulett, welches sie Daniel einst geschenkt hatte in die Hand): Natürlich, ich würde es niemals ablegen. Warum weichen Sie meiner Frage aus? Was ist los?

Daniel sieht ziemlich bedrückt aus.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Boxen über Boxen stapeln sich auf dem großen Tisch. Überall befindet sich ein TOP SECRET Aufkleber drauf und Plaketten, dass es Eigentum der US Air Force ist.

Jack hat jetzt Daniels Platz eingenommen und geht alles durch, als ein etwas aufgebrachter General Hammond den Raum betritt.

Hammond: Colonel O’Neill. Doktor Jackson hätte heute Morgen SG-4 instruieren sollen. Er ist nicht da und reagiert auch nicht auf unsere Anrufe. Wissen Sie, wo er sein könnte?

Jack sieht nur kurz von seiner Arbeit auf.

O’Neill: Ich habe keine Ahnung, Sir.

Hammond scheint ihm nicht zu glauben und verschwindet.


Szene: Catherines Haus

Verärgert läuft Catherine aus der Küche ins Esszimmer. Daniel folgt ihr ruhig.

Daniel: Catherine, ich konnte es Ihnen unmöglich sagen.

Catherine: Warum nicht?

Daniel: Man hat es mir untersagt. Es ist, es ist strenggeheim. Sie wissen doch, wie…

Catherine: Seit wann sind Sie ein schlichter Befehlsempfänger der Armee?

Daniel: Das bin ich nicht. Nicht ganz. Deswegen bin ich hier.

Catherine: Ich mache Ihnen jetzt eine Tasse Tee und dann können Sie zu Ihrem Stargate Kommando zurückkehren. Tausende von Stargates… Planeten besuchen. Hat niemand gedacht, dass mich das interessieren würde?

Daniel (geduldig): Deswegen bin ich doch hergekommen.

Catherine: Ja, sechs Monate später. Sie hätten früher kommen können.

Daniel: Ja. Und Sie hätten mir erzählen können, dass neunzehnhundertfünfundvierzig bereits eine Expedition erfolgreich war.

Catherine lässt vom Tee ab und setzt sich auf dem Stuhl vor ihrem Flügel. Sie sieht geschafft aus.

Catherine: Mein Vater war der Leiter der Forschungsgruppe, die mit den Arbeiten am Sternentor vertraut waren. Eigentlich wusste sie damals noch gar nicht, was es war. Aber Präsident Roosevelt war wie Sie, neugierig. Erst dachte man das Sternentor wäre eine Waffe oder könnte so eingesetzt werden, aber das war es nicht. Woher wissen Sie davon?

Daniel: Das Pentagon hat das Material freigegeben. Man fand ein paar Kisten mit Akten und Filmen über die alten Experimente und hat sie uns geschickt.

Catherine: Wirklich?

Daniel: Sie waren nicht an der Forschung beteiligt?

Catherine (lacht abfällig): Damals hatte das Militär keine Verwendung für ein einundzwanzigjähriges Mädchen. Und mein Vater auch nicht. Ich weiß auch nur das, was ich damals zufällig durch Ernest aufgeschnappt habe.

Daniel: Verzeihen Sie, wer ist Ernest?

Catherine schaut zum Kamin und wir befinden uns in einem Flashback


++++ FLASHBACK +++++

Ein junger Ernest und eine junge Catherine sitzen vor dem Kamin. Sie massiert ihm die Schulter, während er ihr von seiner Arbeit erzählt.

Ernest: Gerade als wir das fünfte Symbol eingegeben hatten, erbebte die ganze Anlage. Einer der Generatoren ist durch die Rückkopplung explodiert.

Catherine: Wirst du mit meinem Vater sprechen?

Ernest: Er war dabei. Er weiß es.

Catherine: Ich meinte, über uns.

Ernest (schaut sie an): Oh… ja, das werde ich.

Catherine: Möglicherweise musste das geschehen.

Ernest: Was?

Catherine: Der Ring. Vielleicht brauchte er diese Reaktion?

Ernest: Das glaube ich weniger.

Catherine: Nehmt ihr Wechselstrom oder Gleichstrom, um ihn aufzuladen?

Ernest: Ich glaube Wechselstrom, wieso?

Catherine: Ihr müsst es mit Gleichstrom versuchen, das würde verhindern, dass die Ladung in den Generator zurückfließt. Und du solltest mit meinem Vater reden.

Ernest: Das mache ich, ich versprech’s dir.

Sie lächelt ihn glücklich an und dann küssen sie sich vor dem prasselnden Kaminfeuer.

+++++ FLASHBACK ENDE +++++


Zurück in die Gegenwart.

Daniel: Dann wissen Sie nicht, dass die Regierung Unterlagen über diese Experimente aufbewahrt hat?

Catherine: Ich hatte die Aufzeichnungen meines Vaters. Er sagte, das wäre alles, was sie hätten. (Sie steht auf und kümmert sich wieder um den Tee) Wissen Sie an wie viele Regierungen ich Gesuche schicken musste, damit das Programm wieder anlaufen konnte? Vierzig Jahre waren vergangen, alle Informationen wurden als geheim eingestuft und unzugänglich. Ich habe nie um irgendwelche Unterlagen gebeten, weil ich dachte, ich hätte alle. General West hat sie mir nicht angeboten – wahrscheinlich kannte er sie gar nicht.

Daniel: Dann… äh, wissen Sie gar nicht, dass das Tor neunzehnhundertfünfundvierzig in Betrieb genommen wurde?

Ruckartig wirbelt Catherine zu ihm herum.

Cahterine (erstaunt): Was?


+++++ FLASHBACK +++++

Ernest und Catherines Vater sitzen gemeinsam an einem Tisch. Bücher liegen verteilt herum und Ernest schreibt etwas auf einen kleinen Block.

Ernest: Es muss über einhundert Millionen möglichen Kombinationen geben. Wenn es so ne Art Kombinationsschloss ist, warum dann fünfunddreißig Symbole? Warum nicht sechs?

Langford: Wie soll ich das verstehen?

