1.03 Verraten und Verkauft
Emancipation

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Daniel: Frauen sind bei uns freie Menschen.

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Szene: Planet

Sam kommt als letzte durch das Tor. Sie geht die Stufen zu den anderen hinunter, die bereits auf sie warten. Wir befinden uns auf einen sehr grünen Planeten, umgeben mit wunderschönen Bäumen. Vor dem Tor liegen ein paar restliche Trümmer.

Daniel: Was für ein Chaos.

Teal’c: Der Tempel wurde vor langer Zeit zerstört.

O’Neill (setzt sich seine Sonnenbrille auf): Verziehen wir uns lieber, bevor sich jemand daran erinnert wieso das geschah.

Die vier machen sich auf den Weg. Etwas später – auf einem Hügel – begutachtet Jack die Umgebung durch sein Fernglas.

Daniel: Scheint völlig ausgestorben.

Teal’c: Vielleicht ist es eine verbotene Zone.

Carter: Wartet, ich höre doch was.

Und in der Tat. Man hört in der Ferne ein Hundebellen.

Carter: Das könnten Hunde sein.

Jack schaut erneut durch sein Fernglas und jetzt sehen wir, wie ein junger Mann vor etwas davonrennt. Er wird von Hunden verfolgt. Er scheint nicht die geringste Chance zu haben.

O’Neill: Ich glaube, das sollten wir uns mal näher ansehen.

SG-1 rennt los, während der Junge noch immer mit den springenden Hunden zu kämpfen hat.

Abu: AH… Hilfe! Hilfe!

Die Hunde reißen an seiner Kleidung, bis er schließlich zu Boden geht.

Abu: Haut ab.

Dann durchreißt ein Schuss die Luft. Erschrocken fährt Abu herum. SG-1 kommt auf ihn zu gerannt.

O’Neill (zu den Hunden): Los! Verschwindet.

Und die Hunde machen kehrt. Daniel und Jack bleiben bei dem Jungen stehen, während Sam und Teal’c sich vergewissern, dass die Hunde auch wirklich fort sind.

O’Neill (zu Abu): Alles in Ordnung? Gut… alles gut?

Abu: Ja, nichts passiert. Habt vielen Dank. Ich will mich vorstellen. Ich bin Abu von den Shavadai.

Daniel: Shavadai?

Abu: Wir leben in der Steppe.

Daniel: Tja… Hallo, ähm, ich bin Daniel Jackson und das ist…

O’Neill: Jack.

Daniel: Jack.

Abu: Seid ihr vom Volk des Flusses?

O’Neill: Ahm, nein.

Daniel: Das Land, wo wir herkommen, ist sehr weit weg.

Abu: Kommt ihr aus Ogada?

O’Neill: Ah… Genau.

Abu (fängt an zu lachen): Ich habe noch nie jemanden getroffen, der von dort gekommen ist. Ihr werdet im Lager meines Vaters herzlich willkommen sein.

Daniel (deutet auf Teal’c und Sam, die zurückkommen): Das ist Teal’c und das ist Doktor Carter.

Teal’c: Die Hunde sind weg.

Carter: Wer weiß wie lange.

Abu dreht sich zu Sam und geht dann erschrocken zu Jack und Daniel.

Abu (flüsternd zu Jack): Das ist aber eine Frau.

O’Neill (schaut zu Sam): Allerdings.

Carter: Was ist? Gefällt Ihnen vielleicht mein Gesicht nicht?

Abu wendet sich von ihr ab. Daniel geht hinüber zu Sam.

Daniel: Er ist ja ganz aufgebracht. Bestimmt hat das irgendeinen kulturellen Hintergrund.

Sam geht daraufhin zu Abu und stellt sich neben Jack. Aber Abu hebt abwehrend seine Hand.

Abu: Nein! Ich soll dich nicht ansehen.

Carter: Klingt wie ne Beleidigung.

Dann tauchen auf dem Hügel, über den Abu noch vor wenigen Minuten gerannt war, drei Reiter auf.

Mann: Shomo! Abu!

Abu (verzweifelt zu O’Neill): Verschwindet! Ihr müsst die Frau verstecken. Los!

Die drei Reiter kommen auf sie zu geritten. Abu geht zu ihnen.

Abu: Raga. Raga, die Leute hier sagen, sie kommen aus Ogada.

Reiter: Ist das nicht eine Frau?

Abu: Ja.

Daniel: Colonel, ich glaube, das sind Mongolen.

O’Neill: Ist das eine gute Nachricht?

Carter: Daniel, sagen Sie ihm, dass ich ihm nicht zu nahe treten wollte.

Raga steigt von seinem Pferd, doch Abu versucht ihn aufzuhalten.

Abu: Nein. Nein! Lass sie bitte gehen.

Daniel: Er hat Recht. Wir nehmen die Frau und verschwinden.

Doch Raga hört nicht auf sie. Er schubst Daniel und Abu zur Seite und zieht sein Schwert. Genauso wie die Reiter Schwert und Bogen ziehen.

Teal’c richtet seine Stabwaffe auf die drei, während Jack und Sam erst einmal ein wenig geschockt ihr Gegenüber anstarren.


INTRO


Szene: Planet

Die Szene geht da weiter, wo sie aufgehört hat. Noch immer sehen sich SG-1 bedroht. Schließlich fallen Schüsse. Jack zeigt ihnen seine Pistole. Erstaunt und erschrocken hält Raga seine Männer zurück, während sie versuchen die Pferde wieder unter Kontrolle zu bringen. Jetzt hat auch Sam ihre MP gezogen, nur Daniel ist der einzige im Bunde, der meint ohne Waffe auszukommen.

Hinten auf dem Hügel taucht ein weiterer Reiter auf. Er ruft etwas und reitet dann auf sie zu. Die Männer senken ihre Waffen, als sie den Mann sehen. Abu geht zu ihm.

Moughal: Mein Sohn. Wo warst du so lange? Ich habe um dein Leben gebangt.

Abu: Die Hunde hätten mich beinahe zerfetzt. (Er zeigt auf SG-1) Sie haben mich gerettet.

Moughal: Wieso begrüßt ihr sie nicht, wie es sich gehört?

Raga (zeigt auf Sam): Deswegen. Sie haben eine Frau.