Ernest: Es sind keine Kombinationen. Es sind Bestimmungsorte. Und wir haben soeben einen entdeckt.

Langford: „Tor zum Himmel“ kann alle möglichen Bedeutungen haben. Das könnte auch bedeuten, dass jeder, der da durchgeht, sterben wird.

In diesem Moment betritt Catherine den Raum. In ihren Händen trägt sie ein Tablett mit Tee.

Langford: Das wäre doch möglich. (Catherine stellt es auf den Tisch ab und lächelt Ernest zu) Catherine, wir haben ein Hausmädchen.

Catherine: Aber ich mache das gern. (Mit einer energischen Kopfbewegung gibt sie Ernest zu verstehen, dass er es jetzt ihrem Vater sagen soll)

Als ihr Vater zu ihr schielt, lässt sie die Männer wieder unter sich. Ernest scheint ziemlich nervös zu sein, aber Langford lächelt nur und nimmt sich ein Stückchen Zucker.

+++++ FLASHBACK ENDE +++++


Genau dasselbe tut auch Catherine. Sie wirft zwei Stückchen Zucker in ihren Tee.

Catherine: Nein. Ich wusste nicht, dass das Tor genutzt wurde. Mein Vater hat mir nichts davon erzählt. Auch in seinen Aufzeichnungen stand nichts.

Daniel: Dann möchte ich Ihnen gerne noch etwas zeigen.

Daniel schiebt das Video in den Rekorder und sie sehen sich das Video an. Daniel setzt sich neben sie auf das Sofa.

Daniel: Sehen Sie sich das an.

Wir sehen nur Catherines Gesicht und ihre Augen werden vor Grauen immer größer.

Catherine: Oh Gott.

Den Mann, dem man den Helm aufgesetzt hat, ist niemand anderes als ihr Ernest. Wir sehen, wie er durch das Tor verschwindet und dann das Wurmloch zusammenbricht. Der Schlauch für den Sauerstoff wird abgetrennt.


+++++ FLASHBACK +++++

Die junge Catherine und ihr Vater stehen im Esszimmer.

Langford: Es hat heute einen Unfall gegeben. (Catherine beginnt zu schluchzen) Eine Explosion im Labor.

Catherine: Ernest?

Langford: Es tut mir so leid.

Sie beginnt nur noch stärker zu weinen.

+++++ FLASHBACK ENDE +++++


Daniel: Dann war also Ernest der Mann, der durch das Tor gegangen ist?

Catherine (nimmt ihre Brille ab): Ja. Mein Vater hat mich damals belogen. Er sagte, Ernest hätte eine Unfall gehabt. Es gab eine Explosion.

Daniel: Warum hat er das getan?

Catherine (zuckt mit den Schultern): Wahrscheinlich wollte er mir die Wahrheit ersparen.

Daniel: Aber wieso?

Catherine: Ich sollte nicht erfahren, dass der Mann, den ich heiraten wollte, sein Leben riskierte und durch das Tor gehen wollte, ohne vorher mit mir darüber zu sprechen. Er hat seine Ideale, seine Arbeit mir vorgezogen.

Daniel: Tja, ich glaube, er hat fest damit gerechnet, dass er zurückkehrt.

Catherine: Er war so jung. So voller Leidenschaft. (Sie lächelt Daniel an) Wie Sie! Sie haben mich an ihn erinnert, als ich Sie das erste Mal sah. Ich wusste, dass Sie die Geheimnisse des Tores entdecken würden.

Daniel: Catherine… das hier dürfte ich Ihnen eigentlich auch nicht zeigen.

Er öffnet eine kleine Box und holt einen Umschlag heraus.

Daniel: Das unterliegt alles der Geheimhaltungspflicht, aber jetzt… (Er gibt ihr den Inhalt; es sind Bilder) Computervergrößerungen von den Filmaufnahmen. Es ist mir gelungen die Symbole zu identifizieren, die eingestellt waren, als Ernest hindurchging.

Catherine: Nicht Abydos?

Daniel: Nein. Ein anderer Planet mit ähnlichen Koordinaten. Und wir könnten dort hingehen.

Catherine sieht ihn geschockt, zugleich aber auch hoffnungsvoll an.


Szene: Besprechungsraum, SGC

Daniel und Catherine stehen vor dem großen Fenster und schauen hinunter auf das Sternentor. Vollkommen aufgebracht stampft Hammond herein.

Hammond: Haben Sie vollkommen den Verstand verloren?! Wer hat es Ihnen gestattet geheime Informationen an Zivilisten weiterzugeben?

Daniel: Sir, wenn Sie mich bitte erklären lassen würden.

Hammond: Das ist ein ernster Verstoß gegen die Vorschriften!

Man folgt Hammond zum Tisch.

Hammond: Es gibt Gründe für diese Vorschriften, Doktor. Sie glauben wohl, Sie beide könnten sich –

Daniel: Nein, ich habe –

Doch beide werden von Jack und Teal’c unterbrochen, die gerade die Treppe heraufkommen.

O’Neill: Catherine!

Alle wirbeln zu ihnen herum. Lachend gibt Catherine Jack die Hand.

Catherine: Hallo, Jack.

O’Neill: Schön Sie wieder zu sehen. Ich hoffe, der General hat Sie mit gebührendem Respekt empfangen. (Hammond ist keinesfalls begeistert)

Catherine: Bis jetzt versucht er noch General West zu übertreffen. (Sie lächelt Hammond an)

O’Neill: Er ist ein Teddybär.

Hammond: Colonel, haben Sie Doktor Jackson gestattet geheime Informationen an diese Zivilistin weiterzugeben?

O’Neill: Selbstverständlich nicht, Sir. Ich hatte ihm ausdrücklich untersagt zu ihr zu gehen. (Daniel schielt Jack irritiert von der Seite an) Ungeachtet der Tatsache, dass sie früher das Programm geleitet hat und wir ihr den Großteil über das Wissen des Stargates verdanken.

Hammond: Mir ist durchaus klar, wer sie ist, Colonel.

Daniel: Catherine, das ist Teal’c. (Er deutet auf den übergelaufenen Jaffa.) Teal’c, das ist Catherine.

Catherine (streckt ihm lächelnd die Hand entgegen): Daniel hat mir eine Menge von Ihnen erzählt. Es ist mir ein Vergnügen.

Teal’c beugt leicht seinen Kopf.

Hammond (setzt sich jetzt wieder beruhigt in seinen Sessel): Colonel, ist Ihnen der Vorschlag bekannt, den Doktor Jackson uns gerade unterbreitet hat.

Daniel und Jack tauschen ein paar Blicke aus, bevor Jack mit dem Finger wedelnd auf ihn zeigt und sie sich setzen.

O’Neill: Da werden Sie noch etwas mehr Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Daniel: Der Mann, der neunzehnhundertfünfundvierzig durch das Tor ging, war Catherines Verlobter. Ich weiß, auf welchem Planeten er gelandet ist und wir könnten auch dort hingehen.

Catherine: Und ich komme mit.

Jack und Teal’c schauen gleich erstaunt drein.

Daniel: General, wir wissen wohin Ernest Littlefield gegangen ist. Er könnte noch am leben sein. Dieser Mann war so visionär und es gilt ein halbes Jahrhundert vor allen anderen, um das zu erkennen, was es ist.

O’Neill: Er war offensichtlich ein echter, amerikanischer Held, Sir.

Hammond nickt kurz und Sam stößt nun auch dazu.

Carter: Sir, es gibt noch einen Grund diesen Planeten aufzusuchen.

Catherine (dreht sich erfreut um): Sam!

Carter (ebenso erfreut): Catherine!

Sie umarmen sich herzlich.

Hammond: Captain Carter.

Carter (löst sich aus der Umarmung): Ja, Sir. (Aber Catherine hält weiterhin ihre Hand) Der fragliche Planet befindet sich in der Nähe von Abydos, deswegen gelten für ihn ganz ähnliche Weltraumkoordinaten. Das erklärt, warum er neunzehnhundertfünfundvierzig zufällig angewählt werden konnte, ohne die Planetenverschiebung zu berücksichtigen. Aber, Sir, dieser Planet befindet sich nicht auf der Kartusche, die wir auf Abydos gefunden haben.

Catherine: Inwiefern ist das von Bedeutung?

Carter: Die Goa’uld haben ihn nicht aufgelistet. Möglicherweise waren sie dort nie.

Daniel: Wenn die Goa’uld nicht auf diesem Planeten waren, es dort aber trotzdem ein Tor gibt, dann wäre das der Beweis, dass sie nicht die Erbauer des Stargates sind.

Teal’c: Die Goa’uld sind nicht so erfindungsreich. Wenn sie nicht auf diesem Planeten waren, dann finden wir dort vielleicht Technologien mit denen wir sie schlagen könnten.

Hammond nickt erneut.

Catherine (zu Teal’c): Sie können sprechen?

Teal’c: Wenn es unumgänglich ist.

Catherine lacht und selbst Hammond huscht da doch ein Lächeln über die Lippen.

Hammond: Danke. Ich danke Ihnen für Ihre äußerst gründliche Analyse der Situation, aber Doktor Jacksons ursprünglicher Vorschlag hatte mich bereits überzeugt. Ernest Littlefield könnte möglicherweise noch leben, deswegen sollten wir dorthin gehen.

Catherine kann ihr Glück kaum fassen.


Szene: Torraum, SGC

Das Wurmloch etabliert sich mit einer gewaltigen Fontäne. Catherine steht eingehakt zwischen Daniel und Jack vor der Rampe. Ehrfürchtig schaut sie auf das Tor. Neben ihnen taucht plötzlich Teal’c und das FREAD auf. Sam dirigiert es die Rampe hinauf.

O’Neill: Na los.

Zu dritt folgen sie Sam und Teal’c, aber kurz vorher bleiben sie noch einmal stehen. Ein klein wenig besorgt und aufgeregt schaut Catherine zu Jack.

O’Neill: Ist ein Spaziergang.

Gemeinsam umfassen Jack und Daniel Catherines Hände.

O’Neill: Fertig?

Daniel: Und…

… gehen durch das Tor.


Szene: Schloss

Das Tor befindet sich in einem alten Schloss, welches an rauschenden Klippen steht. Als die drei durch sind, verschwindet das Wurmloch hinter ihnen. Es wird erst einmal alles angeschaut und studiert. Stufen führen vom Stargate hinab in eine große Halle. Auf der anderen Seite führen eine Mitteltreppe und eine Seitentreppe hinauf zu einer anderen Ebene.

Daniel: Alles in Ordnung?

Catherine: Das war vielleicht ein Spaziergang.

Während Catherine noch erstaunt alles begutachtet, gehen Daniel und Jack zu Sam und Teal’c die Treppen hinunter.

Daniel: Heiß hier drin.

O’Neill: Allerdings.

Man hört ein Knarren und auch ein schwereres Bröckeln, was sich ehrlich gesagt nicht besonders beruhigend anhört.

O’Neill: Sieht jemand von euch hier einen Ein – oder Ausgang?

Teal’c: Offensichtlich gibt es hier nur zwei Gänge.

Auf der untersten Etage befindet sich noch ein Durchgang. Jack ist inzwischen hinauf auf die andere Seite gegangen, wo sich das DHD befindet.

Carter (plötzlich): Oh mein Gott.

Sie drehen sich alle um. Und in dem Durchgang auf der untersten Eben steht plötzlich ein Mann. Langsam tritt er aus dem Schatten; er ist alt und trägt keine Kleidung.

O’Neill: Das darf doch nicht wahr sein.

Daniel: Doktor Littlefield? (Der Mann bleibt stehen) Ernest?

Der Mann hält seine zerbrochene Brille an seine Augen, um Daniel besser sehen zu können. Wenige Zentimeter bleibt er vor ihm stehen.

Daniel: Hallo, ich bin Daniel Jackson. Wir kommen gerade durch das Sternentor.

Der Mann schaut zum Stargate.

Daniel: Ja…. Dieses Ding – Stargate.