O’Neill: Aufgeweckter Bursche.

Abu: Vater, sie kommen aus Ogada. Sie kennen unsere Gesetze nicht.

Moughal: Gesetz ist Gesetz. Was für eine Waffe hat sie in der Hand?

Carter: Eine Feuerwaffe. Wie euer Pfeil und Bogen, kann auch sie töten.

Moughal: Sie wagt es zu sprechen. Tötet sie! Los!

Raga will diesen Befehl gut und gerne ausführen, aber auch dieses Mal geht Abu dazwischen.

Abu: Nein! Nein. Sie hat mir das Leben gerettet.

Sam starrt Moughal herausfordernd an.

Moughal (mit offensichtlicher Überwindung): Dieser Frau verdankt mein Sohn sein Leben. Wir dürfen ihres nicht nehmen. Ihr seid meine Gäste. Wenn ihr dieses Land bereist, müsst ihr unsere Lebensweise verstehen.

Carter: Ich finde, wir sollten verschwinden solange wir es noch können.

Daniel: Wenn wir ihre Sitten kennen, passiert uns nichts. Die Chance eine so alte Kultur aus der Nähe zu erkunden ist einmalig.

Also gehen sie mit ihnen.


Szene: Dorf der Mongolen

Eine Reihe von bunten Zelten steht verteilt auf der Siedlung. Hier und da brennen Lagerfeuer. Abu und Moughal – von SG-1 begleitet – kehren zurück ins Dorf.

Bewohner: Da kommen sie! Sie haben Abu gefunden!

Einzelne Köpfe lugen hinter Tüchern hervor und sind erfreut Abu wieder zu sehen.

Bewohner: Abu!

Abu winkt ihnen freudig zu. Eine Frau – offenbar seine Mutter – hängt sich einen Schleier vor das Gesicht und geht auf ihren Sohn zu. Um ihnen herum wird immer und immer wieder Abus Namen gerufen.

Abu: Mutter!

Glücklich fällt er seiner Mutter in die Arme. Weitere Frauen – ebenfalls bedeckt – kommen hinter abgegrenzten Zelten hervor. In der Zwischenzeit wird Sam von Abus Mutter eskortiert und von ihnen weggezogen. Sie wird in ein Zelt geführt. Daniel und der Rest von SG-1 folgen ihnen.

Daniel (sieht sich erstaunt im Zelt um): Das ist unglaublich. Uhm, bis auf einen Stamm haben sich die Mongolen in Persien und China den örtlichen Bräuchen angepasst. Die Shagadai haben das Leben der Steppenomaden beibehalten. Vielleicht sind ja die Shavadai ihre Nachfahren. Ich meine, dieses Lager hier könnte buchstäblich von Dschingis Kahn sein. Die Art und Weise wie hier gelebt wird, war vor neunhundert Jahren üblich.

In diesem Moment betritt Moughal das Zelt. Er entledigt sich seiner Fellkleidung.

Moughal: Ah… Bitte setzt euch. Jetzt können wir reden.

Carter: Ah, sehr gut. Ich kann nicht nachvollziehen, was das sollte.

Sie setzen sich, während Abu und Moughal noch stehen bleiben.

Moughal: Eine Frau darf niemals ihr Gesicht in der Öffentlichkeit zeigen. Das wird mit dem Tod bestraft.

Sam sieht ihn erstaunt an.

Abu: Und du bist angezogen wie ein Mann.

Moughal: Die alten Gesetze haben große Bedeutung. (Moughal setzt sich gegenüber von ihnen auf einen erhöhten Platz. Abu kniet sich neben ihm) Zum Glück hast du meinen Sohn das Leben gerettet. Nur deswegen konnte ich meine Männer zurückhalten.

Carter: Tja, dann, vielen Dank.

Moughal: Doch unsere alten Gesetze und unsere alten Bräuche werden irgendwann verschwinden. Eines Tages wird der Handel den Krieg ersetzen. Das ist unsere Zukunft. Wir haben die schnellsten und die kräftigsten Pferde und Kamele, die beste Wolle…

Abu: Und Medizin. Unsere Heilmittel wirken Wunder.

O’Neill: In Punkto Medizin haben wir auch einiges zu bieten.

Carter: Aber, Colonel, die Kenntnisse dieser Völker sind unentbehrlich für die Forschung unseres Landes. Wir sollten uns das genauer ansehen.

Jack nickt leicht.

Abu: Ihr werdet staunen. Kommt mit.

Moughal: Es tut mir Leid. Wie ich schon sagte, kannst du dich so meinem Volk nicht zeigen.

Carter: Und was soll das heißen?

Daniel: Ahm, ich glaube, Sie sollten tun, was er verlangt. Uhm, für Anthropologen ist das normal. Sie kleiden sich und leben wie de Völker, die sie studieren.

Carter: Na ja, ich bin keine Anthropologin.

O’Neill (grinsend): Oh, heute schon.

Während er aufsteht, klopft er ihr auf die Schulter. Die Männer verlassen das Zelt. Sam wird von Abus Mutter weggeführt.

O’Neill (zu Sam): Wir sehen uns nachher.

Sam wird hinter Tüchern versteckt, die ein kleines Gebiet abstecken. Dort drinnen befinden sich nur Frauen.

Abu zeigt den anderen einen Bewohner, der verletzt wurde.

Abu: Sie wurde durch einen Brandpfeil schwer verletzt. Ich habe sie behandelt. Ihre Schulter war verbrannt, doch sie hat überhaupt keine Schmerzen. Dank unserer Medizin.

Daniel: Offensichtlich ist es ein sehr intensives Betäubungsmittel.

O’Neill: Wir sollten es unbedingt untersuchen.

Abu führt sich weiter durch das Dorf. Sie kehren in das Zelt zurück. Daniel und Teal’c bleiben wie angewurzelt stehen. Und auch Jack starrt sie an. Vor ihnen steht Sam.

Carter: Daniel, ich fresse meinen Kopfschmuck, wenn Sie mir einen Anthropologen zeigen, der so rumläuft.

Sie steht ziemlich genervt vor ihnen. Gekleidet in einen blauen, eng anliegenden Kleid, mit einem relativ weiten Ausschnitt und Kopfschmuck, an dem ein weißer Schleier befestigt ist. Die vier Männer starren sie regelrecht an. Sam runzelt die Stirn, als sie merkt, dass keiner von ihnen ihr antwortet und sie förmlich mit ihren Blicken aufsaugen.