Ungläubig stupst er Daniel an – so als ob er schauen wollte, ob sie auch echt sind.

Daniel: Es ist wahr.

Plötzlich bricht er in Tränen aus und fällt schluchzend in Daniels Arme.

Ernest (krächzend): Wurde aber auch Zeit.

Dann geht er zu Jack und auch dieser bekommt eine feste Umarmung. Teal’c ist der nächste in der Reihe.

Carter (weicht etwas zurück): Oh Mann…

O’Neill (flüsternd): Daniel, tun Sie etwas.

Daniel: Ähm, Doktor Littlefield. (Er deutet auf Catherine, die noch immer auf den Stufen steht)

Die beiden sehen sich eine Weile an.

Catherine: Erkennst du mich nicht?

Ernest: Ca-Catherine?

Catherine (mit Tränen in den Augen nickt sie): Ja.

Doch anstatt ihr in die Arme zu fallen, dreht er um und verschwindet wieder durch den Durchgang. Ziemlich schockiert sieht ihm seine Verlobte hinterher.

Catherine: Fünfzig Jahre… und das ist alles?

Daniel: Ich… ich sehe mal nach, ob ich ihn finde.

Und folgt dem Doktor.


Anhand einer schönen Außenaufnahme sehen wir, dass das Schloss leider nicht mehr in einen all zu guten Zustand ist.


Szene: Ernest Unterschlupf, Schloss

Daniel folgt dem Gang ein paar Stufen hinunter und gelangt in einen kleinen Raum mit einem merkwürdigen Gerät in der Mitte.

Ernest: Immer noch da?

Daniel wirbelt zu ihm herum, wendet dann aber seinen Blick ab, als er sieht, dass Ernest noch immer splitterfasenackt ist.

Daniel: Ah… ähm… haben Sie nichts anzuziehen? Kleidung?

Ernest: Oh.. wir gehen nach Hause?

Er kniet sich hin, um sich anzuziehen.

Daniel: Ja, wir bringen Sie nach Hause.

Ernest zieht seinen zerfledderten Tauchanzug an.

Ernest: So viele Jahre und es hat nie wieder jemand versucht?

Daniel: Das ist eine lange Geschichte. Gibt es hier noch andere Menschen?

Ernest schüttelt mit dem Kopf.

Daniel: Sonst lebt niemand hier? Auf dem ganzen Planeten nicht?

Wieder nur ein stummes Kopfschütteln. Ernest hält etwas in der Hand, was er zögernd Daniel gibt.

Daniel: Wollen Sie damit sagen, dass Sie fünfzig Jahre vollkommen allein waren?

Ernest nickt, deutet dann aber auf das, was Daniel in der Hand hält.

Ernest: Essen Sie.


Szene: Torraum, Schloss

Sam steht auf den oberen Stufen am DHD. Catherine sitzt vor ihr auf den Stufen. Sie ist ziemlich mitgenommen.

Catherine: Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte. Aber ich fasse es nicht, dass er einfach hier ist. Lichtjahre entfernt, doch die ganze Zeit über so nahe. Und er lebt.

Carter (setzt sich neben sie): Wahrscheinlich wird er auch seine Schwierigkeiten damit haben es zu verstehen.

Catherine: Ich habe mich gefühlt wie ein Schulmädchen. Mein Herz schlug schneller, als ich durch das Tor ging. Da denkt man nun man sei alt und weise…

Carter: Ich denke, das Herz wird niemals alt.

Catherine: Ich kann mir gar nicht vorstellen, was er durchgemacht hat. Eine halbe Ewigkeit. Ich kenne diesen Mann überhaupt nicht. (Entsetzt über diese Erkenntnis sieht sie Sam seufzend an)

Carter: Versuchen Sie doch mit ihm zu reden.


Szene: Ernest Unterschlupf, Schloss

Ernest zeigt Daniel ein paar alte Schriften. Dieser hat sich auf die Empore gesetzt, auf der das Gerät steht.

Ernest: Der letzte Tag.

Daniel: Das ist ein Kalender, nicht wahr?

Ernest nickt und Daniel blättert die einzelnen Blätter durch, bis er sie schließlich zur Seite legt.

Daniel: Wissen Sie, wer dieses Gebäude errichtet oder hier früher gewohnt hat?

Ernest: Heliopolis.

Daniel: Heliopolis?

Ernest: Zufluchtsort. Philosophie, Astronomie.

Daniel: Sie meinen die altägyptische Stadt?

Ernest nickt.

Daniel: Die Menschen kamen von überall her - Gelehrte, politische Führer. Außerdem war es das zentrale Heiligtum des Gottes Ra. Gibt es hier altägyptische Hieroglyphen? Symbole, die auf Ra hindeuten? Das.. das könnte sehr wichtig sein.

Ernest holt eine Art Tagebuch und gibt es Daniel. Dieser öffnet es und liest daraus vor.

Daniel: „Vier unterschiedliche Sprachen, die Schriftzeichen gleichen nicht den irdischen. Catherine glaubt, sie stammen von außerirdischen.“ Catherine hat das gesagt?

Ernest: Sie hat mich schon vor sehr langer Zeit gefunden.

Daniel sieht ihn verwirrt an und liest dann weiter.

Daniel: „Wir sind heute Meilenweit gelaufen und haben keine Spur einer Zivilisation entdeckt. Catherine wirkt besorgt, aber ich bin es nicht. Solange sie hier bei mir ist, werde ich mich nie einsam fühlen. (Ernest nickt und wir sehen, dass die wirkliche Catherine hinter ihnen steht) Es scheint unmöglich, aber mit jedem Tag, den wir hier gemeinsam verbringen, liebe ich sie mehr.“

Catherine: Mein Vater hat mich belogen.

Erschrocken dreht sich Ernest zu ihr herum.

Daniel: Ah… ich lassen Sie jetzt allein.

Dezent verschwindet er.

Ernest: Du bist wirklich da?

Catherine: Ja. Du musst es akzeptieren. Es fällt auch mir nicht leicht.

Ernest: Du… du, du siehst anders aus.

Catherine: Ich bin alt, Ernest. Genau wie du.

Ernest: Wir haben ein wundervolles Leben hinter uns.

Catherine: Für mich war es furchtbar, Ernest. Wenn du mich fragst, war unser Leben nicht wundervoll. Ich dachte, du wärst tot.

Ernest (tränenerstickt): Du hast mir verziehen. Du hast mir doch schon vor langer Zeit verziehen.

Catherine (schüttelt den Kopf): Nein. Das ist nicht wahr.

Ernest beginnt zu weinen.


Szene: Torraum, Schloss

Jack und Teal’c kommen von ihrer Erkundungstour zurück.

O’Neill: Sonst scheint hier niemand zu sein.

Sam und Daniel sitzen auf den Stufen und lesen das Tagebuch durch.

O’Neill: Ich sage euch, das ist ne ganz schön hübsche Hütte hier. Hat aber schon bessere Zeiten erlebt, wenn ihr mich fragt.

Daniel: Ich fürchte, Professor Littlefield war seit seiner Ankunft allein hier.

O’Neill: Wow.

Ernest und Catherine haben sich wohl zu Ende ausgesprochen und stoßen jetzt zu ihnen.

Teal’c (der mit Jack nach draußen schaut): Da zieht ein Unwetter auf.

O’Neill: Und zwar ein ziemlich heftiges.

Ernest: Das kommt jedes Jahr.

Carter: Jedes Jahr?

Er nickt.

O’Neill: Hört mal, Leute, wir befinden uns auf einer Klippe. Ich glaube, bei einem Sturm sind wir hier nicht allzu sicher.

Teal’c: Wir sollten nach Hause zurückkehren.

Daniel: Nein, das geht nicht! Wir haben doch gerade erst damit begonnen diesen Ort zu erforschen, herauszufinden, was es ist oder was es war.

O’Neill: Wir haben einen Satelliten gestartet. Jetzt werden wir den Catherine und den Professor nach Hause bringen. Wir lassen die Sonde hier, damit sie die Lage überwachen kann, bis der Sturm vorüber ist und dann kommen wir zurück, einverstanden?

Ernest: Ich habe jahrelang versucht es in Gang zu setzen (Er deutet auf das DHD)

Daniel: Haben Sie nie versucht andere Symbole einzugeben?

Ernest sieht ihn nur an und Daniel geht die Treppe hinauf.

Daniel: Wir nennen es unsere Rückkehrmaschine.

[Anmerkung: Oh bitte! Man merkt, dass es noch die erste Staffel ist…]

Daniel: Im Grunde genommen gibt man einfach den gewünschten Zielort ein und dann kann man –

O’Neill (geht dazwischen): Daniel, wir sollten es ihm einfach zeigen.

Sie gehen alle hinauf zum DHD. Doch aus der Vorführung wird leider nichts, denn die Kristallkugel ist zerstört.

Carter: Oh mein Gott…

O’Neill: Was zum Teufel…? Ich habe gedacht, die Sonde sollte derartige Schäden feststellen.

Carter: Wir haben eine visuelle Bestätigung für die Existenz der Steueranlage, aber der Defekt war wohl nicht zu erkennen.

Nichtsdestotrotz versucht Sam die Symbole einzugeben. Wie zu erwarten funktioniert es nicht.

Carter: Es funktioniert nicht mehr.

Ernest: Es sah schon genauso aus, als ich hierher kam.

Catherine: Deswegen konntest du nicht zurückkehren.

Ernest (nickt): Heißt das, dass wir jetzt nicht nach Hause gehen können?

Tja, das ist eine wirklich gute Frage, denn in diesem Moment, beginnt Staub auf sie herab zu rieseln.


Szene: Torraum, Schloss

Während Daniel und Jack versuchen einige Stützen wieder aufzubauen, beschäftigten sich Sam und Teal’c mit dem DHD und Ernest und Catherine sitzen auf den Stufen, während sich Catherine das Tagebuch durchliest.

Ernest (steht auf): Jetzt, wo wir noch eine Weile hier bleiben müssen, möchte ich Ihnen etwas zeigen.

Daniel: Was?

Ernest: Na kommen Sie. Es ist der sicherste Raum, den es gibt. Verstehen Sie? Vor allem während eines Unwetters.

Daniel folgt Ernest.

Catherine (streckt ihre Hand nach Jack aus): Helfen Sie mir.

Er zieht sie auf die Beine und die beiden folgen den anderen in den Raum.

O’Neill (zu Sam ): Versuchen Sie es weiter. Wir sind gleich wieder da.


Szene: Ernest Unterschlupf

Sie stehen vor dem Gerät in der Mitte. Es ist abgedeckt, aber Ernest zieht den Stoff herunter und das Gerät hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem DHD, nur fehlen sämtliche Symbole. Und noch viel besser, es beginnt zu leuchten.

An den Wänden tauchen vier verschiedene Schriften auf.

O’Neill: Was für ein Raum ist das?

Ernest gibt Daniel das Tagebuch und deutet auf eine bestimmte Stelle.

Daniel: „Ich halte diesen Raum für eine Art Treffpunkt, an dem sich vier außerirdische Völker zu treffen pflegten, die durch die Symbole und unterschiedlichen Schriften an den Wänden verewigt sind. Möglicherweise, um Wissen weiterzugeben oder ihre Politik zu diskutieren, eine Art vereinte Nation der Sterne. Catherine stimmt mir zu.“

Catherine: Du hast Recht. Das hätte ich getan.


Szene: Torraum, Schloss

Sam ist schwer am tüfteln. Sie hat ihr Gerät an die Kristalle angeschlossen und nur kurz leuchteten sie auf.

Carter: Beide Leitungen führen hierher, das bedeutet, dass das wahrscheinlich die Energiequelle ist.

Teal’c: Da hast du wohl Recht.

Carter: Es könnte Jahre dauern, bis wir wissen, wie man diese Kristalle richtig zusammensetzt. Aber vielleicht können wir es schaffen, die, ähm, die Energiequelle direkt mit dem Stargate zu verbinden und dann per Hand anzuwählen.

Weiterer Staub fliegt von den Wänden.