Abu (geht langsam auf sie zu): Du bist für mich die schönste Frau, der ich jemals begegnet bin.

Carter (sprachlos): Uhm…

Abu verschwindet aus dem Zelt.

Carter: Der Junge sollte öfters mal raus. Hören Sie (sie hält den Schleier vor ihrem Gesicht) ich werde mir dieses Ding nicht vors Gesicht hängen, auch wenn es noch so schön bestickt sein mag. (Sie dreht sich einmal im Kreis) Und dieses Gewandt oder wie man es nennt, also, ich meine, ich kann mich doch gar nicht darin bewegen.

O’Neill (kommt hinter Teal’c hervor): Ich weiß nicht, ahm, ich… ähm, irgendwie… (Er nimmt seine Kappe ab) Irgendwie gefällt es mir sogar.

Daniel: Wow.

Sam stemmt die Hände in die Hüften.

Daniel: Es steht Ihnen… großartig.

Jack grinst sie nur an.

O’Neill: Sehr schön.

Daniel: Sie sehen wirklich toll aus.

Sam ist nicht begeistert davon. Jack gibt Daniel ein Zeichen, dass er weiterreden soll.

Daniel: Ähm, noch eine gute Nachricht. Sie hatten Recht. Eine von Abus Pflanzen wirkt wie ein Betäubungsmittel und wir werden einige Proben zu Hause analysieren lassen.

O’Neill (grinsend): Wir sind uns einig, *Samantha*. Sollten wir noch einmal hier her kommen müssen, beschränken wir uns lieber auf ein männliches Team. Nicht böse sein.

Carter: Hören Sie, abgesehen davon, dass Sie heute Abend auf die Party gehen und ich in eine Kutte stecke, die nach einem Pott ranziger Jackbutter riecht, ist das in Ordnung. Ich werde mich gut ausschlafen. Ich kann ja nicht nur Glück haben.

Von draußen ertönen bereits Geräusche der Party.

Daniel: Also…

O’Neill: Was soll’s.

Daniel und Teal’c verlassen das Zelt, Sam winkt ihnen noch zu. Und Jack dreht sich auf seinen Weg nach draußen noch einmal grinsend zu ihr herum.

O’Neill: Können wir Sie allein lassen?

Carter: Natürlich, warum nicht? Mit zwei Jahren habe ich aufgehört mich im Dunkeln zu fürchten.

O’Neill: Sie sehen großartig aus.

Und damit ist dann auch er verschwunden.


Szene: Dorf, Abend

Die Party ist im vollen Gange. Trommeln steuern die nötige Musik bei, Feuer spendet Licht und Wärme und die Herren der Schöpfung scheinen sich zu amüsieren.

Sam hat ihre Worte in die Tat umgesetzt und sich in die Kissen gelegt, um sich etwas auszuruhen. Plötzlich hören wir, wie ein Messer gezogen wird und sehen, wie es sich an Sams Hals legt. Überrascht schreckt sie auf. Sie will nach ihrer Waffe greifen, aber Hände halten sie davon ab. Sie wird gefesselt und geknebelt und dann aus dem Zelt verschleppt.


Szene: Zelt, nächster Morgen

Daniel bleibt vor dem Zelt stehen.

Daniel: Doktor, sind Sie fertig? Wir wollen gehen.

Er erhält keine Antwort. Dann lüftet er den Vorhang und geht mit vorgehaltener Hand in das Zelt.

Daniel: Doktor, wir sind zum Abmarsch—

Da erst bemerkt er, dass Sam nicht mehr da ist. Überrascht sieht er sich im Zelt um, aber von Sam fehlt jede Spur.


Szene: Wald

Sam sitzt gefesselt auf dem Waldboden. Ihr Gesicht ist mit dem Schleier bedeckt. Jemand entfernt ihn, und Sam kann die Tücher ausspucken, die ihr in den Mund gestopft wurden.

Carter: Bring mich doch gleich um. Ich werde den Mund nicht halten.

Der Mann ist zu unserer Überraschung Abu.

Abu: Hier, trink lieber was.

Carter (wütend): Was zum Teufel fällt dir eigentlich ein?

Abu: Ich habe nur einen Wunsch, der ist mir wichtiger als mein Leben.

Sam öffnet mit ihrem Mund die Feldflasche.

Abu: Bis gestern hätte ich es nicht für möglich gehalten, dann sah ich dich. In unserer Tracht und da wusste ich, dass ich nur mit dir mein Ziel erreichen würde.

Carter: Was meinst du damit?

Abu: Ich werde dich tauschen.

Carter (entsetzt): Das geht doch nicht.

Abu: Wart’s ab.

Carter: Ich bin ein freier Mensch, nicht dein Besitz!

Abu: Wo wir hingehen, sind die Männer nicht so duldsam wie mein Vater. Ich warne dich.


Szene: Zelt, Dorf

Daniel durchsucht Sams Sachen, als schließlich auch Jack auftaucht.

O’Neill: Irgendwelche Hinweise?

Daniel: Nein, seit gestern hat sie keiner gesehen.

O’Neill: Gut, dann suchen Sie Teal’c und sagen Sie ihm, er soll sich bereithalten. In fünfzehn Minuten marschieren wir ab.

Daniel: Ich würde gerne noch einmal mit Moughal reden. Vielleicht ist es nur ein Missverständnis – ein kulturelles, verstehen Sie?

O’Neill: Das interessiert mich jetzt nicht. Ein Mitglied meiner Mannschaft wurde entführt. Das ist eine Provokation.

Daniel: Sie gehen immer vom schlimmsten aus. Wieso eigentlich, Colonel?

O’Neill: Gewohnheit.

Er verschwindet, gerade als Teal’c zusammen mit Moughal das Zelt betreten.

Teal’c: Wir haben deutliche Hufspuren entdeckt.

O’Neill: Das ist ja schon was.

Teal’c: Das Pferd lässt sich leicht wieder finden. Ein Huf ist gespreizt.

Moughal: Dieses Tier gehört meinem Sohn. Er ist ebenfalls verschwunden.