Szene: Versammlungsraum, Schloss

Jack steht vor dem Gerät.

O’Neill: Das kommt mir bekannt vor.

Ernest: Berühren Sie es.

Zögernd legt Jack seine Hand auf die Kristallkugel, als ein heller Strahl in die Luft schießt.

O’Neill: Hey!

Über ihnen breitet sich ein dreidimensionales Bild von gelben und blauen Kugeln. Die Chemikerin in mir würde mal auf Moleküle und dergleichen tippen.

Catherine: Das ist wunderschön.

O’Neill: Daniel? Hat das was zu bedeuten?

Daniel: Tja, wenn das so ne Art Mekka war – ein Versammlungsort der Außerirdischen – dann muss es etwas bedeuten.

Jack zeigt auf einen der Bälle.

O’Neill: Das kenne ich doch.

Catherine: Natürlich. Aus dem Chemieunterricht.

Daniel: Ein Proton, ein Elektron… Wasserstoff.

Catherine: Beryllium, Natrium…

Ernest: Silber, Eisen, Barium, Xenon…

Jack wischt derzeit mit seiner Waffe durch eine der Molekühle.

Catherine: Mein Gott. So viele Elektronen, und du kennst sie alle?

Ernest: Ich bin schon eine ganze Weile hier, hast du das vergessen?

Sie lächelt ihn an.

O’Neill: Verzeihung, soll das etwa heißen, dass all diese Dinger Atome sind?

Daniel: Die Wandtafeln sind die grafische Darstellung der Elemente. Elektronen, die sich um ein Proton drehen. Die Anzahl der Elektronen bestimmt das Element.

Ernest: Einhundertsechsundvierzig.

Catherine: Derzeit enthält die Peridodentafel nur einhundertundelf Elemente.

Ernest: Es waren nur neunzig, als ich noch auf der Erde war.

Catherine: Das ist unglaublich. Bisher konnten wir über das tatsächliche Aussehen und die Struktur eines Atoms nur spekulieren, doch wenn vier vollkommen unterschiedliche außerirdische Völker es visuell nahezu identisch präsentieren…

Daniel: Die Grundelemente sind die Bausteine aus denen unser Universum besteht… Aber natürlich! (Er springt auf einmal auf) Wie kann man universelle Kommunikation sichern? (Jack sieht ihn leicht erschrocken an, als ob sein Freund übergeschnappt sei) Man beschränkt die Kommunikationsart auf die grundlegenden Elemente, die allen und jedem im Universum gemeinsam sind. Jack, das, was wir hier sehen, ist eine echte Universalsprache.

Sie schauen alle anrüchig nach oben.

Ernest: Blättern Sie weiter.

Daniel: Was?

Ernest: Sie sollen weiterblättern.

Doch dann macht er es lieber selbst und berührt den Kristall. Ein erneuter Strahl schießt nach oben und das Bild verändert sich.

Daniel: Soll das heißen, dass ... dass das so etwas wie ein Buch ist?

Ernest (nickt): Ich hatte versucht es zu entziffern, ich habe versucht es zu verstehen, aber… (Resigniert schüttelt er mit dem Kopf)

Daniel: Hundertsechsundvierzig Elemente, unzählige Symbole, wenn es Buchstaben sind oder Piktogramme, dann würde das ja ein Leben lang dauern…

Ernest: Länger.

Daniel: Oh. Verzeihung.

O’Neill: Daniel, bevor Ihr Gehirn explodiert, darf ich Sie daran erinnern, dass wir im Augenblick noch etwas Wichtigeres zu tun haben.

Daniel: Wie können Sie das sagen? Wissen Sie nicht, was das bedeutet?

O’Neill: Ehrlich gesagt, nein.

Daniel: Dies könnte der Schlüssel zum Verständnis unserer Existenz sein. Der Existenz von allen Dingen dieser Welt!

Ernest: Das gesammelte, vereinte Wissen dieser vier außerirdischen Völker.

O’Neill: Das bringt und allerdings nicht viel weiter, wenn wir hier nicht wegkommen.


Szene: Torraum, Schloss

Sam und Teal’c sind richtig schwer am arbeiten. Sie haben es irgendwie geschafft den Energiekristall herauszunehmen, ihn zu umwickeln und Teal’c ist gerade dabei ihn mit einer Zange an der Tor zu verbinden. In diesem Moment kommen Jack und die anderen wieder aus ihrem Chemieunterricht zurück.

O’Neill: Wie läuft es?

Carter: Wir versuchen die Energiequelle der Rückkehrsteueranlage direkt an das Stargate anzuschließen. Ich will das jetzt gleich mal testen. Wo ist Daniel?

Sie rauscht an Jack und Catherine vorbei.

O’Neill: Ach, Ernest zeigt ihm ein neues Spielzeug.

Carter: Wirklich? Was denn?

O’Neill: Irgendeine ausgeflippte Lightshow, die angeblich der Schlüssel zu unserer Existenz sein soll.

Noch mehr Knarren und Staub.

O’Neill: Ah, könnten Sie vielleicht ein bisschen schneller machen?

Man hört ein Summe, ein Knistern und dann beginnen die Chevrons zu leuchten, aber leider nur für eine kurze Zeit. Plötzlich ertönt noch ein Knarren und Jack schnappt sich Sam…

O’Neill: In Deckung!

… und zieht sie zur Seite, so dass sie gemeinsam die Treppe herunterfallen, als ein Teil der Decke über ihnen einstürzt. Teal’c und Catherine eilen zu ihnen.

O’Neill: Alles in Ordnung?

Sam nickt, doch als sie in die Richtung des DHD schauen, springen sie gemeinsam auf. Da, wo einst das DHD gestanden hat, befindet sich jetzt ein wunderschönes Loch – und darunter das tosende Meer.


Szene: Versammlungsraum, Schloss

Daniel berührt eine Wand.

Daniel: Deswegen wussten Sie, was für ein Ort das ist.

Ernest: Dann erkennen Sie es also auch wieder?

Daniel: Othalla, die nordische Rune. Ein Symbol für die gesammelte übersinnliche Kraft früherer Generationen.

Ernest: Die Versammlung der Clans, die gemeinsame Interessen verbinden. Wissen Sie, das hier ist mehr als bloßer Zufall. Das bedeutet, dass Menschen hier waren. Vor Jahrhunderten vielleicht, vor Millionen –

Daniel: Nicht Menschen, Außerirdische. Das ist Thors Volk.

Ernest: Thor war ein Außerirdischer?

Daniel: Oh ja, das ist auch… das ist wieder… eine lange Geschichte, aber… (er wedelt mit seinem Kugelschreibe vor ihm herum) eine sehr gute!


Szene: Torraum, Schloss

O’Neill: Okay, noch mal das Überlebenstraining. Wir wissen, was wir haben. Was brauchen wir?

Teal’c: Wir haben das Sternentor, wir brauchen die Rückkehrmaschine.

O’Neill: Danke, Teal’c.

Carter: Das Material, aus dem das Sternentor besteht, absorbiert Energie direkt. Innere Mechanismen wandeln die Energie um und speichern sie in Kondensatorähnlichen Reservoiren. Aber das innere Rad wird nur dann entsperrt und kann sich ungehindert drehen, wenn die Energiereserven ausreichen.

O’Neill: Was wir brauchen, ist also Energie?

Und das Gewitter rückt immer näher?

Carter: Ich sehe hier keine Steckdosen, Sie vielleicht?


Szene: Versammlungsraum, Schloss

Die Atome schwirren noch fröhlich durch die Luft. Daniel zeichnet all dies mit seiner Kamera auf.

Daniel: Das hilft nicht weiter. Wir verlieren dadurch die jeweilige Perspektive. Ich verstehe das nicht, wie hat diese dreidimensionale Art der Kommunikation funktioniert?

Ernest: Sehen Sie nach unten.

Daniel tut was er sagt.

Daniel: Natürlich! Sie nehmen einen Mittelpunkt an und messen dann die Entfernung in Graden von null aufwärts im Kreis zur Relation zum Licht in die Höhe.

Das Gerät stellt den Mittelpunkt dar und wir umgeben von Kreisen, die verschieden in den Boden eingeritzt sind. Und genau in diesem Moment kommt der gesamte Rest der Truppe zu ihnen.

Daniel: Was gibt’s denn?

O’Neill: Treten Sie von dem Podest zurück, Daniel.

Daniel: Was? Wieso?

Carter: Die Rückkehrmaschine ist soeben durch den Boden ins Meer gestürzt.

Daniel: Und was wollen wir jetzt tun?

Carter (deutet auf das Gerät): Vielleicht ist das da eine Energiequelle, die wir anzapfen können, um das Stargate zu aktivieren.

Daniel: Oh… nein! Sie verstehen das nicht. Das Wissen des Universums ist darin enthalten. Ich meine, das ist praktisch der Sinn des Lebens. Ich muss das studieren. Gibt es denn nicht was anderes, was wir verwenden können? Wie wär’s mit der Energie aus Teal’cs Stabwaffe?

Carter: Die ist nicht kräftig genug.

Catherine: Daniel, bitte, wir haben nicht viel Zeit und wir möchten gerne zurückkehren.

O’Neill: Das ganze Gebäude kann jeden Augenblick, wie die Rückkehrmaschine, im Meer verschwinden, also *bitte*.

Daniel: Na toll. Schießt doch!

Trotzig, wie ein kleines Kind verschwindet er von dem Podest. Teal’c aktiviert seine Waffe und schießt auf das Gerät. Anschließend geht Jack darauf zu. Es hat sich nicht abgeschaltet.

Daniel: Und was jetzt?

Das Gewitter ist schon direkt über ihnen.

O’Neill: Ich bin natürlich kein Wissenschaftler, aber… könnten wir nicht versuchen die Blitze zu nutzen?

Voller Tatendrang kehrt Sam erklärend zurück in den Torraum.

Carter: Das Material, aus dem das Stargate besteht, ist so eine Art Superleiter. Es absorbiert Energie als Hitze, nukleare, solare, statische Energie. Wenn wir einen Blitz in das Stargate leiten können, würde uns das genug Energie liefern, um zurück zu kommen.

Teal’c: Wie ziehen wir den Blitz an, damit er ins Tor einschlägt?

Carter: Das soll er nicht direkt. Wir müssen eine Konstruktion auf dem Dach bauen und hoffen, dass diese gewaltige Ladung den Mechanismus des Sternentores nicht zerstört.


Szene: Torraum, Schloss

Kabel und Klebeband zieren den Boden. Jack steht in der Öffnung eines schmalen Fensters.

O’Neill: Wir haben es geschafft, Teal’c.

Er kehrt zurück ins Innere, wo Sam am Tor auf ihn wartet und sie verbinden die Konstruktion mit dem Tor. Catherine geht zu Ernest, die gerade bei Daniel war.

Catherine: Daniel will nicht raufkommen. Er ist besessen von diesem Kasten. Er ist genauso wie du damals warst.

Ernest: Die Qualen des Tantalus.

Catherine: Wie?

Ernest: Tantalus war ein König der griechischen Mythologie. Er wurde in den Hades verbannt und war gezwungen im Wasser zu stehen, was zurückwich, sobald er es trinken wollte.

Catherine: Immerwährende, unaufhörliche Versuchung.

Ernest: Das, was er begehrte, befand sich… außerhalb seiner Reichweite.

Catherine: Das kommt mir bekannt vor. Manche glauben, das wäre die Voraussetzung, um ein großer Mann zu werden. Wenn wir mit dem zufrieden wären, was wir verwirklichen könnten…

Ernest: Manchmal hat das, was wir haben größeren Wert. Man muss ein großer Mann sein, um das zu erkennen. Ich konnte es nicht. Ich war ein Narr.

Catherine: Ernest, du hast genug gelitten. Es hat keinen Sinn Zeit auf Vergangenes zu verschwenden, richtig?

Sie sehen sich einen Moment an, aber er antwortet ihr nicht, stattdessen hebt er seinen Helm vom Boden auf.