O’Neill: Also schön, was ist hier los?

Moughal: Ich bin genauso unwissend wie du.

O’Neill: Das nehme ich dir nicht ab. Hat dein Sohn Captain Carter entführt? Antworte.

Moughal: Bei den Shavadai benutzt man Frauen gerne als Handelsware. Ausländische Frauen werden bevorzugt.

O’Neill: Können wir sie finden?

Teal’c: Wir wissen wonach wir suchen, also finden wir sie.

Daniel: Wenn Abu sie gehen lässt, wird ihm nichts geschehen. (Jack sieht ihn an und Daniel schaut zögernd zu ihm) Habe ich Recht?

O’Neill: Wir tun unser Bestes.

Moughal: Ich werde euch begleiten und ihr könnt euch die besten Pferde nehmen. Mein Sohn hat mich ebenso verraten wie euch.

Nach und nach verlassen sie das Zelt.


Szene: Wald

Abu reitet mit Sam zu einem weiteren Dorf. Als sie das Dorf betreten, werden sie angestarrt. Die Frauen sind hier in ganz schwarz gekleidet. Sie tuscheln, als sie Sam sehen.

Frau: Seht mal die da.

Schließlich steigt Abu ab und ein Mann verlässt sein Zelt. Er zieht sein Messer auf den Weg zu ihnen.

Abu: Turghan wird mich willkommen heißen. Ich will mit dir handeln.

Turghan schaut von Sam zurück zu Abu.

Turghan: Dann komm, Shavadai.

Sam wird in das Zelt geführt und Turghan hat nichts Besseres zu tun als sich vor ihnen umzuziehen.

Turghan: Da steht der Sohn meines Feindes. Er ist ganz blass, weil er Angst vor mir hat.

Er legt sich eine Fellweste um und setzt sich.

Turghan: Du setzt dein Leben aufs Spiel. Meinst du der Grund interessiert mich?

Abu: Ja. (Er nimmt Sam den Schleier ab und entknebelt sie.)

Carter: Ich gehöre diesem Mann nicht. Was er tut ist gegen meinen Willen.

Turghan: Weißt du woher sie kommt?

Abu: Sie ist von Ogada.

Carter: Meine Freunde werden mich suchen. Sie haben gefährliche Waffen und glaube mir, sie werden dich—

Turghan: Schluss jetzt! Oder ich lasse dich verprügeln.

Abu: Du kannst mit ihr machen, was du möchtest - wenn sie dir gehört.

Turghan: Ich will sie sehen.

Abu nimmt ihr den Kopfschmuck ab.

Abu: Dreh dich vor ihm.

Carter: Nein!

Turghan springt auf und hält ihr ein Messer an die Kehle.

Turghan: Tu, was er sagt.

Nur widerwillig dreht sich Sam einmal im Kreis.

Turghan: Deine Haut ist wunderschön weiß. Sieh mich an.

Schließlich wandert auch Sams Blick in seine Richtung.

Turghan: Deine Augen sind so klar und so blau wie das Wasser. Setz dich.

Abu fasst ihr auf die Schulter, um sie nach unten zudrücken, aber Sam schüttelt sie ab. Abu setzt sich schließlich auf die Kissen.

Abu: Bist du zufrieden?

Turghan: Was willst du für sie?

Sam kann ihr Schicksal nicht fassen, aber ihr Gesicht bleibt angespannt und ausdruckslos. In diesem Moment kommt ein Mädchen durch das Zelt. Abu steht auf. Das Mädchen nimmt ihren Schleier von ihrem Gesicht und Sam beginnt langsam zu verstehen.

Turghan: Worauf wartest du? (Turghan hält ein Säckchen mit Münzen in der Hand) Was willst du? Gold? Tiere? Waffen? Ich habe die besten Waffenschmiede in den Bergen.

Abu (schüttelt den Kopf): Nein.

Turghan: Und? Was dann?

Abu: Naya.

Turghan schaut hinunter zu dem Mädchen.

Turghan: Du tauschst eine Frau für eine andere Frau?

Abu: Naya ist nicht irgendeine Frau für mich.

Turghan: Nein. Sie ist meine Tochter. Sie wird die Frau eines Häuptlings und zwar den großen Kriegers Shimaka.

Naya: Vater, bitte.

Turghan: Sei still. Chimakla holt dich beim nächsten Neumond.

Naya: In drei Tagen?

Carter: Wieso tust du das? Es ist deine Tochter.

Turghan: Deine Schönheit wird dich nicht mehr sehr lange am Leben erhalten. Mein Angebot für die Frau ist dreihundert Maß Gold. Hier und jetzt geh. Diese Frau gehört mir.

Abu: In Ordnung.

Sam schließt kurz ihre Augen, bevor Abu das Zelt verlässt. Naya beginnt zu weinen und wird von einer anderen Frau getröstet. Als Sam ihren Blick wieder auf Turghan richtet, schlägt er sie mit voller Kraft ins Gesicht.

Turghan: Hier halten die Frauen ihren Mund. Sie hat nur ihrem Mann zu antworten.


Szene: Wald

Teal’c und Jack steigen von ihrem Pferden, damit Teal’c weitere Spuren analysieren kann.

Teal’c: Hier haben sie Rast gemacht.

Moughal: Sie haben die Pferde getränkt. Das sollten wir auch tun. Essen und Trinken.

Gesagt getan. Vor ihnen haben sie ihre Nahrung ausgebreitet. Daniel sitzt neben Moughal auf einem Fels.

Moughal: Wenn wir sie nicht finden, dann gebe ich euch alles, um den Verlust zu ersetzen.

Daniel: Das geht nicht. Frauen sind bei uns freie Menschen.

Moughal (überrascht): Wirklich?

Daniel: Ja. Uhm, es gab doch auch Zeiten für Frauen des Shavadai – Stammes, da waren auch sie freie Menschen. Einige von ihnen sind sogar mit ihren Männern in den Kampf gezogen. Man sagt sie waren die ersten Amazonen.

Moughal: Shhh, Schweig. Darüber reden wir nicht. Diese Gesetze waren damals ein Schutz für die Frauen vor den Dämonen, die uns hier her gebracht haben.

Teal’c: Dämonen?

Moughal: Das ist nur eine Legende. Keiner kann es beweisen. Es geschah am Anfang unserer Zeit.

Teal’c: Die Dämonen sind weg. Wieso ändert man die Gesetze nicht?

Moughal: Man sagt, dann kämen sie zurück. Ich glaube, die Männer wollen die Frauen nur beherrschen. Bei den Shavadai wird auch der kleinste Mann wie ein König von den Frauen behandelt.

Daniel: Hast du etwa deswegen nur eine Frau? Weil du dagegen protestieren möchtest?

Moughal: Meine Männer denken, es ist eine Schwäche.

Daniel: Du liebst deine Frau.

Moughal lächelt leicht und Daniel erwidert es.


Szene: Dorf von Turghan

Abu hat sich in der Nähe hinter Büschen versteckt und beobachtet das Geschehen. Vorsichtig schleicht er sich an das Dorf, zu der Stelle, wo sich die Frauen aufhalten – versteckt hinter abgehängten Tüchern. Er schiebt die Tücher zur Seite und pfeift leise. Naya, die am Feuer sitzt, dreht sich zu ihm um. Schnell schleicht sie sich zu ihm. Er nimmt ihr Gesicht in die Hand.

Naya: Mein Vater wird dich töten.

Abu: Komm mit mir. Heute Nacht.

Naya: Du weißt, ich kann nicht. Und jetzt geh, bevor man dich hier findet.

Abu: Der Wind hat es mir gesagt. Du wirst kommen. Ich warte am Tennbaum auf dich.

Und damit verschwindet er.


Szene: Dorf von Turghan

Diesmal sehen wir Turghan, wie er am Feuer sitzt und mit einem Stock darin herumstochert.

Turghan: Jetzt bist du eine Turghai, eine Frau der Wälder. Was kannst du? Kannst du kochen? Spinnen? Weben? Was kannst du eigentlich?

Carter (hat ihm den Rücken zugewandt, ihre Arme sind verschränkt): Ich bin eine grässliche Köchin, kann weder spinnen noch weben, selbst wenn mein Leben dran hinge. Mit mir hast du ein schlechtes Geschäft gemacht.

Turghan: Dort wo du herkommst, musst du doch etwas getan haben.

Carter: In meiner Welt bin ich Kriegerin und Gelehrte. Ich arbeite in ihr wie ein Mann.

Darauf hin springt Turghan auf. Er geht langsam auf sie zu.

Turghan: Was du nichts sagst. (Er bleibt ganz dicht neben ihr stehen) Jetzt werde ich dir sagen, was ich tue. Ich plündere und verbrenne die Zelte meiner Feinde, ich schlachte die Männer und kaufe die Frauen und Kinder. (Langsam umkreist er sie) Kein anderer ist so gefürchtet. Und weil man mich fürchtet, haben mir schon zweiundzwanzig Stämme die Treue geschworen.

Carter: Und damit es dreiundzwanzig werden, musstest du deine Tochter verkaufen.

Turghan: Noch ein Wort und du wirst an deinen Füßen aufgehängt und ich stecke dir staubige Lappen in deinen Mund und in deine Nasenlöcher. Ein schrecklicher Tod. Du wirst langsam ersticken.

Carter: Tut mir Leid, du willst sicher das Beste für sie.

Er umkreist sie erneut, Sam schließt kurz ihre Augen.

Turghan: Die Dämonen haben dich geschickt, denn hier lernst du dich als Frau zu verhalten.

Er lässt Sam stehen, die erneut ihre Augen schließt und dann in die andere Richtung schaut.


Szene: Dorf von Turghan

Man hat Sam an das Gemüse gelassen, obwohl sie eine wirklich schreckliche Köchin ist. In diesem Moment kommt Naya mit einen Arm voll Baumwolle zu ihnen, lässt sie aber fallen. Sie scheint vollkommen verzweifelt zu sein. Bitterlich fängt sie an zu weinen. Die anderen Frauen trösten sie.

Frau: Komm mit ich bring dich ins Zelt.

Sam, so scheint es, ist die einzige Frau, die zurückbleibt. Schnell putzt sie ihr Messer an der Holzschale sauber und versteckt es unter ihrem Kleid. Doch anstatt zum Zelt zu gehen oder an ihren Platz zu bleiben, verschwindet sie durch die hängenden Tücher. Ohne große Schwierigkeiten klaut sie sich ein Pferd und verschwindet im Wald.

Leider kommt sie nicht weit, denn im Wald befinden sich Spione von Turghan. Einer von ihnen pfeift und das Pferd wirft Sam ab. Ein anderer kommt aus seinem Versteck und gemeinsam fangen sie Sam wieder ein.

Krieger: Du gehörst Turghan.

Sam versucht sich mit allen Mitteln zu wehren.

Carter: Nimmt eure Pfoten weg! Lasst mich in Ruhe.


Szene: Dorf von Turghan, Zelt

Sam wird zu Turghan gebracht. Dort wird ihm Sams geheimes Messer übergeben.

Turghan: Was bist du nur für eine Frau? Du respektierst nichts außer für dich selbst. Sie waren für dich verantwortlich. Weil du nicht gehorchen willst, werden sie von mir ausgepeitscht.

Die Frau hinter ihm gibt ihm eine Lederpeitsche und kniet sich vor ihm hin. Turghan reißt ihr Gewandt auf und holt zum Schlag aus, aber Sam kann sich das nicht mit ansehen.

Carter: Nein! Es war meine Schuld. Wenn du unbedingt Frauen schlagen musst, dann schlag mich.

Turghan senkt seine Hand.

Turghan: Ich schätze Temperament bei Pferden, aber nicht bei Frauen.

Er reißt ihr den Kopfschmuck herunter und fasst sie grob an den Haaren, um ihren Kopf nach hinten zu ziehen. Eine Weile starrt er sie an, bevor er sie grob küsst.

Turghan: Du weißt, du gehörst mir. Akzeptiere das und glaub mir, wenn nicht wird dir noch viel Schlimmeres widerfahren als die Peitsche.

Er lässt sie nicht los, seine Hand zittert und Sam starrt ihn an.


Szene: Dorf von Turghan

Inzwischen hat sich die Kleidung von Sam geändert. Sie trägt jetzt nicht mehr das auffällige, blaue Kleid, sondern ein unauffälliges Gewand der Turghai. Stumm ist Sam damit beschäftigt Reben zu pflücken. Naya kniet sich zwischen sie.