Ernest: Für die Spitze auf den Dach. Das dürfte den Blitz anziehen.

Catherine (nimmt ihm den Helm ab): Hohl du Daniel.

Während Catherine den anderen den Helm bringt, verschwindet Ernest im Versammlungsraum.

Catherine (übergibt den Helm Teal’c): Bringen Sie das hier aufs Dach.


Szene: Versammlungsraum

Daniel ist regelrecht besessen. Noch immer studiert er das Buch. Ernest kommt die Treppe runtergelaufen.

Ernest: Sie müssen jetzt kommen. Daniel.

Daniel: Noch nicht. Rufen Sie mich, wenn das Tor funktioniert.

Ernest: Aber unsere Zeit wird knapp!

Daniel: Ich muss das hier erst studieren.

Ernest: Das ist es nicht wert!

Daniel: Doch, das ist es.

Ernest: Nichts ist das wert.

Daniel: Tja, die Geschichte der Menschheit wäre eine andere, wenn jeder so denken würde.

Ernest (fast im am Arm und dreht ihn zu sich um): Kein Preis ist wert berühmt zu werden, wenn man ihn mit niemanden teilen kann. Glauben Sie mir… ich weiß das.

Ernest sieht geradezu gebrochen aus.


Szene: Torraum, Schloss

Es ist alles verbunden, jetzt muss nur noch der Blitz einschlagen. Und bei ihrem Glück funktioniert es tatsächlich. Wir sehen, wie die Energie durch die Kabeln fließt.

Carter: Es geht los! Teal’c, fang an zu wählen. Möglicherweise bleiben uns nur Sekunden, wenn Tor einmal offen ist.

Jack rennt an ihnen vorbei.


Szene: Versammlungsraum, Schloss

Daniel scheint immer noch uneinsichtig.

Daniel: Was Sie getan haben war sehr mutig.

Ernest: Was ich getan habe, war sehr dumm.

O’Neill: Kommt, Leute, wir müssen gehen. Los!

Daniel: Ich werde bleiben.

O’Neill (fassungslos): Was?

Daniel: Mir wird hier unten nichts geschehen.

O’Neill (zu Ernest): Bitte gehen Sie. (Dieser verschwindet) Daniel, wir können wiederkommen.

Daniel: Nein. Was ist, wenn das Tor mit dem Schloss zusammen einstürzt? All das könnte verloren sein. Wenn ich hier bleibe, könnte ich das Tor wieder freilegen.

O’Neill: Und was ist, wenn das Tor ins Meer stürzt?

Daniel: Ich bin bereit dieses Risiko einzugehen.

O’Neill: Aber ich nicht!

Er packt Daniel und schupst ihn regelrecht aus dem Raum.

Daniel: Jack!

Die beiden halten kurz inne.

Daniel: Bitte.

Jack lässt ihn los und Daniel kehrt zum Podest zurück. Er schaut hinauf zu den Atomen, schnappt sich das Tagebuch und rennt dann mit Jack gemeinsam zurück in den Torraum.


Szene: Torraum, Schloss

Das Tor ist aktiviert.

Carter: Gehen wir.

Ernest steht zögernd davor.

Catherine: Das ist ein Spaziergang.

Ernest: Nicht soweit ich mich erinnere.

Sie schnappt sich seine Hand und gemeinsam treten sie durch das Tor.

Carter (zu Teal’c): Okay, jetzt du.

Teal’c schaut noch einmal in Richtung Durchgang, bevor auch er verschwindet. Sam allerdings wartet noch auf Daniel und Jack. Mit einem Hechtsprung können sie sich vor einer herabstürzenden Platte in Sicherheit bringen.

O’Neill: Gehen Sie!

Sam rennt ebenfalls durch, während Daniel und Jack unter fallenden Brocken und Platten die Treppe hinaufklettern.


Szene: Tor – Kontrollraum, SGC

Der Alarm geht los.

Hammond: Stargategruppe SG-1 noch nicht vollständig zurückgekehrt. Alles in Alarmbereitschaft.

Soldat: Jawohl, Sir.

Besorgt schaut Sam auf das Tor. Das Wurmloch beginnt zu flackern.

Walter: Durchgang destabilisiert. Immer noch keine Ankunft.

Carter (zu sich selbst): Kommt schon, Jungs.

Walter: Erhöhte Alarmbereitschaft.


Szene: Torraum, Schloss

Nur knapp konnten die beiden den Platten entkommen. Im letzten Moment rafft sich Daniel auf und springt durch und Jack tut es ihm mit einem ausgezeichneten Hechtsprung nach.


Szene: Torraum, SGC

Extrem unsanft landen die beiden auf der Rampe.

Daniel: Das war knapp.

O’Neill: Ach, wirklich?

Carter (hilft Daniel auf): Sie wissen gar nicht wie knapp.

Auch General Hammond im Kontrollraum atmet einmal sehr tief durch.


Szene: Kontrollraum, SGC

Nachdem sich alle etwas frisch gemacht haben, versuchen sie erneut den Planeten anzuwählen.

Walter: Chevron sechs eingegeben. Chevron sieben kann nicht eingegeben werden.

O’Neill: Ich glaube, wir müssen diesen Planeten abschreiben.

Ernest (zu Daniel): Sie haben doch noch mein Buch.

Catherine: Captain Carter arbeitet an einem Computermodell.

O’Neill: Und der Vorteil ist, wir leben noch.

Daniel: Ja. (Zu Ernest) Das verdanken wir Ihnen.

Ernest: Sehen Sie es mal so, wenn Sie je diesen Außerirdischen begegnen, wissen Sie wenigstens, was Sie sie fragen können.

Catherine: Aber sagen Sie uns bitte vorher bescheid.

Daniel: Das mache ich. Ich verspreche es.

Wieder einmal fällt Ernest ihm erfreut um den Hals. Jack steht auf.

O’Neill: Catherine, kommen Sie.

Er umarmt sie einmal kräftig.

Catherine: Oh Jack.

Dann – endlich – nach fünfzig Jahren geht sie zu ihrem Ernest und umarmt ihn.

ENDE

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