Naya: Du hast meine Mutter geschützt. (Sam nickt) Ich danke dir dafür.

Carter: Schon gut.

Naya: Wir alle haben Angst. Wenn du nicht tust, was er will, wird er dich töten.

Carter: Ich weiß.

Naya: Mein Vater ist ein guter Mann. Er würde nie eine Frau misshandeln. Es sei denn sie tut was Falsches.

Carter: Das ist doch Unsinn. Es gibt keinen Grund eine Frau zu schlagen. Niemals.

Naya: Er ist ein mächtiger, gefürchteter Mann. Unsere Frauen und Kinder sind immer in Sicherheit und haben immer zu Essen.

Carter: Wie kannst du deinen Vater verteidigen? Er schickt dich weg, um irgendeinen Kerl zu heiraten.

Naya: Das ist mein Los. Ich kann nicht wählen.

Carter: So wird es bleiben, wenn keine von euch nein sagt.

Eine Frau holt die Schüssel mit den Weintrauben und Sam lässt den Rest auf den Boden fallen.

Naya: Ich will nein sagen. Hilfst du mir dabei?

Sam lächelt sie an und Naya nimmt ihre Hand. Aber man kann auch einen gewissen Zweifel in beiden Gesichtern sehen.


Szene: Außerhalb des Dorfes von Turghan

Teal’c: Die Spuren führen ins Lager.

SG-1 hält sich hinter den Büschen versteckt.

O’Neill: Wer lebt hier?

Moughal: Das sind Feinde. Der Häuptling tötet nur aus Vergnügen. Er ist ein schlechter Mann.

O’Neill: Dann holen wir sie noch heute Nacht da raus.

Moughal: Wenn ihr ihn reizt, dann haben wir Krieg. Turghan hat sich mit zweiundzwanzig Stämmen verbündet. Wenn er in den Kampf zieht, dann werden keine Gefangenen gemacht.

Daniel: Du meinst, er würde alle töten?

Moughal: Ja. Am besten ihr wartet bis morgen. Dann werde ich hingehen und ihn einen Handel vorschlagen. Das wird er mir nicht verweigern.

Teal’c: Aber was passiert mit Carter heute Nacht, wenn wir warten?

Moughal: Er wird sich mit Sicherheit an seiner neuen Errungenschaft erfreuen.

O’Neill: Nein, dazu kriegt er keine Chance.

Daniel: Es ist so: Wenn bei uns ein Mann eine Frau will, heißt es das nicht, dass sie auch will.

Moughal: Keiner verweigert sich Turghan… und lebt.

O’Neill: Dann gehen wir jetzt gleich.

Teal’c, Jack und Daniel machen sich auf den Weg. Sie werden von Kriegern aufgehalten.

Krieger: Halt, was wollt ihr?

Die Frauen lugen hinter ihren Tüchern hindurch, um zu sehen, was da vor sich geht. Sam sieht Moughal und Jack.

Carter (erleichtert): Endlich.

Sie geht zum Feuer zurück, nimmt sich ein Stück von der Baumwolle und zündet sie an. Dann legt sie das brennende Stück Stoff ins Stroh, nahe den hängenden Tüchern. Sie geht zu Naya und führt sie in eine sichere Entfernung. Und dann fangen die Tücher Feuer. Krieger kommen angelaufen und reißen die brennenden Laken von der Stange und versuchen das Feuer auszutreten.

Carter: Lauf. Lauf, Naya. Lauf!

Naya verschwindet in dem ganzen Durcheinander in die andere Richtung in den Wald.


Szene: Zelt von Turghan

SG-1 befindet sich zum Handel in Turghans Zelt.

Turghan: Ich habe dreihundert Maß Gold für sie bezahlt.

Daniel (beugt sich zu Moughal): Ist das teuer?

Moughal: Dafür bekommt man zehn Frauen.

O’Neill (zu Moughal): Wie viel bist du bereit für sie zu bezahlen?

Moughal: Wir kaufen die Frau für dreihundertfünfzig Maß Gold zurück.

Turghan: Sie ist zwar sehr unwillig, aber wunderschön. (Lachend setzt er sich hin) Eine sehr seltsame Frau.

Daniel (flüsternd zu Moughal): Vierhundert.

Moughal: Vierhundert.

Turghan: Vielleicht mache ich sie zu meiner Frau.

O’Neill: Der ist aber anstrengend. Fünfhundert. (Moughal sieht ihn schockiert an) Du bekommst es wieder.

Turghan: Wieso diese Frau? Ich habe andere, jüngere und sie gebären viele Söhne. Genug für einen eigenen Stamm.

Daniel: Sie… ist in unserem Volk eine sehr mächtige Frau. Sie ist nicht nur eine Kriegerin, sondern auch Schamanin. (Jack und Teal’c sehen ihn kurz an) Sie kennt die Geister unseres Landes, sie weiß, wann zu sehen ist und wann das Wasser ausgeht… solche Dinge.

Turghan (wütend): Du denkst, ich glaube dir so etwas?

Moughlan: Er spricht die Wahrheit. Im Land von Orgada sind die Frauen, wie sie bei uns früher auch mal waren.

Daniel: Genau das meine ich. Cart-ier ist unser Häuptling. Das Volk braucht sie.

Turghan: Raus hier! Ihr habt nichts anzubieten.

O’Neill: Ach nein? (Er nimmt seine Pistole und schießt auf etwas an der Decke)

Erschrocken setzt sich Turghan auf. Und Jack hält seine Waffe hoch. Langsam – und mit gezogenen Schwert – kommt Turghan auf Jack zu. Jack hingegen ist gelassen und pustet einmal über die Mündung wie man es aus Wildwestfilmen kennt.

Turghan: Gut.


Szene: Dorf von Turghan

Turghan demonstriert seinen Männern Jacks Waffe. Erschrocken und verängstigt fallen sie fast auf den Boden, als ein Schuss losgeht. Turghan beginnt triumphierend mit dem Armen zu wedeln.

O’Neill (wieder auf dem Pferd): Na gut, jetzt hat er noch genau fünf Schuss übrig. Lasst uns abhauen.

Zusammen mit Carter verschwinden sie aus dem Dorf. Endlich ist sie frei. Turghan feuert noch einen weiteren Schuss ab.


Szene: Wald, Abend

Glücklich darüber wieder in ihrem Team zu sein, endlich wieder ihre eigene Kampfkleidung zu tragen, lässt sich Sam im Kreise ihrer Freunde am Feuer nieder.

Carter: Wisst ihr was? Ich glaube, ich war noch nie so froh euch wieder zu sehen.

O’Neill: Das ist nicht wahr. Wissen Sie nicht mehr damals auf P3X – P595. Sie hatten ganz schön was getrunken und fingen an sich auszu—

Sam räuspert sich einmal extra laut.

O’Neill: …ziehen.

Carter: Wen interessiert das jetzt noch? (Daniel und Jack sehen sich grinsend an) Moughal, vielen Dank für deine Hilfe.

Moughal: Wir gehen, wenn die Sonne erwacht.

Carter: Ich, ich nehme dir nicht übel, was Abu getan hat. Ich glaube, ich verstehe ihn sogar.

Moughal: Er kämpft mit diesem Wahnsinn. Als ich jung war, ging es mir genauso.

Sam runzelt die Stirn und Daniel klärt sie auf.

Daniel: Er meint die Liebe.

Carter (nickt): Ah… Ach so, schon klar.


Etwas später liegen alle am Lagerfeuer und schlafen. Teal’c ist derjenige, der Wache hält. Er hört Pferdehufen, wovon auch Sam geweckt wird. Sie springt auf und auch Moughal greift nach seiner Waffe. Es ist Abu, der zu ihnen geritten kommt.

Abu (springt von seinem Pferd): Bitte, ihr müsst mir helfen.

Carter: Was ist passiert? Wo ist Naya?

Abu: Sie kam zu mir. Wie es mir der Wind vorausgesagt hat. Aber bevor wir fliehen konnten, hatte uns ihr Vater erreicht. Lasst mich nicht im Stich. Er sagt, er wird sie steinigen. Verflucht sei mein Wahn. Wieso habe ich sie nicht Chimaka überlassen?

Moughal: Ich könnte auch nicht ertragen, dass etwas, was ich will, einem anderen gehört.

O’Neill: Könnt ihr mir das vielleicht genauer erklären? Ihr eigener Vater will sie steinigen lassen, ist das richtig?

Abu: Sie hat sich ihm und den Gesetzen widersetzt.

Moughal: Turghan ist gezwungen das Gesetz zu vertreten. Und sogar härter, wenn es um seine eigene Familie geht, sonst wird er nie vom Volk akzeptiert.

Carter: Wir müssen umkehren, gleich.

O’Neill: Negativ.

Carter: Sie ist höchstens sechzehn oder vielleicht noch jünger.

O’Neill: Captain, wenn wir dieses Mädchen da raus holen, herrscht wahrscheinlich bald Krieg auf diesem Planeten.

Sam ist wenig beeindruckt, sie sammelt ihre Waffen zusammen.

Carter: Seit wann sind Sie Politiker, Colonel?

O’Neill: Ganz ruhig, Captain.

Carter: „De Opresso Liber“ Befreit die Unterdrückten – das Motto unserer Kompanie.

O’Neill: Das weiß ich auch. Es gilt in unserer Welt und nicht hier.

Daniel: Dürfen wir uns in ihre Traditionen einmischen oder ihre Gesetze auslegen?

Carter: Natürlich! Vielleicht könnt ihr Jungs das nicht verstehen, aber die töten die Kleine nur, weil sie unsterblich in diesen Jungen verliebt ist.

Abu: Bitte, benutzt eure Waffen. Befreit sie.

Moughal: Der Colonel hat Recht. Es würde ein Krieg ausbrechen. Mein Sohn, du musst dich entscheiden. Zwischen einer Frau und deinem Volk.

Abu: Das kann ich nicht.

Sein Vater nimmt ihn in die Arme.

Carter: Ich auch nicht. Ich habe Naya dazu ermutigt, ich kann sie jetzt nicht in Stich lassen.

Teal’c: Aber du bringst dein Volk in Gefahr.

Daniel: Wartet. Es gibt sicher noch einen Weg. Moughal, wie ist das mit den alten Gesetzen? Gibt es denn da nichts, was uns--?

Abu: Genau. Vielleicht finden wir ein Gesetz, dann kann Turghan nichts mehr machen. Vater, bitte, denk nach. Besinn dich. Es gibt sicher ein Gesetz.

Moughal: Ja, es gibt eins.


Szene: Dorf von Turghan

Alles ist bereit für die Steinigung. Die Männer haben Haufen von Steinen vor sich liegen und Naya wird in der Mitte auf ihre Knie gezwungen. Turghan wendet sich von ihr ab.

Naya: Vater. Verzeih mir.

Er geht auf seine Tochter zu und kniet sich vor ihr hin. Er beugt sich zu ihr hinüber und flüstert in ihr Ohr.

Turghan: Ich verzeihe dir.

Dann steht er auf und dreht sich zu seinem Volk um.

Turghan: Steinigt sie!

Die Männer holen zum Wurf auf, als plötzlich Moughal dazwischen geht.

Moughal: Haltet ein!

Moughal, Abu und SG-1 betreten das Dorf. Die Krieger ziehen augenblicklich ihre Waffen.

Turghan: Deine Stimme zählt nicht, Shavadai.

Abu: Doch, ein Häuptling kann eine Steinigung anfechten.

Turghan: So ein Gesetz gibt es nicht.

Moughal: Du hast Unrecht. (Er nimmt seinen Hut ab und gibt ihn seinen Sohn) Es steht im Lied von Arkhan-Tyer. Die Kraft unserer Geister steht an der Seite des Gerechten.

Turghan: Gegen einen Krüppel werde ich nicht kämpfen.

Moughal: Du musst.

Turghan: Es ist gegen mein Ehrgefühl mich mit einem so armseligen Gegner einzulassen. Du wirst verlieren und meine Tochter wird trotzdem sterben. Wenn kein anderer Häuptling vortritt und meine Entscheidung in Frage stellt.

Sam nimmt ihren Helm ab und tritt hervor.

Carter: Hier ist eine.

Turghan sieht sie ungläubig an und Jack verzieht nur leicht sein Gesicht.

Turghan: Du. Du wirst es bereuen.

Carter: Wir werden sehen. Lass doch deinem Hass gegen mich freien Lauf.

Turghan: Die Geister und mein Stamm können bezeugen, hier betrifft mich keine Schuld.

Sam nimmt ihre Ausrüstung ab und Jack gibt ihr noch ein paar nützliche Tipps.

O’Neill: Wenn Sie in einer kritischen Lage sind und denken alles ist verloren, dann müssen Sie einen kühlen Kopf bewahren. Es kommt Ihnen zugute, dass er sich sicher fühlt.

Carter (gibt ihm ihre Halfter): Sie glauben, ich verliere.

O’Neill: Natürlich nicht. Worauf es beim Nahkampf ankommt, dass, äh, wissen Sie doch?

Carter: Klar. Ich war im Kurs für Fortgeschrittene.

O’Neill (tätschelt ihr die Schulter): Na dann mal los.

Sam geht in die Mitte und Moughal nimmt Sams Platz neben Jack ein.

Turghan dreht sich zu Sam um. Er hält ein Schwert in der Hand, während Sam mit ihren Fäusten in Kampfposition geht. Sie ist vollkommen unbewaffnet.

O’Neill (zu Moughal): Nur so aus Neugierde, wie machen sich die Geister bemerkbar, wenn es vorbei ist?

Moughal: Der Verlierer findet den Tod.

O’Neill: Den Tod?

Er sieht zu Carter und sieht, wie Turghan das Schwert aus der Scheide zieht. Sam schaut erstaunt auf. Fragend schaut sie zurück zu Jack.

O’Neill: Halt mal—

Weiter kommt er nicht. Gerade als er voreilen will, drückt ihn ein Krieger ein Messer gegen den Hals.

O’Neill: … war nie die Rede von…

Auch die anderen kommen den Klingen unangenehm nahe.

O’Neill: … Waffen.

Sam hat noch ein As im Ärmel. Sie zieht ihr eigenes – viel kleineres – Messer. Und dann greift Turghan an. Sam kann sich mit einer Hechtrolle retten. Während Sam weiterhin den fliegenden Schwert ausweicht, versucht Turghan unverdrossen sein Gegenüber immer wieder zu verletzen. Nur mit großem Missmut können die übrigen von SG-1 zusehen. Sie haben keine Chance Carter in irgendeiner Weise zu helfen. Jacks Hand fährt zu seiner MP.

Sam schafft es mit einer flinken, duckenden Drehung Turghan am Bauch zu verwunden. Erschrocken darüber verletzt worden zu sein, hält er einen Augenblick inne, doch greift dann erneut an. Er versucht es mit allen Tricks. Von oben und unten, doch Sam schafft es jedes Mal der Klinge auszuweichen. Sie springt und duckt sich gleichermaßen, bis er sie mit seinem Ellbogen zu Boden stößt. Ihr Kopf knallt auf einen Baumstamm. Turghan holt zu seinem letzten Schlag aus, aber im aller letzten Moment, schafft es Sam sich zur Seite zu rollen und beginnt ihn mit gezielten Tritten aus dem Gleichgewicht zu bringen. Und dann ist sie wieder oben und die Rollen sind getauscht. Jetzt ist Sam diejenige, die angreift. Sie wehrt einen weiteren Hieb ab, indem sie ihrem Arme über ihren Kopf kreuzt und holt mit seinem Seitwärtstritt aus. Sie dreht seinen Arm auf den Rücken und schlägt ihm sein Schwert aus der Hand, bis sie ihn herumwirft und sich mit dem Messer an seiner Kehle auf ihn setzt.

In diesem Moment kommt Naya auf sie zu gerannt.

Naya: Cart-ier, töte ihn nicht.

Carter: Werde ich auch nicht.

Naya: Du hast gewonnen. Ich bin frei und kann zu Abu.

Carter (zu Turghan): Ich möchte es von dir hören.

Turghan: Sie ist frei und kann gehen.

Carter: Und die Shavadai?

Turghan: Es wird keinen Krieg zwischen uns geben, so will es das Gesetz.

Carter: Und zwischen uns? (Er antwortet ihr nicht, sie drückt das Messer nur noch weiter in seiner Haut) Was ist mit mir?!

Turghan: Du hast den Kampf gewonnen. Du kannst frei deines Weges gehen.

Und dann lässt Sam von ihm ab. Sie steht auf und dreht sich zu Jack um. Welcher dem kleinen Krieger vor sich wegdrückt. Er atmet einmal tief durch.


Szene: Dorf der Shavadai

Moughal: Ihr bleibt doch noch zum Hochzeitsfest?

O’Neill: Bei euch wird doch sechs Tage gefeiert. Weißt du, so viel Zeit haben wir nicht.

Moughal und Abu fangen an zu lachen.

Abu (nimmt Naya in seine Arme): Ihr würdet Spaß haben.

Daniel: Sicher. Wir wünschen dir und Naya ein Leben in Zufriedenheit und viele gesunde Söhne. (Sam stupst ihn von der Seite an) Und Töchter.

Sam grinst ihn an und auch Moughal lächelt. Die vier machen sich auf den Weg zum Sternentor.

Moughal: Freiheit für alle Shavadai!

Hinter ihnen werden die Tücher heruntergerissen. Die Frauen müssen nicht länger in Isolation leben. Glücklich klatschen sie und Sam dreht sich noch einmal um. Auch Naya und Abus Mutter nehmen ihre Schleier ab.

Moughal: Siehst du, so wird man dich immer ehren, Cart-ier.

Sie lächelt und auch Jack scheint stolz zu sein. Und dann setzen sie ihren Weg fort.


Szene: Sternentor, Planet

Nebeneinander laufen die vier auf den großen Ring zu.

Carter: Sie glauben, dieses Betäubungsmittel wird auf der Erde wie ein Wunder einschlagen?

Daniel: Ja, und ich fürchte, nicht der richtige wird den Ruhm dafür erben. Wir dürfen leider nicht sagen, woher es stammt.

O’Neill: Verdammt. Dann werde ich meine Talkshow absagen müssen.

Teal’c: Was ist eine Talkshow?


ENDE

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